Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2009 (26.4.1963)
- Date
- 1963-04-26
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Viernes, 26 de Abril de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2009 — 7 Die Grosskundgebung int Luna Park Ereignisse der Woche (Fortsetzung von Seite 6) ne bessere Zukunft aller freien Menschen kämpfen. Die Juden im Ghetto haben der freien Welt gezeigt, wie man gegen den Totalitarismus zu kämpfen habe. Die westlichen Mächte haben den Kampf gegen die nazistische Barbarei immer erst dann aufgenommen, wenn sie selbst die Gefahr am eigenen Leibe erlebten. Die Folgen dieser irrtümlichen Haltung sind heute noch spürbar. Denn schon kann die neonazistische Bestie wieder ihr Haupt erheben, obwohl die Welt erst zwei Jahrzehnte zuvor ein Blutbad von un vons teilbaren Aus «lassen durchschritten hat. Rede Mark Turkows t Einen tiefen Eindruck hinterliesg auch die Rede des ständigen Delegierten des Jüdischen Weltkongresses in Argentinien, Mark Turkow, der gleichzeitig der Ehren-Sekretär der lateinamerikanischen Exekutive des Jüdischen Weltkongresses ist. Die riesige Versammlung zitterte mit dem Redner, der — innerlich ergriffen — seinen heiligen Zorn auf die Volksmenge übertrug. Die Nazis, so sagte dieser Kenner unserer Zeitgeschichte, haben die Werke Heines und Börnes, der älteren und der jüngeren demokratischen Schriftsteller, unter ihnen auch die Brüder Heinrich und Thomas Mann, verbrannt; Hitler und seine Leute haben geglaubt, mit dieser Gewalttat den Ge ißt zu töten oder die Ideen auszuschalten, die von diesen Grossen des freiheitlichen Geistes gedacht und vertreten worden sind. Niemals solle man vergessen, was damals geschah. Die Hassgesänge gegen die Juden, die von den Nazis an gestimmt worden sind, erklangen spätef gegen alle Nationen, die unterdrückt und der Nazigewalf unterworfen werden sollten. Rassenhass schlägt immer zurück. Mag er auch nur gegen ein bestimmtes Volk gerichtet sein, das Volk, das Rassenhass duldet, wird am meisten unter dieser Plage leiden. Rassenhass richtet sich immer gegen alle. Zuerst werden Bomben gegen Synagogen geworfen, später wvwvu PHIBRO S.A.! DE METALES 1 COM. IND. Y FINANC.1* Sucesores de Esteta Felsenstein y Cía. S.R.L. Avda. Pte. R. S. PEÑA 846 Adhesión al 15 Jom Haazmaut AIRON AL SUCESORES DE FLIGLER Hermanos IMPORTADORES — EXPORTADORES Fábrica de Impermeables - Articules de Sport Exposición y Ventas: BELGRANO 1133—37 T. E. 38-2874 T. E. 37-8251 Administración y Fábrica: MORENO 2050—60 T. E. 47-4272 T. E. 48-1184, 1887, 8311 aber mit Sicherheit auch Kirchen angesteckt. Der Hass des Nazismus ist nicht nur gegen ein Volk, er ist gegen die ganze Menschheit gerichtet, (Starker Beifall des voll besetzten Hauses). Rabbiner Schlesinger Sodann ergriff Rabbiner Schlesinger, Oberrabbiner der Congregación Israelita en la Argentina, dae Wort. Seine Rede zeichnete sich durch schöne Gedanken aus. Es w'aren aber nicht nur schöne Worte, die Dr. Schlesinger fand, sondern auch mutige Worte, was hier mit besonderer Genutuung festgehalten sei. Dr. Schlesinger fragte nach den Ursachen der Leiden und der Brutalitäten, die verübt worden sind. Er kritisierte das Schweigen und die Tatenlosigkeit