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Jüdische Wochenschau · 1963-08-16 · 2025 (16.8.1963) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2025 (16.8.1963)
Date
1963-08-16
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 18 de Agosto de 1963 LA SEMAdA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2625 — 3 NICHT BRAUNER ALS ANDERE Vor einigen Monaten erregten die Anzeigen des Würzburger Nervenarztes Dr. Herterich gegen hohe Beamte der Justiz, die in Wiirzburg beschäftigt waren oder sind, grosses Aufsehen. Gegen Dr. Herterich wurden eine Reihe von Pro zeroen eingeleitet, offensichtlich deswegen weil er sich erlaubt hatte, Fragen aufzuwerfen, die nach behördlicher Auffassung besser nicht angerührt werden. Dr. Herterich hat den Kampf aufgegeben und soll inzwischen auch Würzburg ver lassen haben, worüber hier bereits berichtet worden ist. Der Fall Herterich, den es eigentlich garnicht geben dürfte, da es sich um die Fälle der von ihm beschuldigten Juristen handeln müsste, hat seine Parallele. Im vergangenen Jahr beschuldigte eki hoher Beamter im Hannoverschen den Präsidenten des Verwaltungsgerichts einen Kommentar zu den berüchtigten Judengesetzen dec Dritten Reiches geschrieben zu haben. Der Beschuldigte blieb im Amt, obwohl es eine Tatsache ist, dass er einer der Autoren des Kommentars war, dagegen hatte der Beamte, der die Anzeige ordnungsgemäss erstattet hatte, die grössten Schwierigkeiten. Dr. Herterich übergab der Staatsanwaltschaft u. a. Material gegen einen amtierenden Landgerichtsdirektor und gegen einen Landgerichtsrat, denen beiden vorgeworfen wurde, an Unrechtsurteilen des Dritten Reiches an entscheidender Stelle mitgewirkt zu haben. Der LandgeriehtridireKtor wurde beschuldigt, an dem berüchtigten Volksgerichtshof in Berlin tätig gewesen zu sein, wo er als Ressortleiter des Oberreichcanwalts gearbeitet habe. Der Anzeige wurden auch mehrere belastende Originaldokumente beigefügt. Aus die sen ergibt sich, daos der auch heute noch amtierende Landgerichtsdirektor nicht nur mit der Ausarbeitung der Anklage gegen Personen befasst war, die später vom Volksgerichtshof wegen Hoch- und Landesverrats zum Tode verurteilt worden sind, seitdem auch als „Vollstreckungsleiter“ bei der Hinrichtung von Verur'eilten des Volksgerichtshofes beschäftigt gewesen ist. von JAKOB KATZ*ROGASEN Auf einer der Todeslisfen, die in Fotokopie überreicht worden sind, wird der Landgerichtsdirektor ausdrücklich als „Voltetreckungsleiter“ bei der Hinrichtung von 14 Personen bezeichnet. Der Beschuldigte gab inzwischen zu, dass er von 1940 bis 1944, also immerhin mehrere Jahre hindurch, beim Volksgerichtshof tätig war. Er habe aber kein ärztliches Attest bekommen können, um der „Abordnung“ zum Volksgerichtshof zu entgehen. Im übrigen hatte er aber mitgeteilt, dass er nicht die Absicht habe, sein Amt während der gegen ihn eingeleiteter. Ermittlungen zur Verfügung zu stellen... Der beschuldigte Landgerichtsrat dagegen hat als Staatsanwalt eines NS Sondergerichts die Hinrichtung einer jüdischen Frau erwirkt, deren Prozess auf Betreiben des Witwers jetzt neu aufgenommen worden war, wobei die Tote frei gesprochen wurde. In dem NS-Urteil hiess es: ,,Die Angeklagte hat in echt jüdischer Weise einen Mitangeklagten für sich ausgenutzt und hat dadurch das reibungslose Funktionieren der Kriegswirtschaft ganz emp findlich gestört... Aus jüdischer Gewinnsucht und aus jüdischem Hass wurde ihre Tat geboren“. Die Hinrichtung der unglücklichen Frau erfolgte durch das Fallbeil. Der mit der Untersuchung des Falles dieses Landgerichtsrates beauftragte hohe Beamte einer Generalstaatsanwaltschaft teilte mit, es habe sich ergeben, dass es sich