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Jüdische Wochenschau · 1963-07-12 · 2020 (12.7.1963) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2020 (12.7.1963)
Date
1963-07-12
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes, 12 de Julio de 1S63 LA SEMANA ISRAELITA Ad« XXIV. — No. 2029 ie heftige Diskussion (Schluss von Seite 1) zu beweisen, sas für Pacelli die Plattform für den Kampf der Kirche gegen die Nazis bilden sollte Entgegen sehr langatmigen Ausführungen. die man in einer Berliner Zeitschrift lesen konnte, ist dies der Kirche niemals gelungen. Die nazistische Regierung hat jeden Versuch einer Intervention der Kirche selbst in eigene deutsche kirchliche Angele genheiten stets mit dem Hinweis auf das Konkordat abgelehnt (Fallstrick des Konkordate, wie Brüning richtig vorausgesagt hatte). Wie leichtes Spiel die Na zis gegenüber den damaligen kirchkchen Instanzen hatten, ergibt sich aus ei nem Artikel ..Dei Papst und die Diktatur“ (Der Monat, Heft 176. Seite 16 ff), der wohl zur Rechtfertigung der Kirche geschrieben wurde, im Grunde genommen aber eine einzige Anklage darstellt, auch wenn gegen Hoehhuth polemisiert wird. Dort findet man eine Darstellung über die vergebliche kirchliche Intervention im Jahre 1940 gegen die Verhältnisse in Polen, und die Behandlung des polnischen — Keinesfalls etwa des jüdischen — Volkes. So leicht konnte men sich trotz des Konkordats über die schönen Worte der Enzyklika ,,Mit brennender Sorge“ hinwegsetzen, in der sich der Papst Pius XI. (nicht der XII.) gegen die rassisti- «(MWMMWWmWV. j Dr. FREY A B 0 G A D 0 PUEVRREDON 2190 1* izq. Î nachm. 16—19 Uhi Neue Tel Nr.: 80-6930 REAL PENi ♦ Füllhalter * REPARATUREN ♦ Spezialgeschäft t CORRIENTES 569 * T. E. 49-5850 * >♦♦♦♦ ♦ ♦ »♦♦♦' Jaime Liebling j S. A. : SPERRHOELZER * HOELZERJ DIAZ VELEZ 5224 : Tel.: 89-9349. 33-9305: PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. berät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 sehen Wahnlehreu der Nazis gewandt hatte. Ueber di?se Besprechung ist eine Aufzeichnung dee deutschen Aussenministers Ribbentrep vorhanden, der bekanntlich nicht zu den ..starken“ Marnern des Regimes gehört hat. Ribben- | trop berichtet, wie er dem Papst und dem päpstlichen Staatssekretär klar gemache habe, dass ,,mit dem Natiotionalsozialismus eine ganz neue Form des gesamten staatlichen und völkischen Lebens in die Welt getreten“ sei. Der Artikel Schreiber bemerkt nierzu: „So wie der Nationalsozialismus eine Zuj ' ständigk-sit der Kurie für! : die Polen im Warthegau! | oder im Generalgouverne.!; ment ablehnte, hätte er ih-! | re Intervention zugunsten j I der jüdischen Bevölkerung j j erst recht abgelehnt“. — i ■j Diese Bemerkung, die zwar 1; eine glatte Vermutung ist. j I soll hier als richtig unter! i stellt werden. Geht es aber! | überhaupt um diese Frage, j . oder lenkt der Artikel-Schrei- 1 | her absichtlich oder unge- I wollt vom Kernproblem ab, j das Hoehhuth aufgeworfen 1 hat und um das .'ich die Disi kussiGn bewegt? War es; wirklich so leicht, den Papst j und seinen Staatssekretär davon zu überzeugen, dass mit dem Nationalsozialismus ..eine ganz neue Form des und die Welt getreten“ sei. War um schwiegen die verantwortlichen Männer zu diesen Bemerkungen hinter denen, wie auch schon damals bekannt war. die schrecklichsten nazistischen Grausamkeiten standen. iVarum hätten die Kirchenmänner, wenn sie nicht wussten, was in Polen geschah, sonst wohl interveniert? Sie gaben sich sogar schon :n einem Zeitpunkt hierzu veranlasst, als die grausamen Massenmorde noch nicht vor sich gingen. Aber sie schwiegen doch ganz offensichtlich. Nichts anderem aber hat Hoehhuth behauptet. — Warum schwiegen sie also? zu Worte gemeldet und die Ansicht geäussert. dasö „jedes propagandistische Auftreten der Kirche gegenüber der Reiehsregierung Hitlers nicht nur ein „provozierter Selbstmord“ gewesen wäre, sondern die Ermordung von noch mehr Juder und Priestern beßchleunigt“ hätte. Diese Auffassung wird mit verschiedenen Argumenten begründet; so habe Pius XII. gewusst, dass die bereits 1942 und 1943 öffentlich angedrohte Bestrafung von Judenmördern wie eie Roo sevelt und Churchill verlautfcaren liessen, völlig ergebnislos verhallt