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Jüdische Wochenschau · 1963-08-09 · 2024 (9.8.1963) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2024 (9.8.1963)
Date
1963-08-09
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes, 9 de Agoste de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Afio XXIV. — No. 2024 Die Diskussion um Globke i (Schluss von Seite 1* des Dramatikers Hochhuih. der heute zur allgemeinen Zielscheibe der Reaktion geworden ist. Gibt doch der Kadinal zu, dass es der Zusammenarbeit Globkes mit Mitgliedern des Berliner Ordinariats gelungen ist, schlimmere Gesetze zu verhüten. Durch die ,,drohende Haltung des deu ,:chen Episkopats“ haben sich die Nazis zur Zurückhaltung veranlasst gesehen . Wenn schon die deutschen Bischöfe solchen Einfluss auf die Nazie gehabt haben, wie gross wäre wohl der Erfolg des Papstes Pius XII. gewesen, wenn er wirklich energisch gegen die Massenmorde an den Juden aufgetreten wäre? Entschieden aber muss die Behauptung zurückgewiesen werden, ,,wao die Juden in Deutschland Herrn Dr. Globke zu verdenken haben“. Diese Bemerkung kann man nur als eine Herausforderung betrachten. VIII. ln Nürnberg Im Wilhelmstrassen-Prozess, der in den Jahren 1948/49 in Nürnberg vor einem amerikanischen Gericht stattfand, war auch der frühere Staatssekretär im Reichs - Innenministerium, Dr. Wilhelm Stuckart, angeklagt, der unmittelbare Vorgesetzte Dr. Globkes. In dem Dokumentenbuch über diesen Prozeso (Kempner Haensel, Das Urteil im Wilheimstrassen-Prozess“ kann ■VUWVWWVVMWWW. Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 l* uo. nachm. 16—19 Uhr Neue Tel Nr.: 80-6930 «MMVWMVVWWMMVV« REAL P Füllhalter * REPARATUREN ♦ Spezialgeschäft « CORRIENTES 569 * T. E. 49-5850 t *44».*.*.»«« 4-4-44* I man folgendes nachkren <S! 16V): I „Innerhalb des Reichsini.enministeriums war die j Ausrottung der Juden kein Geheimnis. Der Zsuge Glob- . ke. einer von Stuckarts Ministerialräten, hat als Zeuge des Angeklagten folgendes ausgesagi: i „Ich wi oste, dass die Ju-; den massenweise umge-; bracht wurden, aber ich war immer der Auffassung, dass es daneben auch Juden gab, die entweder :'u Deutschland lebten oder die, wie in The resienstadt oder dergleichen, in einer Art Ghetto zusammengefasst waren.“ — Auf die Bemerkung, ob der Zeuge meine, dacs es sich nur um Exzesse handelte und nicht um systematische Ausrottung, entgegente der Zeuge: „Nein, das wollte ich uicht sagen. Ich bin der Auffassung, und ich habe es gewusst, da^s diese Ausrottung der Juden systematisch vorgenommen worden ist, aber j ich wusste nifeht, dass sie j sich aul alle Juden bezog.“ j Ein langer Kommentar hierzu dürfte überflüssig j ¿ein. Obwohl Globke nach : seinen eigenen Geständnis- | ssen über die Massenmorde : Bescheid wusste, blieb er im j Amt und Unterzeichnete wei-! terhin seine zahlreichen i Briefe, die erhalten geblieben sind, mit „Heil Hitler“. IX. Der Kommentator Der Kommentar Stuckart- Giobke zu den Rassegecetzen ist nicht und nirgends zu erhalten. Es gibt nur gezählte Exemplare. Die anderen sind verschwunden. Warum eigentlich? Dort kann man u. a. lesen: „Das Judentum ist ein Fremdkörper in-allen euro päisclien Völkern“. — ..Der Jude ist uno völlig fremd nach Blut und Wesen. Deshalb ist die Dissimilation di-e einzig mögliche Lösung“. — „Das Judentum bedurfte in politischer, wirtschaftlicher und soziologischer Hircicht einer Lösung für Jahrhunderte“. — „Wer Jude ist. bestimmt Paragraph fünf“. .. Und dann schreibt im Jahre 1983 ein Journalist in Berlin, die Juden seien Herrn Globke zu Dank verpflichtet. Im übrigen wissen wir heute aufgrwid von Dokumenten, dass cie für Jahrhunderte erforderliche und schliesslich auch ver- Jaime Liebling: :: s. A. : :SPERRHOELZER ♦ H O È L Z E R« :: DIAZ VELEZ 5224; "Tel..- 89-9349. 33-9305. PROPIEDADES FRANKENBERG S. E. L. berät Sie Kostenlos und mverbindlicb oeim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN BAEUSERN VIRREY DEL PINO 2282 T. E. 73-7887 UEBERSETZÜNGEN Alle Sprachen — Beschaffung v. Urkunden LAURA THIEBERGER DE STEINHÄUSER Traductora Pública Belgrano: Obligado 1906 b — Tel. 76-8797 Stadt: Suipacha 472 4* et. 413 (vormittags) } JUDITH } •: SCHENKOLEWSKI;! i KULTUSSTICKEREIEN < 5 Schabbosdecken Taliisi beutel Käppchen - Maz- •' > zot-Tascher Hand- und V i{ Mast hinensticker-: von? Bett und risenwäsebe £ i Dr. P. I. RI VERA 2585 > f (fr Bebedero) ¡1 £ T. E. 13-915.