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Jüdische Wochenschau · 1963-04-05 · 2006 (5.4.1963) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2006 (5.4.1963)
Date
1963-04-05
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4Un Viera«*, S d* Abril dr 19«3 * " 1 " »«' - «S* .ijWrrtri LA SEMANA ISRAELITA Afto XXIV. — No. 200« Das 5. Jugendlager der CENTRA von Qberrabbiner Prof. Dr. FRITZ PtlWKUS, Sao Paulo Dieser Bericht wurde uns freundlicherweise von der CENTRA zum Abdruck überlassen. Wenn Ich diesen Bericht gebe, so steht er ganz unter dem Eindruck, den ich in dem Moment habe, wo ich das Campamento in Melocotón (Chile) verlasse. Von der menschlichen Seite her ist. dort eine ungeheure Leistung vollbracht worden. Mit aufopfernder Hingabe hat unsere Schwestergemeinde in Santiago dieses Lager vorbereitet, in einer herrlichen Landschaft gelegen. Mit einer Perfektion, die ich am besten beurteilen kann, da ich seit zwölf Jahren Fachmann für Campamento« junger Menschen bin. Alle Mitarbeiter erzielten grossartige Leistungen in technischer wie menschlicher Beziehung. Die Leiterin der Küche erstaunte mit ihren kulinarischen Genüssen. Der von der CENTRA aus Israel engagierte Jugendfübrer Amiran. Salomo Ma guenzo au« Santiago und mein guter Freund und Mitarbeiter David Sztulman. alle drei leisteten in ihrer Arbeit Ausserordentliches in ihrer Zusammenarbeit, in der Verteilung der Arbeit wie in dem Kontakt mit den jungen Menschen. Sie haben durch die Auswahl der The men, in der Behandlung der Grundthemen, der Psychologie des Jugendalters, in einer grossen Anzahl von „Workshops“ für Jugendarbeit in den Gruppen, in Gesang und Spiel ganze Arbeit geleistet. Mit einer beispielhaften Hingebung haben mein lieber Kollege Egon Loewenstein und seine liebe Frau Kaethe ihr Bestes gegeben. um diese,? Lager zu leiten und es zu einem vollen Erfolg werden zu lassen. Ich kann mir vorstellen, wie sie seit Monaten geplant und überlegt, mit ihren Mitarbeitern diese Dinge durchdacht haben und wie sie dann der gute Geist und die unsichtbare, aber immer leitende Hand de« Ganzen gewesen sind. Ich selbst hatte das grosse Glück, dass ich eine Woche von meiner Jugendarbeit in Campos de Jordao abzweigen konnte, um in Melocotón mitwirken zu können. Ich mus« gestehen, dass diese Tage zu den schönsten Erlebnissen meiner Jugendarbeit gehören. Nun zur Jugend selbst. Es kamen neue junge Menschen aus Uruguay, aus Chile, Brasilien und zu unserer grössten Freude Vertreter von zwei erst kürzlich entstandenen Jugendvereinigungen aus Paraguay und Perú. Junge Menschen, bereits eine neue Generation mit verschiedenen Temperamenten, mit verschiedenen Arbeitstypen in ihren Ländern, aber geeint in Freundschaft, im gemeinsamen Ziel und in der gemeinsamen Aufgabe. Es ist uns geglückt, durchzuführen und aufrecht zu erhalten. das. was vielleicht für die Gemeindejugend die entscheidende Position ist, nämlich die gesamtjüdische Haltung, dass junge Menschen aller Schattierungen zusammen gehören, dass sie wissen „wir stehen und fal len zusammen“. Dass sie. jeder nach seinen Interessen ausgerichtet, trotzdem die Gesamtheit des jüdischen Lebens, die Erscheinungs formen dee Judentums in Israel, in den Gemeinden und in den verschiedenen Ländern des Kontinents in gleicher Weise als ein Gesamtbild in Betracht ziehen. Höhepunkte waren die religiösen Veranstaltungen. Man kann in keiner Weise sagen, das« unsere Jugend unreligiös ist. Es kommt nur darauf an, wie wir mit ihr religiöses Leben gestalten. Höhepunkte waren die ersten Aussprachen. Ich hat te gewünscht, dass viele unserer Familien daran hätten teilnehmen können. Wir hatten die grosse Freude, am vorletzten Tag des Lagers, an einem Sonntag, den Gesandten Israels, Minister Doron, und seine Familie dort zu begriiseen und einen Vortrag zu hören, der in klarer Form die aussenpolitische Position Israels sei nen Freunden, Feinden und Neutralen gegenüber beleuchtete. Das Hauptthema ging um die Untersuchung, wie der junge Mensch dem Leben gegenübertritt. Mein lieber Kollege Egon Loewenstein — ich gestehe, dass unsere Freundschaft in diesen Tagen noch stärker geworden