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Jüdische Wochenschau · 1963-06-21 · 2017 (21.6.1963) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2017 (21.6.1963)
Date
1963-06-21
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Vierais 21 «le Junio de 19M LA SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2037 — 5 Der Prozess von Basel Basel. — Der Prozess gegen oen Israeli Josef Ben Gal und den östereichischen Wissenschaftler Dr. |Otto Joklik, die beide im vergan genen März als angebliche „israelische Agenten“ verhaftet wurden, hat jetzt stattgefunden. Sowohl Ben Gal wie auch Joklik erklärten, sie seien unschuldig, gegen die Tochter des deut sehen Wissenschaftiere Prof. Goercke Zwang ausgeübt zu haben, damit ihr Vater seine Arbeit in Aegypten abbrechen solle. Joklik gab allerdings zu, illegal in die Schweiz eingereist zu sein. Joklik sagte aus, bei sei ner Ankunft in Aegypten habe man ihm gesagt, er sol le anchemischen Projekten für Indusfrieplanung arbeiten. Jedoch Anfang 1962 ha be man ihn zur Arbeit an militärischen Plänen einschliesslich der Herstellung ven Atomwaffen aufgefordert und ihm sechs ägyptische Assistenten «teilen wollen. Ein anderer in Aegypten tätiger deutscher Spezialist, so berichtete er, sei mit dem Bau von Raketen beschäftigt, welche zur Zerstörung Israels durch Strontium 90 und radioaktives Kobalt dienen sollen. Al« er, Joklik, begriff, dass die Aegypter die Vernichtung Israels planen, habe er sich entschlossen, Aegypten zu verlassen. Damals sei er nach Europa zurückgekehrt, wo Anfang 1963 zwei israelische Agenten in Würziburg Kontakt mit ihm aufgenommen hätten Dadurch habe er Ben Gal kennengelernt, den er mehrmals getroffen habe, und der ihm erzählte, er suche die Verbindung mit den Familien der in Aegypten angestellten deutschen Spezialisten aufzunehmen, damit diese ihre Arbeit für Nasser aufgebsn sollten. Ben Gal sagte aus, er sei nach Absolvierung seine« Militärdienstes in Israel Jugenderzieher geworden und im Aufträge des Erziehungsxninisteriums nach Europa gereist. Den Kontakt mit Joklik habe er „auf Bitte ei nes Freundes“ aufgenommen. Dies wäre nicht im Rahmen der ihm als Erzieher übertragenen Aufgaben geechehen. Er leugnete, jemals israelischer Geheimagent gewesen zu sein, sondern er habe aus reinem Patriotismus gehandelt. Während der Aussage von Dr. Joklik machte Dr. Georg Brunschwig, der Vertei dlger Ben Gals, das Gericht darauf aufmerksam, dass sich die ganze Anklage einzig und allein auf die Aussagen von Heidi Goercke, der Tochter des deutschen Wissenschaftlers Paul Goerkke stütze, der heute in ägyptischen Diensten steht und dessen ganze Familie jetzt in Aegypten lebt. Er fragte die Richter, ob man von einer «olchen Zeugin freie und offene Worte erwarten könne. AUSSAGEN DER ZEUGEN In dem Prozess gegen Ben Gal und Joklik wurden neue Zeugen vorgefiihrt Ein Fräulein Doris Amadez, Freundin der Familie Goerkke, die die Zusammenkunft zwischen Heidi Goercke und Ben Gal mitangesehen hatte. erklärte. Ben Gal habe An unsere Leser Aus technischen Gründen kann die 6. Fortsetzung des Reiseberichts in der heutigen Aucgabe der Jüdischen Wochenschau nicht erscheinen. Redaktionsschluss dieser Ausgabe mit Rücksicht auf den gestrigen Nationalfeiertag am Mittwoch, den 19. Juni um 17 Uhr. Heidi Goercke gedroht, wenn ihr Vater nicht seine Arbeit in Aegypten aufgebe, würde dies „Menschenleben ko steil“. Sie konnte aber keine zusammenhängende Beschreibung de« Vorgefallenen geben. Einer der drei Poliz.sten, welche auf Ersu chen der deutschen Polizei von Freiburg das Zusammentreffen beobachteten, sagte aus, man habe wohl sehen, jedoch nichts hören können. ,,Es schien eine gewöhnliche geschäftliche Unterhaltung zu sein“, führte er au«, „bei der eine höfli che Haltung gewahrt wurde und keine lauten Worte fielen.