Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2020 (12.7.1963)
- Date
- 1963-07-12
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
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1® i»< KUNST B ÍJTÉRS DANIEL 1cHALOM SEN-CHOR IN ■ die Staats, fgrund des S'2eS 2UHU- Silberg, D7 wiesen k und stelln zu einer konvertier, «fach weisführt wer. Sinne des?tzes nicht anzusehen lim Cohen in einem n der Aufdegen. wo. ch auf die shgionsge-?-s das Jurenen Ju- ' indelebf. eine unzart, geatz: „aph- Israel hu“ gesündigt Israelit.) terium ist Pater Dasehe Verlogenheit lie israelischaft annicht auf cehrer-Gesetzt vom fest: as Hecht, ’andern“, isetz ver- ,’or mehr hnt den; Staates iai, stellressekon gen Mini. Innenmi- Schai, die ude?" Es mehr zu se Frage Schai und als Witz ufgefasst lächst eieite. Man für die;en“, und wer mit urchdrinr im tagallgemeiar ist. ob uden oder len zu tun uristischc Begriffes im Sinne überaus wies üie Auffasm 20. Juli jbinett ein dem es der in Su' iert, dass ichteiner .ngemem. )U als J“‘ len.“ V«r eine lang und Be' Experten orthodoxe »er, Ju”' «11er, Blöge», etts-lntff i 1958 er; zu fle» jebliess zu der Jude im elzes istüdiseBen und kel itt. oder (udentu® i bei dje ¡t dar®- Jude, » handhab; Nation31 wed>silB iti der Staatsbürgerschaft! ne auch die Religion umnisst. In der Identitätskarte des saelischen Bürgers fehlt ei- » Rubrik , Reliigon“. Es gbt nur die Rubrik „Natio ulität“, (Leom). Hier steht ki israelischen Staatsbürarn jüdischen Glaubens das fort ,Jehudi“. während so- »hl bei christlichen wie bei Hislemischtn Arabern, hier «en nicht moslemisch oder limißch - katholisch bezw. giechisch - katholisch, son. irn einfach „Arabi“ ver- »erkt wird. Bürger mit gutem Geichtnis wissen wohl, dass dese Einrichtung kein Zuteil ist. geht sie doch auf den ersten Innenminister das Staates Israel zurück, Jizchak Grrnbaum. der ein eiklärter Atheist ist. Er hätte sich niemals als Bekenner der jüdischen Religion registrieren lassen, was iibrigens bei dem letzten 2ensus auch David Ben Gurion abgelehnt hat, der sich ebenfalls mit der jüdischen Nationalität begnügte und die im Fragebogen der Volkszählung vorgesehene Eubrik der Religionszugehörigkeit unausgefüllt liees. Der Begriff der Religion ist im Orient nicht derselbe wie im Westen. Der europäisch amerikanische Mensch geht von einem Doppelcharakter der Persönlichkeit aus. Man ist Engländer und Anglikaner oder Katholik; Deutscher und Protestant oder Katholik, usw. Die Religionszugehörigkeit ist mit dem Volkstum nicht identisch. Wenngleich die Religion oft einen integralen Bestandteil des Volkscharakters bildet, so ist sie doch ihrem Wesen nach eine ibernationale Grösse, die lieht an das Volkstum ge< blinden bleibt. Im Orient neigt man eher dazu, religiüs-ethnische Einheiten zu sehen, etwa die Drusen, die eben Volksstamm mit eige. aer Religion bilden, oder die Haroniten im Libanon, die eine besondere Richtung im ¡etlichen Christentum mit item Volkstum vereinigen, nicht anders als die Arme ner mit ihrer Nationalkireie. Hier findet man noch die Beste der antiken Konzeption, die voi. einer Dreiheit »sging: Volk, Land und Gott. Die Götter der Antike waren chthonische Götter, 4e an bestimmte Territorien gebunden waren und das Volk, das auf diesem Ierritorium lebte, stand un tor der Boimäsßigkeit des Landesgottes. Etwas von dieser Konzeption, die sich i der hebräischen Bibel noch erhalten hat. ragt in der Gestalt des Judentums sch bis in unsere Zeit hinein, wobei eine gewisse Revision bereits vorgenommen