Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2009 (26.4.1963)
- Date
- 1963-04-26
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 26 de Abril de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2009 Aegypten ohne Atom-Waffen Es ist ohne in Verdacht vcm Uebertreibung und irgendwelcher Ressentiments gegen Deutschland zu kommen, objektiv festzustellen, dass jeder okjektive Zeitungsleser und der Deutsche aut der Strasse den Eindruck gewinnen muss, dass nicht Aegypten Waffen fabriziert, die ein Verbrechen gegen die Menschheit sind, sondern dass Israel eine Hetzkampagne gegen Aegypten führt und dass Israel auf die Anklagebank gehört und nicht Aegypten. Die deutsche Oeffentlichkeit — es sprechen vielleicht Anzeichen dafür, dass dies nicht für die deutsche Bundesregierung gültig ist — hat h'er bei den Raketen, die deutsche Wissenschaftler in Aegypten fabrizieren, dieselbe Stellung und Entschuldigung eingenommen, die sie oft bei der Erwähnung der Vergasung und Vernichtung von 6 Millionen Juden eingenommen hat. Damals sagten sie und sagen noch heute, sie hätten nichts gewusst, und was hätten sie dagegen machen können. Bei den deutschen Wissenschaftlern in Aegypten verschanzen eie israe! se adelanta a recibirlo..., Al partir de Buenos Aires rumbo a Israel cuente con EL AL. Sus nuevos horanos le ofrecen ahora la posibilidad de que, al llegar a la mayoría de las ciudades importantes de Europa o a Nueva York, casi invariablemente esté esperándolo uno de los lujosos jets Boeing 707 ó 720 para continuar vuelo, sin pérdida de tiempo, hacia Tel Aviv. Así, EL AL se adelanta a recibirlo, augurándole el más venturoso de los Viajes y atendiéndolo con la tradicional cortesía israeli. von M. KILAI (zur Zeit Frankfurt) sich nicht nur hinter Paragraphen und Auslegung der Verfassung; die deutsche Presse macht es ihnen sehr leicht, auf Israel die Schuld abzuschieben, wenn dies auch nicht immer von der Presse so gemeint wird. Die 10 - Pfennig - Zeitung „Bild“, die die meistverbreitete Zeitung Deutschlands ist und von vielen Millionen Menschen gelesen wird, schreibt in einer Rieeenüberschrift „Aegypten ohne Atom-Waffen“ und ein Untertitel dazu „Engländer und die USA: Israels Vorwürfe übertrieben“, wobei sie u. a. sagt: „Jetzt erklären aber auch höhere Beamte der britischen und der man in Bonn die Arbeiten der deutschen Forscher verurteilt, und dass die Bundesregierung eine gesetzli che Handhabe sucht, das Unternehmen zu verbieten oder zu beenden. Die rechtsgerichtete „Deutsche Soldatenzeitung“ protestiert in einem Artikel gegen die bedenklichen Rechtsverletzungen im deutsch israelischen Konflikt, wobei der Artikel garniert wird mit zwei Photos und einem Untertitel „Staatschef Ben Gurion beim Abschuss israelischer Raketen“. Die Solda tenzeitung hat auf einmal den Rechtsstaat entdeckt. Ein Rechtsstaat könne keine Sondergesetze vertragen. Deutsche Techniker in Aegypten Bonn. — Der westdeutsche Minister für Wirtschaft liclte Zusammenarbeit. A. Scheel, kehrte von einem Besuch in Kairo nach Bonn zurück. Wie verlautet, hat der Minister den ägyptischen Behörden mitgeteilt. dass die Deutsche Bundesregierung beabsichtigt, eine schärfere Kontrolle in der Frage der Waffenproduktior. in politischen Spannungsgebieten auszuüben. Die Mitarbeit deutscher Wissenschaftler innerhalb des ägyptischen Rüstungevorhabens, die Israel zu Protesten vor der Regierung Westdeutschlands veranlasst hat, stand offiziell nicht auf dem Programm der Un terhaltungen Scheels mit den ägyptischen Funktionären, gelangte aber trotzdem zur Sprache, Die Aegyp. ter leugneten auch bei diceer Gelegenheit, dass die deutschen Techniker an der Entwicklung atomarischer, chemischer oder bakteriologischer Waffen arbeiten. (ITA) US-Botschaft in Kairo, die Vorwürfe beruhten auf groben Uebertreibungen. Die Behauptungen, dass Aegypten