Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2025 (16.8.1963)
- Date
- 1963-08-16
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Í7 16 de Agesto de 1963 ISRAEL’ITA Año XXIV. — No. 2025 „Der Stellvertreter“ in USA von BORIS SMQLAR Die jüdischen Organisationen in den USA zeigen sich beeorgt über die Ankündigung, dass das von dem jungen deutschen Dramatiker verfasste Schauspiel ,.Der Stellvertreter“ in einigen Monaten in einem Broadway-Theater zur Aufführung gelangen soll. Hochhuth klagt in seinem Stück den Papst Pius XII. an, weil er es ablehnte, den an den Juden begangenen Massenmord öffentlich zu verdammen. Die Gestalt des Papstes trägt keineswegs sympathische Züge, und der Verfasser des Dramas erklärt das Schweigen Pius XII. mit politischen Motiven. In Europa hat daß Werk schon zu heftigen Kontroversen zwischen den verschiedenen Religionsbekenntnissen Anlass gegeben, so dass viele fürchten, es könne auch unter den religiösen Gruppen in den Vereinigten Staaten Unfrieden stiften. Als dar, Stück -in europäischen Theatern gespielt wurde, kam es besonders zwischen Katholiken und Protestanten zu erregten Auseinandersetzungen. Den nordamerikanischen Juden dürfte es kaum möglich sein, sich von derartigen Diskussionen fernzuhalten, da ihre Zahl in den Vereinigten Staaten zu gross ist. Hierbei ist ferner zu bedenken, dass der Produktionsleiter Billy Rose und der Regisseur Herman Shumlin beide Juden sind. Verschiedene katholische Zeitungen haben sich schon in Leitartikeln zu dem Thema in wenig 'schmeichelhaften Ausdrücken über die Juden geäussert, und es besteht kein Zweifel darüber, dass dieses explosive Thema zu Anklagen und Gegenvorwürfen führen! dürfte, die dazu angetan sind, den heute bestehenden ' freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Religio- ' nen Abbruch zu tun. Dies ist gerade das, was die verantwortlichen jüdischen Organisationen zu vermeiden wün-; sehen, ohne jedoch zu wollen, dass das Schicksal der europäischen Judenheit unter dem Naziregime der Verges senheit anheimfallen solle. i? Hochhuth behauptet, Papst Pius XII. habe in Schweigen verharrt und keinen öffentlichen Protest gegen die Ausrottung der Juden erhoben, weil er sieh von politischen Erwägungen leiten licos. Der katholische Klerus vertritt die Auffassung, der Papst habe von einer öffentlichen Erklärung Absiand genommen, weil dies die Lage der Juden nur verschlimmert und die Nazis zu noch brutaleren Grausamkeiten gegen die Juden aufgestachelt haben würde. Nach Ansicht einiger jüdischer Organisationen ist die Darßteilung der Beziehungen des Papstes zu den nazistischen Gewalthabern und den Juden weit davon entfernt, vollständig zu sein, und nur ein Studium der Politik des Vatikans und seiner Einstellung zu den Juden seit der Machtergreifung Hitlers bis zum Ende des Krieges würde die Antwort auf die Frage geben können, wae getan und gesagt wurde. Eine solche Sichtung kann allerdings nicht vorgenommen werden, weil das umfangreiche Material verstreut und zu einem grossen Teil mit hoher Politik verquickt ist. Es ist bekannt, dass Pius XII. die apostolischen Nuntien angewieoen hat, den Juden zu helfen und auf diese . Weise viele Juden rettete, die in Kirchen und Klöstern Zuflucht fanden. Aber es ist auch dokumentarisch erwiesen, dass der Papst trotz der mehrfach an ihn ergangenen Aufforderungen zu der Verfolgung der Juden ge sehwiegen hat. Hätte er sich öffentlich gegen die Verschleppung der Juden in die Todeslager ausgesprochen, so hätten zweifellos weniger Katholiken, besonders in Polen und anderen östlichen Ländern, mit den Nazis kollaboriert, und die katholische Geistlichkeit hätte einer grösseren Anzahl von Juden Hilfe leisten können. In Westeuropa haben einige katholische Priester bei der Rettung von Juden hohen Mut bewiesen. ¡VWW.WAV.W.VA*! JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037. ß. 46-1716 und 43-2 L’A MOHEL N. PLAKStN Superi 2719 T. E. 76-6784 n. 76-2512 PROPIEDADES FRANKENBERG S. K. L. berät Sie kostenlos und anverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN BAEUSERN VIBREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 JUDITH \ SCHENKOLEWSKI > Î KULTUSSTICKEREIEN } Í Schabbosdecken - Tallis-} i beute) - Käppchen - Maz-J ' zot-Taschen Hand- und < Maschinensticker« von J Bett und Tischwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 5 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 .VUWVSWWWAWWCWAVW^WL/VJV.V.V*. 