* \ Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ¡; ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE J 76-0286 73-1049 suchte Lioung, die sogenannte Endlösung, in der Ermordung von Millionen Juden bestanden hat. Nach se'r.er eigenen Darstellung ist Globke mit dieser .Handhabung“ der Judenfrage einverstanden gewesen, sonst hätte er wie andere von seinem Posten zurüektreten können. Das aber hat er nicht getan. Im Gegenteil, er blieb, er wartete, e.“ pcos te auf u.d stieg auf der miserablen Leiter der nazistischen Beamten - Hierarchie empor, auf dem Rücken anderer und über die ungezählten Leichen der Juden, die im Zuge der Lösung der Judenfrage vergast, erschossen, ausgehungert, zu Tode gepeitscht oder auf andere grausame Art ermordet wor den sind. Daso ein Kommentator der Rassengesetze in der Bonner Republik Staatssekretär sein konnte, war und ist ein dunkler Punkt, trotz Adenauer, trotz demo kratischer Beteuerungen und trotz der sogenannten Wiedergutmachung. X. Das Beispiel Loesener Bei einer Gelegenheit wurde behauptet, Herr Staatssekretär Dr. Hans Globke oei bei der Eidesleistung auf Hitler in eine Nische getreten und habe sich auf diese — sicherlich höchst eigenartige — Weise diesem Schwur entzogen. Diese Geschichte klingt höchst abenteuerlich. Nun ist aber ein Brief vom 27. August 1934 erhalten geblieben, der die Ueber.schrif* „Vereidigmgs bestätigung“ trägt. In diesem Brief bestätigte der Oberregierungsrat Dr. Hans Globke den folgenden Eid geleistet zu haben: „Ich schwöre: Ich werde dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes Adolf Hitler treu und gehorsam sein, die Gesetze beachten und mein? Amtspflichten erfüllen, so wahr mir Gott helfe.“ An der Echtheit der Unterschrift kann nicht gezweifelt werden. — Das ist zu dieser Episode zu sagen. — In der Dokumentensamm lung der Historiker Leon Poliakov und Josef Wulf „Das Dritte Reich und seine Diener“ sind verschiedene Urkunden veröffentlicht, aus denen sich die Tätigkeit Dr. Globke,3 im Dienste seines Führers ergibt. In der Frage der J-Pässe hat Globke ohne Zweifel eine führende Rolle gespielt und } JACOB LAP1DUS Í s dipl, Nebel 5? NEUE ADRESSE } 5 VIAAfONTE 2937. 4;. R.<¡ £ 46-1716 und 48-2L 4 5 ÁVW%.«.V^W^AWW' Rom. — Westdeutsch-; land und Italien haben ' das Abkommen zwischen j beiden Ländern ratifiziert, durch das Bonn! sich verpflichtet, an Ita- ' lien 10 Millionen Dollar ■ für die Entschädigung ] der Juden und anderer i Opfer nazistischer Ver- \ folgungen zu zahlen. Ei! ne wichtige Bestimmung | bildet die Klausel, dasß j die italienischen Opfer der Verfolgungen von der! Bonner Regierung Entf Schädigung fordern können. (ITA) | -- i Vorschläge gemacht, die zur Kennzeichnt ng der Juden dienen sollten. Einzelheiten kann jeder nachlesen. Auch wird dort zitiert, was Stukkart-Globke :n ihrem Kommentar schrieben (vgl. S. 303 bei Poliakov-Wulf). Ü. a. heisst es dort: „Die beiden Nürnberger Gesetze mit ihren Avcführungsbestimmun gen enthalten die grundlegende Lösung des Raseenproblems“... „Ihre grundlegende Bedeutung besteht darin, dass sie das Eindringen weiteren jüdischen Blutes in den deutschen Vclkskörper für alle Zukunft ver hindern““, heisst es weiter. Die Bluturteile, die aufgrund dieser Gesetze ergangen .sind, seien an dieser Stelle in Erinnerung gerufen. — Es gibt noch einen weiteren Kommentar über die Rassengesetze, den der Ministerialrat Dr. Bernhard Lösend- und Dr. Friedrich A. Knost verfasst haben, der heute in der Bundesrepublik einen sehr hohen Posten bekleidet. Gegen Knost gerichtete Proteste oind genau so erfolglos geblieben, wie alle Vorstellungen gegen Globke, was hier nur nebenbei vermerkt sei. Dr. Bernhard Lösener hat emen langen Dokumenten-Bericht geschrieben, der in den Vieteljp.hresheften für Zeitgeschichte (9. Jahrgang 1961. 3. Heft, Seite 264 ff.) publiziert worden ist. Alle diese Herren, die im Reichsinnenministerium im Judenreferat tätig waren, berufen : oieh darauf, sie hätten durch ihr Verbleiben im Amt Schlimmeres verhütet, vor allem die Mischlinge schützen können. Was eigentlich noch hätte Schlimmeres ■ M0HEL N. FLAKS« Superi 2719 V. E. 76-6764 n. 76-2313 <■ < >!u!j Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN n. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt. Frei. 15-20 Uhr 3 de Febrero 2030 76-0266 Privat 52-7734 Dr. B. Schwär« ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 * RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN KELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Psychologische Beratung HABEN SIE EIN PROBLEM? LAST? J * * * * Verlangen Sie Sprechstunde: J t 32 0684 zwischen 9 und II Uhr * TRAGEN SIE AN EINER SEELISCHEN Dann wenden Sie sich an Livia Neumann kommen können als die Vernichtung von sechs Millionen Juden, die durch die Nüa-nberger Gesetze systematisch vorbereitet wurde, wird nicht gesagt. Da der Staatssekretär Stuckart unbestritten an der sogen. Wannsee - Konferenz teilgenommen hat, konnten seine nächsten Mitarbeiter wie Lösener und Glo oke auch keinen Zweifei haben, was mit der Endlösv.ng gemeint sei. Beide haben zugegeben, dass ihn:ii das Schicksal der Juden bekannt war. Lcoener schreibt S. 310 f. in dem zitierten Bericht, das er von einem Mitarbeiter eine zuverlässige Schilderung über die grauenhafte Ermordung deutscher, insbesondere berliner Juden, bei Riga erhalten habe, die “*> schrecklich war, dass er keile Einzelheiten wiedergeben wolle.. Er sei daraufhin zu seinem Vorgesetzten, dem Staatssekretär Stuckart gegangen, dem er davon Mitteilung machte, und habe erklärt, dass e r das nicht mitmachen könne. Stuckart habe ihm entgegnet. dass dies alles auf „höchsten Befehl“ gesche he. Lösener schreibt hierzu: „Ich zeigte auf meine Brust und erwiderte, ich hätte dort einen Richter, der mir sagte, was ich zu tun hätte“. Lösener verlangte seine Versetzung. Lösener wurde schliesslich von der Gestapo verhaftet und gefan g?n gehalten. Die russische Eroberung Berlins bewahrte ihn vor dem Strick. Herr Dr. Globke selbst U SEMANA ISRAELITA Bisemaoario — aparece os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Virantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky PueyrredOo 2190, l» izq. T. E. 83-2613 80 6930 Abono-Preise: Argentinien, í 100.— pro Quartal Ausland * 600 — jährl. hat niemalr, behauptet, gegen die Nazis offen opponiert zu haben. Er ist dem Beispiel Löseners nicht gefolgt, obwohl er wohl täglich im Ministerium mit ihm in Kontakt gewesen ist. Dass er im neuen Bonner Staat eine entscheidende Schlüseelposition einnehmen konnte, ist mehr als bedenklich. Denn Dr. Globke hat an entscheidender Stelle mitgemacht, bis zum bitteren Ende... GESUCHT wird RUTH OPPF.NHEI- * MER, Tochter von Adolf J Oppenheimer aus Heil * bronn, die mit Marmor- * fabrikanten Theo R< iss , verheiratet war, von * Hanna Strass, geb. Sieb- J ster, deren heutige Adres- * se wie folgt laute*:: Pala- * cios (FCNGBM), Prov. \ Santa Fe, Argentina * KINDERARZT Dr. SAMUEL CORN MEDICO DEL HOSPITAL DE NIÑOS VIRR. LORETO 1756, 29 SPRECHZEITEN T. E.: 93-0459 73-7661 Montag, Mittw., Freitag von 15—20 Uhr :iSiâiEIïSeEïSSïSSSS3ïEÎS3IïIï3ISÏïBCa»S«SaiSïESHï5ïï*ll*ï*!iS*y! Dr. BERNARDO GOLDSTEIN f H S s MEDICC S M 5 : Cardiología — Hospital Fernández | 5 Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme g l CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 n «r » Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr 3 Sonnabend: 14—16 Uhr »!liEïeïigSÎM?*«SSSrîtISÎiïSïïi**rSSÎgSSfiïBSBSgiSSiSSEEISSÎiSi VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK Sprechstunden nach telef. Vereinbarung =Dr. BENJAMIN LIPNIZKY* S ZAHNARZT | 5 ROEWTGKfSTRAHLE» - ZAHNZIEHE» - »E- E 5 HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — i»EO0. g S L1EII0NG DEB ZAHNSTELLUNG £ S Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag - Sonnabend ■ « nach vorherig« Vereinbarung. S g JOSE HERN ANDEZ 2518 T. E. 76-M73 und 73-ttOS | 7etg»vtMS8W8SEaeBcatWMt3S»eBssi»«wea*a»vssaaaaJWiillBa|l,B,c'! Dr. L. KLEIN - Medko Magen, und Darinkrankheiten Röntgen -U ntersnehungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch w. Freitag von 15—W Uhr “Es wird gebeten, such vorbei telefonisch anaumeldea SANTA FE Î391 T. E. 44 9493 o. 44-1542;:

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