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Jüdische Wochenschau · 1963-04-26 · 2009 (26.4.1963) · p. [Seite 6]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2009 (26.4.1963)
Date
1963-04-26
Page
[Seite 6] (sequence 6)
Language
German, Spanish
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G — Viernes, 26 de Abril te 1963 LA SEMANA ISRAELITA Afio XXIV. — No. 2609 Ereignisse der Oie Kundgebung im Luna Park Jeder Teilnehmer an der grossen Kundgebung, die von der DAIA und den anderen zentralen Organisationen (AMIA und Zionistische Landesorganisation) sowie einigen Landsmannschaften zu Ehren des 20. Jahrestages der Erhebung im Ghetto Warschau veranstaltet worden ist, dürfte von der imponierenden Grösse dieser Feier und der tiefen Anteilnahme der Oeffentlichkeit aufs stärkste beeindruckt worden sein. Der Luna Park war schon lange vbr der angesetzten Zeit vollkommen überfallt. Leider hatte man es unterlassen, im Angesicht des starken Andrange« auch den zweiten Flügel der Riesen halle zu öffnen, sodass tausende Personen keinen Einlass finden konnten und enttäuscht umkehren mussten. Ee dürften wohl über 25.000 Menschen gewesen sein, die mit einer selten erlebten Spannung und Erwartung, von innerer Unruhe ergriffen, die Heldin des Warschauer Ghetto, Jaike Grosman, empfingen und die vielen anderen Ehrengäste mit starkem Applaus begrüssten, den Botschafter Israels in Argentinien, Ge neral Josef Avidar und seine Gattin, den Oberrabbiner Dr. Schlesinger, den Präsi. denten der Föderation christlicher-! üdischer Zusammenarbeit, Priester Carlee Cu chetti, den greisen Ex-Senator Palacios, den Jesuiten- Pater López Jordán, Frau Alicia Moreau de Justo, Dr. Oscar Allende und viele andere. Besondere Erwähnung bedarf die Anwesenheit des von. den Volksradikalen MOEBELHAUS WATERMANN Das Haas der 3 Geschaf te mit ter grüssten Auswahl. SARMIENTO M47 T. E. 35 - 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten. Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. (UCR del Pueblo) proklamierten Präsidentschaftckandidateu Dr. Arturo Illiä. Teilnahme der Oeffentlichkeit Wohl selten hat die allgemeine Oeffentlichkeit, vor allem die grosse argentinische Presse, einer jüdischen Veranstaltung eine so grosse und uneingeschränkte Aufmerksamkeit geschenkt Aufstandes im Warschauer wie dieser Erinnerungsfeier an den 20. Jahrestag des Ghetto. Zeitungen, die sonst eher zurückhaltend alß vielberichtend über jüdische Ereignisse sind, widmeten diesem Datum und dem Besuch der Frau Grosman ihre j Spalten und gaben ausführ-i liehe Interviews und Inforj mationen über die Bedeu- | tung dieses Jahrestageß, über den historischne Kampf | der im Ghetto — und nicht nur im Warschauer Ghetto, eingeschlossenen Juden, die aufstanden, um sich zu verteidigen und nicht willenlos ßich ihren Henkern ergeben wollten. Die Pressehat verstanden, — und wir hoffen, auch die nicht jüdische Oeffentliehkeit hat dies begrifien. — dass die Ghetto-Kämpfer die jüdische Fahne erhoben hatten, nicht nur um ihre | eigene Freiheit zu erkämpj fen. Wussten sie doch, dasß ihr Widerstand aussichtslos war, denn sie hatten nicht die geringste Chance, gegen die deutsche Polizei- und Militärmaßchine zu siegen, sie. die Unbewaffneten gegen die bis an die Zähne ausgerüsteten Deutschen. Aber es ging nicht allein um die jüdische Freiheit. Es ging, die Ehre und die Freiheit aller freiheitliebenden Menschen zu verteidigen und die Würde und Menschlichkeit zu retten, die von den Machthabern des Dritten Reiches und ihren Helfershelfern mit den Füßsen getreten und geschändet worden ist. Die argentinische Presse hatte begriffen, — und diese Gedanken wurden auch von den argentinischen Sprechern dieses Abends unterstrichen, — dase die Welt endlich die Lehren verstehen solle, die nicht nur den Juden, sondern allen VöL kern in jener Schreckenszeit erteilt worden sind: es geht nicht um die Rettung des jüdischen Volkes allein, das vor neuen Verfolgungen bewahrt werden mußs, es geht um einen universellen Kampf gegen Neonaziinus und Faschismus, die heute bereits wieder eine Bedrohung für die ganze freie Welt darstellen, wie ja der Angriff der Naziß nicht nur gegen die Juden, sondern gegen alle freien Nationen gerichtet war. Diese Vorbereitung der Kundgebung, an der — wie gesagt — die argentinische Presse einen hervorragenden Anteil hatte, — führte auch dazu, dass die Massen mit grosser Erwartung die Reden anhörten und vorbildliche Aufmerkßamkeit zeigten. Die Reden Wir können hier nur einen kleinen Auszug der gehaltenen Reden im Luna Park veröffentlichen. Es wäre vielleicht lohnend, eine kleine