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Jüdische Wochenschau · 1963-06-28 · 2018 (28.6.1963) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2018 (28.6.1963)
Date
1963-06-28
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 28 de Junt* de 1963 LA 9RMAMA ISRAELITA Año XXIV. — Ne. 2918 — 2 Der Bischof und die Juden In seiner Hauptpostille „Die Kirche“ ritt Bischof Dibelius eine heftige Attakke gegen Rolf Hochhuths vieldiskutiertes Schauspiel „Der Stellvertreter“ Es sei eine , sehr billige und höchst naive Manier, Geschichte zu schreiben“, so dozierte Dibelius, wenn man fünf Jah re nach dem Tod Papst Pius XII. behaupte, dieser Papst sei schuld daran gewesen, dass Millionen von Juden während der Herrschaft dee Nationalsozialismus umgebracht wurden sind. Dass Papst Pius nicht öffentlich gegen die Judenvernichtung Stellung genommen habe, möge man schmerzlich bedauern. Darüber könne jedoch eigentlich nur jemand urteilen, der lange genug ähnliche Verantwortung zu tragen gehabt habe und der wisse, welche fürchterliche Atmosphäre in einem totali tären Staat herrsche. Daiss Bischof Dibelius in der Tat die Wirkung antisemitischer Propaganda kennt und dass er in der Lage ist, die Rassenpolitik des Dritten Reiches zu beurteilen, wollen wir nicht bestreiten. Denn er gehörte bereits im Kaiserreich dem chauvinistischen Flügel der evange ltechen Kirche an, der starke antisemitische Tendenzen aufwies. Auch in der Weimarer Republik und in den ersten Jahren des Dritten Reiches machte Dibelius aus seiner ablehnenden Ein Stellung gegenüber den Juden keinen Hehl. So erklär te er 1922 als Oberkonsistorialrai in Berlin: „Unaufhörlich strömt au« den grossen jüdischen Quartieren Polens und Galiziens das jüdische Element nach Deutschland ein... Ganz abgesehen davon, dass die sittliche Qualität dieser neuen Mitbürger vielfach höchst zweift lhaft ist — der Ausländer ahnt kaum, was für ein Prozentsatz der Verbre- Argentinien ohne Wollvorraete das ist eine Tatsache, die für die Preisgestaltung des Bekleidungsfaches für die nächsten Monate massgebend ist. Ausserdem seit 1. Juni erhöhtes Tarifabkommen. Nutzen Sie deshalb die au ssergewöhnliche Einkaufsmöglichkeit. die ich Ihnen aus Anlass der Zusammenlegung meiner Geschäfte biete. Anzüge für Winter und Sommer ab: 2 800 — Mäntel .... ab: 2.800.— Hosen für Winter u. Sommer . . . ab: 650 — Regenmäntel . ab: 2 500 — und vieles mehr, in der bestbewährten St abiloform Verarbeitung! Carlton - Kleidung Ist Klei, düng guten Stils, sie ist meisterhaft gearbeitet und nicht teurer als gewöhnliche Kleidung. Ab 5. Juli einziges Verkauf slokai Maipu 982 von HORST WINCKLER eben, die täglich in Deutschland zu verzeichnen sind, auf das Schuldkonto dieser Ostjuden kommt! —, sondern es ist die unerwünschte Blutmischung, die dem deutschen Volk das einheitliche Fühlen und Wollen so ungeheuer erschwert.“ Jede dieser Behauptungen ist eine Unwahrheit. Die sittliche Qualität dieser Bürger war weder grösser noch kleiner als diejenige irgendeiner anderen Bevölkerungsnen angeblich die Beteili gung der Juden so gross war. Dass hier auch noch Rassen-Probleme angeschnitten werden, wirft nur ein grelles Licht auf diejenigen, die mit der Verbreitung solcher Gedanken dem Nazismus in al len seinen Formen den Weg geebnet haben. Am 3. April 1928 sandte Dibelius in seiner Eigenschaft als Generalsuperintendent der Kur mark von Sowjetexperten m Aegypten London. — Gruppen sowjetischer Raketenspezialisten sind kürzlich in Aegypten zusammen mit beträchtlichen Mengen russischer Geschosse für Luftab wehr und Luftkampf eingetroffen, wie der „Daily Telegraph“ aus Beirut meldete. Die Zeitung schreibt, glaubwürdige« mittelöstlichen Quellen zufolge handele es sich um Personal, dae aus Kuba zurückgezogen wurde. Der Korrespondent sagt voraus, nach der unlängst aus Moskau erfolgten Ankündigung, dass ein neues Abkommen über Sowjethilfe für Aegypten zustandegekommen sei. dürfe man eine Erhöhung der Menge und des Kalibers der <n Nasser gelieferten russischen Raketen erwarten. Ferner berichtet er, dass die Vorarbeiten für die Abschussrampen der sowjetischen Geschosse mittlerer Reichweite in Angriff genommen wurden. Radio Kairo teilte in der vergangenen Woche mit, dass der neue russisch-ägyptische Vertrag als „eine Stärkung Aegyptens auf militärischem und wirtschaftlichem Gebiet“ betrachtet werden könne. Der Korrespondent des „Daily Telegraph“ weist darauf hin, dass der Pakt eimn neuen Schlag für Kennedys Politik bedeutet, welche sich Nassers als Instrument im Mittelosten zu bedienen bezweckt. Es sei bekannt, so fügt er hinzu, dass Aegypten vier Abschussrampen für russische Raketen besitzt dass ver sehiedene Einheiten von Mig-21-Kampfflugzeugen für den Luftkampf ausgerüstet wurden und Instruktoren der Sowjet Marine die Aegypter im Gebrauch