Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2021 (19.7.1963)
- Date
- 1963-07-19
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
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I* A SEMANA ISIAELITA 2 — Viernes, W de Julia de 1963 AB« XXIV. — M». 2021 Noch keine Zei gehabt t (Schluss von Seite 1) ■war für dieses Ziel ausser ordentlich gering. Er macht insgesamt nur 7 Prozent nach anderer Berechnung überhaupt nur 4 Prozent der gesamten Kriegslasten aus, worauf erst kürzlich einer der Experten auf diesem Gebiet, der jüdische Journalist und Politiker Kurt Grossmann in einem, in der Jüdischen Wochenschau erschienenen Artikel hingewiesen hat. HI. Die Diskussion Die Notwendigkeit eines Schlussgeselzes zur Wie dergutmachung, Rückerstattung und Entschädigung •wird nicht bestritte«, jedenfalls nicht von der deutschen Regierung und den deutschen Parlamentariern. [ Zwar wird auf die hohen Be-1 träge verwiesen die bereits ' gezahlt worden «sind. Aber | die Höhe dieser Leistungen durch den Bund und die. Länder unterstreicht doch nur den Umfang der began genen Verbrechen. Das geltende Gesetz hat zahlreiche Mängel und Liikken, worüber auch kein Zweifel herrscht. Die Rechtsprechung und die Verwaltungspraxis haben zu unerträglichen Ungerechtigkeiten geführt, was ebenso wenig bestritten wird. Zahlreiche Verfolgtengruppen sind ent weder ganz oder teilweise vom heute geltenden Gesetz ausgeschlossen. Auch darüber ist man sich einig, dass il :: ¡: 4 1 4 ► i Dr. FREY A 8 0 a X D 0 PUEÏRREDON 2190 1* iz«. nachm. 18—19 Ubi Neue Tel Nr.: 80-6930 REAL PENl Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 589 T. E. 49-5850 hier eine Wandlung eintrete« sollte. Bei der Erörterung der Frage, weiche Verbesserungen für die Verfolgten die Novelle, das Schlresgesetz, bringen soll, geht die deutsche Regierung ganz offen sichtlich und ausschliesslich von finanziellen Gesichtspunkten aus. Der Finanzminister hat ausgerechnet, welche Beträge in den Etat aufgenommen werden können. A.’c ob die Gerecbtig keit eine Kostenfrage wäre! Gegen diese Methode der Behandlung des Entschädigungsproblems muss in aller Form Einspruch erhöbe« werden. Zwar soll niemand, weder ein einzelner noch ein Staat. Verpflichtungen übernehmen, die er nicht erfül len kann. Aber kennten diese Verpflichtungen nicht doch eingelöst werden, wenn nur der feste Willen hierzu vorhanden wäre? Es ist nicht unsere Sache, Ausgabenposte« des Bundesbudgets zu kritisieren. Aber sollen Rüstungsbeihilfen für afrikanische Länder in reichem Masse gewährt werden, gelange man andere materielle und moralische Verpflichtungen nicht einlöst? Das ist nur eine unter vielen Fragen, die an die zuständigen Stellen gestellt werden müssen. Zunächst wäre es doch wohl der richtige Weg zu überlegen, welche Forderun gen befriedigt werden müssen. Bei der Prüfung dieser Fragen kann die Buiöecrepublik nicht einseitig Vorgehen. Sicherlich war es schon ein Fehler, die Entschei düng über die Berechtigung der Ansprüche den deutschen Behörden und Gerichten zu überlassen, die doch in allen diesen Fällen Richter und Gerichtete zugleich sind. Diese Formulierung ist weder hart noch unge recht, sie spiegelt nur die Wahrheit wider. Denn deutsche Stellen entscheiden über die Wiedergutmachung von Unrecht, das Deutsche begangen haben. Wen« auch die Entscheidungen in den meisten Fällen, bei weitem nicht in allen, gerecht sein mögen, so ändert dies am Grundtatbestand nichts. Noch weniger können Deutsche allein die Entschei düng darüber treffen, was gezahlt werden soll und wre nicht. Ein solches Vorgehen verstehst gegen jedes Rechtsempfinden. Die Geschädigten müssen in jedem Fall und unbedingt hierbei Jaime Liebling- S. A. t 4 JSPERRHOELZER * HOELZER; DIAZ VELEZ 5224; t Tel.: 89-9349, 33-9305: PROPIEDADES FRANKENBERG S. K. L. berät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREV DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 UEBERSETZUNGEN Alle Sprachen — Beschaffung r. Urkunden LAURA THIEBERGER DE STEINHÄUSER Traductora Pübliea Belgrano: Obligado 1906 6“ B — Tel. 76-8797 Stadt: Suipacha 472 4° of. 413 (vormittags) JUDITH