ist — hat eine Reihe von Themen unter diesem Leitthema besprochen, er wird Jüdisches Lehrhaus (2. Studienjahr) Er oef f n ungs Veranstaltung MITTWOCH. DEN 17. APRIL 21 UHR (Einzelheiten werden noch bekannt gegeben) Kurse (14laegig): Prof. Dr. Günter Ballin: PAEDÄGOGIS0HE PROBLEME Rabbiner Hanns Harf: JUEDISCHE STAEDTEBILDER Rabbiner Dr. Meir Rosenberg: „DER GTT, MIT DEM WIR RECHNEN“ (Hiob, Psalmen. Weisheitsliteiatur) (Einzelheiten werden noch bekanntgegeben) WEITERE KURSE SIND GEPLANT. HEBRAEISCHE KURSE des Jüdischen Lehrhauses gemeinsam mit JJCAJ 1) Anlaengefkurs ohne Vorkenntnisse: Dienstag und Donnerstag 17 Uhr 2) Leichtfortgeschrittene I: Dienstag und Donnerstag 18 Uhr 30 3) Leichtfortgeschrittene R: Dienstag und Donnerstag 15 Uhr 30 4) Fortgeschrittene (Unpunktierte Lektüre. Tenach und Sidurk Montag 17 Uhr 30 und Mittwoch 18 Uhr 30 Der Unterricht beginnt am 2. APRIL 1963 in Cramer 2070. Einzelheiten sind unter 76*7452 zu erfragen. sicherlich noch selbst über berichten. dar- NACHRICHTEN AUS ISRAEL BRUNNEN IM NEGEW Ein Brunnen von einer Ergiebigkeit von 200 Kubikmetern pro Stunde und ei Jen halt^ Gelegenheit, fol- 1 kurzem im z?ntralen Neoew gendes zu machen: Abgesehen von einigen Gottesdiensten, in denen ich den jungen Menschen einmal die grandiose Bedeutung des „Schema Jisroel“ klarmachte, ein anderes Mal die ganz wesenstypische Bedeutung der Berajas im Judentum, habe ich einige Themen zum Ausgangspunkt einer Diskussion genommen, an der sich die Jugendlichen mit besonderem Ernst und erfreulichem Eifer beteiligten. Jugendliche aus ganz verschiedenen Milieus, verschiedenen Ländern und sogar verschiedener Sprache. Wir haben mit dem Thema begonnen „Die Jugend findet einen Unt-enschivd zwischen den Generationen vor“, Jugendbewegungen die infolge des trockener* und warmen Winterklimas früh reifen, zum Grc.:s-.?il exportieren können wird. In diesem Gebiet gibt es nnnnem verhältnismässig gej destens 8.000 Dunam Beden, ringen Salzgehalt wurde vor die sich für landwirtschaftliche Bearbeitung eignen. entdeckt. Es bestehen Aus- * 1 * * 4 sichten, in seiner Umgebung; W ASSERLEITUNG auf weitere Wasservorkommen zu stossen. Nach dieser Entdeckung erscheint die Wasserfrage im Innern des Negew in einem ganz anderen Licht als bishzr. SUESSWASSER IM SUEDLICHEN NEGEW Eine vor kurzem im südlichen Negew entdeckte neue Wasserquelle lieferte bei Pumpversuchen 200 Kubikmeter Wasser in der Stunde. Das Wasser wurde so wohl für landwirtschaftliche Zwecke als auch zum Trinken für geeignet gefunden. Nachdem man also in diesem wasserlosen Landstrich — . «us^u^wegungen f“f0£as.lf1tbendt Se* gibt es seit dem Beginn des! n ist’ h2gIt man grosse Jahrhunderts, Jugendbewe Öffnungen und glaubt, dass gung war politisch, war so-!£f.nAdle Landwlrtschaft in ziologisch begründet. Der 1 “5ri Arawa-Steppe sehr ent Gegensatz zwischen Genera- I wlckeln und ,hre Produkte lionen wurde grösser, weil ja zwei davon in den beiden Weltkriegen versagt haben. Das erste Stadium dev Konstruktion der Wasserleitung Kinneret—Bet Schean, von Degania nach Asehaod Jaakow, wurde zu Ende geführt und die Gesellschaft „Mekorot“ mit der Instandhaltung der Leitung betraut. Diese Wasserleitung, die als Ersatz für den von den Transjordaniern abgeleiteten Jarmuk Fluss gedacht ist wird jährlich 43 Millionen Kubikmeter Wasser zur Bewässerung von 30.000 Dunam I landwirtschaftlichen Bodens : und für zwei Fabriken iiei fern. LIBERALE WELTORG A N1SATION Im Januar haben Delegierte der Liberalen Weltorganisation aus 15 Ländern ihre erste Tagung in Israel abgehalten. Zusammentreffen mit Euroweil auch die grossen Reli-1 pa, die groseen Leistungen, gionen versagt haben, und weil die Ideologie eines statisch orientierten Bürger tums wahrscheinlich übergehen muss in die einer dynamischen Ideologie einer neuen W’elt, einer neuen Generation. Wir sprachen dar über, wie die verschiedenen pädagogischen Theorien aussehen, wie Alt pnd Jung miteinander umgehen können. Der junge Mensch soll ferner das Gefühl der Freiheit, aber auch der Verantwortung bekommen, soll erken nen, dass es Werte gibt, die eben das Leben lebenswert machen. Eine etwas schwere