wurde. Religionsgeschiehtlieh lässt eich sagen, dass die territoriale Auffassung biß zur Zeit des babylonischen Exils i Kraft war. Nur auf dem Boden des Gelobten Landes konnte JHWH verehrt wer den und erst im Exil gibt der Prophet Jeremia die Anweisung, auch dort für das Wohl des Landes, in dem man gezwungenermaßen lebt, zu JHWH zu beten Die Gesetzesgemeinde des Esra errichtet zwar noch finmal das Nationalheiligtum in Jerusalem, aber die territoriale Exklusivität schwindet mit dem Anwach sen der Diaspora. Die nationale Konzeption to Judentums ate Religion hingegen blieb eigentlich bis in die Gegenwart hinein erhalten, obAvohl im 19, Jahrhundert der Liberalismus den Versuch machte die jüdische Religio« zu de nationalisieren ein Versuch, der aber geschichtlich gescheitert ist. Andererseits setzt mit dem Aufkommen des Zionismus eine Säkulasierung des Begriffes Jude ein. Der glaubenslose Jude, selbßt wenn er erklärter Ahteist war, wurde in der jüdischen Re naissancebewegung des Zionismus voll akzeptiert. Für viele jüdische Intellektuelle sowohl im russischen Judentum wie im deutschen Zionismus lag überhaupt hier die grosse Chance einen le gitimen Anschluss an das Judentum wiederzufinden, nachdem für diese Menschen alle Bindungen au die Religion der Väter verloren gegangen waren. Die einzige Barriere, die praktisch anerkannt wurde, war die der Taufe, wobei diese weniger als religiöser Schritt aufgefasst wurde, sondern mehr als demonsta. tiver Austritt aus der jüdischen Schicksals - Gemeinschaft. Aber auch diese Barriere wurde bereits in der Friihzeit des Zionismus problematisch, als sieh der getauf te Jude und Redakteur der Kreuzzeitung, Morris de Jonge, an Justizrat Max Boden, heim in Köln wandte und sich um die Aufnahme in die Zionistische Organisation bewarb. De Jonge deklarierte sich als ,,Apostolischer Ju de“. Er unterstrich, dass der Zionismus eine nationale Konzeption des Judentums verfechte und daher die religicße Zugehörigkeit zur Synagoge für ihn kein ausschlaggebendes Kriterium sein könne. Bodenheimer wandte sich in seiner Ratlosigkeit an Theodor Herzl selbst und dieser entschied, dass ein getaufter Jude zwar grundßätzlich in die Zionistische Organisa. tion aufgenommen werden müsse, das es aber aus taktischen Gründen klüger sei, dass er als Sympathiker ausserhalb dei Organisation verharre. Herzl fürchtete, dass die prinzipiengemässe Aufnahme eines Getauften zu einer Verärgerung der jüdischen Masse führen kön ne. In einem Brief an Nordau bemerkt Herzl in einem anderen Zusammenhang — es handelte sich um die Mischehe Nordaus —: „Wae sind wir heute? Bürger des idea len Judenstaates, den wir auf die Erde zu setzen als den besten Inhalt unseres Lebens ansehen Wäre unser Werk heute schon vollbracht, eo wäre es doch wohl einem jüdischen Staats, btirger, d. h. einem Bürger des bestehenden Judenstaates. nicht verwehrt, eine Ausländerin zu heiraten. Sie würde dadurch eine Jüdin, ungeachtet der Konfession“ Man sieht ¿.us dießer Stellungnahme Herzls, daßs er den Begriff der jüdischen Zugehörigkeit von der Religion völlig zu trennen bemüht war. Dass Herzl damit im Gegensatz zum Volksompfinden weiter Kreise, vor allem des osteuropäischen Judentums stand, ist unbestreitbar, aber die zionistische Revolution er. streckte sieh eben wirklich auf die Grundlagen des jüdischen Selbrtverständnisses und von daher wird es verständlich drßS so viele orthodoxe und liberale Rabbiner den Zionismus ursprünglich ablehnten. Das Problem, das durch den order nisi-Antrag des Neue Geeste in einer Komoedie Die