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Jüdische Wochenschau · 1963-07-12 · 2020 (12.7.1963) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2020 (12.7.1963)
Date
1963-07-12
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 12 de Julio de 1963 Li a semana israelita Año XXIV. — No. 2020 — 3 DER SIEG DES RECHTS Dr. Hans Hellwig nannte am 29. März 1963 die jurij stische und materielle Wiedergutmachung ..Vergeltung ohne Ende“ Wenn im Inter esse Deutschlands ein Endziel besteht eo das verletzte Recht, die zertretenen Menschenwürde auf den Piédestal wiedergefundener Sittlichkeit zu erheben. Besorgnis für uen Steuer zahler und Bedrohung der Währung widersprechen der Realität. Das ,.deutsche Wirtschaftswunder“, die Stärke der deutschen Währung jetzt auf neuer Rekordhöhe, Eroberung wichtig3r Märkte, steigende Sparkasseneinla gen, Autoi, neue Siedlungen Geschäftshäuser und Villen in der Schweiz usw., Ströme deutscher Reisender u.a.m. sind ,.deutsche Wirklich keit“. Verglichen zu den Steuerlasten in den USA, England, Israel sind die in der Bundesrepublik gemä. Sßigte. Ist es notwendig, auf wiederholte mahnende Erklärungen des Bundeskanzlers gegen den zu starken Materialismus des deutschen Volkes hinzuweisen? Wenn die Hypotheken für die deutsche Bundesrepu blik. Erbe dee Tausendjährigen Reiches, „furchtbare“ sind, dann deswegen, weil es die Ereignisse 1933 bis 1945 waren. Ursache und Wirkung zu übersehen, würde nach Schopenhauer bedeuten, eine Erfahrung aus dem Fenster hinauszuwerfen. Die juristische und materielle Wiedergutmachung ist ein wichtiges deutsches Anliegen. Wiedergutmachung kom pensiert selektiv bestimmte Verbrechensschäden. Keine von KURT R. GROSSMANN astronomische Summe könnte sechs Millionen ermordete Juden, deren „einzige Schuld“ die Abstammung von jüdischen Eltern in einer mitleidlosen Welt war, lebendig machen. j Das Verbrechen an Juden j und anderen politischen und j religiösen Minderheiten war j so immens, dass Wiedergutj machungssummep logischer- , weise dazu :i gerechter Bej Ziehung stenen müssten. Al j ]e Wiedergutmachungszah. ■' lungen repräsentieren nach j offiziellen Berechnungen nur 7 Prozent, nach anderer j fachmännischer Berechnung 4 Prozent der totalen Kriegsj lasten. Durchschnittlich wird für einen bewilligten An-! spruch 9.100 DM gezahlt, aber mehr a’s 625.000 An Sprüche wurden bis zum 31. Dezember 1962 abgelehnt. Es gibt keine „ans Phantastische grenzende Mehrforderung;n“, wohl aber eine Anzahl notwendiger Mindest Vorschläge für bestimmte Gruppen, die Bundes- und j Länderhaushalte in den | nächsten fünf Jahren nach \ meiner Berechnung mit. sa. ■ ge und schreibe, ein Prozent , pro Jahr belasten würden. Meine Sorge sind die Nazi- | opfer, die nach dem 1. Ok tober 1953 aus den Ländern I hinter dem Eisernen Vor hang nach dem Westen kamen und wegen dieses Stichtages nicht einen Pfennig für die ,,im deutschen Namen begangenen Verbre chen“ erhalten. Die Entschädigungsleistungen erfolgen nach oft jahrelanger peinliche*- Prüfung. Es gibt Fälle, die mehr als neun Jahre bei Aemtern liegen. Ein im KZ gewesener schwerkranker Mann — Monatseinkommen 75 Dollar — kämpft seit Jahren um An. erkennung seines Gesundheitsschadois. Dieses zermürbte Naziopfer grollt we der, noch ist es unwillig — im Gegensatz