nicht um einen „exzessiven Fall“ handeln würde... Was man darunter zu verstehen habe, ist nicht gesagt worden. Mindestens vier hohe Beamte waren von Dr. Herterich angeklagt worden, ausser dem Landgerichtsdirektor und dem Landgerichtsrat auch ein Oberstaatsanwalt und der Präsident eines des Verwaltungsgerichts, der gleichzeitig Universitätsprofessor ist. Trotz dieser Tatsachen meinte der Oberbürgermeister von Würzburg, dem vor geworfen wird, eine „nationalsozialistische Doktorarbeit“ geschrieben zu haben, bei der Begriissung der Bayerischen Evangelischen Landessynode, Würzburg sei „nicht brauner als andere Städte“. Er muss es ja wissen. Schaetze im Staatsarchiv ' A.Ä-■*'*'*!*- Ein Attribut gepflegter Vlaennlichkeit das ist Carlton-Kleidung Feinste Masskl eidung Fertigkleidung in Stabiloform M. F. Anfertigung aus mitgebrachten Stoffen. Staendige Passformkontrolle. Auch Junioren kaufen gerne bei CARLTON. Ernst Koppel Maipü 982 Tel 31-0357 50 Meter Plaza San Martin, mit vielen Verbrgcjungefl und Parkmöglichkeit. Im Jahre 1955 brachte ei ne erregte Nachbarin Dr. Alsberg ein seltsames Dokument: einen Brief aus den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts mit der Unterschrift des deutschen Reichskanzlei Fürst Otto von Bismarck an das Kaiserliche Deutsche Konsulat in Jerusalem. In diesem historischen Dokument war ein... Hering verpackt, den die Frau auf dem Markt er standen hatte. Das.brachte die Fährte des Archivars auf daß Archiv des Deutscher Konsulats (1839—1939) dessen Reste dann in Nazar-et auf einem Lastwagen sicher gestellt werden konnten, wo das Aktenmaterial von unschätzbarem Wert einer Kartonnagenfabrik angeliefert werden sollte. Dis erste Direktorin der> Staatsarchivs Sophia A. Udin s. A. konnte die Archivreste für 430 IL, zum Makulaturwert erwerben, und nunmehr bilden diese Akten eine Quelle für den Historiker, der sich z.B. mit Herzls Palästinareise 1898, mit dem Sprachenkampf (Deutsch oder Hebrääsch) 1913 und MOEBELHAUS I WATERMANN 1 Das Haus der 3 Gescliüt te mit d-r grössten Auswahl. SARMIENTO 1147 T. E 35 /033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fach männische Bedienung dem Leben des Jischuw im damaligen Palästina befasst. ARABER UND TUERKEN Ueberaus aufschlussreich für die Vorgeschichte des Staates Israel sind gewisse arabische und türkische Privatarchive, die sich heute im Jerusalemer Staatsarchiv befinden, darunter das Archiv des Sekretärs des Obersten Arabischen Rates George Antonius, das sich in seiner verlassenen Villa in Sheik-Yarrach fand, als An tonius bereits geflohen war Auch das Archiv des einsti gen Präsidenten des Ober ste»\ Arabischen Rates Auni Bey Abdul Hadi ist nun in Jerusalems Staatsarchiv wohl verwahrt, und ebenso findet sich hier wertvolles Material zur Entlastung des erster (jüdischen) High Comm'ssioners Lord Samuel. ai'ß dem hervorgeht, dass er selbst sich der Ernennung von Hadj Amin el- Husseue zum Grossmufti von Jerusalem widersetzte, aber unter dem Druck aus London nicht anders handeln konnte .. „Prähistorisch“ mutet das Archiv d3S türkischen Gouverneurs von Jerusalem Ali Ekrem Bey '1906—1908) an, Auskünfte gebend über jii disehe Einwanderung und Bodenkäuf? die-er Zeit... —. Das amtliche Material aus der Tiirkenzeit enthält vor allem das ottomanische Personenregister, gemäsß dem Matrikelzensus ' ab 1884; wertvollstes Material vor allem für die Nationalversicherung, das insbesondere arabischen Staatsbürgern zugute kommt, die so ihr Alter beweisen können. MANDATSARCHIVE Den Hauptbestandteil des Staatsarchivs bilden die Regiarungsakten der Mandats Verwaltung, die 1948 in allen damaligen Regierungsämtern von israelischen Vertrauensleuten sichergestellt