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Jüdische Wochenschau · 1963-03-29 · 2005 (29.3.1963) · p. [Seite 4]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2005 (29.3.1963)
Date
1963-03-29
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Viernes, 29 de Marz« de J963 LA SEMANA ISRAELITA Aß« XXIV. — No. 2M5 Siedler in der Steinwüste Bas Thermometer zeigte 38 Grad im Schatten. Die Hitze lag drückend in der gewaltigen Senke des Tot-en- Meer-Beckens. der tiefsten Stelle der Erdoberfläche, fast 400 Meter unter dem Meeresspiegel. „Der Teufel muss hier vorbereigeritten sein“, sagte einer unserer Reisegefährten. ein Journalist aus England, und hob seine Nase schnuppernd in die Luft. Wenn er damit den Schwefelgeruch meinte, so müsste es sich um eine ganze Herde von Teufeln gehandelt haben — der starke Schwe felgehalt des Toten Meeres sendet Dünste aus. wie sie Stapel von verfaulten Eiern nicht intensiver zustandebringen. ln Sodom hielten wir an der ,,Herberge zu Lots Frau“: es gab eisgekühlte Orangensäfte, und etwas, was das Gesundheitsamt jedem Besucher dieser Gegend verabfolgt — Chinin- Tabletten gegen Malaria. von HERBERT FREEDEIS Dann ging es an Salzbergen, Sandkegeln und Basaltkratern entlang, weiter nach Süden. „Die ideale Szenerie für den Regisseur, der einen Film auf dem Mond schiessen will“, sagte einer und kaute noch an der bitteren Tablette. Südlich des Toten Meeres erstreckt sich ein 120 Quadratkilometer grosser Salzsumpf. eine Fortsetzung des Binnensees, der einmal durch Ueberschwemmung entstanden ist. Da Wasser in dieser Hitze schnell ver dunßtet und das Tote Meer einen Salzgehalt von 25 Prozent hat. ist die Erde mit einer Schicht von Salz, Schwefel und anderen Chemikalien bedeckt. Am Südende dieses Sumpfes, einer von Mensch und Tier verlassenen Einöde, liegt eine Siedlung ,,Neot Hakikar“ — wörtlich übersetzt die „Oase des Bezirkes“. Staubwolken hüllten uns ein, als wir über den holprigen Pfad dorthin fuhren, den ein Drahtverhau abschliesst. Ein paar Hunde schlugen an, als wir ankamen. Dann liess man uns ein. Kein Baum, kein Strauch, kein Stückchen Grün, schmückt den Wirtschaftshof. Wohnwagen, wie sie Zirkusse mit sich führen, und Holzbaracken — j das war alles, was wir zu- | nächst sahen, irgendwo hing j ein Schild „Büro“. Vor drei I Jahren hat sich hier eine | Gruppe junger Menschen niedergelassen, um sich und der Welt zu beweisen, dass es möglich iet, auch diese Wildnis zu bezwingen. Die tropische, salztolerante Vegetation schien anzudeuten. dass es in Mengen Viehfutsind zu salzhaltig, um als ter gibt und sie begannen nach dem amerikanischen Vorbild des „Wilden We¬ Das Leo Baeck - Institut sucht DOKUMENTE-URKUNDEN CHRONIKEN BILDER über die Geschichte des ehemaligen deutschen Judentums sammelt das LEO BAECK-INSTITUT PUBLIKATIONEN DES IE0 BAECK INSTITUTES SCHRIFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEU DES LEO BAECK INSTITUTES J C B. MOHR (PAUL SIEBECK) TUEBINGEN YEAB BOOK VI I960 — VOM L.B.-INSTITUT HERAUSGEGEBEN: BY THE EAST AND WEST LIBRARY, LONDON mit einer Fülle hervorragender Beitrage in englischer und deutscher Sprache. (416 Seiten) WERDE AUCH DU 3HTGLIED des Leo Baeck-Instituts Anmeldungen bei Herrn CURT WILKj Moreno 2256» und un Büro der fUED ISCHEN WOCHENSCHAU. Pueyrredon 2190. 