Materie, aber für den Jungen Menschen wichtig, um das Zusammen- und Gegenüberstehen, das Zusammentreffen der Generationen zu klären. Eine andere Unterhaltung ging um das Thema: „Der junge Mensch trifft das Christentum“, Hier wurde mit den jungen Menschen erarbeitet, dass wir trotz dessen, was uns trennt und trotz der Missionsversuche dem Christentum ohne Ressentiment gegenüber treten sollen, dass eine interessante Lehrmeisterin heute die Situation in Israel ist, wo das Christentum zum ersten Mal mit Juden zusammen lebt und keine Mehrheitsreligion ist. Natürlich kamen wir in der Diskussion ausreichend und ergiebig zu der Frage der Freundschaft zwischen Juden und Christen, die wir rückhaltlos bejahen. Eine weitere Unterhaltung war dem Thema gewidmet: „Der junge Jude begegnet seiner Geschichte“, d. h. er begegnet Europa. Was war das europäische Judentum? Es war zu erklären, dass wir mit unserer Gemeindearbeit hier besonders mit der hie sigen jungen Generation eine neue Epoche jüdischer Geschichte einleiten, das das Entstehen der Kehilias, die grossen geistigen, sozia len, religiösen Werke. Am Schabbat folgte als letztes Thema „Der junge Mensch begegnet der sozialen Frage“, Wir bezogen Stellung zum Woehenabschnitt Mischpatim und erklärten der Jugend, dass das Judentum praktisch mit jeder Gesellschaftsordnung ausser der kommunistischen vereinbar ist, was unter Umständen für eine neue Weltkonstellation wichtig ist, dass das Judentum, ohne im parteipolitischen Sänne sozialistisch zu sein, eine ganz grosse soziale Gesetzgebung hat, deren einzelne Punkte lebhaft diskutiert wurden. Wenn man über diese weiten Entfernungen auf diesem Kontinent herumfliegt und sich überlegt, wie früher Stadt von Stadt und Land von Land getrennt waren, wenn man sieht, wie Menschen in den einzelnen Plätzen, in diesem Fall die CENTRA in Montevideo und unsere Freunde in Santiago es ermöglichen, dass junge Menschen aller Länder sich treffen, arbeiten, Freundschaft schliessen, sich aussprechen und eine gemeinsame Plattform für das Judentum diese« Kontinents und des Gesamtjudentums finden können, dann muss ich sagen, es ist eine ganz grandiose, dankenswerte Sache. Ich schiieese mit einer kleinen Geschieht« aus Israel. Dort lebt ein Chauffeur der Autobusgeselischaft;Egged‘. An jedem Morgen war er besonders vergnügt, denn vor 25 Jahren war er mit der Jugend-Alija nach Israel gekommen. An einer Haltestelle steht ein alte« Mütterchen. Er hält an, sie steigt langsam und schwer in seinen Bus, aber sie versteht kein Iwrit, und das Geld reicht auch nicht ganz. Das macht nicht«, der Chauffeur legt das Geld aus, und beim Anblick des Müu terchens denkt er an seine eigene Mutter. Wo mag sie sein? Nie habe ich mehr etwas von ihr gehört. Die alte Frau sitzt und schmust mit ihren Nachbarn. Und au« der Unterhaltung hört der junge Mann heraus, dass sie ihren Sohn sucht, sis will in das Haus der Jugend Alija, sie will hören, wann er dort angekommen ist, wie er jetzt heisst, denn «ie kennt nur seinen alten Vornamen: David! Kaum hört der Chauffeur diesen Namen, hält er an, springt von seinem Sitz, umarmt und küsst seine Mutter: „Ich bin doch Dein Sohn, Dein Davidle, Du bist meine Mutter.“ Wie diese Mutter ihren Sohn wiedergefunden hat, so hat da« Judentum seine Kinder wiedergefunden. Kinder, die eine andere Sprache sprechen, andere Gebräuche haben, aber treue Kinder der Mutter, bewusste und ernste Juden sind, die in die Zukunft gehören. Ich glaube, Melocotón war nur ein Wegabschnitt auf diesem Wege in die Zukunft, *fWVVWWWVVWÍWWW. fc» II DU TO» Zu Pessach LONG PLAY PLATTE für den SEDER-ABEND M0ISHE 0YSHER \ mit Orchester and Chor )• Lavalle 2760 £ S VUELVE El MAYOR EXITO TEATRAL DE 1962 EL DECIMO HOMBRE de PADDY CHAYEFSKY con la dirección de OSCAR FESSLER POR UN MES SOLAMENTE en el TEATRO SAN TELMO CHACABUCO 966 — T. E. 33-2804 Todos los días a las 22 bs. (excepto Lunes). Sábados, Domingos y feriados a las 18 hs. y 22 hs. Localidad, en venta con 5 días de anticipac on.. V 4 4 4 t 4 i 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 r 4 4 4 4 4 4 4 4 t > á

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