zu den Deutschen. über die Dr. Hellwig schreibt. Keiner beschönigt Missbrauche im Entschädigungsverfahren; jüdische Organisationen unterhalten seit Jahren eine Ueberwachungsstelle gegen solche. Mir wurde in Deutschland von Wissenden gesagt, dass die An tragsteiler unter dem Lastenausgleichs-Gesetz mehr Häuser, mehr Pferde, Kühe usw. besessen haben müssen, als es sie jemals gegeben hat. Wenn Ministerpräsident Dr. Meyers in den USA eine „zunehmende Unbeliebtheit VIER JUEMCHE PARLAMENTARIER Für meine Kunden und solche, die es werden wollen aus Anlass meiner Lokalzusammenlegung Anzüge. Mäntel. Regenmän. tel, Hosen usw. zu stark reduzierten Preisen. Wenn Sie kaufen, tun Sie sich und mir einen Gefallen. Ab 10. 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In Montreal wurde anstelle des kürzlich verstorbenen Zean Crestohl, Milton Klein gewählt, der ebenfalls zur Liberalen Par tei gehört. In Essex-Weöt. wurde A. Gray, Liberaler, wiedergewählt, und in Winnipeg erhielt David Orlikow von den Neuen Demokraten wiederum das Mandat. In einem Vorort von Toronto schlug der Liberale Marvcu Gelder den stellvetretenden Führer der Neuen Demokraten, David Lewis Die Neu en Demokraten bilden eine ähnliche Partei in Kanada wie Labour in England. Die MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschät te mit der grössten Auswahl. SARMIENTO 1147 T. E. 35 1033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleiehterungen Zuvorkommende fach männische Bedienung.; Sozialkredit - Partei verlor I von den 30 Mandaten 10 u«d ] kehrt nur mit 20 Mandaten! zurück, obwohl sie glaubte, i die Mandatzahl verdoppeln I zu können. i Die Sozialkredit-Partei hat | te in ihre Wahlschlager antisemitische Parolen aufge- 1 nommen. Einer ihrer fiih j renden Kandidaten erklärte : auf Wahlversammlungen, | dass die Rothschilds Grund-' stücke durch nichtjüdische '■ Agenten aufkauften. | Der Liberale Führer Le-; ster Pearson, der neue Pre. I mier, erhielt für seine Ver- I mittlung im Suezkonflikt im Jahre 1957 den Friedens-Nobelpreis. Da Lester Pearson ein Freund der jüdischen Sache und Israels ist, darf nicht angenommen werden, dass seine Koalition mit der Sozial-Kredit Partei zu Lasten der jüdischen Bevölkerung gehen wird. Im Jahre 1961 gaben 82.448 Juden von den 254.368, die sich in der Rubrik Religion als jüdisch bezeiehneten, als Muttersprache das Jiddische -an. Im Jahre 1921 gab es in Kanada nur 125.445 Juden; ihre Zahl hat eich in den letzten 40 Jahren ver doppelt. Im Jahre 1931 gaben 85,4 Prozent der jüdischen Bevölkerung als Muttersprache die jiddische an, im Jahre 1941 waren es noch 76,2 Prozent, 1951 noch 50,6 und j-etzi 32.4 Prozent. Nach der Volkszählung von 1961 sind in den letzten zehn Jahren 37.000 Juden nach Kanada eingewandert. Deutschlands“ beobachtete, so verwechselt er anscheinend die starke Abneigung der Amerikaner gegen Nazismus und Chauvinismus und Besorgnis über Vorgänge wie z. B. der Fall Herte rieh u. a. mit antideutscher Einstellung. Amerikaner haben einen gesunden Sinn für Geschichte ,ohne gefühlsmäesige Einstellung von Liebe und Hass. Notabene hat die Wiedergutmachung sehr viel dazu beigetragen, den geschändeten Namen Deutschlands im Ausland wieder zu einem geachteten zu machen. Dem deutschen Volke ist nach seiner Katastrophe materielle