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Jüdische Wochenschau · 1963-07-12 · 2020 (12.7.1963) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2020 (12.7.1963)
Date
1963-07-12
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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X 4 — VUrnes, 12 de Jiiüo de 1963 Año XXIV. — No. 2020 peignisse der Woche Weltkongres der jüdischen Jugend Am 8. August beginnt in Jerusalem der „Weltkongress der jüdischen Jugend“, an dem sich 400 Delegierte $us 38 Ländern, u. a. Australien, Neuseeland, Persien. Indien, der Türkei, aus Europa, Nord- und Lateinamerika sowie Nordafri. ka beteiligen werden. Dies wurde in einer Pressekonferenz mitgeteilt, der auch der neue Schaliach, Chaim Guper, beiwohnte. Der erste Weltkongress der jüdischen Jugend fand im Jahre 1958 statt, dem hier in Lateinamerika später ein regionaler Jugendkongrese folgte, auf dem beschlossen wurde, die Jugeud aller politischen und religiösen Anschauungen zusam menzufassen. Es wurde der „Rat der jüdischen Jugend“ gebildet, dem auch alle zio. nistiechen Jugendgruppen angeschlossen sind. 1962 fand in London ein Jugendiongress statt, auf dem ein zweiter Weltkongress in Isj rael anberaumt wurde. | Aus Lateinamerika werden , 76 Delegierte entstandt, wel che eich an den mehrtägi- \ gen Beratungen beteiligen , werden, die einen Innigeren! Kontakt zwischen der Jugend Israels und der übrigen I Welt herstellen wollen. Auch; an anderen in Israel statt-! findenden Konferenzen, so 1 des „Weltkongresses der jü! dischen Jugend“ des „Maki t kabi“ „Hanoar Hazioni“ und „Lsmarhaw“ werden ' die argentinischen Delegier- : ten teilnehmen. Die Anwe- : senheit jüdischer Politiker f von Weltformat wie Dr. Nachum Goldmann und Elijalu Dobkin, sowie Ban Gurions unterstreicht die Wichtigkeit dieser Weltorganisa tion der jüdischen Jugend. Der Schaliach der Jewish Agency für die jüdische Ju. gend, Chaim Guper. betonte, dass Israel an der Mitarbeit der Jugend stärkstes Interesse hat. damit in der ganzen Welt das jüdische Le ben eine neue Blüte erleben ' solle. Aus der Arbeit . der Kehilla i Vor kurzem fand eine Sitzung der neuen Kehilla-Lei tung statt, auf dar die Frage der Finanzierung des Erzlehungsprogramms und der Auszahlung der Gehälter an «ie jüdischen Schullehrer besprochen wurde. Ferner gelangte die Beschaffung <ar Gelder für das Projekt c-.>s Wiederaufbaus von ,,Mo- <?in“ in Israel zur Sprache 7,u dem die argentinische jüdische Gemeinschaft dem Keren Kajemet einen best 'mmten Betrag zugesagt hat. Diese Aktion hat bereits vor einem Jahr begonnen. Der neue Präsident, Herr Feingersch, richtete einen Ruf an alle Juden Ar gentiniens. ihr Möglichstes zu tun, um dieses Projekt zu unterstützen. Er berichtete auch, dass die Kehilla eine Beisteuerung an die „Freunde der Hebräischen Universität“ geleistet habe, die jetzt den israelischen Univereitätsprofessor Baki eingeladen hat, hier Vorle. sungen zu halten. Im August findet in Jerusalem eiu Weltkongress der jüdischen Jugend statt, auf dem unsere Kehilla durch 20 Delegierte unserer Ju gend vertreten sein wird. Auch hier hat die Kehilla einen Beitrag zur Verfügung gestellt. — Einem alten jüdischen Brauch zufolge hilft die Kehilla auch jüdischen Schriftstellern und Verlagen; 280 Bücher wurden er worben und hierfür 115.000 Pesos veranschlagt. Die Kehilla von Rosario feierte ihr 60jähriges Bestehen und eine Delegation der bonaerenser Kehilla nahm an der Feier teil. Die Kehil. la von Mar del Plata hat einen eigenen Friedhof einge weiht, und Vertreter unserer Kehilla waren bei der Einweihung anwesend. Finanzprobleme Unsere Kehilla hat jetzt auch die Gehälter erhöht und muss einen zusätzlichen Betrag von fast 200.000 Pesos monatlich bereitstellen, um