Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2024 (9.8.1963)
- Date
- 1963-08-09
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
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Viernes, 9 de Agosto de 1993 LA SEMANA ISRAELITA Ado XXIV. — Na. 2024 — 5 Ereignisse der Woche Feierstunde für Papst Organisiert von verschie denen bedeutenden Institutionen, unter ihnen vcn der DAIA, fand in dieser Woche eine Feierstunde zur Erinnerung an den Papst Johannen XXIII. statt, die in allen Kreisen eisen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Eine Reihe von Ehrengästen, wobei auch einige Diplomaten zu sehen waren, unterstrichen die Bedeutung dieses Gedenkens im Zeichen der friedlichen Zusammenarbeit aller Menschen, gleich welcher Religions- oder Volkögemeinschaft sie angehören mögen. Für den Verband der argentinischen Schriftsteller (SADE) ergriff Dr. Carlos A. Erro das Wort; er meinte, Papst Johannes XXIII. übertraf durch seile Taten den Titel ,.Vater der Kirche“ und war in Wirklichkeit ein „Vater der Menschheit“. Er war ein Papst, der in univeroellen Masstäben zu denken und wirken vermochte. Wie ein Stern am Himmel leuchtete er für alle Menschen. — Für das Kulturreferat sprach Professor Angel J. Battistessa und hob hervor, dass der verstorbene Papst immer und mit Erfolg für die Einheit und Einigkeit der Menschen trotz aller Zersplitterung zwischen den Nationen und aller Kämpfe innerhalb der einzelnen Völ ker eingetreten ist. — Anschliessend sprach Dr. Isaak Goldenberg, der Präsident der DAIA, und führte aus, dass der Tod dieses Papst-:« alle Menschen tief getroffen hat. „Die Trauer bewegte das Herz der Menschheit“. Di? Juden haben dem Papst Johannes XXIII. Sympathie entgegengebracht. denn aus seinen Worten war der Hauch der Bibel zu spüren. Der Papst vertrat die Auffassung, dass Judentum und Christentum nicht unbedingte Wideiv.prüche seien. Goldenberg erinnerte an die verschiedenen Initiativen des verstorbenen Papstes, um das Verhältnis zu den Juden zu verbessern, an die Reinigung von Gebetstexten von Stellen, durch welche die Jud-en diffamiert wurden, an die Bemühungen auf dem Konzil und andere vom Papst ei.igeleitete Schritte, die dem gleichen Ziel einer Verbesserung de« Verhältnisses der Kirche zu den Juden dienen sollte Zum Schluss verlas Dr. Goldenberg eine Botschaft des Präsidenten Israels, Salman Shazar, in welcher die Persönlichkeit des Papstes gewürdigt worden ist. Der Humanismus des Papstes Für die Universität Bue nos Aires nahm der Dekan der juristischen Fakultät, Dr. Marcos Risolia, das Wort, der über den ausserordentlichen Wert der menschlichen Persönlichkeit in der Predigt dieses Papstes sprach. Prof. Risolia unterstrich die humanistische Gesinnung des Papstes, seine Toleranz die Echtheit der Ueberzeugung, di» aus allen Taten und Worten dieses Papstes gesprochen hat. Johannes XXIII. schätzte auch andere Meinungen, die er respektierte. Er ¿suchte einen Ausgleich zu finden, um die Einheitlichkeit der Menschheit zu wahren oder wieder herzustellen. Eine grosse Völkerfamilie, in der jede Nation zu ihrem Recht gelangen sollte, schwebte dem Papst vor, der immer wieder für die ErhaPung und Festigung des Weltfrie dens eingetreten ist. — Als letzter Redner diecer eindrucksvollen Verunstaltung bestieg der Oberbürgermeister „ von Buenos Aires, Architekt Alberto Prebisch, die Rednertribüne. Der Oberbürgermeister er innerte an die Enzyklika „rerum novarum“ des Papstes Leon XIII. mit der ein INDUSTRIAS YUVENA S.A Fábrica de calzado y zapatillas PgSCANSS Mt* ANDON AEG UI 1270 Buenos Aires T. E : 51 . 4310 JUAN JULIUSBURG ALER ARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BENO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 neuer Weg in der sozialen Frage eröffnet wurde. Auf diesem Wege folgte Johanne« XXIII. seinem illustren Vorgänger, indem er der Menschheit die Möglichkeiten eines friedlichen sozia len Zusammenlebens wies und damit den Notwendigkeiten der modernen Zeit Rechnung trug. Der Humanismus, der aus den Worten dieses Papstes gesprocnen hat, war ein wesentlicher Faktor, um die integrale Entwicklung des Menscnen zu retten. Appell evangelischer Pastoren Der Verband evangelischer Pastoren hat kürzlich auf einer ausserordentlichen Versammlung einstimmig beschlossen, alle evangeli sehen Christen zu Pilgerreisen nach Israel aufzufordern, um im Heiligen Land auf den Spuren der Bibel zu wandeln und die Orte der göttlichen Verheissungen in der Heimstätte des Volkes des Buches kennenzulernen. Die Teilnehmer an dieser Konferenz begrüssten die Initiative des Nationalen Israelischen Reisebürcs den evangelischen Christen durch aktive Mitarbeit die Reise in das Land der Bibel zu erleichtern. Der Verband evangelischer Pastoren hat seinerseits den ihm auge «chlossenen Vereinen, Kulturzentren, Kirchen und Gemeinden aufgetragen, zur Verwirklichung dieser Pilgerreisen im Rahmen ihrer Möglichkeiten