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Jüdische Wochenschau · 1963-07-05 · 2019 (5.7.1963) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2019 (5.7.1963)
Date
1963-07-05
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes, 5 de Jette de IMS ISRAELITA AAe XXIV. — Ne. 201» (Schluss von Seite 1) ] verraten zu lassen, die dann als letzte Wahrheiten ge glaubt werden. Aber das ist j nicht entscheidend. Wenn j die Ruesen sich nicht scheuen, chinesische Diplomaten auszuweisen, so enthüllt dies klar, zu welchen Spannungs.! Verhältnissen es zwischen Moskau und Peking gekommen ist. Wae niemand wahr haben wollte, heute liegt es j vor aller Augen. Die Diffe- | renzen zwisihen den beiden i Giganten des Ostblocks sind nicht mehr zu verheimli. chen. Man sollte meinen, sie I seien auch nicht mehr zu j überbrücken. Jedoch erscheint es auf dem weiten Gebiet der Politik äusßerst gewagt, de? artige Progno sen zu stellt n. — Wie hat der Westen auf diese Neuigkeiten reagiert? Schliesslich ist diese Entwicklung nicht plötzlich und unvermittelauf uns zugekommen. Bereits vor Jahresfrist war ec klar gewor den, dass die Gegensätze zwischen den Chinesen und Russen zu unerträglichen Schwierigkeiten geführt haben. Man hat diesen Ausein. andersetzungen im wesentlichen einen ideologischen Charakter geben wollen, wobei man als richtig unterstellen darf, das ideologische Differenzen den Ausgangspunkt der Debatten bilden. Aber die Gegensätze zwischen den Chinesen und Russen sind durchaus nicht nur theoretischer Natur. Es mag sein, dass Chinesen und Russen über das Krutschewsche Dogma der friedlichen;; «BOGADO Dr. FREY PUETRREDON 2190 1* iz«v nachm. 16—19 Uhr Neue Tel Nr.: 80-6930 REAL PEN: Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 1 Koexistenz anders denken. Aber die Koexistenz ist durchaus nicht nur eine pro grammatische Frage, sondern ein politischer Punkt von realer Bedeutung. Hier prallen nicht zwei philosophische Meinungen aufeinm. der, sondern zwei politische Systeme. Die Schwere dieser Auseinandersetzungen zwischen Moskau und Peking kann durch keine Verbrüderungsszene ausgeglichen werden, wie sie von den kommunistischen Regisseuren des öfteren über die Bühne gejagt werden. Die Meinungsver schiedenheiten haben dazu geführt, dass es den Chinesen gelang, einen der sowjetischen Satelliten aus seiner Bahn zu heben und zum Trabanten Pekings zu machen: Albanien. Nun mag die albanische Frage nicht von zentraler Bedeutung sein. Hier geht es aber um das Prinzip Zum ersten Mal in der kommunistischen Ge schichte ist es gelungen, einen kommunistischen Satelliten abspenstig zu machen. Hier geht es keinesfalls nur um Fragen ideologischer Betonung oder Formulierungen. sondern um weit- und machtpolitische Auseinandersetzungen, die sich heute noch in ihrem Anfangsstadium befinden. Natürlich gibt es jetzt zwei Möglichkeiten, die sich der sowjetischen Politik bie. ten. Nach der eigenen kommunistischen Lehre der Sowjets ist nur diejenige Gefahr ernst zu nehmen, die von der kommunistischen Seite aufzieht. Der Westen stellt keine Kraft dar, durch welche die kommunistische Welt erschüttert werden könnte. Ideologisch iet ei. ne Auseinandersetzung zwi scheu dem Osten und dem Westen schwer möglich. Denn der Westen stellt eine uneinheitliche Kraft dar, die buntscheckig Elemente verschiedener Weltanschauungen in sich vereinigt. Die faschistischen Kräfte die es auch heute noch innerhalb