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Kam ein Angeklagter vor einem anderen Gericht mehr Gehör erhalten, als Eichmann in Jerusalem, was übrigens auch er und sein Verteidiger anerkannt haben, obwohl wir dies für ne berßächlich halten. Warum sollte e'n israelisches Gericht nicht berechtigt sein, Kriegsverbrecher abzuurteilen? Niemand hat bestritten, dass dieses Gericht unabhängig war und nach Prinzipien verhandelt und abgeurteilt hat, die in den grossen, anerkannten Prozessordnungen der Kulturvölker niedergelegt sind. — Uebrigens hat noch niemand den deutschen Gerichten das Recht bestritten, die deutschen Kriegsverbrecher abzurteilen, obwohl man hier den umgekehrten Gedankenweg anwenden könnte. Sich auf die Begriffsbestimmung „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ zu beziehen, um noch einmal das Argument a.ufzutischen, dass ein solches Delikt noch nicht in den Strafgesetzbüchern aufgenommen und genau Umrissen ist, wirkt befremdend. Denn abgesehen von diesen vielfach begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit liegt in all diesen Fällen Mittäterschaft oder Beihilfe zum Mord vor, ein Delikt, das in jedem Strafkodex zu finden ist. Man braucht sich nicht hinter anderen oder neuen Tatbeständen zu verschanzen, um solchen Leuten wie Eichmann den Prozess zu machen. Im übrigen ist es aber auch vollkommen klar, was ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist. Man könnte gewisse Grenztatbestände konstruieren, bei de nen eß zweifelhaft ist, ob ein solches Verhalten noch unter den Begriff „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ fallen würde. Bei den von UEBERSETZUNGEN Alle Sprachen — Beschaffung v. Urkunden LAURA THIEBERGER DE STEINHÄUSER Traductora Pública Belgrano: Obligado 1906 S? B — Tel. 76-8797 Stadt: Suipacha 472 4* of. 413 (vormittags) PEN [real t Füllhalter t REPARATUREN I Spezialgeschäft t CORRIENTES 569 t T. E. 49-5850 V*-*-* ♦♦♦♦♦♦ den Nazis organisierten Massenvernichtungen jedoch sind alle Zweifel ausgeschlossen. Jaspers war dafür eingetreten, dEßs nicht ein Gericht :n Jerusalem, sondern ein internationaler Gerichtshof über Eichmann urteile. Man hat sich seiner Auffassung nicht angeschlossen, die jetzt von Hannah Arendt ohne Variante wieder aufgetischt wird.. Diese Rechthaberei wirkt nicht nur weltfremd, sondern ißt abwegig. Hannah Arendt sollte ihre wissenschaftliche Begabung besseren Objekten widmen, als sich mit solchen Auffassungen interessant zu ma chen, die noch nicht einmal ihre eigene Meinungen, sondern die anderer wiedergeben. — Schliesslich hat man behauptet, der ganze Prozess sei darauf abgestellt gewesen, Rache zu üben und nicht der Gerechtigkeit ihren Lauf zu laroen. Eigentlich sollte es überhaupt nicht notwendig sein, sich mit einem solchen Gesichtspunkt auseinanderzusetzen. Warum ist die Verfolgung der Kriegsverbrecher und Mörder der Konzentrationslager und anderer Folterstätten durch die deutschen Gerichte anders zu beurtei len als der Prozess in Jerußalem? — Noch nicht einmal die Angeklagten und die Verurteilten dieser Prozesse haben bisher behauptet, die gegen sie eingeleiteten Verfahren- oder gefällten Urteile seien Racheakte, Was soll also dieser Vorwurf im Fall der Verurteilung Eichmanns bedeuten?, ganz abgesehen davon, dass die Motive, die zur Einleitung des Verfahrens geführt haben, für sei ne Durchführung und den Urteilsspruch unwesentlich sind. Man kann wohl die Gegenüberstellung von Rache auf der einen Seite und Gerechtigkeit auf der anderen in diesem Zusammenhang nur so auffassen, dass die Rache ein Außdruck subjektiver Gefühle und gequälter Menschenwürde ist, während demgegenüber die Gerech tigkeit einen objektiven Tatbestand darstellt, der die Straftat