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Jüdische Wochenschau · 1963-05-24 · 2013 (24.5.1963) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2013 (24.5.1963)
Date
1963-05-24
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes, 24 de Mayo de 1963 JÜDISCHE WOCHENSCHAU AB« XXIV. — Ne. 2613 Für Frieden in der Welt (Schluss von Seite 1> 590) folgten die Päpste bis zur Reformation fast ausnahmslos den Grundsätzen der Justinianischen Gesetzgebung: Schutz des Lebens und des Gutes gegen jeden Angriff, freie Ausübung des Kultus, Absonderung von den Christen im öffentli chen, aber auch im privaten Leben usw. Papst Gregor I. selbst versuchte durch „Milde und Güte“, wie von ihm berichtet wird, die Juden zum Christentum zu be kehren. — Leo VII., der im 10. Jahrhundert auf dem päpstlichen Stuhl sass, gab dem Erzbischof von Mainz das Recht, die Juden zu vertreiben, wenn sie sich nicht be kehren liessen. Alexander II., der etwa 100 Jahre später lebte, war ein edelmütiger Papst und bestätigte die französischen Bischöfe in ihrer Würde, die gegen Judenverfolgungen aufgetreten waren. — Papst Calixtus II. (1119 bis 1124) erliess zugunsten der Juden eine Bulle „Sicut Judaeis non“, die von den meisten seiner Nachfolger wiederholt wurde. Die Juden wurden durch diese Bulle zu Schützlingen des Papetes erklärt, Zwangstaufen wurden verboten; es wurde aufs strengst« unter sagt, die Juden ohne richterliches Urteil an Leib und Leben oder am Vermögen zu schädigen, sie zu Leistungen zu zwingen, zu denen sie nicht verpflichtet waren, ihre Gottesdienste und ihre Feste zu stören oder ihre Friedhöfe *u schänden. — FREY GADO PUEYRREDON 2190 1* ix«. nachm. 16—19 Uhr T. E. 83-2613 REAL PEN: Füllhalter? REPARATUREN ♦ Spezialgeschäft t CORRIENTES 569 \ T. E. 49-5850 j Jaime Liebling! S. A. j SPERRHOELZER } HOEIZER* DIAZ VELEZ 5224; TeU 89-9349, 33-9305; PR0PIEDADES FRANKENBERG S. R. L. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 Den Höhepunkt der judenfeindlichen Politik dagegen erreichten die Päpste Innozenz III. und Bonifazius VIII., worüber hier nicht im einzelnen berichtet werden kann. — Papst Martin V. (1417—1431) schützte die Juden in Italien und Spanien, für die er eine besondere Bulle erlassen hat. Er verbot den Predigern, ju denfeindliche Reden zu halten, was an heutige Zeiten merkwürdig erinnert. Es kennte nicht festgestellt werden, ob sich damals, vor 550 Jahren, die Prediger der Kirche strenger an die Anweisungen de,3 Papstes hielten, als dies heute der Fall zu sein scheint. — Einhundert Jahre nach diesem judenfreundlichen Papst sass Paul IV. auf dem Thron Petri, dessen im Jahre 1555 erlassene Bulle „Cum pimis ateurdum“ ein Dokument hemmungslosen Hasses ist. So wechselten „gute und schlechte“ Päpste im Laufe der Jahrhunderte einander ab. Papst Leo XIII. war ein Judengegner, der während des Dreyfus-Prozesses eine stark judenfeindliche Haltung einnahm, obwohl das an dem Juden Dreyfus verübte Unrecht ausser Zweifel stand. Dagegen war Pius X. den Juden freundlicher gesinnt; er empfing übrigens auch Theodor Herz] in privater Audienz, der ihn über seine zionistischen Pläne unterrichtete. Pius XI. stand dem Palästina-Aufbau ablehnend gegenüber, weil er um die Heiligen Stätten fürchtete, ein Argument, das eich nach Errichtung des Staates Israel als völlig verfehlt herausgestellt hat. Die Haltung des Papstes Pius XII., der in der schwer sten Stunde des jüdischen Volkes auf dem päpstlichen Thron sass, ist zur Zeit Gegenstand heftigster Auseinander Setzungen, zu denen heute und an dieser Stelle nicht in dem erforderlichen Umfang Stellung genommen werden kann. Ohne in die eigentliche Debatte hierüber einzutreten, muss doch bemerkt werden, dass — nach unserer Auffassung — von kirchlicher Seite manche Schritte zugunsten der verfolgten Juden unternommen worden sind, keinesfalls jedoch alle diejenigen, die der Papst ohne Gefährdung sei ner politischen Position oder des Lebens und der Existenz seiner Gläubigen hätte einleiten können. IV. Wider den Hass Der Hase gegen die Juden ist durch die Kreuzigungslegende und andere Beschuldigungen gegen die Juden Jahrhunderte hindurch genährt worden. Antisemitismus war religiöse Feindschaft gegen die Juden. Erst im Zeitalter der Aufklärung nahm der Antisemitismus andere Formen an. Dies gej JUDITH $ SCHENK0LEWSK! y KULTUSSTICKEREIEN? Scbabbosdecken Tallisi beutej Käppchen - Maz- 5 zot-Taschen Hand- und \ Maschinensticker«; von S Bett