Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2018 (28.6.1963)
- Date
- 1963-06-28
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Olt un KUNST ^kkn ” aus Moskau on ScHRA(,4 HAR-GIL J Anhöhe her und mit den Gobe]ms un(i n ausgestattet d während dec KUpation der lveraeurs des '«ments p0. Die Polen ern an diese ^rden. Man *en von Zer- / Krakau hat strassenbahntrische bringt ¡sehen Frieddn Liebhaber och polnische 1 mir, wenn uden interesob in Krakau Ethnographischen und geheu. Grabstein fiel Auf ihm war 'Prache, mit ichstaben zu o 193 Jieden h hitleriiche iowed seier ¡r ruhen 193 h die hitlerier ermordet irem Anden, n stand ein mit einem nden Baby r «ass daneilte den Waiische Arbeiaus Stücken ischer Grabr den Fried lie fragmen. iften entzifdere Arbeidie Friedichen Grab- Sie wurden hgewachse. i Käppchen hatte und beaufsichch mir als ii, Vorsitlelitischen :u Krakau iedhof von ihrend der lation als das de»t‘ leine. Aber eiühmten licht m* useinander 5 auf 1^ an eine1 die. ver- ¡ren, od in» '*■ iiibrte“- er zu bin e'M* : von Salb -iS inen lölmllolf". nhaft^?, Sie v«rof Nacbge- - ’ die SP3' iscbaitletD zur beite» K<r ausi sehe Militär. Die teuren Grabsteine, die aus Marmor gehauen wa.en, wurden an ¡hrist.'iche Steinmetze verkauft, die weniger wertvollen zum greosen Teil als Pfla stersteine und zum Bau von Häusern verwendet. Nach lern Krieg wurde ein Teil ter Grabsteine auf Regierungsbefehl konfisziert und der Jüdischen Gemeinde zulückgegeber.. Sie wurden mf den Friedhof gepflanzt“, io wie man Bäume in einen Hain pflanzt. Keiner weisß keute genau, wer unter diesen Steinen begraben ist. Trotzdem ehrte man auf die se Art und Weise das Andenken der Toten und Ermordeten. Viele Grabsteine sind jetzt derart aufgestellt, dass man nicht mehr weiss, wen sie verewigen sollten. Sie dienen, wie gesagt, zur Ueberdachung der Friedhofsmauern, damit sie wenigstens nicht als Pflastersteile verwendet werden. Herr Jakubowicz ist stolz auf sein Werk. JEr führt mich zwischen den Gräbern herum, betastet liebevoll diesen eder jenen Stein und erzählt mir in bewegten Worten die Geschichte des Toten. Wir kommen an Massengräbern vorbei. Er sagt: , Hier könnte ich Ihren nur die Geschichte der Juden Polens erzählen.“ Vor dem Krieg, fuhr er fort, durfte kein Nichtjude diesen „Guten Ort“ als Friedhofsarbeiter betreten. Heute hat sich die Lage geändert. „Wir sind froh, dasß vir polnische Arbeiter ü'berlaupt finden können. Es gibtkaum Juden, die bereit sind, als Totengräber zu arbeiten“. Die polnischen Arbeiter verdienen dabei ungefähr 80 Prozent mehr als auf dem Bau und sind an d.eser Arbeit deshalb lebhaft interessiert. Der Säugling im Kinderwagen sei das Baby eines der Arbeiter, erwähnte Nethan Jakubowicz: „Hier ist frische Luft, und da kommt die Mutter mit dem Kind hierher“. Mein Gesprächspartner fährte mich danach in eine alte kleine Syr Es bandelt sich u 13 der beiden Synagogen, die heult noch in Krakau besucht »erden. „Während des Krieges“, erzählte er mir. „wurden aiLe heiligen Geräte und die Thorarollen geschändet und geraubt. Alles, was Sie heute hier wieder sehen, ha Wi wir von unseren polnis"hen Mitbürgern gekauft Wir veröffentlichen Annoncen in den Zeitungen, und sie kamen in Massen und bottn uns alte Synagogenlamper und ähnliches an. Viele Polen hatten die Kultusgerätf seinerzeit alß Altwaren gekauft, ohne zu wissen, um was es sich handelte. Jeden falls bestanden sie aber darauf. höchst angemessene Preise zu erhalten.