Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2011 (10.5.1963)
- Date
- 1963-05-10
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 10 de Mayo de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2011 — 3 ¿ b VON SOFIA BIS OSTBERLIN Zu dem kürzlich in Ostberlin abgehaltenen VI. Parteitag der ostdeutschen kommunistischen Partei (SED) hatte sich die Elite der Sowjetführer samt anderen osteuropäischen Prominenten auf den Weg nach Ost berlin gemacht Die Tagung fand zu einem für die kommunistische Welt dramatischen Zeitpunkt statt: als ihre Aufspaltung kaum nuch vermeidbar erschien. Diese Spaltung, die sich sich -schon seit langem ankündigte, wurde auf den Parteitagen der bulgari sehen, ungarischen, tschechoslowakischen und italienischen Kommunisten vorbereitet. Eine Woche vor dem Beginn des SED Treffens nahm der Kreml selbst das Wort. In der langen Erklärung in der „Prawda“ wurde zum erstenmal nicht nur Albanien, sondern auch China offen des Verrats an der marxistisch - leninistischen Lehre geziehen. Das Dokument heisst „Festigen w'ir die Einheit der kommunistischen Bewegung im Namen des Friedens und des Sozialismus“, und die Schlussfolgerung, die dem Leser nahegeigt wird, lautet: Man kann die Einheit anscheinend nur noch — durch die Spaltung retten. Während einerseits ein gründlicher Trennungsstrich zwischen Auffassungen Mos kaus und Pekings gezogen wird, unterstreicht das Dokument gleichzeitig die Notwendigkeit einer grösseren Einheit der kommunistischen Parteien. Es geht, den vielen Lenin- Zitaten zum Trotz, nicht um Lenins Bart, es geht nicht um die Ideologie, es geht ganz einfach um die Macht. Krutschew hat die Koexistenz auf sein Panier geschrieben. China aber stand der Koexißtenzpoütik stets skeptisch gegenüber. Keiner will und keiner kann sich Rationalisierung Die kurz bevorstehende Zu sammenlegung meiner beiden Geschäfte bedingt eine Lagerreduzierung in voller Saison. 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So geht die Auseinandersetzung schon fast nicht mehr um die Frage der Koexistenz zwischen Kommunismus und Kapitalismuß, sondern um die der Koexian, Burmas und Nordvietnams diese Attacke an. Albanien war gar nicht zum ungarischen Parteitag eingeladen worden. Der ch;nesische Vertreter, Wu Hsi tschuan nahm dann den Fehdehandschuh auf. Er verteidigte Albanien und griff den jugoslawischen Revisionismus an, der von Kadar sehr milde behandelt worden war. Der Bulgare, der Komplize Eichmanns verhaftet Frankfurt am Main. — Der ehemalige Sturmbannführer Otto Hunsche, der schon früher wegen Mittäterschaft bei der Ermordung von 600 ungarischen Juden zu 5 Jahren Haft verurteilt und dann bis zur Bestätigung des richterlichen Spruches in Freiheit gesetzt wurde, ist wieder festgenommen worden. Dieses Mal lautet die gegen ihn erhobene Anklage auf Massenmord ungarischer Juden, den er gemeinsam mit dem seit 1960 verhafteten SS-Major Hermann Krumey begangen hat. Die beiden waren direkte Untergebene Adolf Eichmanns und tragen die Verantwortung für die Deportation von 437.000 ungarischen Juden iq die nazistischen Todeslager. Beide sind ferner der Erpressung angeklagt, weil sie an dem berüchtigten Handel „Juden gegen Lastwagen“, bei dem eine Million Juden gegen 10.000 Lastwagen ausgetauscht werden sollten, beteiligt gewesen sind. (ITA) stenz zwischen Peking und Moskau. Beide suchten und suchen noch nach Unterstützung bei den anderen kommunistischen Parteien. WU HSI-TSCHUAN GREIFT AN Kadar hatte schon in seiner Eröffnungsrede auf dem VIII. Parteitag der ungarischen Kommunisten im November mit einer Kritik an der Haltung Enver Hodschas begonnen. Der zweite An griff auf die albanischen Kommunisten kam vonseiten dee * sowjetischen Delegierten, Otto Kuusinen, der sich gegen die „Spaltertätigkeit“ der Albaner wandte und ihre Kritik an dem sowjetischen Nachgeben in der Kuba-Krise zurückwies. „Wie diese Schreihälse den grossen Lehren von Marx und Lenin folgen wollen, weiss der Himmel!