Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2018 (28.6.1963)
- Date
- 1963-06-28
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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'M ¡¡& 8 — Viernes, 28 de Junio de 1%3 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2018 Die neue Investitions-Politik Die Wirtschaft Israels zeigt immer wieder neue Paradoxe auf. Während es bisher noch nicht gelungen ist, das grosse Handelsdefizit in Höhe von rund 400 Millionen Dollar abzubauen und Im Jahre 1962 dieses Defizit noch von 402 Millionen Dollar im Jahre 1961 auf 416 Millionen Dollar stieg und erst im neuen Jahre in deD ersten vier Monaten ein nicht unbeträchtlicher Rückgang eingetreten ist, vermehrt die israelische Devisenreserve sich in schnell wachsendem Tempo und hat die 500 Millionen-Grenze erreicht. Der Geldumlauf — Bank noten und kurzfristige Bankdepositen steigen schnell, doch Industrie und Handel fehlt es an Betriebsmitteln. Bringt sonst eine solche Erhöhung der Zahlungsmittel Preiserhöhungen mit sich, so konnten hier die Preise in den letzten vier Monaten völlig stabil gehalten werden, ja im April ging der Lebenshaltungsindex sogar erstmalig um über einen Punkt zurück. DEVTSENFUELLE UND INFLATIONSGEFAHR Die Schuld für die schnelle Ausweitung dee Zahlungsmitteiumlaufs wird allgemein dem Einfliessen von Devisen, die in Israelpfunde umgewandele werden, zugeschrieben. Man ist daher wegen der Sorge, dass dies inflationäre Folgen nach sich ziehen kann, keineswegs mehr ganz glücklich mit diesem Strom von Anlagekapital aus dem Ausland. Zsvar hat man diese Devisenfülle noch nicht zum Anvon Dr. KURT 0TTENS00SER (Israel) Arabische Infiltranten Tel Aviv. — Drei arabische Infiltranten wur den von einer israali sehen Patrouille unweit der Gaza - Grenze erschossen. wie ein militärischer Sprecher mirteil te. Der Zwisch?fall ereignete sich an einem Ort, der mehrere Kilometer innerhalb israelischen Territoriums liegt (ITA) lass benutzt, um die strengen Devisenbestimmungen aufzuheben, aber gewisse-Erleiehterungen wurden doch gewährt, und weitere sind zu erwarten. So kann heute der ,'erael-Bürger bereits 400 Dollar pro Monat für Reisen im Ausland zum offiziellen Kurs erhalten, und man will nun darüber hinaus auch den Kauf von Devisen, die aus den privaten Entschädigungsgeldern aus Deutschland stammen, für solche Zwecke gestatten. Bei der grossen Reiselust der Israelis handelt es sich hier um keinesfalls unbedeutende Gesamtbeträge. Der Exporteur ist nicht mehr gezwungen, seine Deviseneingänge sofort der Staatskasse zu verkaufen, sondern kann sie auf Devi senkaiten bei israelischen Banken hinterlegen. REGIERUNG BESCHREI¬ TET NEUE WEGE Das reichliche Einströmen von fremden Geldern nach Israel hat jetzt auch die Regierung bewogen, Aenderungen in der bisherigen Investiticnspolitik eintreten zu lasoen. Die recht weitgehenden Vergünstigungen, die das Investitionsgesstz den Kapitalisten — Besonders denen aus dem Ausland — gewährte und in derei.1 Genuss praktisch fast jeder gelangen konnte der Geld inlsrael investierte, will man jetzt durch eine Selektions-Politik bei der Beurteilung der Investitionen ablösen. Die bisherige Investitionspolitik der Regierung, die im Jahre 1959 zu einer in tensiven Investitionspolitik seitens der Regierung im Ausland geführt hatte, hat reichlich