sei. Der Papst habe mit Interventionen entmutigende Erfahrun i gen gemacht, denn in verj schiedenen Ländern seien j trotzdem 3.000 Priester von | den Nazis umgebracht wor- I den. Schliesslich habe die I Reiehsregierung wiederholte! Male den Vatikan durch den! Botschafter von Weizsäcker in erpresserische- Form bej drohen lassen. Ausserdem! kannte der Papst die Pläne! der Nazis, die nach dem j Endsieg einen Pr pst für je 1 den kathoir'ßchen Staat ein-! setzen wollten die den Erzj bischof von Münster vor die! Gewehre zu stellen beabsich! tigten. usw. Kein einziges Argument,! de,3 Dr. Kempner zur Ver Oren wird rehabilitiert Paris. — Aus gutunterrichteten Quellen verlautet, dacs der Oberst« Gerichtshof der Tschechoslowakei in Kürze die Rehabilitierung vcu Mordechai Oren sowie anderer wegen „zionistischer Verbrechen“ im Zu sammenhang mit dem berüchtigten Slansky-Prozess bestätigen dürfte. Oren war vor 10 Jahren während eines Besuches in Prag verhaftet und mehrere Jahre im Gefängnis gehalten worden bis er verurteilt wurde. Die meisten der anderen Opfer dieses Prozesses sind inzwischen schon rehabilitiert worden. Auf einer Versammlung von Intelektuellen, die im vergangenen Monat in Prag stattfand, wurde von der Kommv.nistischen Partei und der Regierung gefor. dert, Massnahmen zu verfügen, damit die Rehabilitierung der ehemaligen Gefangenen von Prag ausge sprochen werden solle. (ITA) gesamten staatlichen! l^idigung der päpstlichen völkisch:n Lebens iu; Position vortragt, kann überzeugen. W-srum haben Roosevelt und Churchill gesprochen und gedroht, der Papst aber geechwiegen, der nicht nur ein Politikei. sondern das geistige md geistliche Oberhaupt einer grossen Ge meinschaft war und ist? Vielleicht hätten die Worte Roo.sevelts und Churchills ■ein ganz anderes Gewicht bekommen, wenn der Papst ihnen beigepflichtet haben würde? — Auch dess mehr Menschen ermordet worden wären, wenn der Papst eindeutig interveniert haben würde, ist nichts weiter als eine schale Vermutung. Ist einer weniger ermordet wori den, weil der Papst schwieg? Wäre eine Intervention des!— wissen doch heute, Papstes zugunsten der Ju-! dass die Naziß so viele Menden nützlich gewesen? Diej sehen .liquidierten wie sie se in vieler Hinsicht befrem i u.nd dir Mordapparat bewal dende Frage, wurde auch! tigen konnten, nicht einen Lauie der Diskussion aufge- | mehr und mPht flnen. w®ni' worfen. Camus hat sie ei-! 8er- Wenn sie aber m den gentlich schon 1948 beant-; letzten Kriegsmonaten nachwortet. Hierzu hat sich auch i dem sich ihr Ende abzsichder frühere Stellvertretende Hauptankläger jn Nürnberg, Dr. Robert M. W Kempner. im Rahmen der Diskussion schon 1942/43 gesprochen hatten. Schliesslich dürfte man auch mit Recht die Ansicht vertreten, dass gegen Mord auch gesprochen werden muss, wenn keine Aussicht darauf besteht, den Mordbuben Einhalt zu gebieten. Von Zweckmässigkeit? - Gesichtspunkten jedoch kann man wohl die Verurteilung der Massenmorde nicht und niemals abhängig machen. Einfach nichts zu tun oder sich mit gelehrten Deklarationen zu begnügen, das ist wenig, worauf Hoehhuth und andere mit Recht ningewiesen haben. Auch die Juder, die sich im Ghetto von Warschau er. hoben hatten, wussten, dsßs ihr Widerstand im Angesicht der ungeheuren deutschen Ueberlegenlieit sinnlos war. Aber sie verstanden, dass es Situationen gibt, wo Menschen nicht schweigend fal len und sich in ihr Schicksal ergeben dürfen. Die Juden im Ghetto haben nicht nur die Ehre ihres Volkes gerettet und an die Würde der geschändeten Menschheit appelliert, sie wollten die Verantwortlichen rufen, damit dem Morden ein Ein halt md ein Ende geboten wird. Ihr Tod war nicht vergebens, genau so wenig wie die Erklärungen Roosevelts und Churchills vergebens gewesen sind, die damit das Ansehen ihrer Nationen vor der Geschichte gewahrt ha ben. — Schließlich muss noch ein Argumem zurückgewiesen werden, das von mehreren Seiten in die Diskussion hineingetragen wurde. Mit der Anschuldigung Hochhuths UEBERSETZUNGEN Alle Sprachen — Be schaffung v. Urkunden LAURA THIEBERGER DE STEINHÄUSER Traductora Pública Belgrano: Obligado 1966 6? B — Tel. 76-8797 Stadt: Suipacha 472 4? of. 413 (vormittags) nete, die Massenmorde ein stellten oder verringerten, so doch wohl nur im Hin j blick auf die klare Sprache, \ die Roosevelt und Churchill JUDITH 5 SCHENK0LEWSK! 