Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2011 (10.5.1963)
- Date
- 1963-05-10
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes. 19 de Mayo ne UCJ LA SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2011 yy Distanzl iebe yy Israel In Nordamerika tritt nach ] den Gottesdiensten die Kii | ehe in Funktion. Man ist j meist gesellschaftlich noch ' zusammen, wobei mar in den Reformtempein keinen Anstoss daran nimmt, wenn am Schabbat geraucht wird. Das Schwergewicht ’iegt sowohl bei den Kor.eernativen wie bei der Reform auf den Freitagabend - Gottesvon SCHALOM BEN-CHORIN formtempel, wobei der Junge von seiner Mutter begleitet wurde, die eine zum Ju dentum übergetretene Christin ist, während der Vater ein höherer Beamter aus der Aera der Eisenhower Administration, weiterhin Christ geblieben war und daher der Bar-Mizwa-Feier seines diensten. die in beiden Rieh- | Sohnes nur als interessiertungen um 8 Uhr 30 abends, ,,after dinner“, abgehaiten werden. Selbstverständlich fährt man im Auto zu die sen Gottesdiensten, die anter Beobachter von ferne folgte. Reine Glaubensübertritte zum Judentum sind rächt selten: so lernte ich eine gesichts der späten Stunde j junge Krankenschwester aus im allgemeinen nur für Erwachsene gedacht sind. Nur einmal im Monat gibt es eine ,Familien-Andacht‘ auch für grössere Kinder, die die ganze Familie vereinigen soll. Der Besuch am Schab -bat-Vormittag ist im allgemeinen geringer, es sei denn, dass eine Bar Mizwa- Cincinnati kennen, die aus einer unitar »sehen Familie stammt und ohne jede Hei ratsabsicht zum Judentum konvertierte, da sie bei den Unitariern nicht die Wärme und Gemütsinnigkeit finden konnte, die ihr das Judentum bietet. Derartige Ueoertritte isolieren die Men- Feier stattfindet, wobei man I sehen in keiner Weise. Man die seltsamsten Ueberra- J schungen erleben kann In Washington wurde ich Zeu j ge einer eindrucksvollen Bar i Mizvva-Feier in einem Re-! nimmt sie in den Gemeinden gerne auf. aber auch die früheren Bindungen werden davon nur wenig beeintr'ich tigt, da Amerika mit der ÍJ Theater ri IN BUENOS AIRES Saison 1963 — TEATRO ASTRAL CORRIENTES 1639 — T. E. 46-9964 Am 27. MAI beginnt die diesjährige Spielzeit mit folgendem erfolgreichen internationalen Repertoire! welches 8 PREMIEREN umfasst: „WENN Ütri S10HUH KUMtöT“ Komödie von A. Roussin „DIE HEILIGE FLAMME“ Drama von S. Maugham „WUNSCHTRAEUME“ Lustspiel von Beatrice Ferrolli oder „8 FRAUEN“ Kriminalstück von Robert Thomas „GEFAEHRLICHE KURVE“ Schauspiel von J. B. Priestley „HOTEL DU COMMtKtfc" Komödie von F. Hochwälder oder „DER FlUECHTLING“ Schauspiel von F. Hochwälder „VOM TEUFEL GEHüLl “ Drama von K. Hamsun „2 EINAKTER“ (Hörspiele) von F. Dürrenmatt oder „GBEhST CHABERT“ von Hans J. Rehfisch „SEINE MAJESTAET LAESST BITTEN“ oder „Die hellgelben Handschuhe“ Musikalische Komödien von W. Kollo Neben dem ständigen Ensemble aus Buenos Aires sind bis jetzt folgende Künstler engagiert worden: Hedy Crilla Schlichter, Gewinnerin des Preises für beste Regie der letzten zwei Jahre am argentinischen Theater. Elsa Moltzer, Schauspielerin der Münchner Kammerspiele. Verena Hallau, Theater- und Filmsehauspielerin in Deutschland und der Schweiz. Kurt Julius Schwarz, Oberspielleiter des Badischen Staatstheaters in Karlsruhe. Gerhard Soor, Charakterspieler verschiedener westberliner Theater. Rosemary Allers, Miss Argentina 1960. Die Vorstellungen werden in diesem Jahr im TEA TRO ASTRAL, Corrientes 1639, an folgenden Tagen stattfinden: Jeweils Montag um 21 Uhr, Donnerstag md Freitag 19 Uhr, Sonnabend 17 Uhr und Sonntag um 15 Uhr. Der Abonnementsverkauf hat bereits begonnen. — Den vorjährigen Abonnenten bleiben ihre Plätze bis inkl. Sonnabend 11. Mai reserviert. In Anbetsacht der veränderten Platzeinteilung des Teatro Astral, bitten wir die Abonnenten, grosszü gigerweise Verständnis für evtl, kleine Aenderungen zu haben. Unsererseits wird ihnen weitgehendstes Entgegenkommen versichert. Die Theaterkasse ist werktäglich von 10—12 und 15_19 Uhr Sonnabend von 10—12 Uhr geöffnet. 