Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2012 (17.5.1963)
- Date
- 1963-05-17
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 17 de Mayo de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2012 — 3 Der „missverstandene“ Adolf Eichmann ROBERT KEMPNER GEGEN HANNAH ARENDT Wenn maa sich mit Mördern vom Typus Eichmann seit mehr als zwanzig Jahren befußst, sie angehört, vernommen, angeklagt und Ihre Schwächen, Stärken und modus exterminandi studiert hat, so verschlingt man Berichte einer gelehrten Theoretikern wie Han. nah Arendt mit besonderer Faszination. Dass viele Einzelheiten unzutreffend sind, kann nicht erstaunen, da die intime Kenntnis der Regie rungs-Struktur des Dritten Reicheß und die „Bekanntschaft“ mit den handelnden Mördern der Verfasserin mangeln. Erstaunlich ist es aber, wenn eine Soziologin von Rang sicn durch faustdicke Lügen eines Adolf Eichmann bluffen lässt und sie für bare Münze nimmt, so dasß der Wert der Studie beeinträchtigt wird. Zeigen wir dies an zwei Beispielen, Obarlaonder wieder im Bundestag Bonn. — Dr. Theodor Oberländer, der gezwungen wurde, von seinem Amt als Minister für Flüchtlingefragen zurück zutreten, weil sich die Anklagen gegen ihn häuften, an der Massenvernichtung von Juden in Lemberg beteiligt gewesen zu sein, wird wieder in den Bundestag einzie. hen. Er wird den durch den Tod eines niedersächsischen Abgeordneten freigewordenen Sitz einnehmen. In den kürzlichen Wahlen zum Bundestag hatte Oberländer eine Niederlage erlitten. (ITA) Rationalisierung Die kurz bevorstehende Zu sammenlegung meiner beiden Geschäfte bedingt eine Lagerreduzierung in voller Saison. 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Dort wurde die mörderische Lösung der Judenfrage zwischen den Behörden koordiniert und Eichmann als Programmdirektor und Exekutor installiert. Vor Gericht erzählte er, wie er sich nach der Konfenamentiert sie noch mit der Erklärung, die hohen Beamten seien nicht einmal Parteigenossen gewesen. In Wahrneit wollte Eichmann sich nur mit seiner unwahren Behauptung entlasten. Tatsächlich hatten die ministeriellen Teilnehmer nicht etwa überraschend dem Mordprogramm zugestimmt, sondern es seit Monaten in ihren Ressorts mitvorbereitet. Sie alle hatten laufend die Judenpolitik BLICK IN DIE WELT von HAROLD SCHWARCZ Wie mitgeteilt wurde, wird der nordamerikanißche Präsident John F. Kennedy für einige Stunden Berlin besuchen, eine Stadt, die bekanntlich als einzige in der Welt eine westliche Insel im östlichen Meer darstellt. — Papst Johann XXIII. erhielt den Balzau Friedenspreis, der ihm in einer feierlichen Zeremonie vom Präsidenten der Republik Italien Antonio Segni und vom früheren Präsidenten Italiens Giovanni Gronchi übergeben worden ist. — Die roten Chineßen werden unter Führung von Chou En Lai ihre ideologischen Differenzen mit den Herren des Kreml diskutieren. Man darf diesen Auseinandersetzungen mit grossem Interesse entgegensehen, da diese für den weiteren Verlauf der weltpolitischen Begebenheiten von groseer Einwirkung sein können. — Der kubanische Diktator Dr. Fidel Castro hat seine Russland Reise offensichtlich zu dem Zweck unternommen, um auf diesem Umwege einen Druck auf die USA auszuüben. Offensichtlich war die Reise unter diesem Aspekt ein Fehlschlag. — Aegyptens Diktator Abdel Gamal Nasser hat nach seinem Besuch in Algier Besprechungen mit Tito durchgeführt, um den ruinierten Block der sogenannten „Neutralen“ wieder zur Geltung zu bringen. — Bundes-Wirtschaftsminister und Kanzlernaehfolgsr Prof. Ludwig Ehrhard hatte einen grossen persönlichen Erfolg zu verzeichnen, als ihm die Beilegung eines grossen Streiks gelang, der die deutsche Wirtschaft zu paralysieren drohte. — renz unschuldig wie Pontius Pilatus und seelisch erleichtert gefühlt habe; hät ten doch die höcnet ehren werten und juristisch ge lehrten Staatssekretär-Teil nehmer dem von Rein hard Heydrich vorgetrage nen Mordprogramm überra sehend zugestimmt. Hannah Arendt glaubt nicht nur diese Einlassung, sondern or- MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschät te mit der grössten Auswahl. SARMIENTO 1147 T. E. 35 - 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. Hitlers gefördert und waren bis auf eine einzige Ausnahme Mitglieder der NSDAP, teilweise sogar der SS. Ein zweites Kernstück: Die Verfasserin nimmt Eichmann die Behauptung ab, er sei ganz besonders durch interminißterielle und andere Intrigen und Machtkämpfe in Anspruch genommen worden. Sie häkelt in dieses Argument noch die Namen und Titel von angeblichen Konkurrenten Eichmanns in anderen Behörden und Zweigen der SS ein. Gewiss hat ein des