5 KULTUSSTICKEREIEN J Schabbosdecken - TaIHs- S beutei Käppchen - Max-? zot-Taschen Hand- und i Maschinensticker«: von ,* Bett und Tischwäsche ■, Dr. P. I. RIVERA 2585 i J (fr. Bebedero) i J T. E. 73-9155 ¡J \ Confitería NIZA i Servicios de lunch de categoría \ SALON DE FIESTAS \ ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE! 5 76-0286 73-1049 í JACOB LAPIDUS í dipl. Mohel J J NEUE ADRESSE J «¡¡ VIAMONTE 2037, Íj. 46 1716 und 48-2L34 I MOHEL N. PLAKSIN f Superí 2719 * I. E. 76-6784 a. 76-2312 AwmwmwwwHvv Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN n. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt. Frei. 15-20 Uhr 3 de Febrero 2030 76-0266 Privat 52-7734 Dr. B. Schwartz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52-8214. RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 r- : Psychologische Beratung \ HABEN SIE EIN PROBLEM? 5 TRAGEN SIE AN EINER SEELISCHEN LAST? J Dann wenden Sie sich an; Livia Naumann * Verlangen Sie Sprechstunde: 5 32-0684 zwischen 9 und 11 Uhr gegen den Papst wird von dem wirklich Schuldigen, dem deutschen Volk, abgelenkt. Diese Polemik würde die Schuld des deutschen Volkes „entlasten“. Dass Hoehhuth sein Werk geschrieben habe, um die deut- Gehe Schuld auf den Vatikan oder den Papst abzuwälzen, ist eine absurde Behauptung. Dennoch schreibt Walter Bussmann im Monat: „Der Profan - Historiker kann dem künftigen Urteil über das Pontifikat Pius’ XII. nicht vorgreifen. Das Urteil dieses Schauspiels dient weder ¿er historischen Erkenntnis noch der Besinnung auf das, was zwischen 1933 und 1945 im deutschen Machtbereich geschehen ist. Die Frage nach den Verantwortlichen in diesen Jahren sollte nicht an den Papst, U SIMARA ISRAELITA Bísemanario — aparece ios Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Vcrantrwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190, 1’ lzq. T. E. 83-2613 80-6930 Abono- Preise: Argentinien. $ 100.— pro Quartal Ausland 9 600 — jähri sondern an die Deutschen gerichtet werden.“ — Diese Polemik findet in einer Zeitschrift zur Diskussion in der FAZ ihre Beantwortung: „Wer sieht auch noch viel Sinn darin, den Schlammstrom des Vergeseenwollens zu beeinflussen, nachdem so viele Jahre geistig-politisch unausgenutzt blieben?“ Hoehhuth hat in seiner Weise den Schlammstrom des Vergessens aufhalten wollen, indem er auf die nach seiner Ansicht bestehende Mitschuld eines der Verantwortlichen für das Schicksal der Menschheit lenken wollte. Das deutsche Volk aber hat doch nichts weiter gemacht, als «eine Schuld zu bestreiten und von Gesamtreue und Gesamtscham gesprochen, wo nicht nur wir, sondern alle anderen auch ein offenes Bekenntnis zur eigenen Schuld erwartet hätten. KINDERARZT Dr. SAMUEL CORN MEDICO DEL HOSPITAL DE NIÑOS V1RR. LORETO 1756, 2? SPRECHZEITEN T. E.: 93-0459 Montag, Mittw., Freitag 73-7661 von 15—20 Uhr ¿*a33333ä333S3*S3*SS«IMi»3S3333SSSiB3eSSSI*833äBSS3I135SS3S»r4! Dr. BERNARDO GOLDSTEIN \ S MEDICO 2 ■i ■ M ■ s Cardiología — Hospital Fernandez jj S Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme g m m i VERREIST vom 10. bis 22. Juli zu einem 3 r Kardiologen-Kongress in Brasilien jjj l Vertreter: Dr. SANGUINETTI 76-2406 fj I Dr. HERSZKOWICZ 70-4484 y 701-3223 § m m VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3M6 T. E. 87-1362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK Sprechstunden nach telef. Vereinbarung VSSBIlSS33ï3SEB*B3SK3I38!iI»ÏS8*insa»l«Ma*SMS*S9BBMMMWM« SDr. BENJAMIN LIPNIZKY: S ZAHNARZT 2 3 ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN - BE- S 5 HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGUs 5 UERUNG DER ZAHNSTELLUNG § 2 Sprechatunden: Dienstag — Donnernag — Sonnabend ■ 2 nach vorheriger Vereinbarung, 5 5 JOSE HERNANDEZ 2518 T. E. fg-wra und 73-osooJ Dr. L. KLEIN - Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen -Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch «. Freitag von 10—10 Ul» Ei wird gebeten, nch vorher telefonisch anaumelden SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542 i ^-44-4 44444444444+44^+4444 4-+ 44

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