1 Vielfalt seiner Kirchen und j Sekten Konversionen als logische Konsequenz persönlij chen Nachdenkens über letz-! te Fragen ansicht. | Während die Orthodoxie ' Proselyten gegenüber ableb j nend bleibt, haben die Reformtempel ihre Tore den Konvertiten weit geöffnet, aber auch die Konservativen sind hier durchaus aufnahmebereit. ..Seit der Staat Israel mehr und mehr zu einer Theokratie wird und seine Bürger gleichzeitig mehr und mehr verweltlichen, »scheint mir die einzige Mög. lichkeit in der Entwicklung des liberalen Judentums in Israel zu liegen. Anderer seits haben sich Stimmen aus unseren eigenen Reformkreisen gemeldet, die betonten, dass das Reformjudentum eine amerikanische Art (i-es Judentums ist und angesichts der Unterschiede zwischen den USA und Israel sollten wir uns die Mühe sparen, das libera le Judentum in Israel zu propagieren.“ Diese Worte wurden von einem jungen Rabbinatskandidaten im Rahmen seiner Probe-Predigt in der „Chapel“ des Hebrew Union College in Cincinnati gesprochen. Der Kandidat Haim Asa ist einer von fünf Israel- Studenten — darunter zwei Angehörige der orientalischen Gemeinschaften — die sich gegenwärtig an den Reform-Seminaren in Cincinnati und New York für eine Laufbahn in Israel vorbereiten. Das stellt ein absolute»s Novum dar und einen neuartigen Versuch, den tiefen Abgrund zu überbrük ken, der sich trotz aller Sympathien des nordamerikanischen Judentums für Israel zwischen diesem Judentum und Israel aufgetan hat. Es ist auf die Dauer un möglich, diese Beziehung nur auf der Barns von Geben und Nehmen auszubauen, d. h. im USA-Judentum sozusagen nur die „Kasse“ des Staates Israel zu sehen. Diese Erkenntnis hat sich bereit.3 Bahn gebrochen, und man versucht, israelische Kulturwerte im nordamerikanischen Judentum heimisch zu machen. Man findet nicht selten in amerikanisch-jüdischen Häusern so etwas wie eine Israel-Eeke oder sogar ein ganzes Zimmer, das mit Bil dern und Kunstgewerbe aus Israel geschmückt ist. Der israelische Wein (in einer für israelische Begriffe kaum geniessbaren Spezialbearbeitung für Amerika, zähflüssig und sehr süss) fehlt in keinem traditionsbewissten jüdischen Hause. Aber all das genügt natür lieh nicht. Selbst die Ver-, mittlung echter geistiger Werte und, soweit dies praktisch möglich ist, der hebräischen Sprache, würde die Beziehungen zu einer kulturellen Einbahnstrasse de gradieren. Israel exportiert hebräi.sche Kultur und bezieht seinerseits Dollars. Langsam erkennt das USA- Judentum, dass es seinerseits besondere jüdische Werte, die dort entstanden sind, weiterzugeben hat. Der junge Haim Asa hat das richtig erkannt, aber die ältere Generation ist doch noch skeptisch. So erzählte mir ein hervorragender Gelehrter aus dem Kreise der amerikanischen Reformrabb:»?, ein Mann, der selbst Mitte der zwanziger Jahre, kurz nach Gründung der Hebräischen Universität in Jerusalem bei Professor Klausner studiert hat und ein ech ter hebräischer Humanist ist. dass er in der Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner eine Resolution gegen die Diskriminierung des liberalen Judentums in Israel vorgeschlagen hat und die Anerkennung von Reformrabbinern durch die israelischen Behörden for. derte. Die Konferenz lehnte eine derartige Resolution ab. Dieselben Leute, die noch vor 30 und 20 Jahren erklärte Antizionisten waren, wagen jetzt kein Wort der Kritik mehr an Israel und fühlen eich daher auch nicht dazu legitimiert, .hre eigene Auffassung des Judentums in Israel zu propa gieren. Mit bitterer Ironie meinte mein Gesprächspartner: „Wenn Sie in Israel die Sklaverei wieder einführen würden, fänden die amerikanischen Rabbiner sicher einen passenden Bibelvers da für und würden auch das gutheissen.