1, Izq. (83/2613) sten“ eine Viehfarm anzu legen, mit berittenen „Cowboys“ und schwarzen Schäferhunden, die dafür sorgten, dass keines der Rinder sich im Sumpf verlor, lieben den Hafen von Elat kamen aus Rhodesien 300 Stück afrikanisches Vieh, starknackige Tiere, die fast wie Büffel au.c«sehen und sonst hierzulande unbekannt sind, und die den Grundstock zu ihrer Wirtschaft legten. Aber bald stellte sich heraus, dass der Verkauf von Fleisch allein nicht genügte, um aus dieser Versuchsfarm ein Dorf zu machen. So begannen sie, das erste Stück Erd« vom Dschungelgestrüpp wilder Pflanzen zu säubern und Tomaten zu säen. Der Versuch gelang, aber es kamen Rückschläge, und sie mussten ihr Lehrgeld zahlen, bevor sie gelernt hatten, welche Gemüsesorten sich mit salzhaltigem Wasser ziehen lassen, wie etwa die mit Salzquellen bewässerten Melonen, die sich durch besondere Süsse auszeichnen. Aus Persien importierte Dattelpalmen schienen ebenfalls gut zu gedeihen, und im Augenblick sind etwa 60 Hektar Land, die vom Keren Kayemeth gesäubert und vorbereitet wurden, unter landwirtschaftlicher Nutzung. Der nächste Schritt dürfte die Anlage von Fischteichen sein. Wir standen auf einer Anhöhe, von der man die Felder von Neoth Hakikar sieht — mit der Präzision einer Uhr bewegte sich eine Sprenkleranlage, die Furchen waren fein säuberlich für die Gemüsebeete gezogen, die Dattelpalmen standen in Reih und Glied, man glaubte, eine Fata Morgana in einer Wildnis von M;er, Sumpf und Wüste zu sehen. Die einzigen menschlichen Behausungen weit in der Ferne waren transjordanische Dörfer, auf dem Wege von Hebron nach Akaba. Jetzt hörten wir, warum der eigentliche Bauernhof so vernachlässigt war — die Wirtschaftsgebäude sollen etwa einen Kilometer entfernt von dem bisherigen Provisorium errichtet werden. In den kommenden Monaten soll das erste feste Haus auf der Stelle oberhalb der Felder, auf der wir standen, gebaut werden. Der Plan sieht einen Wirtschaftshof vor, von einem Perimeter eingeschlcssen, in dem sich Wohnräume, Küche, Werkstätten, Büro und der gemeinsame Essaal befinden. Die meisten Menschen, die sich hier aus allen Teilen der Welt zusammengefunden haben, sind zu jung, um schon Familien zu haben. Es gibt bisher nur zwei Kinder — drei Jahre und eineinhalb Jahre alt — deren Vater Roger ein Agrarwissenschaftler aus Neuseeland ist. Als wir seine amerikanische Frau, die das dritte Kind erwartet, fragten, warum sie hergekommen ist, sagte 6ie kurz: „Weil mein Mann es wollte.“ Was einmal sein w-rd, io mm i Szen;nl>ild aus dem erfolgreichen Bühnenstück „FL DEi CIMO HOMP.RE“ von Paddy Chayeisky, das wieder auf dem Spielplan des Teatro San Telmo steht (s. Anzeige). : wenn die Kinder in die | Schule müssen, liegt noch in i weiter Zukunft. | Warum „Neoth Hakikar“ i nach drei Jahren Existenz i noch immer kein festes j Haus hat? Die kleine Grup-! pe muss einen hohen Preis für ihre „Privatinitiative“ zahlen, denn sie gehört keiner Siedlungsbewegung an, und so steht keine politische Partei und keine Organisation