von Komar-Geschossen unterweisen, die von Schiffen aus abgefeuert werden. (ITA) Schicht. Dass ein erheblicher Prozentsatz der Verbrechen, die täglich in Deutschland zu verzeichnen waren, auf das „Schuldkonto dieser Ostjuden“ käme, ist eine unerhörte Fälschung der Tatsachen, da der Prozentj satz der Juden bei der Be-! gehung von Verbrechen weit unter ihrem Bevölkerungsan | teil lag, selbst bei ckn heuj te Wirtschaftsverbrechen ge-1 nannten Straftaten bei de MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschät te mit der grössten Auswahl. SARMIENTO 1147 T. E. 35 - 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fach männische Bedienung. seinem Amtssitz in Berlin- Steglitz aus einen vertraulichen Rundbrief an die ihm unterstellten Pfarrer. Darin hiess ee wörtlich: „Für die letzten Motive, aus denen die völkische Bewegung hervorgegangen ißt, werden wir alle nicht nur Verständnis sondern volle Sympathie haben. Ich habe mich trotz des bösen Klanges, den das Wort vielfach angenommen hat, immer als Antisemiten gewusst. Man kann nicht verkennen, dass bei allen zersetzenden Erscheinungen der modernen Zivilisation das Juden tum eine führende Rolle spielt.“ Auch nach Hitlers Machtübernahme bekannte sich DibeLus zu antisemitischen Strömungen Am 3. April 1933, zwei Tage nach dem ersten Judenboykott, liess sich Dibelius willig in die nationalsozialistische Propaganda einspannen Ungeachtet der Tatsache, dass Tau sende Demokraten aller Richtungen in den von der SA eingerichteten Konzentrationslagern und in den „Sturmlokalen“ der Nazis gefoltert wurden, erklärte Dibelius über den Reichsrundfunk: ,An den Schauernachrichten über die blutige und grausame Behandlung der Kommunisten in Deutschland ist kein wahres Wort. Auf Grund dieser falschen Nachrichten hat nun das Judentum in mehreren Ländern eine Aktion gegen Deutschland begonnen. Um diesen Boykott zu brechen, haben die deutschen Nationalsozialisten ihrerseits eine Boykottbewegung gegen das Judentum in Deutschland eingeieitet. Sie ist in absoluter Ruhe und Ordnung verlaufen.“ Ueberlegen wir einen Augenblick: Diese Worte schrieb nicht ein nationalsozialistischer Propagandist nieder, diese Worte waren! nicht für die Volksmassen bestimmt. Eß sind Worte eines Kirchenmannes von grossem Einfluss, eines (evan gelisehen) Bischofs an seine Pfarrer. Es sind Worte der bewusst odei unbewusst falschen Information, Worte der Irreführung, der Abwälzung der Verantwortung und der Schuld von sich auf die anderen. Ei« Bischof billigte den Boykott gegen die jüdischen Geschäfte, jenes Boykottes, der den deutschen Namen verächtlich gemacht hat, weil solche Verbrechen eines Kulturvolkes unwürdig sind. Aber ein deutscher Bischof der noch heute «eine Feder schwingt und gegen die Freiheit des Geistes wettert, der durfte damals wie heute so schreibe«. Hier sitzen die wahren Schuldigen an der Katastro phe, die über das jüdische Volk gekommen war, und die ganz Europa in ihren Strudel ziehen sollte. (Ein zweiter Artikel des Autors über diesem Thema folgt). LA SEMANA ISRAELITA BiSK&LAMAJUO INDEPENDÍENTE 8«. JUtn — PVETMEDON UN, B in. — T. C 28. Juni 1963 6. Timos 5723 USA-Schulung für Isruelis Washington. — Militärische Techniker aus Israel sollen in den nächsten Wochen im Gebrauch der von der USA-Armee verwende ten Hawk-Geschosse unterwiesen werden, wie hier mit geteilt wurde. Daraus geht hervor, dass die Verhandlungen über den Verkauf von Hawk-Geschossen an Israel bald beendet sein dürf ten und der Abschluss des Vertrages bevorsteht. Beamte des Pentagons behaupteten, noch sei kein Abkommen unterzeichnet worden. Obwohl diese Geschosse dazu bestimmt sind, in ge ringer Höhe fliegende Flugzeuge abzuschiessen, so dienen eie Heeresmeldungen zu folge auch dazu den Flug taktischer Geschosse wie z. B. der „Honest John“, der eine Reichweite von 18 Kilo meter besitzt, aufzuhalten. Seit Anfang des vergangenen Monats arbeiten die Militärb.genieure an einem Projekt zur Verbesserung des Hawk, um dessen Ein sitz gegen taktische ballisti- | sehe Flugkörper zu ermög- I liehen die bei Kampfaktio I nen von den Truppen ver- 1 wende; werden, i Ein Heeressprecher eri klärte, dass 114 israelische I Militärs in Bedienung und Gebrauch von Hawk - Geschossen Ausbildung erhalten werde«. Eine Gruppe von 35 israelischen Technikern soll in das Redstone- Arsenal in Huntsville (Alabama) geschickt w'erden, um Materialkenntnisse zu erwerben. Weitere 72 Israelis werden in Fort Bliss in Texaß im August erwartet und dort im Abschuss der Geschosse geschult werden. Im kommenden Jahr sollen sieben Israelis an Instruktion skr ree n in Fort Belvoir teilnehmen, (ITA) ‘OCH ■ F HANkORD Ernst Koppel Herrenbekleidung Maípú 484 I. TE. 31-7845 Herrenausstattung Maipú 982 TE. 31-0357 Teppichhaus - M. 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