“ Es ist so etwas wie ein schlechtes Gewissen, das in dieser blinden Ergebenheit zum Durchbruch kommt. Man hat so lange so wenig für Erez Israel getan, dass man sich jetzt nur in der Rolle eines bedingungslosen Gefolgsmannes sehen kann. Allerdings hat auch diese bedingungslose Bejahung wieder den Charakter der „Distanzliebe“, um ein un vergessenes Wort von Max Brod zu gebrauchen. Dieselbe Haltung veranlasste die Konservativen in Jerusalem im vergangenen Jahr, feierlich zu erklären, dase sie in Israel keine Propaganda für ihre Auffassung des Judentums zu machen gedenken. Für das eigene Schwächegefühl sc'heint mir hier die Antwort eine»s prominenten konservativen jüdischen , , . ... , T . „ Führers typisch zu sein. Die s/n christlicher Iorael-Freun Frage um die es ging, war! de ’n Deutschland eine studas gross angelegt! St «den- | P*??* Kenn‘nisL von ^etenw!hnheim der Konserva- I sc^9ht* und Geographie, politischen und sozialen Ver MUSIK iN ISRAEL Seit Jahren bemüht sich ) spielen gut. die Bläser müssen noch besser werden Die Programme sind geschickt zusammenge.slelit, und es konnte eine zweite Abornementsserie aufgelegt wer den. Ein grosser Erfolg! Die Solisten kommen aus dem In- und Ausland und leister mit den Dirigenten Beachtliches. So wurde in diesem Jahr die telaviver Kritik zu einem interessanten Konzert eingeladen. Der mif einem Stipendium ausgezeichnete junge Sänger Cohen war aus Italien zurückgekehrt und stellte sich mit gutem Erfolg dem Publikum vor. Cohen hat eine gute Schule gehabt, sein Bass klingt rein und sonor, seine Ausspra che i,:? ohne Tadel. Der Dirigent George Singer begleitete ausgezeichnet und brachte sein Opus 1, eine Suite angenehm zu Gehör, ein anspruchsloses, unk-'mpliziertes Oeuvre, das von den Hörern mit Beifall aufgenommen wurde. Mit viet Schwung dirigierte er auch die reizende Sinfonie 1 von George Bizet. Lotte Ball.Senger, Tel Aviv das Orchester in Haifa ein Zentrum die.ser zweitgrössten Stadt des Landes zu werden und Dirigenten und Solisten sind bestrebt, ein festes Publikum zu gewinnen. Seit kurzem hat das Orehe ster den Titel Haifaer Städtisches Orchester erhalten und erhält damit Subventionen durch die Stadt. Die Mitglieder de»s Klangkörpers sind ausgebildete Kirnst.er, die es nicht mehr nötig haben, am Tage ihrem Broterwerb nachzugehen. Der junge, sehr begabte Dirigent Serge Commissiona scheut keine Arbeit und Mü he, um mit den Mitgliedern ein hohes Niveau zu erreichen. Man hatte gehofft, in ihm einen ständigen Eizieher des Klangkörpers zu haben, denn e,s ist für jedes Orchester nötig, immer unter demselben Stabführer zu arbeiten. Leider ist - dem nicht so, denn Commissiona macht es den grossen Dirigenten nach und i»st meist auf Reisen. Das Orchester ist in die; sem Jahr neu zusammenge- | setzt worden. Die Streicher organisierter nordamerikanischer Zioretcn ist das Problem des innerjüdischen Kulturaustauschs noch nicht aufgegangen, obwohl Führer der konservativen und des Reform-Judentums an der Spitze der Z.O.A. stehen. | Bei der liebevollen Bezie | hung amerikanischer Juden zu Israel muisste ich oft an Goethes paradoxes Wort denken: „Wenn ich dich lie-! be, was geht‘s dich an?“ j Man versucht sich dem anderen gar nicht verständlich zu! machen, und man weiss; herzlich wenig voneinander, i Während ich z. B. in Kreitiven in Jerusalem. Ein aufmerksamer Kritiker gab zu bedenken, dass die jungen konservativen Rabbinats kandidaten, die in diesem Heim wohnen sollen und an der Hebräischen Universität studieren werden, wenig lebendiges Hebräisch und wenig Kontakt mit den Israelis erlangen können, wenn sie unter eich in einem solch komfortablen Wohnheim bleiben. Die Antwort war, dass dies zwar richtig sei: dass aber andererseits die Gefahr einer „Assimilation“ an die Israelis zu gross wäre, wenn die jungen amerikanischen Juden nicht separiert