die neuen Ausgaben zu decken. Eine Sondersitzung fand mit der DAIA, der Zionistischen Landesorganisation, Bne Brit und Congregación Israelita über die Schwie rigkeiten des ..Banco Israelita del Río de la Plata“ statt, zu der die Bank ihre Direktoren delegiert hatte. Die Lage der Bank ist nicht mehr so verzweifelt wie vor. her; ihr Weiterbestehen scheint gesichert. Trotz der grossen Nachsicht der argentinischen Behörden stel len diese berechtigte Forderungen und vei-missen die Hilfsbereitschaft der jüdi. I sehen Gemeinschaft zur Sa- I nierung der jüdischen Volksbank. Das Direktorium der Bank hat sich um Hilfe an die DAIA gewandt. Die jüdische Kollektivität ist zwei, fellos zur Abtragung eines moralischen Dankes und zur Solidarität mit der jüdischen Bank verpflichtet; sie könnte, wie der Präsident der Kehilla meinte unschwer zur Lösung dieses Problems beitragen. Von grosser Wichtigkeit ist auch die Finanzierung der Ausgaben der Kehilla, die ein Budget von 3 Millionen Pesos aufzubringen hat. Ei ne Kehilla kann ja nicht nur ein Beerdigung*; - Institut sein, sondern ihr Obliegen ist es auch, für die Verbrei tung jüdischer Kultur Sorge zu tragen. Deshalb müssen die Mitgliedsbeiträge erhöht werden, denn ein Monatsbeitrag von 100 Pesos ist heute nicht mehr angemessen. Gast in Argentinien Die Kehilla gab einen Empfang für den bekannten nordamerikanischen Päda gogen und Journalisten Jehuda Mark der auf Einladung der Kehilla und des Dr, BERNARDO SCHWARCZ INGE WOLFFENSTEIN de SCHWARCZ geben bekannt, dass die BARMIZWA ihres Sohnes ALFRED0 JOSE am Samstag, den 20. Juli 1963, um 9 Uhr 30 (pünktlich) im neuen Heim der ACIBA, Araoz 2854, stattfinden wird. Empfang am Nachmittag von 17—19 Uhr in Estomba 2283. Für die mir zu meinem 75. GEBURTSTAG erwiesenen Aufmerksamkeiten danke ich auf diesem Wege herzlich. Oscar Schwarz Vaad Haehinueh das jüdische Schulwesen in Argenti nien studieren soll. Mark kann auf eine jahrzehntelange Erfahrung in Osteuropa als Mitglied des jüdischen Nationalrats in Litauen und in den USA zurückblicken. Er besucht Argentinien in Begleitung seiner Gattin, ei. ner Lehrerin und Erzieherin. Schon wenige Tage nach seiner Ankunft sprach er i sich sehr befriedigt über das j bisher Gesehene auß. Er | wii'd in verschiedenen Kei hillot des Landes Referate j halten. | Pressekonferenz : in Bet-El C, W.: — In der vergangenen Woche hatte die Gemeinde „Bet-El‘ zu einer Pressekonferenz eingeladen um über die letzten drei Monate ihrer Tätigkeit der Oeffentlichkeit zu berichten. In einer einstündigen zwangloßen Unterhaltung gab der Präsident der Gemeinde, Herr Enrique Schoen, unterstützt von den Herren Rabino Marshall Meyer und Adolpho Weil, einen Ueberblick über die sehr vielseitige Tätigkeit, beginnend mit den regelmässigen Gottesdiensten am Sehabat und den Festen, die einen starken Zuspruch hätten. Der herzliche Charakter des Zußammenarbeiteus aller Beteiligten käme vor allem darin zum Ausdruck, dass erstmalig Aschkenasim und Sephardim in dieser Gemeinde brüderlich vereint wären, wobei von den ungefähr 300 Familien jeder Teil etwa die Hälfte bilde. Das Zusammensitzen von Männern und Frauen im Gottesdienst und die Benutzung der Landessprache neben dem modernen Iwrit för de re zweifellos die Einheit und die Ausrichtung nach Israel. Die Gemeinde lege, so führte der Präsident weiter aus. den grössten Wert auf eine gediegene und zeitgemässe jüdische Jugenderziehung. Der 3stündige Unterricht am Sonntag Vormittag erfaßse annähernd hundert Kinder und Jugendliche bis zu 15 Jahren; besondere Bi belkirse gäbe es am Dienstag für 15—20-Jährige, und die Jugend von über 18 Jahren treffe sieh vor allem gegen Sabbatende, um, nach der Hawdalah, den Abend mit Lektüre interessanter Bücher von besonderer