und Tischwäsche i Dr. P. I. RIVERA 2585 J. (fr. Bebedero) T. E. 73-9153 schab im Zeitalter der Aufklärung, der Emanzipation, der revolutionären Entwicklung einer feudalen zur freien Gesellschaft. Welch“ ein Paradoxon, welche Ironie der Geschichte liegt hierin, dass gerade in der Epoche der erwachenden Freiheiten die grösste und auch primitivste Hassbewegung zur Unterjochung bestimmter Bevölkerungsschichten be ginnt! Der Judenhass bekommt i in Form des .modernen Antisemitismus“ neue Inhalte. Er wird zur wirtschaftlichen und zur politischen Waffe. Jesus wird zum Arier erklärt, der Siegeszug der Rassentheorie beginnt und damit der schärfste Rückfall in Barbarei und Atavismus. Wiederum erleben wir ein Paradoxon: eines der führenden Kulturvölker wird wird zum Träger der Ras sentheorien, die zur Vernichtung des alten Europa geführt haben. Wie schwierig war es, diese Kräfte der Finsternis zu überwältigen? Welche Opfer an Blut mussten gebracht werden? Millionen und Abermillionen sind in der Hölle des Hasses vernichtet worden. Aber die dargebrachten Opfer scheinen vergeblich zu sein. Wiederum hat die Hydra des Hatsses ihr giftiges Haupt erhoben. In allen Erdteilen und an allen Fronten stehen sich die Menschen feindselig gegenüber. Auch diesmal hat die Welt nichts oder zu wenig gelernt. Noch immer gibt es allenthalben Prediger des Hasses und unversöhnliche Fanatiker, die Menschen, Gruppen und Völker gegeneinanderhetzen. Anstelle der Versöhnung und der Verständigung plädieren sie für Kampf und Krieg, obwohl sie wissen, wohin die Menschheit im Zeitalter der Atombomben steuern würde, wenn sie den Priestern des Ungeistes folgen wollte. In dieser kriiischen Lage, in welcher eich Blöcke und .Welten“ unerbittlich gegen- Uberstehcn, erhebt unermüdlich Papst Johannes XXIII. seine Stimme für Eintracht und Frieden. Mit manchen alten Gebräuchen und Traditionen hat dieser Papst im Interesse des Fortschrittes der Menschheit gebrochen. Mit seiner Enzyklika „Mater et magistra“ hat er den Versuch unternommen, zu den sozialen und allgemeinen gesellscliaftli ehen Problemen unserer Zeit Stellung zu nehmen. Er hat sich an die westliche Wrelt gewandt, damit sie im Angesicht der kommunistischen Gefahr, vor der niemand seine Augen verschliessen solle, diejenigen prak tischen ' Massnahmen ergreift, die ein Fortschreiten des Kommunismus verhin dern können. Nicht der Kampf gegen eine Idee, sonmhuhmwmwmmwu!: WOHEL N. PLAKSIN ||!: Superi 2719!• T. E. 76-6784 n. 76-2312 JACOB LAPIDUS dipl. Möbel NEUE ADRESSE 5 (Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE! 76-0286 Ben Gal wurde freigelassen Basel. — Der angebliche israelische Geheimagent Josef Ben Gal, der seit dem 2. März unter der Anklage, die Tochter des in ägyptischen Diensten stehen den deutschen Wissenschaftlers Prof. Görke bedroht zu haben, ki einem schweizer Gefängnis sitzt, wurde gegen Kaution in Freiheit gesetzt. In der Erklärung des Präsidenten des basier Gerichtshofes heisst es, „der israelische Bürger Josef Ben Gal, der wegen Bedrohung inhaftiert war, ist gegen Kaution und gewisse ander« Bedingungen freigelassen worden, bis der Prozess gegen ihn geführt wird, der am 10. Juni beginnen soll.“ Weder der Staatsanwalt noch der Verteidiger, Dr, George Brunschwig, wollten die Art der besonderen Bedingungen enthüllen. Der Anwalt äusserte nur. die Höhe der Kaution sei „nicht übermässig hoch“. Ben Gal wurde durch eine Hintertür aus dem Gefängnis entlassen. Sein Wohnort ist unbekannt. Brunschwig dankte für die seinem Mandanten erwiesene gute Behandlung. (ITA) dern die Beseitigung der schädlichen Bedingungen, die ein Wachstum dieser Idee fördern, bedeutet den Weg für die moderne Gesellschaft, deren Struktur keinesfalls mit dem Fortschritt der Erkenntnis, der Wissenschaft und der Technik Schritt hält. Aber „Mater et magistra“ wurde nicht verstanden oder nicht beherzigt. In Spanien ersehiesst man Kommunisten, weil sie Kommunisten sind, und der Osten rottet weiterhin seine Gegner aus. Mit diesen primitiven Methoden eines modernisierten Faustrechtes wird der Frieden auf Erden nicht hergestelit werden können, zu dom Papst Johannes XXIII. in seiner letzten Enzyklika aufgerufen hat. Gewiss wird mit solchen Aufrufen allein noch nichts geändert. Dennoch wird die klare Haltung einer Autorität, wie sie der Papst, und besonders dieser Papst ist, ihre Wirkung mit der Zeit nicht verfehlen. Zunächst wäre es von wesentlicher Bedeutung, dass