gehal ten werden! Eine derartige Assimilation würde den Verlust der konservativen Weltanschauung mit sich bringen, entweder durch Abgleiten in die nur-nationale Weltlichkeit, oder in Hinwendung zur Orthodoxie. Dem relativ kleinen Kreis TEATRO COLON Sábado 11 a las 21 horas: la. función del abono a sábados nocturnos: “La Atlán tida“ obra postuhma de Manuel de Falla, completada por Ernesto Halffter, sohre el poema de Jacinto Verdaguer. Con: Mattiello. B :negas, Souza, Falzetti, Valori, Catena, Hofmann, De Retes, Rouco, Burello, Morra, Igaçzabal, Schultz, Mastromei, Betti, Cossutta. Zipris, Parlaghy. Dir. de Orq.: Juan José Castro. Regie: Louis Erio. Dir. del Coro: Tulio Boni. Escenografía y ve=t.: Héctor Basaldua. Coreografía: J. Tomin. Dir. del Coro de Niños: V. Sciammare- 11a. Orq. y Coro Est, del T. Coión. Domingo 12 a las 18 hs.: la. fuñe, del abono “Grandes Solistas": recital de Nicanor Zabaleta (harpa). Lúnes 13 a las 21 horas: función extraord. Concierto sinfón. Orq. Filarmónica de Buenos Aires. Direc. Juan Emilio Martini. Sol.: N.canor Zabaleta. . ... ¡ hältnissen Israels feiststeiien konnte, ist die Israel-Begeisterung amerikanischer Juden oft von keiner Sach- und Fachkenntnis getrübt. Ein Versicherungsfachmann, der beachtliche Summen für Israel geispendet hat, hatte z. B. noch nie den Namen Elat gehört. Andererseits hat die Jugend in Israel nicht die ge ringsten Kenntnise von der Geschichte und Struktur des nordamerikanischen Judentums. Es gelang mir in New York anzuregen, dass eine Broschüre „Dreihundert Jahre amerikanisches Judentum“ in hebräischer Sprache für israelische Schuien vorbereitet wird. Es ist keine Frage, dass Israel dem amerikanischen Judentum viel zu geben hat. Nicht nur das Gefühl eine»; schöpferischen Volkstums, das sich in Israel dokumentiert und konkretisiert, sondern auch viele Formen des israelischen Lebens; vor al lern das neue hebräische Lied und der israelische Volkstanz sind im amerikanischen Judentum bereits heimisch geworden. Was aber hat das amerikanische Judentum Israel zu vermitteln? Soweit ich sehe, sind es zwei miteinander zusammenhängende überaus wesentliche Erscheinungen des jüdischen Lebensdie lebendige jüdische Gemeinde und die attraktiven Formen eines modernen jüdischen Gottesdienstes. Gewiss sind die spezifisch amerikanischen Formen nicht einfach en bloc zu übernehmen, aber die Hauptideen, die ihnen zugrunde liegen, scheinen mir auch in Israel nicht nur lebensfähig, sondern notwendig zu sein. Das amerikanische Judentum muss diesbezüglich eine Art ..Minderwertigkeitskomplex“ überwinden und sich »seiner historischen Rolle bewusst werden. Die Vorstellung, dass alles was in Israel entsteht, sozusagen ar»s dem Boden des Landes erwachsen muss, hat etwas Bestechendes, ist aber nicht haitbar. Nichts, was heute in Israel von Bedeutung ist, hat seine Wurzeln nur im Lande selbst. Weder die Hebräische Universität noch die Formen des religiösen Lebens, von den Chassidim bis zu den Jemeniten, sind autochthon, sondern wurden aus der Diaspora hierher verpflanzt. Dasselbe gilt für die Konzeption des modernen Zionismus überhaupt, ja sogar die Pioniere der Kibbuz-Bewegung haben ihre Impulse von Tolstoi und dem frühen russischen Sozialismus bezogen. Die Legende von der ..erdgebundenen israelischen Kultur“ bedarf einer realistischen Revision. Jüdische Wert« in der Diaspora, die lebensmächtig sind, sollten auch in Israel Anerkennung finden, wobei alle Formen und Normen naturgemäss einem Prozess der Israelisierung unterworfen werden müssten. Ihrer lieben Mutter und Grossmutter, Frau HERTHA PERL, geb. LESS gratulieren zum 7 5 . GEBURTSTAG IHRE KINDER UND ENKELKINDER Empfang am Sonntag, den 12. Mai. von 17 bis 20 Uhr in Echeverría 2469, 4’ piso izq. Wir danken unseren Freunden und Bekannten für die uns und unserem Sahne er- Aufmerksamkeiten. wiesenen USCHI und ENRIQUE LEVY