verspätete Premie re von Beatrice Ferollis „Wunschträume“ erzwingt eine kurze Nachtkritik. In guten Restaurants gibt es „Steak garin“: lauter Leckerbissen, die man isst oder beiseite.schiebt, um darunter ein kle.nes Stück Fleisch zu Enden „Wunßchträume“ besteht ebenfalls aus gepfefferten und paprizierten Gabelbissen, die mit schlüpfriger Mayonnaise verziert sind und die Lach muskeln anreizen. Si« bedecken ein winziges Setak, mehr ein Souffle, genannt Autosuggestion. Ueber alleß Lob erhaben war die Weise, wie der grossartige Restaurateur Hedy Crilla-Schlichter ser vierte und den Ablauf mit phantastischen Lichteffekten dekorierte. Die Darstellung war hervorragend. Die Gäste. Verena Hailau, blutjung hübsch, gut gewachsen, spielte gefällig und absolut natürlich. Mario Pcßtner ein würdiger Fa milienvater und wirksamer stiller Komiker. Helmut vom Hofe als Ailerweltsdiener befolgte das deutsche Universalrecept für solche Rollen: Theo Lingen! Doch war er kein Schnellsprecher. sondern holte langsam betont alle Wirkungen hervor. Rosemarie Allers, ex-Mlcs- Argentina, sah brillant aus. Di« Hiesigen: Hanna Danszky, Lilly Wiehert und Frank Nelsön hatten den Löwenanteil am Erfolg den Abends. Die Danszky als Mutter eines jungen Arztes, die vor lauter Unkenntnis des Lebens praktisch ein Dummchen geblieben war, stand dauernd in kitzligen Situationen. Wie sie jede La ge meistert, bewusßt oder ahnungslos, war einer gro ssen Künstlerin wert. Lilly Wiehert gab die platinblonde Autosuggestion. Sie sah verführerisch aus und bewegte sich mit Schelmerei un unnachamlicher Grazie. Wie schön wäre die Welt, wenn alle „Zwangsvorstel lungen“ so angenehm wären! Frank Nelson als Psychologe und Karnickel aller Verwirrungen gab eine« Menschen, jbwohl die Auto rin seine Gestaltung vergessen hatte. Das Publikum lachte und schmunzelte. Bei manchen Pointen fiel der Großchen langsam. Man wurde angeregt und spendete reichli chen Beifall. Dr. Karl Kost Paters Daniel aufgeworfen wurde, ist nicht, wie er eo emphatisch betont, seine Privatangelegenheit, es ist vielmehr ein „test case“ Das wurde jedem Besucher des Gerichtssaales klar, in welchem man Missionare al. ler christlichen Kirchen in Israel sehen konnte, darunter eine Anzahl getaufter Juden. Nach Schätzung des Religionsministeriums gibt es heute ca. 3.000 Judenchristen im Staate Israel, meist Angehörige protestantischer Kirchen. Eine greßser Teil sind sogenannte ,Nikode_ mus-Christen“, die sich wie jener Pharisäer Nikodemus (Joh. 3, 1 ff.) nur heimlich zum Christentum bekennen. Die Judenchristet.i selbst beklagen sich, sicher nicht ganz zu Unrecht, über gesellschaftliche Diffamierung (mir selbst ist z. B. der Fall einer amerikanischen Juden Christin bekannt, die ihre Anstellung bei der jerusalemer Stadtverwaltung verloren hat, nachdem es ruch bar geworden war, dass sie einer christlichen Sekte an gehört). Die gerade in letzter Zeit mit den untauglichsten Mitteln bekämpften Mißsionsan. stalten in Israel gehen gerne von einer nationalen Konzeption des Judentums aus und betonen dass es ihnen fernliegt, ihre Zöglinge dem jüdischen Volkstum zu entfremden. Da das Evangelium sich ja ursprünglich tatsächlich primär an die Juden wendet und ihnen die Erfüllung ihrer eigenen messianischen Hoffnung verheisst („Jesus von Nazareth. König der Juden“ IN RI, wie die Aufschrift des Pilatus am Kreuze lautete), betont die christliche Mission. dass sie den Juden nicht von seiner Religion wegführen will.sondern ihm die Vollendung seiner eigenen Heils, erwartung ar.zubieten habe. Mit