“ Beide Angeklagte beschrieben die Unterredung mit der Goercke im Hotel Drei Könige in Basel. Ben Gal versicherte, es niemals die Rede davon gewesen, was Prof. Goercke geschehen könne, wenn er Aegypten nicht verlassen sollte. Man habe seine Tochter nur darauf aufmerksam gemacht, daes ihr Vater durch die Art seiner Arbeit automatisch ein Kriegsverbrecher werden würde, weil er sich an derartigen Projekten be teilige. Heidi Goercke habe selbst versichert, ihr Vater würde diese Arbeit gern aufgeben, wenn er nicht fürchten müse, dass ihm etwas Aehnliches zuctossen könne wie seinem Kollegen Krug, der von den Aegyptern entführt wurde. Ben Gal sowohl wie Joklik sagten aus, jüe Goercke habe sich daran interessiert' gezeigt, dass ihr Vater Aegypten verlassen solle, und sogar darüber mit ihnen diekutiert, wer die Reisekosten für seine Rückkehr nach Deutschland tragen solle. Ben Gal gab an, er habe mit ihr verabredet, sie am 5. oder 6. März anzurufen, damit rie ihm mitteile, wann sie nach Aegypten zu reisen gedenke. Am 2. März wurde er und Joklik verhaftet Sowohl Ben Gal als auch Joklik leugneten, der Goerk ke ein Ultimatum gestellt zu haben, die sich auch in dieser Sache widersprach und zueret ein Datum im April und dann im Juni erwähnte. Ben Gal und Joklik betonten, sie hätten den Versuch unternommen, die Abreise Goerckes aus Aegypten durchzusetzen, weil dieser ihres Wissens nach niemals ein Nazi gewesen sei und auch nie Sympathien für die Nazi« bekun det habe. Fräulein Goercke erschien vor Gericht ,n Begleitung eines Aegypters mit Namen Dr. Sameh, der behauptete, der Arzt der Zeugin zu sein, die vor kurzem eine Operation durchgemacht habe. Man glaubt jedoch, dass es sich um einen ägyptischen Geheimagenten handelt, der sie bewachen sollte. Der Bruder der Goercke. Reiner, wurce ebenfall« als Zeuge verhört. Der Verteidiger Dr. Brunschwig fragte ihn, ob es wahr sei. dass er behauptet habe, er würde „einer Jude« auf den ersten Blick erkennen“, worauf der junge Mann folgende Antwort gab: „Natürlich erken ne ich die Juden auf den ersten Blick. Zuerst einmal erkenne ich sie an der Form ihrer Hände Alle Juden haben kurze und dicke Hände. Auch an ihren Gesichtern erkenne ich sie, denn sie tragen besondere Züge. Ich habe einmal in einem Buch eine Abbildung von einem Juden gesehen.“ Da« Gericht hörte diese Ausführun gen höchst interessiert an. denn sie hä*ten aus der be^ sten Naziquelle stamme« können. DER STRAFANTRAG Staatsanwalt Dr. Karl Wieland beantragte eine Freiheitsstrafe von 3 Monaten bis zu 3 Jahren, ohne Ver büesur.g, für Josef Ben Gal, und 100 Tag-.- Gefängnis für Otto Joklik sowie für beide e.'ue Geldstrafe von 1000 schweizer Franken. Er fügte hinzu, er sei bereit, ihnen die Untersuchungshaft anzurechnen. Ferner beantragte er beiden Angeklagten für 15' Jahre das Betreten der Schweiz zu verbieten. Eine überraschende Erklärung machte der Rechtsvertreter der Familie Goercke, der sagte, die Familie würde mit einer Strafe von 1.000 Franken, ohne Freiheitsentziehung, einverstanden sein und die beiden geschädigten Kinder, Heidi und Reiner Goercke würden die gleichen Beträge für einen wohltätiger Zweck stiften. Der Staatsanwalt zeigte in seinen Ausführungen Verständnis für die Lage Ben Gals und die Gründe, die diesen zu seinen Handlungen gezwungen hätten. Er betonte, dass