Atomwaffen entwickle, sei .lachhaft1.” Und weiter bringt sie ein Zitat aus der New York Times, dass keine Bestätigung dafür gefunden werden konnte, dass deutsche Wissenschaftler in Aegypten an der Konstruk- | tien von Massenvernichj tungswaffen beteiligt sind. Dass die Zeitung nicht antiisraelisch eingestellt ist, beweist, dass sie zum Schlusß s.chreibt. dass politische Beobachter sagen, man muss die israelischen Sorgen verstehen. Aber das sind nur sieben Worte für Israel gegenüber 500 anti israelischer Worte. — Noch weniger kann man die „Frankfurter Abendpost“ als anti - israe’isch oder nicht objektiv über 'israelische Sachen berichten de Zeitung bezeichnen. Die Zeitung bringt auf der ersten Seite eine mit roten Buchstaben gedruckte Ue. berschrift „Unser Leben bedroht“, worin sie drama tisch das ägyptische Fernseh-Interview mit den deutschen Wissenschaftlern Dr. Kleinwächter, Dr. Pilz und Dr. Görcke wiedergibt und hervorhebt, dass Dr. Hans Kleinwäehter israelische \ „Banden“ der Attentate auf die Gruppe der Wissen ' schaftler bezichtigt. Auch in dieser sensationellen Wiedergabe schreibt die Zeitung eine Schiusbemerkung, dass keinen Entzug von Pässen von deutschen Staatsbürgern. Deutsche Staatsbürger in Aegypten könnten ebenso arbeiten wie sie in Amerika tätig sind, und wie Deutsche in der Waffentechnik Grcssbritanniens und Frankreichs tätig waren. Bei der So'datenzeitung fehlt es nicht an Schamlcßigkeit und Zynismus. in dem sie den Kanzler davor warnt, ein Sondergesetz zu erlassen. Dabei wird der zynische Satz gebraucht: „Wir aber densen an die Praktiken des Drit teil Reiches, das den deut-» sehen Emigranten die Pässe entzog.“ Ein führende Wochenzeitung bringt einen Artikel ei nes israelischen Korrcspondenten „Israels Geheimdienst stellt sich vor“, worin in sehr sympathischer Weise dargestellt wird dass die Mitglieder des israelischen Geheimdienstes keine Aben teurer sind. Die Leserbriefe der verschiedenen Zeitungen zu dieser Frage zeicen am besten die Volksstimmung. Die meisten gehen davon aus, dass es absurd und lächerlich sei die elf deutschen Raketentechniüer als Hitlers Testamentsvollstrecker in der .Judenver nichtung zu bezeichnen. Dass Deutschland eine besonders starke moralische Verpflichtung gegenüber Israel und dem jüdischen Volk hat, ist vom deutschen Durchschnittsbürger ganz vergessen worden. Die moralische Wiedergutmachung f gegenüber dem jüdischen Volk in Israel, welche hoch stes Gemeingut aller Deutschen sein müsste, ist offensichtlich im Taumel der Selbstzufriedenheit und des Wirtschaftswunders dem deutschen Durchschnittsmenschen ganz abhanden gekommen. Prof. Eugen Sänger, der bei Nasser für die Raketenforschung gearbeitet hat, soll in einem Gespräch mit einem israelischen Korrespondenten erklärt haben, er würde auch für Israel arbeiten, wenn man ihn dazu auffordem sollte Er gibt Beispiele vieler Professoren, die an Forschungen nicht mitarbeiten wollen, die verderbliche Folgen ihrer wertfreien Forschungen befürchten. Der Israel-Korrespondent erklärt, wenn das Ergebnis von einigen Jahrhunderten humanistischer Bildung so auseieht dass ein Professor Sänger oereit ist, für jeden tödliche Waffen zu produzieren, so solle man diese Bildung über Bord werfen, denn diese sei keine menschliche Bildung. Ein Wissenschaftler, der an die Wertfreiheit seiner Werke glaubt, wirkt zerstörend Ein solcher Mensch und Wissenschaftler ist kein Mensch mehr, sondern eine Maschine, Die „Süddeutsche Zeitung“ beschreibt auf einer ganzen Seite „Die deutschen Waffenschmiede am Nil“. Dieser Artikel ist eine genaue Darstellung der Waffen und Raketenfabrikation in Heliopolis, wo 500 Aegypter am Bau von Raketen unter deutscher Leitung arbeiten. Es ist interessant, das« die Leitung schreibt, dass auf ato marem Gebiet Vizepräsident Boghadi bei seinem Besuch in Bonn den ägyptischen