Broschüre herauszugeben, in der die Reden in ihrem Wortlaut dem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Die von der DAIA beauftragten Sprecher waren ausgezeichnet und wirkungsvoll. Sie erfüllten ihre Aufgabe, die Erschienenen zu präsentieren und vorzustellen, die Prinzipien unserer Arbeit in kurzen Schlagzeilen usw. weiterzugeben, die Ziele der Kollektivität in kleinen Slogans bekannt zu geben etc., mit greßser Geschicklichkeit und Wirkung. Einleitend sprach der junge und dynamische Sekretär der DAIA, Dr. Abraham Gorbatt, der auf die Bedeutung der Veranstaltung hinwies und ein Manifest der DAIA verlas, in dem u. a. zum Ausdruck gebracht wurde, dass ein Mensch nur dann in Würde leben kann, wenn er sich der Freiheit erfreut. Der israelißche Botschafter, General Avidar, der seine Rede mit hebräischen Sätzen einleitete, sprach dann in spanischer Sprache unter starkem Beifall. General Avidar führte aus, dass man nicht nur an die heroische Haltung der Juden im Ghetto denken solle, sondern auch seinen Blick auf die Zukunft zu wenden habe. Wir müssen alles tun, um eine sichere Zukunft vorzubereifcen, damit sich Der Papst empfing Otto Frank Rom. — Mit einem Exemplar des Tagebuchs der Anne Frank in der Hand empfing Papst Johannes XXHI, Annes Vater, Otto Frank, in Privataudienz, dem er versicherte, dass der von seiner Tochter geßäte Samen aufgegangen sei und in der ganzen Welt zum besseren Verständnis zwischen den Menschen beigetragen habe. Der Papst gab auch seiner Befriedigung über die Gründung eines italienischen Anne Frank- Zentrums in Israel Ausdruck. Otto Frank überreichte dem Papst einen Sonderdruck der ,,Anne Frank-Schriften“. (ITA) nie wiederhole, was vor 20 Jahren geschehen ist. — Danach kam der Präsident der DAIA, Dr. Jizchak Goldenberg, zu Wort, der mit Recht lebhaft begriisst worden ist. An dieeer Stelle sei hervorgehoben, dass unter der Führung Goldenbergs die DAIA eine Position erkämpft hat, die ihr innerhalb der jüdischen Kollektivität grossen Respekt verschaffte. Vor allem aber hat die uns umgebende Umwelt gelernt und veretanden, dass die DAIA die Repräsentanz der argentinischen Judenheit ist, und dass die Erinnerungsfeier in Pulen Warschau. — Am Morgen des 19. April, auf die Minute 20 Jahre na-ch Beginn des- Aufstandes der Juden im Warßchauer Ghetto, nahm die Gedenkfeier auf dem Friedhof in Gensza ihren Anfang, auf dem die jüdischen Märtyrer und Partisanen begraben liegen, die im Kampf gegen die Nazis fielen. Im Namen der Juden Polens und der Juden polnischen Ursprungs in England und anderen Ländern wurden auf den Gräbern Blumenspenden niedergelegt. Rabbiner Elias Katz aus Presßburg betonte, dass die Ghettokämpfer ,,ebenso stolz zu sterben wussten, wie die Juden aller Generationen seit alten Zeiten beginnend mit Samson.“ Jizchak Kallenberg, der Bürgermeister von Kiriat Tivon, der namens der zehnköpfigen israelischen Delegation sprach, führte aus, dass die Juden, die im Ghetto ihr Leben opferten, uns ein Testament hinterlassen haben: dass Juden niemals mehr als Lämmer zur Schlachtbank gehen vver- DAIA eine Potenz darstellt, mit der man rechnen muss. In seinen Ausführungen hob Dr. Goldenberg hervor, dfißs die Juden im Ghetto wussten, sie würden nicht nur für sich, sondern für ei- (Fortsezung auf Seite 7) den... und wir in Israel, wir verwirklichen tagtäglich diesen letzten Willen der Kämpfer von Warschau.“ Der Oberrabbiner von Poi. len Ascher Sibes bot den Besuchern aus dem Ausland sein brüderliches Willkommen und wies darauf hin, dass ,,der teuflische Plan unserer Feinde, dag jüdische Volk auf der Erde aus. zurotten, scheiterte. Die Juden starben in dem Kampf, aber sie haben uns allen die Lehre erteilt, dass wir die - Schläge zurückgeben sol- ■ len“. Hierauf sprach er das Kaddißch, das von ailen Anwesenden gemeinsam wiederholt wurde. Im Palast für Kultur und Wissenschaft fand eine grosse Veranstaltung zur Erinnerung an den Ghettoaufstand statt, an der 5.000 Personen teilnahmen. Daß gesamte polnische Kabinett mit Ministerpräsident Josef Cyrankiewicz an der Spitze, sowie alle politischen, kulturellen und sozialen Führer des Landes - waren erschienen. Janucz Sarzycki, der Präsident des Sowjet von Warschau und der Präsident des Verbandes der Kämpfer für Freiheit und < Demokratie beschrieben in ergreifenden Worten die Geschichte dee'Ghettoaufstandes und gaben die Versicherung ab, dass die Polen nicht mit den Nazis zusammengearbeitet hätten. (ITA) JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN BLANCO ENCALADA 1646 te 73-1148 Teppichhaus - M. 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