alle Priester der katholischen Kirche, vor allem der niedere Klerus, der die Verbindung mit den Volksmas. sen hat, sich auf die neue päpstliche Linie umstellen. Dann würde eine merkbare Reaktion der verschiedenen Bevölkerungsschichten verzeichnet werden können. Bis heute ist dies jedoch nicht der Fall. Mit der bornierten Einstellung gewisser Kreise sollte endlich Schluss ge macht werden. Die höhere Bildung oder die bessere soziale Position verpflichten, geben aber keine Privilegien. Wer das nicht versteht oder nicht begreifen will, macht sich ungewollt und vielleicht unbewusst zum Wegbereiter des Kom munismus, wie z. B. der Fall Kuba bewiesen hat. Der Papst hebt die besondere Bedeutung hervor, die den Vereinten Nationen in Zukunft zufallen wird. Die Stützung aller moralischer Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN n. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt. Frei. 15-20 Uhr 3 de Febrero 2030 76-0266 Privat 52-7734 Í NEUE ADRESSE J í VIAMONTE 2037, 4j. B.«¡ ï 46-1716 und 48-2174 *- 7a.«, I Dr. B. Schwär« ZAHNARZT -• ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELE F. VORANMELDUNG i! í BERNARDO STERN Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN 73-1049 HEL6UERA 1915 T. E. 58-4052 Autoritäten ist in dieser stürmischen Zeit der aufgewühlten Leidenschaften von erheblichem Wert. Die wachsende Bedeutung, die den UN zufallen muss', ist keine neue Erkenntnis; dass aber der Papst sich dieser Forderung anschliesst und sie zu einem moralischen und politischen Postulat erhebt, das ist entscheidend. Vielleicht beherzigen doch einige wichtige Staatsmänner von grosser Verantwortung diesen Hinweis, der in erster Linie die Massen der christlichen, insbesondere der katholischen Gläubigen beeinflussen könnte, alle diejenigen Bestrebungen zu unterstützen, die den Frieden unter den Völkern fördern. Die Juden als Volk, als U SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece .os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Vzrafttwortlicb: Dr. Hardi Swarsensky PueyrredOn 2190, 1’ tzq T. E. 83-28)3 80 6930 Abono- Preise: Argentinien. $ 100.— pro Quartal Ausland « 600 — jährl Gesamtheit, haben immer aufseiten derjenigen gestanden, die Frieden stiften und bewahren wollten. Dies hat nichts damit zu tun, daes wir wie alle anderen Völker, Gruppen und Menschen bereit und entschlossen sind, uns gegen Angreifer zu verteidigen. Das Recht zur Verteidigung wird durch «len Willen zum Frieden nicht ausgeschlossen. Dass es uns mit dem Frieden ernst ist, haben bereits unsere Propheten verkündet wobei wir uns nur auf eine Stelle aus unserem Schrifttum berufen; „Gott wird richten zwischen den Nationen und zurechtweisen die vielen Völker. Dann weiden sie umschmieden ihre Schwerter zu Sicheln und ihre Lanzen zu Rebmessern. Ein Volk wird nicht fürder erheben das Schwert gegen das andere, und sie werden nicht mehr das Kriegführen lernen“. (Jes. 2, 4). Psychologische Beratung HABEN SIE EIN PROBLEM? TRAGEN SIE AN EINER SEELISCHEN LAST? Dann wenden Sie sich an Li via Neumann Verlangen Sie Sprechstunde; 32-0684 zwischen 9 und 11 Uhr 5¡aggSlíg£gggiSSÍSSSSSMSIISI5ga3S3gBggi5SSSIMSiag«MSSsiiSaS3¡J Dr. BERNARDO GOLDSTEIN! M MEDICO § 5 Cardiología — Hospital Fernández s a» Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme 5 ts» CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 ¡ Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Sonnabend: 14—16 Uhr Uhr 5alI«g»SB5gieiaSSg»iieig»SlgIBSir*SgE«Sg8BBaaB3B8gSB5g»S818~B^,|l!.! VARICES-ULCERAS : DE U PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS; Dr. SAUL UMANSKY \ Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 ' * VON DER STUDIENREISE ZURUECK ' Sprechstunden nach telef. Vereinbarung * jiisssisiimliiliiisuisiiimisainimiiHBHUsiissiuisiinB §Dr. BENJAMIN L1PNIZKY5 S ZAHNARZT K “ ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE- 5 5 HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU- - S LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG S * Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend - S nach vorheriger Vereinbarung. S | JOSE HERN ANDEZ 2518 T. E. 76-8S73 und 73-0500 § Dr. L. KLEIN - Medico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen -U ntersnehungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr; Es wird gebeten, meh vorher telefonisch ansumeMen SANTA FE 1391 T.E. 44-9493 u. 44-1542;;

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