der nichtjüdischen Welt, auch der Kirche, gegenüber dem ungeheuerlichen Unrecht, was damals geschah, obwohl sie alle davon erfahren hatten. ..Nicht nur das jüdische Volk, so sagte Dr. Schlesinger, sondern die Menschheit ist in Schuld gegenüber den Kämpfern des Ghetto, denn in diesen Menschen brannte die Flamme der Freiheit und die göttliche Inspiration, wie in den Propheten Israels“. — Professor Dr. Peco Als dann einer der hervorragendsten Repräsentanten des argentinischen akademischen Lebens vorge. stellt -wurde, der Rektor der Universität in La Plata, Professor Dr. Peco, zollte die R-iesenversammlung dem Redner gebührenden Beifall und brachte damit auch ihre Dankbarkeit zum Außdruck, dass die geistige EIL te Argentiniens nicht nur Verständnis und Sympathie mit der jüdischen Sache hat, sondern sich mit den Menschen solidarißiert, die wie die Helden der Ghetti für die Freiheit kämpfen. Mit meisterhafter Klarheit sprach Dr. Peco über die historischen Vorgänge. Sicherheit des Urteils verband er mit Menschlichkeit. Der führende argentinische Intellektuelle bewieß, dass er die Lehre der Geschichte begriffen hat. Er erzählte ei ne ergreifende Geschichte über das Schicksal der polnischen Juden und zeigte, welche niedrige Gesinnung die Verbrechen der Nazis ermöglicht hat. Aus seiner bewegten Stimme hörte man den Ruf, dass niemals wieder der Nazismus — in welcher Form auch immer — einen Einfluss auf das Leben irgendeines Volkes haben möge. Gegen den Nazismus Alle Kräfte gegen den Nazismus zu mobilisieren hierzu riefen die beiden letzten spanischsprechenden Redner. der Jer.uitenpater López Jordán und der alte sozialL etische Kämpfer Dr. Pala- MIDLAND COMERCIAL GERENCIA Y VENTAS: SOCIEDAD ANONIMA -★- DEPOSITO: BELGRANO 990 T. E. 38-0038 BUENOS RIO LIMAY 1460 T. E. 21-3698 AIRES vwwwuwvwwS cios auf. Mit einer Unbe dingtheit, die nur den vollen Beifall aller verdient, verkündete der Jesuitenpater seine Ablehnung aller totalitären Ideen, indem er auf die schrecklichen Folgen hinwies, die der Nazismus ge habt hat. Mit Bewunderung sprach Löpez Jordan über den grossen Heroismus der Juden, die in den verschiedenen Ghetti einen erbitterten Widerstand geleistet haben. Palacios hielt eine lange Rede, deren erster Teil ausserordentlich eindrucksvoll gewesen ist. Er forderte die jüdische Jugend auf. sich ein Beispiel an den heldenhaften Kindern und Jugendlichen zu nehmen, die im Ghetto mitgekämpft haben, obwohl auch eie wussten, dass der Widerstand niemals ihre persönliche Frei heit aus dem Joch der Nazibarbarei bedeuten würde. Die jüdische Jugend in Ar. gentinien solle sieh mit der demokratischen Jugend des Landes zueammenschliessen, um gemeinsam die Ideale des Rechtes und der Freiheit zu verteidigen. Leider hätten sich auch in Argentinien Herde eines virulenten Antisemitismus gezeigt. Man solle diese Unruheherde sofort energisch eliminieren. Wenn die jüdische Jugend in ihrem Kampf um Recht und Freiheit in Argentinien meine Hilfe brauchen sollte, rief Palacios aus, so soll sie wissen, dass ich mit ihr bin und immer zur Stelle «ein werde, wo sie mich ruft, oder wo der Kampf um diese Ideale ausgetragen wird. Hoehepunkt und Abschluss Als Dr. Palacios seine Ausführungen