Bedeutung für uns Juden zu verbringen und gesellschaftlich einander näherzukommen. Eine Gruppe 20—25jähriger Universitätsstudenten, zuweilen bis zu 80 Beteiligte, träfe zusammen und lese gemeinsam Schrif ten von Martin Buber und andere Werke philosophischen und geschichtlichen Inhalts. Schliesslich wurde auf drei Parallelkurse des Hebräißchen, auf eine Theatergruppe, die biblisches Theater vorbereile, auf eine | englisch sprechende Studien- | gruppe und andere in Bil j düng begriffene Spezialkurse l hingewiesen. Den stärksten | Zuspruch fände*.! die 14tägig j durchgeführten Vorträge des I Rabbiners über moderne jü- ‘ dische Geschichte und religiöses Denken in den letzten zwei Janrhunderten, die. bei aller Popularität, immer ein hohes Niveau aufweis?n und durchschnittlich 250 Personen heranziehen würden. Geplant sei ferner, so wurde berichtet, ständige Ausstellungen von Schöpfungen jüdißcher Künstler unter Berücksichtigung der Förderung begabter Jugendlicher. Eine „Mesa redonda“ mit nichtjüdischen Geistlichen sei in der Vorbereitung begriffen, auch werde die Aktivität der diversen Damen gruppen zusehends bedeutender. Mehr und mehr bilde das Gemeindehaus einen gesellschaftlichen Mittel punkt während der ganzen Woche. Auch tue man alles um das bestehende gute Verhältnis zu den Nachbar gemeinden zu pflegen. Alle diese religiösen und erzieherischen. kultureben und sozialen Aufgaben, die „Bet El“ übernommen habe, dienen im letzten Sinne dem ei nen Zweck, jüdische Traditionen und Lebensformen zu vertiefen, eine jüdische Generation heranzubilden, die Judentum nicht als Last, sondern alß den wahren Daseinsinhalt ansehe. Nicht im orthodoxen und nicht im re formierten Sinne werde die Gemeinde geführt, sondern als eine echt-traditionsgebundene Gemeinschaft, die den Problemen der Zeit, ihren Forderungen den jüdi sehen Zukunftshoffnungen und den Bedingungen, die unsere Umgebung stellt, mit Verständnis gegenübersteht und alle jüdischen Menschen willkommen heisst, die auf dem Boden der Einheit des jüdischen Volkes und der Bewahrung der jüdischen Kultur werte stehen. Der gerade in den letzten Tagen erfolgte Besuch des Regierungsvertreters für die nichtkatholischen Kulte, des Herr Dr. Bravo, gab Gelegenheit. die Staatsbehörde über die zu leistende Arbeit zu informieren. Mendelssohn und das Gesetz Der dieser Pressekonferenz vorangegangene Vortrag des Herrn Rabb. Mar shall Meyer, im Rahmen des obenerwähnten Zyklus, behandelte in sehr lebendiger Weise die Auseinandersetzungen Mendelssohns mit seiner Zeit, der Epoche, die der Emanzipation den Weg ebnen sollte. Der Referent erinnerte an Mendelssohns unbedingte Gesetzestreue, die keinen Chauvinismus kannte, der gegen den Geißt des Judentums verstosße. Für ihn war die Thora nicht „Glaube“, sondern Erfüllung von „Gebot und Sat zung“. Mendelssohn sah im „Gesetz“ in seiner Totalität, d. h., in Ethik und Zeremonie. das jüdische Schickßal die Bestimmung des jüdischen Volkes. Gott führe und inspiriere alle Völker, und der wirkliche Beitrag der Juden zur Weltkultur war für diesen grossen Philosophen das Sittengesetz der Lehre Moßes. Im weiteren Verlauf des Referats, das von fast 250 Personen, vorwiegend junge ren Menschen, mit sichtli- Musik in Buenos Aires DURCH DIE KONZERTSAELE Das „come back“ des 22jährigen VioMnisten Salvato re Accardo bedeutet unstreitig einen Höhepunkt un. serer Saison. Im Colon und „Mozarteum“ triumphierte dieser als Techniker und Interpret unter seinen Alters genossen einsam dastehende aussergewöimliche Künstler. Wegen Platzmangel kön nen wir uns diesem sich bereits in vorderster Reihe be findlichen begnadeten, bescheidenen und ohne „make up“ musizierenden Violoni sten nicht widmen, dessen Auditorien nicht müde wur den, seinen