Völkermordes Angeklagter das Recht, durch Lügen von seiner wahren Tätigkeit abzuleuken und wie fast alle Kriegsverbrecher zu behaupten: Ich war so stark mit amtlichen Auseinandersetzungen und Kompetenz-Streitigkei ten beschäftigt, dass ich für eine angebliche verbrecherische Tätigkeit gar keine Zeit hatte. Darf aber eine krltiscne Chronistin dieser unsubstantierten und abgedroschenen Verteidigungstaktik folgen? Zu den Schlüsseldokumenten des Prozesses gehören der Geschäftsverteilungsplan und die Geschäftsord- Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKt’UPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN EUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eifoa« Fabrikation — Unverbindlich* Vorfiihruna Auf Wunsch Zahlungserleichternngen MASCHINEN TEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag von 9—19 Uhr Im Ausstellungshaus Calle ANDONAEGUI 2083 Tel.; 52-2993 4 Quader von Station Urvü« nung der Ministerien. Im Gegensatz zu jedem Bagatellisierungsversuch etablieren sie klar für jene Kenner der Verwaltungsmaschine rie — und ier Supreme Court hat die Wichtigkeit dieses Umstandes hervorgehoben: Eichmann war der alleinige Judenreferent der Exekutive, nämlich des Reichssicherheitsamtes mit seinen hunderten von Innen- und Aussenbeamten, seinen Delegierten, Judenberatern und verlängerten Armen, den SS-Führern in den okkupierten Gebieten ganz Europas. Als Referent trug er nacn j; hrhundertelang feßtgelegter Ordnung die primäre Ver antwortung in dem ihm zugewiesenen Arbeitsbereich: der Ausrottung des Judentums in ganz Europa (siehe diese Dokumente in „Kempner: Eichmann und Komplizen“). Diesem verwaltungsmässigen und „gesetzlichen“ Schlüssel hätte bei der Analyße des Falles der gebührende Platz eingeräumt werden müssen. Sonst stimmt der focus nicht. Wegen dieser zentralen Stellung innerhalb der „Go vernmental Murder Incorporated“ war Eichmann ein major war criminal (Hauptkriegsverbrecher). Er wäre deshalb in den Nürnberger SS-Prozessen oder im Wilhelmstreßse Prozess zusammen mit anderen Teilnehmern der Wannsee.Konferenz angeklagt worden, wem wir ihn damals gehabt hätten. Die gegenteilige Annahme Hannah Arendts ist unzutreffend. Tatsächlich war Eichmann bereits ein Schattenangeklagter im Wilhelmetrassenprozess, in dem wir Minister, Staatssekretäre, Diplo maten u. a. wegen ihrer Beteiligung an der Endlösung angeklagt hatten. „Together with others...“ LA SEMANA ISRAELITA BIS EM AN ARIO INDEPENDIENTE 8s. Air*« _ PUEYRREDON 219«, 1* bsq. — T. E. 83-2»D 23. Iyar 5723 17. Mai 1963 Vandalen Norwalk (Connecticut). — Zwei Synagogen und ein jüdisches Jugendzentrum wurden in der naheliegenden Ortßchaft Newport während der Nacht mit Hakenkreu zen beschmiert und beschädigt. (ITA) Verhaftung einer Spionin Haifa. — Als Führerin einer verdächtigen Spionagegruppe von Beduinen an der libanesißchen Grenze entpuppte sich eine 22jährige Frau, die „schwarzäugige“ Khalas Jumaa. Sie wurde inhaftiert, nachdem man in ihrem Zelt ein Versteck mit Informationen gefunden hat te. hiess es in dem indictment, und der wichtigste „other“ war Eichmann. Seine Mittäterschaft an prominenter Stelle wurde laufend anhand der Dokumente erwiesen. Im Urteil selbst ist Eichmann mehrfach als Mittäter zitiert .(Siehe: „Das Urteil im Wilhelmstraßseprozess“, von Kempner und Haensel herausgegeben). Vielleicht hat eine höhere Gerechtigkeit verhindert, dass Eichmann schon damals in Nürnberg auftauch te. In den ca. fünfzehn Jahren, die seitdem vergangen sind, ist Eichmar.os Rolle als unermüdlichej und fanatischer Chefingenieur der Judenausrottungß - Maschi nerie durch neue Dokumente noch klarer als früher geworden, so dass es in Jerusalem zu dem wohl be gründeten und ur.ausweicnlichen Urteil kommen musste. Inzwischen wurde auch mit den neu aufgenom menen Untersuchungen die Zeit reif, um Eichmanns Komplizen der Gerechtigkeit zuzuführen. Die neue Lag' in Mittelost Jerusalem. — Ueber den Wandel, der sich in der Lage im Mittelostraum während des letzten Jahres volL zogen hat, berichtete Generalstabschef Zwi Tsur in einer der letzten Nummern der Wocheuzeitung der Israel Armee „Bamachane“. Tßur verweist im besonderen auf die geschwächte Position Transjordaniens und betont, dass Israel die Ereignisse in den arabischen Nachbarländern mit der grössten Aufmerksamkeit verfolgen müsse. (ITA) ••••••••••••■•••t************ 'OCH « FRANKOflO ••••••••* •••••••••••■•••••••••AB a AAAaAA BAwaa aa ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUER0STUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltun gen - Miets-, Zivil* und Handelssachen. PUEYRREDON 2190 os* Av. LAS HERAS — T. E. 83-2613