endete, wurden ihm vom Publikum starke Ovationen entgegengebracht, die sieh zu einer gewaltigen Demonstration gestalteten, als der Annager die Heldin der Ghetti Jaike Grosman ankündigte. In Ihr wurden alle geehrt, die um des Heiligen Namens willen imschuldig fielen, jene, die schweigend untergingen, und jene, die einen erbitterten Widerstand geleistet haben. Niemals dürfe man, so sagte Frau Grcßman, diese Zei. fcen des Hasses und deß An tisemitismus vergessen. Es sei unmöglich, zu vergessen und zu verzeihen. Was da-! mals geschah, könne nicht verziehen werden! Jaike Grosman appellierte an die Völker, die Rückkehr zum Nazismus, zum Rassenhass und zur Gewaltherrschaft zu verhindern. Zahlreiche Wissenschaftler haben damals an den Graupelze! zu? Engros-Preisen BRUNO STERNBACH j S.A i JETZT i Suipadia 92! \ T. E. 32-8960 £ i 32-8260 mit noch grtesserer Auswahl und den ¡j neuesten Modellen samkeiten Hitlers teilgenom men, die heute wieder frei arbeiten dürfen. Das jüdische Volk habe sich in jenen Tagen von einem Volk der Märtyrer in ein Volk der Kämpfer verwandelt. So wird es auch bleiben. Hierfür bilde Israel den Beweis. Die 25.000 Menschen, die an dieser Kundgebung im Lima Park teilnahmen, werden diesen Abend nicht vergeßsen. Die Versammlung verliess in mustergültiger Ordnung die Installationen des Luna Parks. Die Polizei hatte mit Rücksicht auf den starken Andrang einige Strassenzüge um den Luna Park für den Verkehr gesperrt. Die Ordnung im Luna Park wurde durch freiwillige Ordner aufrecht erhalten. Sympathie- Bezeugungen Der DAIA gingen eine grosse Anzahl von Sympathie- Bezeugungen anlässlich des Erinnerungstages an den Aufstand im Warschauer Ghetto und an die sechs Millionen Juden zu, die durch Verfolgungen ums Leben gekommen sind. In diesen Sympathie - Bezeugungen wurde die einmütige Ablehnung des Nazismus sowie jeder Art von Raßsenverfolgungen zum Ausdruck gebracht. Unter anderen ga-: gen in diesem Sinne Erklärungen ab: Die Doctores Ricardo Baibin und Arturo Roig im Namen der UCR del Pueblo, Doctores Horacio Sueldo und Enrique de Vedia im Namen der Junta Nacional del Partido Demócrata Cristiano, die Partidos Demócrata Progresista, Socialista Democrático, Demój crata Conservador, die Confederación General Económica und die Mesa Coordinadora de los 32 Gremicß. Mayoritarios Democráticos. Die UCRI hatte durch das Erscheinen von Dr. Oscar Alende, dem Präsidenten des Nationaleomités dieser Partei, auf der Kundgebung im Luna Park ihre Solidarität mit den Märtyrern zum Ausdruck gebracht. Besonderen Beifall der grossen Versammlung fand das Schreiben der Confederación General del Trabajo, das vom Generalsekretär José Alonso unterzeichnet war. Auch von einer Reihe anderer Organisationen sowie bekannter Persönlichkeiten deß offiziellen Lebens in Argentinien gingen Begriissugsschreiben ein, u.a. von: Prof. José Luis Romero, De- (Fortsetzung auf Seite 8) :> & S egmo s Laxalle 462 T. E. 32-9431/3 31- 3370 32- 0976 32-1018 £ fere ro*- Niiestras sucursales eh Tel-Aviv y Haifa elenderen sus negocios COSI ISRAEL coh preferente a te si ció a. Consúltenos Esmero y rapides en el BANCO HOLANDÉS 811*11 CASA CINTRAli 8S DE MAYO 81 AGENCIA 1i CORRIENTES TOO AGENCIA 2; CABILDO 2426-30