diesem Argument operiert die christliche Mission natürlich nicht in Afrika oder im Fernen Osten, also in der sogenannten ..Heidenmission“. Es ist hier be stimmt nicht der Ort, theologisch auf diese Argumentation einzugehen, da wir ja nur die Situation umreissen wollen. Die Schwierigkeit liegt für uns heute darin, dass wir nicht mehr die geschlossene Glaubens- und Gesetzesgemeinde bilden, die viel leicht das Recht hatte, einen Nonkonformisten wie Spinoza auszuschliessen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass nicht nur einzelne Juden sondern greßse Parteien und Jugendbewegungen sich zum historischen Materialismus und damit zum Atheismus bekennen, zionistische Par. teien wie die Mapam und die Achdut Awoda. Bewe gungen wie der Haschomer Hazair, deren jüdische Legitimität niemand mehr anzuzweifeln wagt. Anerkann. te Führer des Staat.ß und der zionistischen Bewegung stehen der Religion zumin dest indifferent gegenüber, was ihre Legitimität und Autorität nicht schmälert. Die Frage ist nun. ob angesichts dieser Tatsachen, die niemand in Abrede stel. len kann, eine Konzeption des ,,Als-Ob“ noch haltbar ist? Können wir uns so verhalten, als ob wir noch Glie der einer in sich geßchlosse. nen Glaubengemeinschaft wären? Ist es logisch und gerecht, das Negativum oder Vakuum (Atheismus) zu akzeptieren, ein fremdes Positivum (Christentum) aber als Kriterium der ,,seeeßsio judaica“, der endgültigen Loslösung vom Judentum zu statuieren? Das von Oberrichter Chaim Cohen angeführte halaehische Ar. gument scheint mir nicht stichhaltig. Gewiss bleibt nach rabbinischer Auffassung ein Jude ein Jude, da er alß „Same Abrahams“ in die Brit, in das Bundesverhältnis mit JHWH hineinge boren ist. Die Ehrenrechte eines Ju. den als Juden gelten aber als suspndiert. solange er sich durch Bekenntnis zu einem fremden Glauben selbst aus der Gemeinschaft ausge- LUÄCH — (KALENDER) Freitag, den 12. Juli 59. Jahrestag Theodor Herzls Sonnabend, den 13. Juli Parchat PINCHAS 4. B. M. XXV 10 — Haftara Yirmeyahu II — II 3 29. Jahrzeitstag Ch. N. Bialikß Sonntag, den 14. Juli Montag, den 15. Juli Dienstag, den 16. Juli Mittwoch, den 17. Juli Donnerstag, den 18. Juli Freitag, den 19. Juli Sonnabend, den 20. Juli Parschat MATOT-MASS’E 4. B.M. XXX2 - Haitara Yirmeyahu II 4 — 28, IV Neumondankündigung AW 20. Tamul 21 Tamus XXX 1 22. Tamus 23. Tamus 24. Tamus 25. Tamus 26. Tamus 27. Tamus 28. Tamus - XXXVI13 4 Literarische Notizen Im „Führec- Haupiquartier" Die Polen sind Leute mit Ideen. Sie haben im ehemaligen „Führer - Hauptquartier“ in Rastenburg im früheen Ostpreussen, heute Polen, ein Kino installiert, dae sich eines regen Besuches erfreut. Besonders ein Programm dieses Lichtspiel theaters stie.ss auf das Interesse des Publikums. Man spielte den erschütternden Dokumentär - Film „Mein Kampf“. So wurGe Hitler an der Stätte seines unheilvollen Wikens, an der er während des Kriege« seine verhängnisvollen und mörderischen Pläne ausbrütete, in geradezu unheimlicher Weise mit seinen Verbrechen konfrontiert. Noch niemals wohl hatte ein Dokumer.tar- Film — Bericht einer grausigen Vergangenheit — eine Kulisse von einer solchen dramatischen Realißtik gehabt. Der Schatten des „Führers“ lag wie eine würgende Klammer auf einem Publikum. das schweigend und bedrückt den Bildern auf der Leinwand folgte, von dem jedes ein Stück miterlebter Geschichte und miterduideten Leids war. — K.K.E Ernennung in Polen Dr. Benjarr.in Nadel, Professor für Philologie an der Universität Lodz, wurde zum Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften ernannt. bräers“ ersetzt werden müsste. Dann aber würde sich wiederum die Frage erheben, was mit geborenen Nichtjuden geschehen soll, die zum Judentum übergetreten sind? Ihre Zugehörigkeit ist wesensmäßsig religiös und nicht nationalvolksmässig. Der orde nisi-Antrag des Paters Daniel alias Oswald Rufeisen W’urde abgelehnt. Daß Problem ist damit keineswegs gelöst. Viele von uns, darunter der Schreiber dieser Zeilen, haben empfunden, dass das Obergericht in Jerusalem die heute richtige Antwort gegeben hat. Aber diese Antwort, die in der gegenwärtigen Situation wahrscheinlich die einzige praktische Möglichkeit darstellt, kann nicht die endgültige ßein. Ein Neudurchdenken des gesamten Fragenkomplexes ist nötig. Das kann nicht imRahmen einer Gerichtsverhandlung erfolgen. An der Hebräischen Universität in Jerusalem wurde unlängst ein Institut für jüdisches Recht geßchaffen das erste seiner Art. In die sem Institut wirken Juristen und Judaisten zusammen, und es gehört zu den erklär, ten Aufgaben des Institute, die Anwendbarkeit des historischen jüdischen Rechtes auf die Verhältnisse des Staates Israel hin zu prüfen. In der zeitlich weniger befristeten, dem Scheinwerfer, licht der Öffentlichkeit weniger außgesetzten Atmosphäre akademischer Forschung sollte sich dieses neu geschaffene Institut der De. finition des Begriffes „Jude“ zuwenden und nach der historisch gültigen Antwort auf die Frage suchen, die durch den Präzedenzfall des Paters Daniel aufgeworfen bleibt. JETZT AUCH Kindler-T aschenbücher Band 1 John Braine: DENN DIE EINEN SIND IM DUNKELN 2 Leonhard Frank: DIE RAELBERBANDE 3/4 5 Leon Uriß: EXODUS 6 Leo Perutz: DER MARQUES DE BOLIBAR 7 Vladislav Vancura: DER BAECKER JAN MARHOUL 8/9 Joyce Cary: AUF GNADE UND UNGNADE 10 Milcvan Djilas: DIE NEUE 'KLASSE 11 Bertrand Rüssel1: HAT DER MENSCH NOCH EINE ZUKUNFT? 12 Peggy Guggenheim: VON KUNST BESESSEN 13-14 Bernard Baruch: GUTE 88 JAHRE Es kosten Einfachband DM 2.50: Doppelband DM 3 80 Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen. Kmdier Verlag G.m.b.H., München schlossen hat. Praktisch heisst das dass ein Jude, der sich taufen liess, wie ein Toter betrachtet wurde, nach dem man sogar „Schiva“ sass. Kein Täufling wurde jemals mehr zur Thora aufgerufen, und man verweigerte ihm auch ein jüdisches Begräbnis. In diesem Sir.ne können, im Geißte der Halacha, dem getauften Ju den. auch wenn er weiterhin noch als Jude gilt, die Ehrenrechte aberkannt werden, die aus dem „Chok Haschwut“ resultieren. Da aber die Halacha auch in anderen Fragen unseres Staatsrechtes nicht ausschlaggebend ist, kennen wir uns in der Fage: ..Wer ist Jude?“, Jude im Sinne deß israelischen amtlichen Sprachgebrauches nicht al lein auf die Halacha zurück, ziehen, denn der Staat Israel ist keine jüdische Kultusgemeinde. ln einer Zuschrift an die Tageszeitung „Haaretz“ meinte ein Leser dass die Lösung des Problemß in ei ner klareren Unterscheidung der Begriffe liege. Er schlägt vor, bei amtlichen Registrierungen zu vermerken: Staatsangehörigkeit: Israel Nationalität: Hebräer (Iwri) Religion: Jude. Die letzte Rubrik kann aber auch grundsätzlich unausgefüllt bleiben bei religionslosen Hebräern, oder eß könnte hier eine andere Religionszugehörigkeit registriert werden. Ob diese Trennung von hebräischer Nationalität und jüdischem Glauben wirklich die Lösung darstellt, soll hier nicht ent. schieden werden. Auf jeden Fall müsste erst eine Neuformulierung des „Chok Haßchwut“ vorgenommen werden, wobei der Begriff „Jude“ durch den des „He-