“ Neben der Synagoge beimdet sich ein zweiter alter jidißcher Friedhof. Er wurde durch Zufall entdeckt; fe Gräber stammen aus dem Mittelalter und der be. gnnenden Neuzeit. Anscheiifnd wurde dieser Friedhof?it dem polnisch schwedischen Krieg nicht mehr belutzt. Als sich eines der fräber als das eines beamten jüdischen Arztes ais dem 15. J ahrhur.dert herausstellte, beschloss der Gemeindevorsitzende, sozusagen „archäologische For schu.ngen“ nach weiteren Grabstätten vorzunehmen. Mit Hilfe seiner polnischen Arbeiter fand er noch viele Grabsteine. Man giesst heute Betonplatten und setzt Grabsteine darauf, als wüsste man, dass unter diesen Steinen' Juden begraben wurden. Herr Jakubowicz, erklärt, man wolle versuchen, auf diese Weise der glorreichen Judenheit Krakaus ein Ehrendenkmal zu errichten. Ich gedachte des Spruches: „Ud muzal meesch“, („Vom Grossfeuer geretteter Span”). Es ist gut, dass e«s solche Juden gibt. DIE STAETTE DES GRAUENS Nach Auschwitz fährt man von Krakau aus mit einem Personenzug Das Städtchen Oswiecim macht einen sehr verschlafenen Eindruck. Es winkt wie eine bedeutungslose Provinzstadt in einer vorwiegend ländlichen Gegend. Neben d-em Bahnhof zeigt ein grosses Schild den Weg zum Ausehwitz-Museum in dem Todeslager. Ungezählte Autobusse mit Touristen fahren nach Auschwitz. Wer Polen bereist, muss Auschwitz oder Maidanek gesehen haben. Wir gelangten zum Lager, über dessen Tor noch die unheimlich zynische Inschrift „Arbeit macht frei“ steht. Man hatte zu warten, denn der Andrang der Besucher war gross. Neben dem La ger befinden sich Kioske, die Erfrischungsgetränke, Zigaretten und Ansichtskarten verkaufen. Die Ansichtskarten zeigen Auschwitz. Das Vernichtungslager steht noch so, wie es stand, als die deutschen Mörder es fluchtartig verliessen. Bevor wir unseren Rundgang begannen, zeigte man uns einen Film über das Lager, der noch zu Stalins Zeiten gedreht worden war: Bilder von der Befreiung des Lagere und — den 2.500 Häftlingen die die teuflische Zeit überlebt haben. Es waren Skelette in Sträflingsanzügen. Zu sehen ist, wie Sowjetsoldaten das erste Essen verteilen und russische Aerzte die .Auschwitzer“ betreuen. Im Film werden russische, polnische tschechi sehe, ¡ugoslawische, ungari sehe, deutsche und österrei chische Staatsbürger aufge zählt. 4 Millionen Menschen die hier vergast wurden Von ihnen waren 314 Millio nen luden, doch die Juden werden hier als solche nicht genannt. Der Film zeigt ein Massenbegräbnis. Christliche Geistliche leiten es. Kein jüdisches Begräbnis wird gezeigt. So hatte es Stalin senerzeit befohlen. Im Lager selbst ist nichts geändert worden. Irgendwie sortierte Haufen armseliger Kleidungsstücke reihen sich einer neben dem anderen. An einem anderen Platz sieht man noch die leeren Koffer der Vergasten. Hier erkennt man, dass die mei- .sten Opfer Juden waren an den Namen: Cohn, Perlmut ter, Oppenheimer, Friedmann. Rabinowitz, Levi. Auch Haare sah man dort Die Haare von 40.000 Frauen, welche die Nazimörder „Par*?