“ schloss der sowjetische Vertreter damals seine Rede. Ohne eine Hand zum Bei fall zu rühren, hörten die Vertreter Chinas, Nordkare. MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Gesehät te mit der grössten Auswahl. SARMIENT0 II47 T. E. 35 7033 CABILD0 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirat« Eigene Werkstätten Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fach männisebe Bedienung Polen und mehrere ungarische Redner traten Wu sofort entgegen. VERGLEICH MIT 1918 Der „Prawda“ blieb es dann Vorbehalten, den alles beherrschenden Friedenswillen der Kommunisten durch entsprechende Lenin-Zitate zu belegen. Sie wählte solche, in denen Lenin seihet den ((revolutionären Krieg“ ablehnte, ihn für abenteuerlichen Linksradikalismus erklärte und sich selbst um den Preis harter Bedingungen für den Frieden entschied. Der Vergleich der Situationen von 1918, der Zeit der Brester Friedensverhandiun j gen, und der von 1962 während der Kuba-Krise, mag manchem Kommunisten sonderbar erscheinen. Damals i war Sowjetrussland gerade entstanden und so schwach wie man sich nur vorstellen kann. Die Fortführung der? j Krieges hätte seine Existenz 1 vermutlich völlig vern’.ch tet.-Heute ist die Sowjetunion so mächtig, wie Russj land nie gewesen ist. Das ist er, eben, meint die „Praj wda“, deswegen könne der Sozialismus auch ohne Krieg siegen. Der Krieg aber, heu! te vernichtender denn je, würde die Existenz der ganzen Menschheit aufs Spiel setzen .Es besteht keine Ursache, an der Aufrichtigkeit dieser Auffassungen zu zweifeln. BULGARISCHE ABKEHR VON STALIN Der Parteitag der bulga rischen Kommunisten Ende 1962 begann damit, dass der noch amtierende bulgarische Ministerpräsident, Anton Jugoff, öffentlich ungesetzlicher Handlungen beschuldigt und seines Postens enthoben wurde. Er endete mit der Annahme einer Resolu tion. die für das bulgarische Volk allem Anschein nach das Ende des fast zwei Jahrzehnte währenden Stalinismus bedeutet. WAR DER ERMORDETE SCHULD? Der XII. Parteitag der tschechoslowakischen KP trat im vergangenen Dezember zusammen, zehn Jahre nach dem letzten blutigen Akt der Stalin-Zeit, der Hinrichtung Slanskys und sei ner Freunde, die nach einem allen Menschenrechten spottenden Schauprozess am 3. Dezember 1952 gehängt worden sind. Der heutige Parteisekretär Novotny nahm diese Tatsache nicht zum Anlass einer Enfstalinirie rungsrede. Im Gegenteil: Liest man seine Rede auf dem Parteitag, so stellt man erstaunt fest, dass laut Novotny der von den Stalinisten umgebrachte Slansky selbst der Stalinist im Lande war, während der für den Mord an ihm verantwortliche damalige Parteichef Gottwald nur als ein Mitläufer eingestuft wird. Eine solche Darstellung ist begreiflich, wenn man weiss, dass Novotny erst infolge seiner Angriffe auf Slansky von dem Posten eines unbekannten Provinzfunktionärs aufzurücken begann. Novotny und seine Partei sind — und wie sie in letzter Zeit selbst zugegeben haben — vom Volk isoliert. Das gilt wie für die meroten kommunistischen Parteien. LA SEMANA ISRAELITA BIS EM AN ARIO INDEPENDIENTE 8s. Aires — PUEYRREDO* 21M, 1» teq. — T. E. W-261A 16. lyar 5723 10. Mai 1963 Medizinische Probleme Vereinte Nationen. — Die Leukämie, die nach ärztlicher Aussage noch eine Krankheit mit „vielen Unbekannten“ ist, befällt die Juden in Israel und auch in New York weit häufiger als andere Sektoren der Weltbe. völkerung. Eine Untersuchung der Welt-organisation für Gesundheit stellt fest, das die Leukämie eine Form von Krebs ist. Nach den Ergebnissen ist die durch die Erkrankung verursachte Sterblichkeit unter der weissen Bevölkerung in USA, unter den Dänen und den israelischen Juden besonders hoch. auch für die ungarische. Aber dort hat Kadar im letzten Jahr den kühnen Versuch unternommen, durch das Einschwenken auf einen liberalen Kurs eine Annäherung an das Volk zu erreichen. Parteilose wurden zu Parteisitzungen hinzugezo gen, ehemals aus der Partei Ausgeschlossene wieder aufgenommen und dafür die letzten ehemaligen Anhänger des stalinistischen Parteiführers Rakosi aus der Partei ausgestossen Botschafter Islands ' Der erste Botschafter Islands in Israel, Hans G Anderson, überreichte kürzlich dem israelischen Staatspräsidenten Jizchak Ben Zwi sein Beglaubigungsschreiben. Versammlung verboten London. — Dem Führer der englischen NS- Bewegung Colin Jordan wurde die Erlaubnis zur Abhaltung einer Versammlung auf dem Trafalgar Square nicht erteilt. Dieses Meeting sollte am Sonntag, den 19. Mai, stattfinden. Am 7. Mai wird Jordan se.ne neunmonatige Gefängi isstrafe für Störung der öffentlichen Ordnung &bgesessen haben. Das britische Innen ninisterium erklärte „angesichts der Möglichkeit, dass sich bei derartigen Versammlungen schwere Unruhen zutragen, liege es nicht im Interesse des Publikums, solche Veranstaltungen zu gestatten.“ (ITA) Teppichhaus - M. 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