die Schweizer „die Gefahr verstehen, in der sich Israel durch die Haltung der deutschen Wis senschaftler befindet, welche in Aegypten am Bau von Atomwaffen arbeiten“. Dies bedeute jedoch nicht, dass die schweizer Behörden Uebertretungen der Gesetze dulden könnten. Dr. Wieland bemerkte, während seiner offiziellen Gespräche mit Ben Gal habe sich ein „gegenseitiges freundschaftliches Verhältniß“ zwischen ihnen gebildet und er habe den Patriotismus des Israe li schätzen gelernt. Obwohl er die Gründe Ben Gals verstehen könne, aus denen dieser seine Identiät nicht preisgeben wollte, träfen diese in gewissem Maese auch auf Dr. Joklik zu, den er allerdings beschuldigte, „für eine fremde Macht gearbeitet zu haben“, sowohl in diesem Fall wie auch in der Vergangenheit. Vor der Rede des Staatsanwalts hatte der Verteidi ger Ben Gals, Dr. Brunschwig an Joklik Fragen gestellt, der zugab dass die ägyptische Aufrüstung schwere Folgen für Israel haben könne. Als Spezialist für radioaktive Energie könne er sagen dass riesige Anlagen für diese Zwek ke in Aegypten nach dem kürzlichen K. uf von Rohmaterial für strategische Verwendung errichtet worden seien. Ben Gal hatte in seiner Aussage behauptet, Ae gypten sei heute in der Lage, annähernd 100 Raketen mit radioaktiven Köpfen und auch andere nicht konventionelle Waffen herzustellen. Einleitend hatte der Gerichtspräsident die Goercke aufgefordert, verschiedene Widersprüche in ihrer Zeu genaussage aufzuklären. Das Mädchen war von Aegypten nach Basel gekommen, um ale hauptsächliche Belastungszeugin aufzutreten. Sie widersprach sich mehrmals und brachte die Vorgänge bei ihren zwei Zusammenkünften mit Joklik durcheinander. Richter Heberli i'ess ihr das Protokoll ihrer ersten Erklärung vorlesen, die sie im ägyptischen Runofunk gemacht hatte. Dort hatte sie behaup tet, Joklik habe ßie und ihre Familie bedroht. Vor Gericht erwähnte sie hiervon nichts. Dr. Brunschwig nahm die Zeugin ins Kreuzverhör, wo sie sich mehr mals in Widersprüche verwickelte, so dass der Verteidiger nur kurz feststellte: „Fräulein Goercke hat sich «o oft widersprochen, dass sie be; der einen oder anderen Gelegenheit nicht die Wahrheit gesagt hat.“ Er bat sie zuzugeben, welche ihrer Aussagen falsch ge wesen sei. Hierauf murmelte die Zeugin eine unverständliche Antwort. Der Richter forderte sie auf, sich zurückzuziehen und gut nachzudenken, da sie sich der Folgen einer falschen Zeugenau«sage bewusst sein müsse. DAS URTEIL Die ägyptische Drohung, Israel zu vernichten, wurde vom Präsidenten des Gerichtshofes zur Sprache ge bracht, der in dem Prozess gegen Josef Ben Gal und Dr. Otto Joklik das Urteil von zwei Monaten Gefängnis verkündete. Die Strafen werden vom Datum der Verhaftung am 2. März angerechnet, so ds«s beide Angeklagte sofort in Freiheit gesetzt wurden. SYMPATHIE FUER ISRAEL In der Verkündung des Urteils, das von einer aus sechs Personen bestehenden Jury bestimmt wurde, betonte der Gerichts-Präsident Dr. Emil Heberli, da« Ge rieht sei zu der Ueberzeugung gelangt, dass Ben Gal „ein anständiger und ehrenhafter Mensch“ ist und sein Versuch, den deutschen Wissenschaftler Dr. Paul Goerkke zur Aufgabe seiner Arbeit in Aegypten zu veranlascen, zu welchem Zweck er seiner Tochter Heidi gedroht haben soll, nur „auf glühenden Patriotismus“ zurückgeführt worden müsse. Dr. Heberli fuhr fort: „Wir sind der Ansicht, dass zwischen Israel und Aegypten ein erklärter Kriegszustand herrscht; wir sind der Ansicht, dass Israel sich in einer Situation befindet, in; der es sich verteidigen muss; wir sind der Ansicht, j dses bedeutende ägyptische I Staatsmänner und Politiker ' ihre Meinung, dass Israel i vernichtet werden müsse, i nicht verheimlicht haben;! wir sind der Ansicht, dass , Aegypten einen Raketenkrieg gegen Israe] plant und dass deutßche Wissenschaftler bei diesen Plänen zur Zerstörung Israels eine wichtige Rolle spielen...