heterogenen Programmen zu lauschen, die einen Durchschnitt durch die gesamte Violin-Literatur bedeuten. Nur. wer Italien kennt, weiss, was es auch noch im Jahre 1961 für einen Napolitaner bedeutet, in Genua einen ersten Preis zu ergeigen. Die Bach-Chaconne und Partita Nr. 3 für Violine Solo und die vom ausgezeichneten Alfredo Rossi am Flügel kongenial sekundierten Interpretationen von Beetho ven. Pergolesi, Prokofieff, Bloch, Debussy, Wieniavsky. Bazzin und die drei für jeden Paganini-Jürger unerlässlichen und nicht wegzudenkenden Piecen von Sarasate, Tartini und Paganini wurden zu Feierstunden. Selten waren Beifallskundgebungen spontaner wie hier. Ueber Tila und John Montes als Interpreten zu berichten, erübrigt sich; zu bekannt sind ihre didaktischen und interpretativen Erfolge, als dass man dem Pianistenehepaar noch besondere Elogen zu machen brauchte; es verdient jedoch, ausdrücklich vermerkt zu werde'n, dass das Künstlerpaar in einem von Pierre Dervaux dirigierten Abend das mit technischen Schwierigkeiten übersäte atonal geschriebene Konzert für zwei Klaviere und Orchester von Ennest Krenek als südamerikanisehe Erst aufführung triumphal spielte. Dervaux, der nicht immer restlos über der Sache ßtand, begleitete mit dem ungleich spielenden Philhar. monischen Orchester, mit welchem er indessen sehr ehern Interesse angehört wurde, sprach Rabbi Meyer noch über „Bibelkritik“, die eines Wellhausen und diejenige moderner jüdischer (Fortsetzung auf Seite 5) | ansprechende Wiedergaben von „Prélude a T Apres midi ' d'un Faune“ und „La Mer“ I erzielte. Die Uraufführung 1 der „Suite Nr. 1 tür Streichj Orchester“ (Version 1961)! aus der Feder des aus un- | seren Kreisen hervorgegan-! genen Werner Wagner be I deutete eine angenehme Bereicherung aes Programms. In einem anderen Kcnzert mit demse’ben Orchester hatte Dervaux in Interpretationen von Maurice Ravel („Pavane pour une Infante défunte“, „Alborada del Gracioso“ und „La Valse“ mehr Erfolg als in der wun. dervollen Haydn’schen „Nelson-Messe“ dessen Chor „Lagun Onak“ — gediegen von R. P. De Mallea vorbereitet — bedeutend besser klang als das Solistenquar. tett (Hofmann-Souza-Sadell- Zanin) oder das Philharmonische Orchester, unser ste-; tes Sorgenkind. Buenos Aires beherbergt j zur Zeit drei berühmte Gü- I ste. Unter den Auspizien des I Jnstituto Torcuato Di Tel- I la“ und des „Mozarteum I Argentino“ besuchen uns i der italienische Komponist | Riccardo Maliptero — über ihn und sein Oeuvre werden wird gesondert berichten —, der französische Tonschöpfer Olivier Mesßiaen und seine Gattin, die Pianistin Yvonne Loriod, die zur Zeit im „Mozarteum“ einen Lehrstuhl innehat. Die drei Künstler wurden bei einem Presseempfang vor argentinischen Komponisten und Direktor des genannten Instituts, Alberto Ginastera, vorgeßtellt. Madame Loriod, die inzwischen in jener nicht genug zu lobenden Einrichtung „Conciertos de Mediodfa“! ein grossartiges Rezital gab (Rameau, Mozart, Debussy und Messiaen). zeigte ihr enormes technisches uud interprétatives Können im Mozarteum, wo ßie „Noel“, „Premiere Communion“ und „L’Esprit de Joie“ (drei Teile aus den „Vingt Regards 1944‘ ) aus der Feder ihres Gatten spielte. Messiaen selbst gesellte sich am zweiten Flügel hinzu und spielte mit Yvonne Loriod seine siebenteiligen „Visions de L’Amen (1943)“, deren Sinn er vorher in französischer Sprache (und unübersetzt!) erläuterte. Die Künstler, sehr applaudiert, setzen ihre Tätigkeit im argentinischen Musikleben noch weiter fort. Curt B. M. Weissstein Worauf warte Zeichnet sofort Einheitskampagne î COMITE CENTROEUROPEO DE LA CAMPAÑA UÑIDA PRO ISRAEL Sarmiento 2376, 3er. p. — T. E. 47-3829 (Bürostunden von 11 bis 19 Uhr 30)

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