von einem anderen Standpunkt, von einer höheren Warte betrachtet. Wir Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt. Frei. 15-20 Uhr 3 de Febrero 2030 76-0266 Privat 52-7734 Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214< RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG Mme Liebüngi S. A. SPERRHOELZER H O E L Z E R DIAZ VELEZ 5224 Tel.: 89-9349, 33-9305 BERNARDO STERN Ausfuehrung «aemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 wollen uns weder in Wortspielereien noch in ein sinnloses Jonglieren mit Begriffen verlieren; Rache zu üben, bedeutet nicht immer und nicht unbedingt ein ungerechtes Urteil zu fällen. Ein Verbrechen zu rächen, kann durchaus der Ausdruck der Gerechtigkeit sein. Die in diesem Zusammenhang gewählte Gegenüberstellung entbehrt nicht eines demagogischen, recht billigen Aspektes, der bei näherer Untersuchung sich allerdings als völlig wertlos erweist. Das Jerusalemer Gericht hat eich in einer bewundernswerten Weise darum bemüht, der Gerechtigkeit zu genügen. In keinem Augenblick konnte der noch so objektive Kritiker den Vorwurf erheben, das Gericht habe Rache üben wollen. Im übrigen sind der Umfang der begangenen Verbrechen und ihre Scheussiichkeit so abstossend grees, dass man mit dem Begriff der Rache dieser Einmaligkeit des Geschehenen niemals gerecht werden kann. Wenn es einen typischen Fall gibt, dass der Versuch unternommen worden ist, das geschändete Antlitz der Menschheit zu reinigen, das Bewusstsein für Recht und Unrecht wiederherzustellen und damit Gerechtigkeit zu üben, so war dies in Jerusalem der Fall. Hier wurde nach rechfßstaatlichen Prinzipien Recht gesprochen. Selbst diesem Angeklagten wurden alle Möglichkeiten einer Verteidigung gegeben, von denen der Verurteilte weitgehend Gebrauch gemacht hat. Mit einer erstaunlichen Geduld hat man alles hingenommen, was zur Verteidigung gesagt worden ist. Dass ein Schuldspruch erfolgte, war unvermeidlich, nicht aber weil das Gericht oder das U SEMANA ISRAELITA Blsemanario — aparece os Martes y Vternes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. V jrantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrreddu 2190, 1* izq. T. E. 83-2613 80 6930 Abono-Preise: Argentinien. $ 100.— pro Quartal Ausland i 600 — jährl. Ferien in Israel London. — Ueber 400 Jugendliche werden in diesem Jahr im Rahmen der verschiedenen unter dem Motto „Ferien in Israel“ vorliegenden Projekte zu einem Besuch nach Israel reisen. (ITA) jüdische Volk Rache an einem seiner grössten Feinde und Verfolger üben wollte, sondern weil die Gerechtigkeit dies verlangt hat. Mit dem Tod Eichmanns ist auch nicht einer der vielen Millionen, die umgebracht worden sind, gerächt worden. Eine solche gedankliche Schlussfolgerung ist absurd und stellt eine Beleidigung deß Gedächtnisses unserer Toten dar. — wuwwwwvwp*! > . > <> . > <> . « <> . > < ’ < ' . ' < > < ’ < > 4 ' 4' 4> 4' Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON I« Iz«. 2190 nachm. 16—13 Chr Neue Tel Nr.: 80-6930 gSI3SI!3!3JIf!35H5!S5É51BSíaSK!l!K!S«*MHHSISÍSm»ÍJ Dr. BERNARDO GOLDSTEIN f MEDICO | M Cardiología — Hospital Fernández s Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme g CUBA 2141 - T. E. 73-8782 u. 73-6817 § Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Sonnabend: 14—16 Uhr Uhr M « VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK Sprechstunden nach telef. Vereinbarung UHiaSnSHIMHlSMHMiiKMlIUUMHSSMUHmMIIIMM »Dr. BENJAMIN L1PNIZKY? ZAHNARZT S BOENTGEH1TRAHLEN - ZAHNZIEHEN - BE- 5 S HANDLUNG MIT GASBETAEUSUMG — BEGU- B S LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG | 5 Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag - Sonnabend B 5 nach vorheriger Vereinbarung. g 3 JOSE HERNANDEZ 2518 T. E. 7$-se?3 und 73-eswS mm«WBMHUHMH«wmuwauillîlla8Witlwll,IHW,Wilg Dr. L. KLEIN - Médico Magen, und Darmkrankheiten •- Röntgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: l Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15-10 Uh* Es wird gebeten, sieb vorher telefonisch ansumelden SANTA FE 1397 T. E. 44 9493 u. 44-1542 ,\Y