“ Ein späterer Passus des Urteils lautet: ,,... Wir eind nicht berufen, in dem arabischisraelischen Streit eine Meinung zu äussern, aber diese politische Frage kann von dem Fall, über den wir zu Gericht sitzen, nicht ge j trennt werden. Es ist offen-! sichtlich, dass unter den politißchen Gegebenheiten Israel sich gezwungen sieht, manchmal zu Massnahmen zu greifen, die nicht völlig legal sind.“ Hierauf erklärte Dr. Heberli, „das Gericht hätte wohl Verständnis für diese Tatsachen, doch die Richter seien gehalten, den Fall zu prüfen und nicht zu gestatten, decs sich derartige Aktionen auf schweizer Territorium abspielen“. Er erin nerte an das erste Zusammentreffen zwischen Ben Gal und Joklik und verwies auf die Zeugenaussage der Heidi Goercke die zu scharfen Beanstandungen sowohl vonseiten der Richter wie der Verteidiger Anla?« gegeben hatte. Er nannte Fräu lein Goercke „keine ideale Zeugin“ und stellte fest, dass sie sich verschiedentlich widersprochen habe. Dies so fügte er hinzu, gej schähe zwar mit vielen Zeuj gen, wenn zwischen der Tat j und der späteren Zeugenau« i sage eine lange Zeit verflie. sse. Was jedoch hier schwerwiegender sei w'äre die Tat Sache, dass Heidi Goercke immer noch unter gewissen Einflüssen «teht. Diese Bemerkung galt dem Aegypter Sameh, der sich als Arzt ausgebe, von dem man jedoch glaube, dass er ein Geheimagent ist, der den Auftrag habe, das Verhalten des Mädchens zh beobach ten. Ueber die Beweggründe Das Begraebnis des Papstes Rom. — Eine Delegation in Vertretung der Walt judenneit kam nach Rom, um an den Beisetzungsfeierlichkeiten teilzunehmen, die nach Beendigung der 9tägigen Trauerzeit um Papst Jehannes XXIII. angesetzt waren. Der Delegation gehören Maurice Fisher, lerael Botschafter in Italien, Schmuei Tsur. Botschafter in der Schweiz, an, sowie Gerhard Riegner, Koordinations-Direktor das Jüdischen Weltkongresses und Mitglied der Exekutive des J.W.K.. Dr Sergio Piperno, Präßident des Verbandes jüdischer Gemeinden in Italien. Dr. Paul Jacob, Präsident der europäischen Bne Brit, Dr. Ernst Ludwig, europäischer Direktor der Bne-Brit, Fritz Becker, ständiger Repräsentant des Jüdischen Weltkongresses in Rom. „Zum ersten Mal in der Geschichte beteiligt «ich eine Delegation der Weltjudenheit an de« Begräbnisfeierlichkeiten für einen Papst, erklärte Dr. Riegr.er bei seiner Ankunft. (ITA) Alliierte waren informiert Hätten die Alliierten das Vernicntungslager Auschwitz während des letzten Krieges in ihre Luftpombardements eingeschlossen, so wären vielleicht — ja, wahrscheinlich — viele Tausende gerettet worden. War um kam es nicht dazu? Dieee Frage wird in England seit einiger Zeit lebhaft erörtert. Im Eichmann-Prozes« hatte der damalige israelische Generalstaatsanwalt G. Hausner als Träger der Anklage Dokumente vorgelegt, nach denen die Spitzenführung der Royal Air Force zu einem Bomber- Einsatz gegen Auschwitz aufgefordert worden war, den Vorscnlag aber mit dem Hinweis auf „übergrosce technische Schwierigkeiten“ (?) abgelehnt hätte. Auf diese Feststellung bezogen sich kürzlich Leserbriefe in den führenden londoner Zeitungen. Sie veranlassten einen Sprecher des britischen Luftwaffen-Ministeriums zu der Erklärung, dr«s dem Ministerium niemals etwas von einer