der westlichen Welt gibt, stossen dort auf einen so heftigen Widerstand, dass sich Moskau hiermit nicht abzugeben braucht. So bleibt der Testierende Faschismus für den Moskauer Kommunismus nur ein Propagandastück. Mit einer schonungslosen Rücksichtslosigkeit legt Moskau die Schwächen und die Widersprüche der westlichen Macht bloss Dort wird Nas ser en passant veranlasst Der flüchtige Augenblick Die Kroenung des Papstes Jaime Liebling: S. A.;; SPERRHOELZER H O E L Z E R* DIAZ VELEZ $224 mit Portugal zu brechen, weil Portugc.l koloniale Methoden anwendet. Dort geioselt Moskau die unhaltbare Politik der regierenden Weissen in Süaafrika, obwohl der Kreml natürlich auch weiss, dass weite Kreise des Westens gegen dies« sinnlose Unterdrückungepolitik Stellung nehmen. Dort lässt Moskau durch seinen kubanischen Verbündeten die nordamerikanische Demo kratie angreifen, die gewiss Angriffsflächen bietet. Das sind nur einige der Attakkeo, die Moskau «tändig gegen den Westen reitet. Um gekehrt ist das viel schwieriger. weil aus dem Reich des Roten Zaren nur wenige Einzelheiten bekannt werden und die freie Information unterdrückt ist. Für Moskau bleibt nach all den bisherigen Erkennt ni.ssen und Feststellungen die Diskussion mit dem Westen ein Problem zweiten Ranges. Der bewährte Apparat wird noch zwanzig oder dreissig Jahre länger dieselben Propaganda-Paro len herausgeben, wie er es biisher getan hat. Aber diese Auseinandersetzungen müssen an den kardinalen Problemen der Zeit Vorbeigehen. Das Interesse des Westens wirc auf ein Gebiet abgelenkt, das letztlich längst nicht mehr intereeant ist. Damit beschäftigt Mos kau den Westen und bindet seine politischen Kräfte, um selbst die Hand für die Debatte mit Peking freizubekommen. Hier beginnt das entscheidende Problem unserer Zeit. Ein neuer Augenblick ist ge kommen, der für eine Neuorientierung wesentlich erscheint. Welche Position nimmt der Westen im Ange sicht der Spannung zwischen Moskau und Peking ein, die morgen sich zu einer Spaltung oder einer weiteren Weltcnteilung entwickeln kann. Wahrscheinlich kann man bereits heute von einer dreigeteilten, statt einer zweigespaltenen Erde reden. Aus dieser neuen Konstellation müssen sich Kcusequenzen ergeben. Man kann nicht beobachten, dass west liehe Politiker irgendwelche | Anstrengungen gemacht ha 1 ben, Vorteile aus dem kom- | m miß tischen Bruderzwist zu ziehen. Man vermisst eine geschmeidige Politik, die sich geschickt neuen Mög lichkeiten anpasst. Es ist interessant zu beob. achten, dass an einer einzigen, wenn auch hervorra- Washington. — Dr. Louis Finkeistein Rektor des Jüdischen Theologischen Seminars, wurde vom Präsidenten Kennedy zum Mitglied der interreligiös«! Delegation eruannt, die der Krönung des Papstes Paul VI. beiwohnte. Dieser Delegaticu gehörten katholische und protestantische Geistliche an. Die Tatsache der Ernennung von Dr. Finkeistein wird als Ausdruck der Wertschätzung angesehen, die dem neuen Papst von allen Religionsbekenntnissen in den Vereinigten Staaten entgegengebracht wird. Dr. Finkeistein ist, wie man glaubt, der erste Rabbiner, der in offizieller Ei genschaft an einer Zeremonie im Vatikan teilgenommen hat. Rom. — Israel war bei den Krönungsfeierlichkei ten für Papst Paul VI. durch den Israel-Botschafter in Italien, Maurice Fischer, den Botschafter in der Schweiz, Sebmuel Bentsur, Dr. Meir Mendes vom is raelischen Kultusministerium und Gad Elron, dem