und moralische Hilfe reichlich zuteil gewor. den. Den „unbesungenen Helden“ (Rettern von Jugend), die meist vergessen und in Not in Deutschland leben, hat man in den USA. in Israel usw. Anerkennung gezollt. Abwegig ist Dr. Hellwigs Auffassung über die juristi sehe Tilgung der Vergangenheit. „Zahllose Leute haben aus der Bewältigung der Vergangenheit sogar einen Beruf gemacht“, schreibt er. Als Reichswehrminister Wilhelm Groener deutschen Friedensfreunden „Gewinnsucht“ vorwarf, schrieb Carl von Ossietzky: „...generell gesprochen, ich habe noch keinen Antimilitaristen gesehen, der dabei fett geworden wäre. Der Krieg ist ein besseres Geschäft als der Friede.“ Angewandt auf Hellwigs Vorwurf: ich kenne niemanden, der zur Förderung seiner Karriere sich mit Fragen der Bewältigung der Vergangenheit beschäf tigt. Es gibt viele, die die Vergangenheit zuzudecken wünschen, statt sie zu überwinden. Dr. Hellwig schreibt, dass ein Teil der Bevölkerung „von dem hässlichen Treiben angewidert, am lieb sten gar nichts mehr von all dem Elend, den Untaten und dem Unheil hören möchte“. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutsch land erklärte anlässlich sei. ner Mitte März abgehalte- LA SEMANA ISRAELITA BIS EM AN ARIO INDEPENDIENTE 0s. Airs« — PUEYRREDO* 2190, 1* Mq. — T. E. 14-2* i- 26. Tamus 5723 12. Juli 1963 Studenten in Tel Aviv i Niedrigere Preise Tel Aviv. — An der Universität von Tel Aviv studieren im laufenden Jahr etwa 1.600 Studenten, davon 1.000 an der Fakultät für Geisteswissenschaften, 400 an der Fakultät für Naturwisenschaften und 200 an j den Vorbereitungskursen für Aerzte. j Die groesste Dürre I Jerusalem. — Das Ackerj bau _ Ministerium gab bej kannt, dass die Dürre die- , ses Jahres die schlimmste in den vergangenen 25 Jahren war. Tel Aviv. —- Der Lebenshaltung.sindex ging im Monat April um 1,4 Punkte zurück und erreichte damit 124,9 Punkte. Der Rückgang ist auf Senkung der Gemüse, und Obstpreise zurückzutuhren. nen Konferenz in Bathel u. a.: „An einen Akt der Begnadigung kann der Staat erst denken, wenn zuvor dem Recht Genüge getan ist: ,Gerechtigkeit erhöht ein Volk, aber die Sünde ist der Völker Verderben’.“ Prozesse gegen die Sorges Sommers, Heusers usw. sind deswegen notwendig, weil die deutsche Jugend nicht in einer Gesellschaft mit „Mör dern unter uns“ aufwachsen darf . Je intensiver und ■schneller sich das deutsche Volk von diesen Typen, die den Sadismus organisierten, befreit, je mehr es unter Beweis stellt, dass wirklich ein neuer Tag in Deutschland angebrochen ist. je schneller ee Gerechtigkeit gegenüber den Verfolgten und Verfolgern übt, desto besser für die Gesundung des Landes Ich kann Dr. Hellwig nicht zustimmen, dass „eine allmähliche Entartung des Ent schädigungsrechtt zur erbli chen Kollektivstrafe für alle schaffend zn Deutschen“ wird, weil es in diesem Prozess einzig darum geht, dem unteilbaren Recht zum Sieger zu verhelfen. Kundgebung verboten London. — Scotland Yard verbot eine neofaschistische Kundgebung, die für den Osten der Stadt vorgesehen war, wie andere Demcnstra tionen, die von Splitter gruppen jrganisiert werden collten. Man befürchtete, dass durch diese Demonstrationen ernste Unruhen hervorgerufen werden könnten. (ITA) Teppichhaus - M. 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