hinter ihr, um sie zu finanzieren und, was! nicht weniger wichtig ist, i den notwendigen Druck auf; die öffentlichen Institutio-; nen auszuüben, den Siedlungspunkt unter ihre Fittiche zu nehmen. Was bisher an Entwicklungsarbeit geleistet wurde, ist in erster Linie dem Keren Kayemeth und dann dem Landwirtschaftsministerium zu verdanken. Erst jetzt wird sich die Siedlungsabteilung der Jewish Agency eirschalten und sich am Bau der Häuser beteiligen. Nach drei Jahren hat ihr Leiter der Farm den ersten Besuch abgestattet. Selbst Ben Gurion, der an der Entwicklung des Negew ganz besonderen Anteil Ausliefcrungs- Abkemmen Jerusalem. — In Jerusalem ist e'n Auslieferungsvertrag zwischen Israel und Oesterreich unterzeichnet worden. (ITA) ITALMAR In Anwesenheit Ces Präsidenten Italiens, Dr. Antonio Segni, wurde der 43..000 Tonnen-Luxusdampfer der Gesellschaft Italia, „Raffaello“ in Triest vom Stapel gelassen. Die .Raffaello“ ein Schwesternschiff der „Michelangelo“, deren Stapellauf im September 1962 stattfand, entwickelt eine Geschwindigkeit von 29 Knoten in der Stunde und kann 1800 Passagiere in den drei Klassen befördern. Inzwischen wurde das Turbinenschiff „Christoforo Colombo“ wieder auf der mittelländischen Linie nach New York in Dienst gestellt. Es handelt sich um das Schwesternsehiff der „Leonardo da Vinci“, das zwei Monate lang in den Werften vollständig neu ausgebaut und modernisiert worden ist. So wurde z. B. der Speisesaal erheblich vergrössert, in der Touristenklasse ein Spielsaal für Kinder eingerichtet, und auch die Baderäume in dieser Klasse sind hygienischer gestaltet worden. nimmt, ha* bis zu seinem kürzliehen Besuch in Neoth Hakikar nichts von diesem Unternehmen am Toten Meer gewusst: so sehr geht es „unter Ausschluss der Oeffentlichkeit“ vor sich. Die einzigen, die diese „Oa-! ee“ entdeckten, waren die I Franzosen; ihr „Mittelmeerklub“, der ein Ferienlager am Mittelmeer im westli- I chen Galil unterhält, will! hier eine „Filiale“ errichten, von der aus Touristen die Ufer der Toten Meeres kenneniernen sollen. Welche endgültige Siedlungsform diese Farm annehmen wird, ist noch nicht gewiss, aber wahrscheinlich wird sie in ein Kocperalivdorf verwandelt werden. Die örtlichen Quellen j Trinkwasser zu dienen. In i kurzer Zeit hoffen die Siedler eine Entsalzungsanlage zu erhalten, die nach der elektro-dialytischen Melhode ungefähr tausend Kubikmeter Wasser am Tage entsalzen kann, wobei sich die | Kosten auf einem Kubikme- | ter nur auf ein halbes Is- : rael-Pfund belaufen. Vor-; läufig wird das Wasser, et; wa 30 Kilometer weit, von , Dimona gebracht. Durstig \ von Staub und Hitze nahj men wir die gefüllten Gläser. I mH TO» Í Zu Pessach LONG PLAY-PLATTE K für „en SEDER-ABEND M0ISHE 0YSHER mit Orchester und Chor Lavalle 2760 VUEL VE EL m VOR EXITO TEATRAL DE 1962 EL DECIMO HOMBRE de PADDY CHAYEFSKY con la dirección de OSCAR FESSLER POR UN MES SOLAMENTE en el TEATRO SAN TELMO CHACABUCO 966 — T. E. 33 2804 Todos los días a las 22 hs. (excepto Lunes). Sábados, Domingos y ledodos a las 18 hs. y 22 hs. Localidad, en venta con 5 días de anticiparon..

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