Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2015 (7.6.1963)
- Date
- 1963-06-07
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
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£ — Vienes, 7 de Junio de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Afio XXIV. — No. 2615 Eine interessante Analyse (Schluss von Seite 1> schrumpft «eien. Immerhin bleibt die Zahl der Gruppierungen, die unter rechtsradikalen Parolen um Mitglieder werben, beachtlich. Die beiden grössten rechtsradikalen Jugendorganisationen, „Bund vaterländischer Jugend“ und „Bund Heimattreuer Jugend“ sind infolge staatlicher Verbotsmassnahmen in vier unbedeutende Rest- und Nachfolgegruppen zerfallen. Heute haben, wie wir dem Bericht entnehmen können, die rechtsradikalen Jugend- und Studentenorganisationen mit insgesamt 995 Mitgliedern — gegenüber 2.100 im Jahre 1961 — den tiefsten Stand seit dem Kriegsende erreicht. I Etwa 200 Hintermänner, Funktionäre und Aktivisten, wie sie im Bericht bezeich net werden, seien darum bemüht, jugendliche Gefolgschaft zu werben. Trotzdem diese Bünde und Vereinigun gen nicht von irgendeiner Bedeutung seien, werden sic genau beobachtet, ihre Zusammensetzung analysiert und die erforderlichen Konsequenzen von den berufenen Dienststellen gezogen. Meist handelt es sich um solche Jugendliche, deren Eltern auch heute noch eingefleischte Nazis sind und ihren Kindern das erforderliche Material zur Verfügung stellen. Die Anhängerschaft rechtsradikaler Ver einigungen ist zwar im Laufe des Jahres 1962 von 20.800 auf etwa 14.900 zurückgegangen, immerhin verlangt 6ie uneingeschränkte Acht-! Dr. FREY ABOSADO PUEVRREDON 2190 ♦ 1* ixq. nachm. 16—19 Uhr T. E. 83-2613 I REAL PENj Füllhalter REPARATUREN 1 Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 - Jaime Liebling; s. a. : SPERRHOELZER * HOELZER; : DIAZ VELEZ 5224 : ■! Tel.: 89-9349. 33-9305 J PftOPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GIESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN V1RREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 samkeit der verantwortli chen staatlichen Organe. Zu diesen Mitgliedern gehören laut Bericht auch die sogenannten „Entnazifizierungsgeschädigten“. — Die rechtsradikale Presse dagegen hat offensichtlich an Einfluss gewonnen, was mit der rückläufigen Mitgliederbewegung der gleich geeinrten Gruppen in einem auffallenden Widerspruch steht. Im Jahre 1959 betrug die Gesamt - Auflage der rechtsradikalen Zeitungen, Zeitschriften und Informationsdienste etwa 130.000 Stück, 1961 bereits 160.300 und heute (bei Berichtsschluss 1962) sogar 191.700 Exemplare. Man vertritt in dieeem Zusammenhang die Auffassung, dass diese Steigerung im wesentlichen auf die höhere Auflagenziffer und Verbreitung einer einzigen, allerdings nicht genannten Zeitung, zurückzu führen sei. Man geht wohl nicht in der Annahme fehl, dass en sich hierbei um die „Deutsche National Zeitung und Soldatenzeitung“ han delt, die sich hart am Rande nazistischer Argumentationen bewegt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat im Jah re 1962 nicht weniger als 13 Neuerscheinungen' nationalsozialistischer Buchverlage erfasst, die Anhaltspunkte für antisemitische und antidemokratische Tendenzen aufwiesen. Gegen den Autor der unter dem Psepdonym William Bleibtreu erschienenen Hetzschrift „Kleine Charakteristik des jüdischen Volker,“ sowie in mehreren weiteren Fällen sind Strafverfahren eingeleitet worden. Man muss sich darüber im Kiaren sein, dass der Rechtsradikalismus trotz der geringen Zahl seiner Anhänger eine Gefährdung für die öffentliche Sicherheit bildet, weil man nicht weiss, wie grosß die Zahl der geheimen Sympathisanten ist, die heute aus opportunistischen Gründen nicht in Erscheinung treten. Der Bericht des deutschen Bundesinnenministeriums lässt diesen Gesichtspunkt nicht ausser Betracht, wenn auch natürlich die Frage der Bewertung dieser Unbekannten vom