Früchte getragen. Beliefen sich die Investitionen aus dem Ausland im Jahre 1959 nur auf 38,7 Millionen Dollar, so stieg dieser Betrag im Jahre 1962 auf 173,7 Millionen Dollar an. Gleichzeitig aber kennte der Beitrag der Regierung durch die Gewährung von weitgehenden Entwicklungskrediten beträchtlich eingeschränkt werden. HOTEL DAPHNE IHR HOTEL IN HAIFA - Israel VORHERIGE BESTELLUNGEN RATSAM HAIFA. Hadar Hakarmel. Nordaustr. Heute interessieren sich an Investitionen in Israel keineswegs nur mehr Juden aus mehr oder weniger sentimentalen Gründen, sondern auch grosse christliche Konzerne, wie dies auch kürzlich in einem Artikel in der bekannten nordamerikanischen Wochenschrift ..Time“ ausdrücklich hervorgehoben wurde. Die Israel Regierung will nunmehr aber die Investitionsforderung auf produktive Investitionen, besonders in der Industrie abgestellt sehen. Hierbei sollen nicht nur Neugründungen die Investitionsförderung erhalten, sondern auch neue Beteiligungen an bereits bestehenden Unternehmungen, wenn dadurch eine Betriebsausweitung um mindestens 50 Prozent erreicht und ein Teil der zußätzlichen Produktion zum Export kommen wird. Der Kapitalist muss eine feste diesbezügliche Verpflichtung eingehen. Investitionen in Banken und Financgesellschaften sollen künftighin nicht mehr in den Genuss der Sondervergünstigungen gelangen. Aber auch innerhalb der Industrie-Investitionen wird daß Gewicht auf die Errichtung solcher Betriebe, die es im Lande noch nicht, oder nicht in der nötigen Grösse gibt, gelegt werden. Auf der anderen Seite aber soll auch das Einbringen von neuen Produktions-Methoden, von fachlichem Können und Wissen gefördert werden. Auch die gegenwärtige Vergünstigung für Ausländer beim Erwerb ißraelischer Wertpapiere will man bezüglich der Einkommensteuer aufheben lassen, so erklärte kürzlich der Chef der Devisenbewirtschaftung im Finanzministerium, Dr. Dinstein. Hiergegen erhob sich allerdings bereits Protest aus Bank- und Bönsenkreisen. Es wurde dabei darauf hingewiesen, dass die Börse in Tel Aviv noch sehr auf den Zufluss weiteren Kapitals aus dem Ausland angewiesen ist und die gerade erst in Schwung gekommene Investitionstätigkeit ausländischer Kreise auf dem Wege des Erwerbs von Aktienwerten an der Börse — auch über die heute so populär gewordenen Investment - Gesellschaften (Mutual Fonds) nicht geetört werden sollte und dürfte. Auf jeden Fall aber will man, so sehr der Kapitalmangel in Industrie und Handel fühlbar ist, doch die Bremse anziehen, um nicht im Gelde zu ersticken. — Ein Paradox der Wirtschaft Israels. Besorgnis um russische Juden London. — Der englische Philosoph Lord Bertrand Russell erklärte eich besorgt über die Langsamkeit, mit der die Wiederaufnahme des jüdischen Kulturlebens nach der stalinistischen Säuberung vor sich geht. Der ,,Sunday Observer“ berichtete, dass Lord Rusrsell in einem Brief an den Herausgeber der „Istwestja“, der von dieser Zeitung niemals veröffentlicht wurde, daran erinnert hat, dass die Juden während der letzten Lebensjahre Stalins ihrer Velkßkultur und der Mit tel, sich kulturell zu betätigen, vollständig beraubt worden sind. Mit dem Hinweis auf die kürzliehen antisemitischen Veröffentlichungen in der Sowjetpresse erklärte Russell: ,,Ich bin besorgt, dass in den Zeitungen vieler sowjetischer Provinzen Artikel erscheinen, in denen gegen das jüdische Volk als solches eine feindse lige Haltung bezogen wird.