® I rfli >f eltr3g I#' *l»ta ZU Schenkt Euren Kindern BUECHER IN SPANISCHER SPRACHE AUS DEM VERLAG EDITORIAL CANDELABRO — Pasteur 351 Neue Bücher Jerusalemer Kunst - Ausstellung Dr. CONRAD N. ROSENSTEria Schlomo Schapiro: Erinnerungen eines Marrenen. Verlag des Zentralverbandes der polnischen Juden in Argentinien 1963. Der Verlag bringt als 167. Buch eine Schriftenreihe in jiddischer Uebersetzung die aufsehenerregenden Erinnerungen des polnischen Juden Schapiro, der jahrelang während der Besetzung Polens durch die Deutschen als Arier mit falschen Papieren in deutschen Betrieben an leitender Stelle tätig war und die furchtbare Vernichtung des europäischen Judentums auf arische!: Seite mitangesehen und als einer der wenigen überlebt hat. Er beschreibt seine grausigen Erlebnisse und den ständigen Kampf gegen polnische Spitzel, die mit den Deutschen kollaborierten. Während hundertausende Juden in Polen noch ein jüdisches Volksleben führten, an ihrer Kleidung erkenntlich waren und die polnische Sprache nicht beherrschten, sprach Schapiro, der das österreichische und polnische Gymnasium und später die Universität besucht hatte, nich nur fliesend Deutsch und Polnisch, sondern hatte auf der Schule auch den Katechismus auswendig gelernt. Dadurch gelang es ihm, immer wieder unterzutauchen und die Verfolgungszeit zu überleben. Das Buch ist das erste in seiner Art und ungewöhnlich interessant. Es spiegelt die tiefe Tragik. der europäischen Juden wider und zeigt die Rohheit, mit der die Deutschen und ihre Helfershelfer aus anderen europäischen Völkern ohne Erbarmen Millionen Juden, aber auch Christen, darunter hunderttausende Zigeuner und Kriegsgefangene, gewissenlos umbrachten. —r. Die Jiidißche Gemeinde von Tokio feierte kürzlich ihr zehnjähriges Bestehen. Die ersten jüdischen Einwanderer waren vor allem Händler, die ihren Wohnsitz in den Hafenstädten Yokohama und Nagasaki nahmen. Später entstand eine aktive Gemeinde in Kobe. Kobe ist eine sehr rührige Industriestadt, die jüdische Geschäftsleute aus verschiedenen Gegenden der Welt angezogen hat. Das organisierte jüdische Leben in Tokio begann, sich im Zusammenhang mit der amerikanischen Besetzung nach dem Zweiten Weltkrieg zu entwickeln. Ausländische Geschäftsleute und Zivilangestellte der amerikanischen Armee bildeten den Kern, nicht mehr Zeit hatten nach Hitle?-Deutschland zu echikken wo sie zu Decken und Stoffen verarbeitet zu werden pflegten. Doch das Aufregendste waren vergilbte Kinderpuppen, denen oft ein Bein oder ein Ohr fehlte. Mehr als alles sonst waren sie Zeugen des Grauens. Daneben lagen Schnuller und Windeln. Die Touristen - Führerin sprich) fast nichtß. Ihre Aufgabe ist, das Schlimmste zu zeigen, um die Menschheit zu warnen. Viele der Besucher schluchzten. ★ Doch wir müssen uns be eilen. Ausserhalb warten bereits Hunderte Touristen aus Polen und anderen Ländern. Sie alle kamen, um diese Stätte zu sehen. Sie warte-en vor dem Tor. tränken Bier oder Apfelsaft, rauchten polnische Zigaret ten und kauften Ansichtskarten. Als wir das Lager verliessen, schien uns da« eine andere Welt. Wir wussten nicht mehr, wo die Wirklichkeit war. von Neben dem altbekannten King-David - Hoiel befindet sich seit Jahren in einem getünchten Häuschen, das einst dem britischen Militär gedient haben mochte halb Eisenblech, halb Stein, das Jerusalemer Künstlerhaus, in dem regelmässige Ausstellungen veranstaltet werden. Hinter dem Häuschen sieht man eine Kulisse, wie man sie selten hat, histo risch-pittoresk: die Altstadtmauer. der Mariamne-Turm. den viele Uneingeweihte auch „David’s Tower“ nennen, obgleich er aus der Zeit des Herode? etammt. Da ist der Zionsberg: Kirchen, alte, riesige Bäume. Stadtgräben und sogar ein kleiner 4uslug auf die moabitische Wüste. Das alles ist ein grossartiger Hintergrund. -Indeesen ist das „Künstlerhaus“ schäbig, zumal neben dem King-David-Hotel und dem riesigen Komplex der YMCA - Gebäude. Solche Kombinationen ven Luxus und Einfachheit gibt es in Israel oft. Ganz ähnlich sieht es in der Harjarkonstrasße in Tel Aviv aus, wo auf der einen Seite hochmoderne Häuser stehen: das Dan- Hotel in einer ähnlich grossartigen Nachbarschaft und gleich dahinter Baracken, ringsherum elende Mietshäuser aus der „Gründerzeit“ von denen der letzte Putz fällt, .30 dass die Eingeweide dieses Zeitalters plump und hässlich in Er. scheinung treten. Die Ausstellungshalle der jerusalemer Künstler ähnelt einer riesigen, geweissten Waschküche. Hinter einigen grösseren Zimmern, die für Galeriezwecke ganz gut geeignet sind, gelangt man in eine Künstlerbar, in der sich sporadisch eine „Boheme“ zusammenfindet, die gern für Montmartre - Publikum gehalten werden möchte. Jeder sich mit der Niederlassung von weiteren Juden und deren Familien in Tokio ausweitete. Im März 1943 wurde ein zweistöckiges Gemeindezentrum offiziell eröffnet. Dort können Feiern durchgeführt werden, wie z. B. der Gemeindeseder, es befinden sich dort auch eine Bibliothek und ein Schwimmbad. Die Gemeinde führt ein Register über die Geburten, die Todesfälle und die Eheschliessungen; es wird auch eine soziale Hilfstätigkeit entfaltet, die sich auch mit rein japanischen Fällen beschäftigt. Ein Schiedsgericht wurde konstituiert, das sich mit Streitfällen unter den Mitgliedern zu befassen hat. Regelmässige Gottesdienste am Freitagabend und Samßtagmorgen werden in der Synagoge abgehalten. Diese Synagoge weist-120 Plätze auf. Die Gemeinde findet sich jeden Schabbat zu einem Kiddusch zusammen. An den Feiertagen ist die Synagoge überfüllt. Mehr als 50 Kinder besuchen den Religionsunterricht. Das geistliche Oberhaupt der Gemeinde, Rabbiner J. Adler, stammt aus England, wie sein Vorgänger. Der Rabbiner hat auch die Funktionen ein Mohel und eines Sehochet auszuüben. Von den 166 Familienoberhäuptern und Einzelmitgliedem, aus denen die Gemeinde besteht, sind 61 Amerikaner, 53 Israelis, 5 Engländer, 5 Franzosen. 5 Oesterreicher, 3 Kanadier und 3 Australier. Der Rest kommt aus 7 verschiedenen weiteren Ländern. 60 Jahre Ness Ziona Tel Aviv. — In Ness Ziona begannen die Feiern anlässlich des 80jährigen Gründungstages dieser Siedlung. denfalis hängen einige raoc.ern.3 Sketches an den Wänden. ein paar staubige Flaschen, in denen abgebrannte Kerzen stecken, erinnern an ..festliche Stimmung“, und drs Mobiliar ist höchst armselig. Frühegab es noch wenigstens einige Vitrinen, in denen ausgezeichnetes Kunsfhandwerk ausgestellt wurde: Schmuck, Metallarbeiten Weberei. Jetzt sind auch diese Ausstellungsob jekte verschwunden. Gelangweilt durchstreicht man die ..Bar“. Selbst das Buffet hat keine Bedienung, oder nur „zeitweilig“, wie man hierzulande sagt. Rachel Zegla stellte in der grossen „Waschküche“ aus; etwas bescheidener hatte sich Kossenogi die Seitenräume genommen. Daß Verhältnis. sollte umgekehrt sein, Kossonogi dürfte die Haupt lalle beanspruchen, Frau Zegla hätte in die „Salons“ gehen sollen, denn Kossqnogi ist seit Jahren ein bestemgeführter und angesehener Künstler, Frau Rachel Zegla ist eine durchaus abhängige Partnerin in der Technik, im Stile Kossonogis. Diese Abhängigkeit ist so ins Auge fallend, dass es einem häufig schwer fallen dürfte, wenn nicht gerade de#3 „Signum“ die Aufklärung bringt, wer nun eigentlich Rachel Zegla und wer Kossogoni ist .. Das spricht nach meiner Ansicht für einen Mangel an persönlicher Ausdruckskraft von Frau Zegla, ohne dass