Standpunkt des Betrachters abhängt. Niemand kann mit Sicherheit erklären, ob nicht ein kleiner Stimmungswandel, von wirtschaftlichen Problemen ausgelöet, zu einer erheblichen Umformung des heutigen Bildes führen kann. Jedenfalls dürfte eine gesunde Skepsis am Platze sein, wenn man die gemachten Erfahrungen nicht ausser acht lässt und sich vor Augen hält, wie schnell Wähler radikalen Parolen unterliegen. Die hier von den Nazis geleistete Vorarbeit darf niemals vergessen werden. \ JUDITH s >. SCHENKOLEWSK! , < KULTUSSTICKEREIEN *! } Schahbosdecken * Tallis-? % beute] - Käppchen - Mazv 5 zot-Taschen Hand- und J>? Maschinensticker«; von l 5 Bett und Tischwäsche j > Dr. P. I. RIVERA 2585 \ i (fr. Bebedero) } i T. E. 73-9153 •' Selbst wenn es sich um Einzelerscheinungen handeln sollte, bleiben die Vorfälle, die jetzt erwähnt werden, Grund für Bedenken, Ueberlegung und Vorsicht. Das Landgericht Dortmund hat in einem Urteil gegen die Führer eines Jugendbundes ausgeführt, „dase die Angeklagten bestrebt waren, der Staatsidee des Nationalsozialismus zur Wiedergeburt zu verhelfen“. Rassistische Gesichtßpunk te spielen in dieser dunklen Welt verschrobener Ideologien noch immer eine Rolle. Es ist eigenartig, in welcher Form hierbei der Europa- Gedanke hineingearbeitet wird. Europa erscheint plötzlich als das „Europa der Vaterländer“. Natürlich sollen die nationalen Eigenarten und Werte bewahrt bleiben. Man debattiert in diesen Kreisen, wie die „Gefahren der Rassenmischung“ vermieden werden könnten. Man diskutiert keineswegs nur im eigenen Kreise. Auch die national-chauvinistischen Parteien anderer Länder fallen in diesen Chor ein. In einer gemein samen Erklärung „der nationalen Kräfte Europas“ proklamieren sie sich selbst als „eine europäische Ge. meinschaft des Blutes und des Geistes“, deren Ziel die Bildung eines „Bundes Europäischer Nationen“ ist. Die Verwirklichung dieser Vorstellungen wird aber mit der Forderung der deutschen Wiedervereinigung verbunden; erst wenn diese vollzogen ist, könne an den Bund der Europäischen Nationen gedacht werden. Die Verbindung mit den nationalen Parteien einiger anderer europäischer Länder stellt natürlich eine Gefahr dar; denn schon einmal hat eine Fünfte Kolonne die Existenz Europas unterhöhlt und zertrümmern helfen. Wie es in dem interessanten Bericht weiter heisst, sind antisemitische Tendenzen selten. Jedenfalls treten sie nur ausnahmsweise offen hervor. Warnend bemerkt dann der Berichterstatter; „Doch sollte diese Entwicklung nicht zu generellen Schlussfolgerungen verleiten. Zweifellos geht die Abnahme des in der Oeffentlichkeit bemerkbaren Antisemitismus in der Regel nicht auf einen Gesinnungswechsel seiner Anhänger zurück“. Diese Mahnung WVWVWWUWAW; i JACOB LAPIDUS dipi. Möbel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2637, 4,. B. t 46-1716 arid 48-2124 £ i MOHEL H. PLAKSIN Superi 2719 | 1. E. 76-6784 u. 76-2311 $ 5 zeugt für den Ernst mit dem dieser Bericht abgefasst worden ist denn er enthält eich sinnloser Schönfärbereien. Auf jüdischer Seite sollte man diese kritische Bemerkung doppelt achtsam zur Kenntnis nehmen. Aber es gibt doch noch eine antisemitische Propagan da und Literatur, die vor allem von Mitgliedern der verbotenen Ludendorff-Bewegung verbreitet wird. Hier werden sogar die in Deutschland lebenden, wenigen Juden als „Feinde der Reichsgründung 1871 — Feinde der Wiedervereinigung heute“ angegriffen! Je sinnloser die Beschuldigungen sind, desto glaubwürdiger erscheinen sie denen, für die solche Worte auch jetzt noch Musik bedeuten. Während die antisemitische Literatirr innerhalb Deutschlands geringer wurde, hat die vom Ausland nach Deutschland geschickte antisemitißche Propaganda nicht unerheblich zugenom men. Manche dieser Schriften weisen eine Aehnlichkeit mit dem NS-Schmutzblatt „Der Stürmer“ auf. In diesem Zusammenhang wird auch wieder das Christentum angegriffen, dessen Glaubenslehre „aus