Wunsch. Beschaffung von Atomreaktoren zur Herstellung von Atombomben, äusserte. Bundeswirtschaftsminister Erhard soll ihm darauf erwidert haben, dass die Bundesrepublik sich streng an die von der inter nationalen Atomkommission in Wien aufgestellten UN- Regeln halte. Nach dieser Antwort hatte Boghadi diesen Wunsch nicht mehr geäussert. Zum Schluss des Artikels wundert sich die Zeitung, dass der Bonner Sprecher der Bundesrepublik zuerst erklärte, dass die deutsche Botschaft bereit sei. das ägyptische Dementi zu oe stätigen. dass „keine Deutschen an der Atombewaffnung mitarbeiten“. Solche Aeusserungen Hessen darauf schliessen. dass die deutsche Botschaft in Aegypten sehr leichtfertig vorgehe. In derselben Zeitung schrieb Albert Wucher, dass man einer bedrohten Nation wie Israel nicht verdenken kann, wenn sie das Unrecht, das sie befürchten muss, höher veranschlagt, als das geringere Unrecht, in dem sie von der Bundesrepublik verlangt, die grundgesetzlich garantierte Freizügigkeit ih rer Bürger in Fällen einzu¬ LA SEMANA ISRAELITA BIS EM AH ARIO INDEPENDIENTE 8*. Air** — PUEYRREDON 2190, 1* Lsq. — T. E. 83-261- 26 April 1963 2. lyar 5823 Aufloesung eines Lagers Tel Aviv. — Vor kurzem wurde beschlossen, das Einwandererlager Amischaw bei Petach Tikwa innerhalb eines Jahres aufzulösen und seine Bewohner in ständige Wohnungen überzuführen. — (AWZ) schränken, wo es um das Wohl einer anderen Nation geht. Es ist in Israel und in der freien Welt wenig bekannt, dass gerade die „Süddeutsche Zeitung“ eine Anzahl Menschen hat, die sich um die Annäherung Israel- Deutschland verdient gemacht haben und sich heute ernst über die Verschlechterung der Beziehungen durch die in Aegypten tätigen deutschen Raketenforscher Sorge machen. Immanuel Birnbaum schreibt einen Leitartikel „Zwei Alte kön nen es schaffen“ Eine Gesamtbereinigung der Beziehungen zwischen der Bun desrepublik und Israel sei möglich. Der deutsche Partner bei dem schweren Werk der Aussöhnung war für Ben Gurion Konrad Adenauer, der die Tragweite der Versöhnung mit Israel früh zeitig erkannte. Dieses Werk jetzt zu retten und für die I Zukunft zu sichern wäre ei- I ne Aufgabe, mit deren Lö. j rung Adenauer seiner histo; rischen Laufbahn einen wür- | digen Abschluss geben könni te. Hinter Adenauer stände in dieser Frage noch einmal wie beim Abschluss des Israel-Vertrages ein einmütiger Bundestag. Neue Organisation der Verfolgten Frankfurt a. M. — Eine Union deutscher Widerstandskämpfer- und Verfolgten-Verbände (UdWV) is* ia ■ Frankfurt gegründet worden. Wie dazu mitgeteilt wurde, soll die Union als Dachorganisation die üoerparteilichen, unabhängigen Widerstandskämpfer- und Verfolgtenverbände mit demokratischen und rechtsstaatlichen Auffassungen vertreten. Die UdWV ist der „Union Internationale de la Resistance et de la Deportation“ in Brüssel beigetreten. (AWZ) „Nicht brauner als andere Staedte“ Würzburg. — Würzburg sei „nicht brauner als andere Städte“, erklärte der Würzburger Oberbürgermeister Dr. Helmuth Zimmerer kürzlich bei einem offiziellen Empfang der Stadt für die in Würzburg tagende bayerische Evangelische Landessynode. Zimmerer, der wegen seiner 1936 verfassten Doktorarbeit über „Rasse. Staatsbürgerschaft und Reichsbürgerschaft“ schweren Angriffen ausgesetzt ist, ging auch auf die Vorwürfe gegen prominente Würzburger Juristen ein. Die Publizistik ist nach seiner Ansicht schuld daran, dass mehiere prominente Persönlichkeiten im „Mittelpunkt einer Treibjagd“ stünden. 4 M: l POCH m FRAN«', Q R Q OFICINA PARA SUDAMERICA:. DIAG. J. A. ROCA 550, PISO TEL.: 30*3757/831 S •UfcNOS AIRES > - ¡r*' ■X'll vuelos s#manales con dos vuelos “non stop" (sin escalas) desde Nueva York 3 Teí Aviv y viceversa* Jn3 amplia gama de conexiones desde Europa. 511 Fiftk Avenue New Vjrk 17, N.Y. Tele; tone. 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