wurden und so die Teppichhaus - M. Hochberg JNERRE1CHTE AUSWAHL AN HANLGtK. UP FT EL TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN nJER JEDES GEMUETUCHE HEIM. Eigan« Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichternngen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Vtrkftui an Private nur Samstag und Sonntag von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus Galle ANDONAEGU1 2083 Tel.: 52-2993 4 Quader von Station Urquisa Fortführung der Administration ermöglichtet i. „Ganßach Hamedina“, das Staatsarchiv, wurde 1948 gegründet und befand sich bis 1955 in Tel Aviv, übersiedelte dann nach Jerusalem, wo es 1960/61 in fünf verschiedenen Baulichkeiten untergebracht war, bis es jetzt im Keller und Erdgeschoss der Kanzlei des Ministerpräßideuten „sesshaft“ wurde; doch wird in etwa fünf Jahren ein eigener Bau nötig werden, da schon heute vier Kilometer Akten (würde man sie nebeneinander stellen) ¿ufbewahrt werden und der Aktenzuwachs pro Jahr drei Kilometer betragen wür de, aber zum Glück habei.', nur 20 Prozent davon archivarische Bedeutung. Die Archivierung von einem Meter Aktenmateria. kostet 60 IL, die Verarbeitung in Mikrofilm aber 250 bL 500 IL, sodass bei einem Jahresbudget von nur 1.000 (achttausend), die Mikrofilmmethode nicht anwfi'.dbar ist. Vier Archivare, zwei LA SEMANA ISRAELITA BISKMANAJUO INDEFENDnUrrS ft«. AJ*M — PUETRREDON 21M, 1« tag. — T. E. MJttlk 16. August 1963 26. Aw 5723 Revision im Kulmhof-Prozess Bonn. — Die Staatsanwaltschaft hat gegen das Urteil des bonner Schwurgerichts im Kulmhof Prozess Revision eingelegt. In diesem Prozess habben sich 12 ehemalige Angehörige der SSu».id Schutzpolizeiwachmannschaft des Vernichtungslagers Kulmhof der Beihilfe zum Mord an 162.000 Juden zu verantworten. (AWZ) Bibliothekare und vier Hilfskräfte bilden den Stab des Archivs, das wie alle Archi ve des Landes der Oberaufsicht des Staatsarchivars Dr. Alex Bein unterstellt ist. Archivdirektor Dr. Alsberg ist ein direkter Schüler von Dr. Alex Bein und dem Altarchivar Dr. Georg Heriitz dem Gründer und langjährigen Leiter des Zionisti sehen Zentralarchivs, in welchem Dr. Alsberg seine Ausbildung erfahren hat. S. B. C. Prozesse gegen Kriegsverbrecher Wien. — Seit zwei Jahren fanden in Oesterreich keine Prozesse mehr gegen Kriegsverbrecher statt. Im Juli sollten wieder zwei Verfahren eröffnet werden. Sie richten sich gegen Franz Murer und Stefan Hojko. Murer ist seit 196® in Haft. Er wird des Mordes an Tausenden von Juden im Ghet to von Wilna beschuldigt. Hojko war in Theresienstadt Assistent des Lagerleiters. Er ist seit 1959 in Haft. Beide lebten vorher unbeläotigt unter ihrem richtigen Namen. Murer war nach dem Kriege in Russland zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, dann aber im Rahmen einer Amnestie freigelassen wordzn. Gegen das Rauchen Jerusalem. — Das G-eßundheits- und Erziehungsministerium plant eine Kampagne gegen das Rauchen, besonders bei Jug nJlich<u in den Schulen. Bevor Sie wechseln fragen Sie unsere Preis«» Man spricht Deut«*’ CASA PIANOÍS^/f : 34/- SAH . MAR'TIN^IMr^jF.. ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL ♦' ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ''*•***■• ">♦♦♦♦->♦♦♦♦♦ - > (.4 Dr. Hardi Swarsensay ASUNTOS EU HOPLOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAG-FNT Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung 3UER0STUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr " T. E.: 83 - l&ä Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltun gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. T. E.: 80 - (930 ★ PUETRREDON 2(90 estj. Av. LAS HERAS

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