SCHENK0LEWSK! I KULTUSSTICKEREIEN Scbabbosdeeken Taillsbeutel Käppchen - Mazt* zot-Taschen Hand- und •) Maschinensticker« von ‘j Bett, und Tischwäsche •; Dr. P. I. RIVERA 2585 5 (fr. Bebedero) \ T. E. 73-9155 ein entscheidendes Wort mitzusprechen haben. Wenn die RegieriHg kürzlich mitgeteilt hat. dass sie ein Schlussgesetz verabschiedet hat, dessen Wortlaut jedoch bis heute nicht vorliegt, so liegt hierin ein einseitiger Schritt, der allein vom Gut dünken des Schuldners abhängig wäre. Zwar wird erklärt, die Entschädigungsnovelle sei bisher nur mit Vertretern der Claims Confe rence „erörtert“ worden. Mit de« übrigen Verfolgtenverbänden konnte aus Zeitgründen noch keine Verhandlung geführt werden! 1). Diese offizielle Erklärung bleibt unverständlich, sie unterstreicht nur die Einsei tigkeit des Vorgehens. Hat man bisher keine Zeit gehabt, mit denen zu sprechen, die bei gerechter, objektiver Betrachtung ein entscheidendes Wort mitzuspre eben hätten? Man hatte bis jetzt für solehe Verhandlungen keine Zeit, obwohl sich die Diskussion über das Schlussgesetz schon weit mehr als ena Jahr hinzieht... Das, was bisher über das beschlossene oder verabschiedete Schlussgesetz bekant ist, sieht zwar in einigen Fällen Verbesserungen und Erweiterungen der Leietungen für die Geschädigten vor. geht aber an den Hauptforderungen der Verfolgten völlig vorbei, übersieht die Gesichtspunkte, die in zahlreichen Memoranden niedergelegt sind und ist völlig unzureichend. IV. Wiedergutmachung Wir verlangen Wiedergut machung und keine neuen KJausein, die schon aus den wenigen Worten einer Bekanntmachung ersichtlich sind. Härten und Ungerechtigkeiten auszugleichen, ist eigentlich selfcetverständ lieb. Aber hierfür wäre der Aufwand eines Schlussgesetzes nicht erforderlich, vor ausgesetzt natürlich, dass der gute Willen zur Entschädigung vorhanden ist. Die vielen Ungerechtigkeiten, die vorhanden sind, gellen hier nicht auf gezählt werden, denn an dieser Stelle kann nur übei prinzipielle Fragen, nicht aber über juristische Einzelheiten gesprochen werden. Dass die Entschädigung nur einen sehr begrenzten Kreis von Verfolgten umfasst, ist bekannt. Um nur ein Beispiel berauszugrei- Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS |ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE: i 78-0288 73-1049 JACOB LAPIDUS dipt. Mthel NEUE ADRESSE < VIAMONTE 2037. *j. 46-1716 und 48-21T.4 DER GEMEINSAME MARKT Paris. — Walter Eytan, Israels Botschafter in Frankreich, hatte eine ausführliche Rücksprache mit Herren des französischen Ackerbau- und Landwirtschafteministeriums. I« der Konferenz wurde die Frage einer Aktion des Gemeinsamen Marktes zugunsten ■der israelischen Landwirtschaft und des Exportes israelischer Produkte an die sechs Mitgliedstaaten des Gemeinsamen Marktes erwogen. Nachdem man Israel den Eintritt in die Föderation des Gemeinsamen Marktes verweigert hatte und bisher auch zu keiner Form der Zusammenarbeit gekommen ist. machten die Zollbehörden der verschiedenen Länder groeee Schwierigkeiten für die Einfuhr israelischer Produkte. Trotz aller Misserfolge bei den Versuche«, den Ge meinsamen Markt den israelischen Produkten zugänglich zu machen, setzen die israelischen Behörden ihre Bemühungen fort, doch noch zu irgendeiner positiven Regelung zu gelangen, die zu einer Begünstigung einer Reihe vc« israelischen landwirtschaftlichen Erzeugnissen führen wird. (ITA) fen, sei auf die Lage der Juden hingewiesen, die io Po len lebten und dort von den Nazis verfolgt wurden. Sie erhalten weder Berufsnoch Vermögensschaden, von einigen Rückerstattungszahlungen abgesehen, die für gestohlene Gold- und Silbersachen u. ä. gezahlt werden sollen. Diene Juden batten keine Möglichkeit ihre Auswanderung vorzubereiten. Sie wurden auf öffentlichen Plätzen zusammengetrieben, iu Ghetti gepfercht und von einem Augenblick zum anderen ihrer Berufe, ihrer Geschäfte, ihrer Häuser, all ihres Eigentums beraubt. Warum eigentlich wird dieser Schaden nicht ersetzt oder wenigstens entschädigt. Handelt es sich doch dabei den meisten von ihnen um Menschen, die ausserdem daun in Konzentrations- und Arbeitslagern Sklavenarbeiten leisten mussten. Sie ‘bekommen ganze 150.