solchen Aufforderung des alliierten Ober komm andos bezw. der englischen Regierung bekannt geworden sei. Im gleichen Sinne äuserte sich auch kürzlich in der englischen Tagespresse Sir Arthur Harris als damaliger Chef des Bomber-Kommandos. Andererseits publizierte das Yvo-Institut für jüdische Gegenwerts - Forschung (New York) unlängst den Text einer Geheimdepesche, die jetzt in einem der londoner Regierungs-Archive gefunden worden ist. Das Telegramm war am 24. Augrßt 1943 von der polnischen Exilregierung, die in London Jokliks äusserte Dr. Heberli zwar einige Zweifel, gestand ihm jedoch zu, dass er aus moralischem Antrieb gehandelt habe da er ja Aegypten verlassen und sich zugunsten Israels zu betätigen entschlossen habe. Dr. Heberli rechtfertigte die Gefängnisurteile mit dem Hinweis, dass „Obwohl das Gericht von den Vorgängen Kenntnis habe, das Grundprinzip der schweizer PolitiK die Neutralität sei und kein Geiichtshof bei der Ausübung seines Amtes Sympathie oder Antipathie mit einer der beiden Parteien bekunden dürfe.“ Die Richter hatten sich während zehn Stunden zur Beratung zurückgezogen, und eine gros«e Menschenmenge wartete im Hof des Gerichtsgebäudes wie auch in den umliegenden Strassen auf die Verkündung des Ur teils amtierte, wahrscheinlich auf Umwegen, über neutrale Mittelsmänner, an ihren Vertreter in Warschau gesandt worden. Es hatte folgenden Wortlaut: „Im Hauptquartier der englischen Militärführung ist man bereit, Auschwitz und dort insbesondere die Produktionsstävten für synthetischen Gummi, synthetL «ches Benzin, usw. mit Bomben zu belegen. Wir unsererseits streben danach, dass dieses Bombardement zugleich zur Rettung der in Auschwitz internierten Juden führt. Dazu brauchen wir eure Unterstützung wie folgt: sorgt für die Befreiung der Gefangenen, wenn es soweit ist, und helft ihnen «ofort nach dem Born, bardement nach besten Kräften.“ Weiter hiess es in dieser Depesche die mit der Geheimschrift „Orkan“ unterzeiennet war und das Aktenzeichen L. dz. K. 4514/43“ trug: Lasst uns genau wissen, wo sich die massgebenden strategischen Bombardementsziele befinden, damit Präzisionswürfe möglich sind und so wenig Menschenleben wie möglich zum Opfer fallen. Unterrichtet uns auch über eure Stellung zu dem ganzen Plan und gebt uns Anregungen für die Einzelheiten der Durchführung. Findet Wege, den Gefangenen rechtzeitig mitzuteilen. was geplant ist. Die Aktion soll durchgeführt wterden. wenn «ich die Nächte zu Beginn des kommenden Herbstes verlängern.“ Herr M. Silberberg vom Yvo-Institut, der für die Echtheit dieser Depesche bürgt, fügt seiner Publikation hinzu dass die Regierung Churchill über das Ausmass der von den Nazis in Polen und besondere in Auschwitz verübten Massenmorde noch besser als die in den polnischen Ghetti eingesperrten Juden informiert gewesen sei. Nach seiner Ueberzeugung entsprechen die jetzt vom britischen Luftfahrtß-Ministerium und von Sir Arthur Harris gegebenen Erklärungen nicht den Tatsachen. Hier handele es sich um eines der Kriegsgeheimnisse, deren Aufklärung dringend geboten sei. Wiedergewaehlt New York. — Murray I. Gurfein ist als Präsident des United Hias Service wiedergewählt worden. Der ehemalige Senator Herbert Lehman wurde Ehrenvorsitzender der Organieation. (ITA) Wir freuen uns, die BARMIZWAH unsere« Sohnes ANDY mitzuteilen, die am Sonnabend, den 29. Juni, in der Synagoge Lamroth Hakol, Florida, Caseros 1450, stattfindet. ERNST und RUTH WEISZ Empfang: 11 Uhr 30 im Saal der Synagoge. Warnes, 1075 Florida

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