“ Er bat um „Verständnis md Sympathie für die Jeden, die so Schweres in Europa erlitten haben, und gab der Hoffnung Ausdruck, dass ihnen die Entfaltung ihrer Kultur zugleich mit religiöser Freiheit und den Rechten als Volksgruppe nach dem Buchstaben des Gesetzes ebenso wie allen anderen nationalen Minderheiten zugestanden werden möge. (ITA) B* „ Wassersport in der Haifa-Bucht NACHRICHTEN AUS ISRAEL WASSER IN DER ARAWA An einigen Stellen in der Arawa wurden bedeutende Wasservorkommen entdeckt, die 20 bis 25 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr zu liefern imstande sind. Aus ihnen wird nach entsprechender Entwicklung der Wasserbedarf ven weiteren 100.000 Einwohnern des Negew gedeckt werden kön nen. Bei hydrologischen Untensuchungen, die von den Wasserbehörden in Israel angestellt wurden und nach mehrjähriger Dauer vor kur- INDUSTRIAL & COMMERCIAL BANK (ISRAEL . LATIN AMERICA) LTD. INCOBA INVESTMENT & TRUST. Co. L<d. ASOCIADO CON BANK IIAPOALIM TEL AVIV — ISRAEL ENCOBA INVESTMENT 6c TRUST Cia. (GALERIA DEL OBELISCO) Av. CORRIENTES 1145 T. E. 35-8586 zem abgeschlosen worden sind, sties man auf grosse Wasservorkommen insbesondere am mittleren und südlichen Lauf des Nachal Araw, im Wadi Paran und im Machtesch Hakatan (Kleinen Mörser). Zur Ausnützung der Was servorkommen sind Bohrarbeiten im Laufe einiger Jahre und im Betrage von einigen Millionen IL erforderlich. aber andererseits sind sie so günstig gelegen, dass man die die Arawa in nordsüdlicher Richtung durchquerende alte Erdölleitung benützen kann, um das Wasser den verschiedenen landwirtschaftlichen Sied lungen zuzuführen. WASSER IN ROSCH HAAJIN Bei Bohrungen, die von der Gesellschaft „Mekorot“ im Quellengebiet von Rosch Haajin vorgenommen wur. den, entdeckte man einen neuen wasserreichen Brunnen. Pumpvensuche ergaben, dass sich seine Ergiebigkeit auf 1000 bis 1500 Kubikmeter Wasser pro Stunde belaufen dürfte. NEUE SIEDLUNGEN 485 landwirtschaftliche Siedlungen, die seit Staats- Gründung aus Mitteln des 'fceren Hajessod — der Vernigten Israel Aktion — gegründet wurden, werden jetzt von der Kolonisation^ Abteilung der Jewish Agency betreut. Ste enthalten 33.000 Wirtschaftseinheiten und werden von 130.000 Menschen bewohnt. Sie eind ein wichtiger Faktor in der israelischen Landwirtschaft geworden, und der Wert ih rer Erzeugnisse beläuft sich auf 40 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Produktion des Landes, die 1962 eine Einnahme von 492 Millionen IL — um 9 Prozent mehr als im Vorjahr — abwarf. Die Kosten «er von der Jewish Agency in diesen Siedlungen im laufenden Jahre zu verrichtenden Arbeiten beziffern sich auf mehr als 88 Millionen IL. Deutscher Jude led. (Camp-Besitzer) En de 40. grosse Erechel nung, vermögend, in der Prov. Santa Fe lebend, sucht Bekanntschaft einer pass. Dame zwecks evtl. Heirat. — Zuschriften mit Bild unter Z. 16 an die Adm. : HOTEL ARMON ♦ ISRAELS SCH0ENES TOURISTENHOTEL :: jDie beste Küche X Angenehmer Aufenthalt » Tel Aviv, Jarkonstr. 90 Tel. 23711 t (Vorherige Zimmerbestellung ist unbedingt erforderlich) Dr. MAX FLESCH Berater für Investitionen und Finanz- * geschaefte in Israt 1 — Lang- und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art | TEL AVIV, Israel — 18, George Eiliot Str. j|