— DM für jeden Monat absr nur für den vollen Monat, für die Freiheitsberaubung, deren Opfer sie waren, und vielleicht, sehr vielleicht einen Gesrndheitssehaden, wenn die Aerzte den Zusammenhang zwischen Krank heit und Verfolgung bejahen, was aber nur bei einem geringen Prozentsatz der Fälle geschieht. Aber das ist ein besonderes Kapitel, ei« besonders unerfreuliches. Warum ar»?© bekomme* die polnischen ©der die ungarischen Juden auch nicht einen Pfennig für den Verlust ihrer Berufstätigkeit? Ist das gerecht? Sie hätten Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN n. RHEUMATISMUS Arzt an Hosp. Pirevano Mo., Mitt. Frei. 15-20 Uhr 3 de Febrero 2636 76-0266 Privat 52-7734 M0HEL N. PLAKSIN | Superi 2719 I. E. 76-6784 n. 76-2312 i Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214* RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausfuehrung saemtlichex MALERARBEITEN KELGUERA 1915 T. E. 59-4052 genau denselben Anspruch wie die Jude«, di« in Deutschland lebten, unab hängig davon, ob sie den Krieg in Polen unter der Naziherrsehaft verbrachten oder ob sie nach Russland entfliehen konnten, wo sie meistens in Lager«, häufig sogar in Sibirien, untergebracht gewesen sind. — Wiedergutmachung bedeutet Wiederherstellung des Rechtes, soweit dies eben möglich ißt. Jedenfalls die materielle Wiedergutmachung wäre in einem weit grösseren Umfang erforder lieh und auch durchzuführen. wen« Gesichtspunkte des Rechtes und nicht der staatlichen Finanzen in Betracht gezogen werden. Das aber sollten nicht nur wir U StMAHA ISRAELITA B ¿semanario — aparece .«i Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. V ir antwortlich: Dr. Hard! Swsrsenshy Pueyrreddn 2190, 1’ Izq. T. E. 83-2613 80-6930 Abono-Prelse: Argentinien. 8 100.— pro Quartal Ausland 3 600 — jëhrl. verlangen, sondern alle Menschen, die gerecht denken und empfinden. Wiederherstllung de« Rechtes durch Wiedergutmachung ¿er materiellen Schäden hat nichts mit ,,Vergeltung“ zu tun, sondern ist ein Postulat der Gerechtigkeit Wenn aber die Auffassung vertreten werden kann, dass die Forderung naeh einem wirklichen und gereckten Schlussgeoetz eine .Vergeltung1 bedeutet, wie dies in einer demokratischen westdeutschen Zeitung der Fall war, so muss man hierin ein! sehr bedenkliches Zeichen für das Rechtsempfinden erblicken, ein bedenkliches Zeichen, das dunkle Reflexe auf die Bundesrepublik wirft. Man sollte verstehen, dass solche Schatten nicht nur von uns Juden, sondern von allen Völkern * bemerkt werden, die sich ein ge.su» des Rechtsgefühl und ein« wahre demokratische Gesinnung bewahrt haben. —? — — - : Psychologische Beratung , HABEN SIE EIN PROBLEM? J TRAGEN SIE AN EINER SEELISCHEN LAST? t Dann wenden Sie sich an ' Livia Nmimhii J Verlangen Sie Sprechstunde: * 32 0684 zwischen 9 und 11 Uhr KINDERARZT Dr. SAMUEL CORN MEDICO DEL HOSPITAL DE NINOS VIRR. LORETO 1756, 29 SPRECHZEITEN T. E.: 93-0459 Montag, Mittw., Freitag 73-7661 von 15—20 Uhr sasiiiisissaazssis! gSSSsISlSsHlI ÏSMS« 5 1 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN s MEDICO Ml i Cardislsgia — Hospital Fernandez 5 Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogram me g I VERREIST vom 10. bis 22. Juli zu einem | § Kardiolegen-Kengress in Brasilien g | Vertreter: Dr. SANGUINETTI 76-2406 | 3 Dr. HERSZKOWICZ 70-4484 y 701-3223 | B B VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK Spredutunden nach telet Verernbarung i 8 *H£>«UK*ISUSaH£5H*£lä*>HSS«HHHIHnSKHMH3»9ieZti ¡Dr. BENJAMIN LIPNIZKyI § ZAHNARZT 6 | ROENTGEN STRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE- - HANDLUNG MIT GASSETABUBUNG — ltEGU- 8 L1XRUNG DER ZAHNSTELLUNG g « Sprvchztunden: Dienatag — Donnerstag — Sonnabend 8 g naeh vorheriger Vereinbarung. g glOSE HERNANDEZ 2518 T. E. 76-8673 und 73-8506 8 BfiiiiiinsiiiesiHuiKiiiuHsaaiinsniiKinHiiiiinf Dr. L KLEIN - Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Ifeetag. Dienstag, Mittw »eh n. Freitag reu 15—19 Uhr Eb wird gebeten, »eh vorher telefonisch aimwielden SANTA FE 1391 T. £ 44-9493 u. 44-1542Í