beizutra<ien Pastor Celestino Ermilé wurde in geheimer Abstimmung als Leiter der Grup pe gewählt, die auf Einladung des Nationalen Israelischen Reisebüros in das Heilige Land pilgern wird. Es verdient, hervorgehoben zu werden, dar« zum ersten Mal ein Verband christlicher Geistlicher in Argentinien sich für eine Pilgerfahrt nach Israel ein setzt, die unter Mitwirkung des staatlichen israelischen Reisebüros stattfinden «oll dessen Direktor in Argentinien an dieser Konferenz teilnahm. Die Deutschen Kammerspiele Am Montag, den 12 Au- TL be„?,‘nnt — von 14 bis }? Uhr 30 — der Verkauf tur die folgenden zwei Abonnements der von Reinhold K. Olszewski geleiteten ueutschen Kammerspiele: Abonnement A (3 Vorstei lung.n): Donner«tag, 29. Au-! gust: „Don Carlos“ von 1 Schiller; Sonnabend. 31. August: „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung“ von Grabbe; Dienstag, 3. Sep tember: „Endspurt“ von Ustinov. Abonnement B (3 Vorstellungen): Freitag, den 30. August: „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung“ von Grabbe; Sonntag, l. September: „Der Widerspenstigen Zähmung“ von Shakespeare Donnerstag, 5. September: „Schule der Ehe“ von Rous sin. Die Vc Stellungen begingen pünktlich um 20 Uhr 30. Alle mitwirkenden Scnauspieler gehören erstklassigen deutschsprachigen euro päischen Ensembles an. ihr INSERAT in der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU bringt immer Erfolg Auskunft: 83-2613 ¿IWVV.;./.;-.'--' y ' •?? Dr. Rahel Straus s. A. Kürzlich verschied in Jerusalem, ihrem Wohnsitz seit drei Jahrzehnten, fast 83 Jahre alt, die einstige münchener Aerztin Dr. Rahel Straus, deren Lebenserinnerungen unter dem Titel „Wir lebten in Deutschland“ 1961 erschienen und sehr viele jüdische Menschen unserer Herkunft ungewöhnlich stark fesselten. Rahel Straus war eine viel seifig gebildete und interessierte Frau. Als erste praktizierende jüdische Aerztin im Deutschland vcn 1905 be schränkte sie aber ihre Tä tigkeit nicht allein auf ihre beruflichen Pflichten, sondern widmete sich der Sozialarbeit und den ‘Zielen der Frauenemanzipation und des Zionismus. Karlsruhe und ein Rabbinerhaus waren die Heimat von Rahel Straus. Von die ser damaligen gro:«herzoglichen Residenz und dem „guten alten Grrxssherzog“, wie Theodor Herzl seinen hohen Freund, Friedrich I. von Baden, zu bezeichnen pflegte, ging ein liberaler icd humaner Geist aus. der sich mit der religiös-geset zestreuen Haltung der Familie verband, die aber weltaufgeschlc«sen war, allen prozionistisehen Bestre bungen jener Zeit Verständ. nis und Sympathie entgegenbrachte und niemals einen Widerspruch zwischen Landestreue, Bewunderung deut scher Kulturwerte auf der einen und der Liebe zum gesamten jüdischen Volk und «•einen historischen Bindun gen auf der anderen Seite kannte. Mit der Publizierung ihrer Lebeusgeschichte hat Rahel Straus, ohne dies zu 'beabsichtigen, einen Beitrag zur Kulturgeschichte des einstigen deutschen Judentums, aber auch zur Ge schichte der frühzionisti- .schen Epoche in Deutschland geleistet. Zugleich ist dieses Buch ein menschli ches Dokument geworden. Ihren Gatten, den tapferen Vorkämpfer für die national-jüdische Gemeindearbeit in Bayern, sollte sie um 30 Jahre überleben und Zeugin der Geburt des jüdischen Staates werden, cie, die 1905 dem 7. ZionLstenkongress in Basel, dem ersten ohne Herzl, halte beiwoheen und zwei Jahre später als junge Ehefrau mit ihrem Gatten die erste Palästinareise hatte unternehmen dürfen, was ein seltene« Ereignis in dieser Zeit gewesen ist. Soeben, unmittelbar vor dem'Hinscheiden von Rahel Straus, konnte das „Leo Baeck-Iustitut“, das ihre Lebenserinnerung :n veröffent- Israels Praesident Salman Shazar im Gespraech mit Martin Buber Jüdische Erziehung Jerusalem. — Vcn den etwa 165.000 jüdischen Kindern zwischen 5 und 17 Jahren, die heute in Europa leben, erhält nur ein dritter j Teil eine irgendwie geartete I jüdische Erziehung und nur 1 17.000 besuchen jüdische j Schulen, wie Joew Chakalai j von der Jewish Agency be- ¡ richtete. Seiner Information | nach existieren 33 jüdische j Schulen, in Westeuropa auj sser den in England vorhan-! denen jüdischen Lehranstal-! ten. (ITA) licht hatte, auf Grund des grossen Erfolge« an die Herausgabe der vierten Auflage schreiten. Curt Wilk SCHWEIZER KONTEN Jj Safes, Guthaben usw. von Personen, die durch;; |Krieg oder Verfolgung ums Leben kamen, deren;; | Kontonummer nicht bekannt und für die Bsvoll-% | maechtigte nicht vorhanden sind. j^Nach neuem schweizerischen Gesetz ist Sonderregelung vorgesehen. Erben oder sonstige (vermeintliche) Berechtigte können sich jetzt melden. 4 * ¡> Information erteilt Büro Dr. Hardi Swarsensky (Dienstag, Mittwoch, Freitag von 16 bis 18 Uhr) PUEYRREDON 2190, 1. Stock links Telefonisch werden keine Auskünfte erteilt. Anrufe zwecklos. J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Bitte. MITRE 430 V. Of, 550 T.E.: 30-1474 11 U F0#öh » -j -AT*