Botschaftsrat der Israel-Botschaft in Rom, vertreten (ITA) genden Stelle, eine offen sichtliche Wendung angebahnt worden ist: Papst Johannes XXIII. hat Beziehun gen zu Krutschew aufge nommen. Die Annäherung Russlands an den Westen wäre die logische Begleiter, scheinung einer Entfremdung von China. Eine solche Entwicklung kann nicht nur einseitige Folgen haben. Wenn der Westen mit faschistischen Regimen zu Mög lichkeiten eines Zusammen, lebens, einer Art Allianz und Bundesgenossenschaft gelangt, warum sollte dies in einer neuen Zeit nicht auch mit dem Kommunismus möglich sein? Hier bahnen sich Entwicklungen an, die mit grösster Aufmerksamkeit beobachtet werden sollten. Es ist scha de, dass der Westen in diesem flüchtigen Augenblick ein moralisches Tief durchlebt, das ihn in eine Situa tion gebracht hat. die einer gewissen Komik nicht ent behrt. Jetzt werden mutige Entscheidungen getroffen werden müssen, die für den künftigen Weg der Menschheit massgebend sein können. So einfach liegen die Dinge schon nicht mehr, als dass es ,nur‘ um die Alter native Krieg oder Frieden ginge. Die Spannungen zwischen Russland und China können eine Entscheidung über Russlands Rückkehr nach Europa treffen, eine Entscheidung, die von vielen Eifersüchteleien umwoben sein wird, die alte Ranküne an die Oberfläche treiben und neue Komplikationen erzeugen kann. Aber es würde ei. ne Entscheidung von transzendentaler Bedeutung sein, die zu einer wesentlichen Befruchtung alter Kulturen hinü'berleitet und anstelle eines langsamen Abster bens neues und schöpfen, sches Leben erzeugen könnte. Merkantilismus, Demokratie. Kommunismus und manche anderen überholten Begriffe sollen dem Fortschritt einer Menschheit weichen, die wieder einmal das moralische Gesetz in sich erkennt und im Aufbau einer gerechten Gesellschaftsordnung endlich zur Entthronisierung des Macht. Staates gelangt. So könnte die von Mensche« geschaffene Institution des Staates wieder zu einer nützlichen Einrichtung werden, deren Aufgabe es ist. für das Glück, die Sicherheit, die Erziehung und den Wohl- U SUMIA ISRAELITA Bisemanario — aparee« os Martes y Viernes. Editado pot Estrellas Editorial Ltda. V;rantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredon 2190. 1’ izq. T, E. 83-2613 80-6930 Abono-Preise: Argentinien. * 100.— pro Quartal Ausland * 600 — jährl stand der Bürger zu eorgen. Mau braucht nicht einzu. wenden, dass hier utopische Gefilde gezeichnet werden. Vielleicht verstehen nicht alle, was die Stunde geschlagen hat. Manche mögen auch anderer Meinung sein. Die Lösung der Probleme liegt jedenfalls im Bruch mit überholten Prinzipien und im Suchen einer echten Verständigung zwischen den Menschen und Völkern. — Für m. Tochter, aue gutem jüd. Haus berufstg. 31 J., aparte Naturblondine, schlank gepflegt, charmant, mit vielseitigen Interessen suche ei nen disting. charakterv. Lebenspartner in gesich. Pos., dem sie eine liebevolle u. tüchtige Lebens, gefährtin sein kann. Vermögen nicht vorhanden u. nicht gesucht! Seriöse Zuschriften an die Administration 1.000. KINDERARZT Dr. SAMUEL CORN MEDICO DEL HOSPITAL DE NIÑOS VIRR. LORETO 1756, 2° SPRECHZEITEN T. E.: 93-0459 Montag, Mittw., Freitag 73-7661 von 15—20 Uhr £SSSSS3iiCEK2iSH£9SEa3ISSiSSH liaSSI5BllBií3a««M5*SSSBS»íá Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme ::ToLî 09-9349, 33-9305; PR0P1EDADES FRANKENBERG S. R. 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