dabei gewisse technische Meriten geleugnet werden soll tu. Die Themen der beiden Künstler sind: musizierende Gruppen, Seestücke, malerische Hafenplätze, wie man sie sich schon übergesehen hat, — gewisse mystische Interieurs und Exterieurs, wie man sie in Jerusalem, Safed. Tiberias recht viel finden kam. Der Tourist wird daran im mer seine Freude haben. Der Einheimische fühlt sich überfüttert. Der Stärkere ist zweifellos Kossenogi, wie einige Mädchenbilder beweisen, die an den Lyrismus Modiglianis heranreichen. Der Charme dieses gemeinsamen Oeuvres ist natürlich die lebensfrohe Palette, eine gewisse Lust, die Wasserfarben einfach rinnen, klacksen zu lassen. reizvollste Abstufungen in Blau, charmante Gruppen in Hellgelb mit leichten Rosa-Rottuschierungen. Es gab auch einige Gouaches, aber zume.st produzieren beide doch in Aquarell. Das Ganze gilt dadurch vor allem dem Vergnügen des Augenblicks, und des „Augen”- blicks! Einige der Arbeiten von Rachel Zegla sind kompeßitionell durchaus schwach. Gewisse Blumenarrangements haben überhaupt keinen Standort, halten sich irgendwie lehnendschwebend im Raum: sehr schwach in der Kontur, falsch in dei Bildebene proportioniert. Und auch das weist diese Art Kunst in den Bereich des sehr fluchtigen Augenblicksdieser allerdings ist — infolge des koloristischen Glanzes — zuweilen bezaubernd. Ich möchte mir aber denken, dass man ßie sich sehr sehne») übersähe, wenn man diese transitorischen Abenteuer auf der eigenen Wand hätte Es ist deshalb eine wirkliche Weisheit in der Sitte der Japaner zu sehen, Kunstblätter immer nur zu Zeiten aus der Truhe zu nehmen: eie niemals sich oder anderen alltäglich aufzudrängen. Und dennoch gibt es eine Spitzenleistung von bestem Impressionismus darunter, etwas in warmen Goldtönen: ein Orchesterkonzert, auch kompositioneil in der Staffelung des musizierenden Runds, ganz ausgezeichnet. Und dann bedauert man, dass dieses Künstlerhaus nicht eine andere Rück W'and hat, vielleicht eine warm - rote Damasttapete. Die Waschküchenweisse nimmt einem solchen Bild alle Kostbarkeit. Die Wahl des Lokals ist eben doch sehr wichtig. So sah ich jüngst das sehr delikate Werk eines „Einspänners“, ein expressionistischer Nachhall: eine Galerie von Menschenschilderungen des Malers Thomaß Kroner: überaus melancholisch wärmend, zu Herzen gehend: und dann eine recht elende kleine Galerie in jerusalemer Privatbesitz, zu der man auf schwankender Treppe hinaufgelangte, um dann ln einer Art nichtssagendem Korridor zu stehen, schlecht beleuchtet, in dem es nicht einmal einen Stuhl gibt, auf dem man sitzen könnte, verweilen, zurückkehren zu dießer sehsüchtigen Menschensuche. Kroner in einem Emek-Kibbuz lebend, inmitten von Menschenscharen. aber wie einer jener griechischen Philosopnen, der mit der Laterne über den morgenhellen Marktplatz ging und erklärte: „Ich suche Menschen“... JETZT AUCH Kindler-T aschenbücher Band 1 John Braine: DENN DIE EINEN SIND IM DUNKELN 2 Leonhard Frank: DIE RAEUBERBANDE 3/4 5 Leon Uris: EXODUS 6 Leo Perutz: DER MARQUES DE BOLIBAR 7 Vladislav Vancura: DER BAECKER JAN MARHOUL 8/9 Joyce Cary: AUF GNADE UND UNGNADE 10 Milovan Djilas: DIE NEUE KLASSE 11 Bertrand Rüssel’ : HAT DER MENSCH NOCH EINE ZUKUNFT? 12 Peggy Guggenheim: VON KUNST BESESSEN 13/14 Bernard Baruch: GUTE 88 JAHRE Es kosten: Eiufachband DM 2.50: Doppelband DM 3,80; Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen. Kindler Verlag G.m.b.H., München Jüdische Gemeinde in Tokio