ernsten Gründen für uns (hier meinen sich die Naziß selbst) unheilvoll“ ist, weil sie die „seelenmörderische Kluft aufreisst zwischen Heilslehre und Rassenerbgut im Unterbewusstsein und Glauben, beßonders zwischen Rassencharakter und moralischen Wertungen“. Eine Gesell Schaft „für Erbgesundheitspflege“ prangert den „biologischen Hochverrat unserer Zeit als schändlichste Ehrlosigkeit“ an. In dem, was rechteradikale Gruppen als Kulturpolitik anbieten, finden sich viele Ausdrücke aus der rein nazistischen Terminologie. Die „ererbte deutschbewusste Lebens- und Denkweise“ soll vor Ueberfremdung geschützt werden. Die Regierung wird angeechuldigt, eine Verdummungspolitik im Erziebungswesen zu betreiben und die Vertreter der nationalen Kulturrichtung als Parias zu behandeln. — Man sieht, dass die Phraseologie sich wenig geändert hat. Natürlich spielt die Frage nach der Kriegsschuldauch Dr. J. P. Krell Bieber INNERE MEDIZIN n. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt. Frei. 15-20 Uhr 3 de Febrero 2030 76-6266 Privat 52-7734 Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ansfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 heute wieder in diesen Kreisen eine Rolle. Man bemüht sich, die Verantwortung auf andere abzuwälzen, Mit¬ oder Alleinschuldige zu finden und dieses Thema zur Aufwühlung der Leidenschaften ki innenpolitischen Kämpfen aufzurollen. Die deutschen Rechtsra dikalen finden eine unerhoffte Partnerschaft in den rechtsradikalen Kreisen der Emigration aus den Ostländern, die sich nicht nur in Deutschland sonrern auch anderswo unliebsam bemerkbar machen. Allen vor an sind hier die kroatischen und ungarischen Faschisten, aber nicht nur diese, zu nennen. — Wenn man zunächst diese Teile des ausführlichen und gründlichen Berichtes berücksichtigt, so wird man schon jetzt die Frage aufwerfen können, ob nicht über die bisher üblichen Kontroll- und Strafmassnahmen hinaus Mittel ergriffen werden sollten, um solchem Unwesen auch dann Einhalt zu gebieten, wenn es heute nicht sonderliche Gefahren heraufbeschwört. In allen diesen Fällen liegt ein offensichtlicher Missbrauch demokratischer Freiheiten vor, die dazu benutzt werden, um die Demokratie und den Frieden zwischen Menschen, Rassen, Völkern und Glaubens - Gemeinschaften zu stören.. Gerade die Lehre, die von der Weimarer Re. Confitería NIZA \ | Servicios de lunch de categoría £• SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE: 76-0286 73-1049 Psychologische Beratung HABEN SIE EIN PROBLEM? TRAGEN SIE AN EINER SEELISCHEN LAST? Dann wenden Sie sich an Livia Niumann Verlangen Sie Sprechstunde: 32-0684 zwischen 9 und 11 Uhr M SEMANA ISRAELITA Bisemanario — .parece .os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Virantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrreddn 2190. I* izq T. E. 83-2613 80-6930 Abono- Preise; Argentinien. t 100.— pro Quartal Ausland $ 600 — jährl publik erteilt worden ist, sollte über die einfachen polizeilichen und strafrechtlichen Aktionen hinaus zu einem weit wirksameren Schutz der echten Freiheiten führen. So erfreulich Erkenntntese und Feststellungen sind, sie genügen nicht in der Ausein. andersetzung mit Gegnern, die international organisiert sind und vor keinen Mitteln zurückschrecken. GESUCHT selbststaendige Wirtschafterin für älteres Ehepaar. Schönes Eigenzimmer T. E. 791-623« KINDERARZT Dr. SAMUEL CO RN MEDICO DEL HOSPITAL DE NINOS VIRR. LORETO 1756, 2° SPRECHZEITEN T. 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É. 76-8673 und 73-850C¡ lE£££ïï:ZÏISISaiSÏÎIÏ3S5SII*ÊSrïïS££*51ïal!SBMS«SlSIRlISa«il3i' > «. ♦ m «♦«♦♦♦♦♦*♦♦♦♦♦♦♦♦♦-; Dr. L. KLEIN - Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: [Montag, Dienstag. Mittwoch u. Freitag von 15— IS Uhr;; r Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anaumelden... SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542: ^4,44 + o-e-e ♦ e-e ♦♦♦♦eoeeo + Qoeoooeeoeeooo+ee-.