Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2005 (29.3.1963)
- Date
- 1963-03-29
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 29 de Marzo de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2905 — 3 Es geschah, vor 25 Jahren von GEORG KUENSTLINGER, Wien Die Iden des März, der 13. März 1938, brachten Oester, reichs Freiheit zum Erlöschen. Es ist ein Vieiteljahrhundert her, dass die Hitler Truppen die Grenzen eines freien Staates zerbrachen. In ihrem Gefolge kamen, sofort sichtbar für den, der sehen wollte, die Apokalyptischen Reiter, die vier im 6. Kapitel der Offenbarung Johannis geschilderten, aus den ersten vier Siegeln des Buches mit sieben Sie geln hervorgegangenen Reiter, die Pent, Krieg, Hungersnot und Tod symbolisieren. Fünfundzwanzig Jahre sind seither vergangen, Jahre so voller Ereignisse, dass sie ein Menschenherz kaum ertragen kann. Wenn wir noch mal zuriickblenden auf den Anfang dieses Zeitabschnittes, so darum, weil wir glauben, dass man in der Gegenwart für die Zukunft nur dann etwas lernen kann, wenn man die Lehren aus der Vergangenheit zieht Zu oft sieht man, dass der Alltag mit seinen Freuden und Sorgen, mit seinen Egoisse israel adelanta Ai partir de Buenos AireS rumbo a Israel cuente feon EL AL. Sus nuevos hov» rarios ** le ofrecen ahora la posibilidad de que, al llegar a la mayoría de las ciudades importantes de (Europa o a Nueva York, casi invariablemente esté esperándolo uno de los lujosos jets Boeing 707 ó 720 para continuar vuelo, sin pérdida de tiempo, hacia 'Tel Aviv. 1 V * Así, EL AL se adelanta a recibirlo, augurándole el más venturoso de los viajes y atendiéndolo con la tradicional cortesía israelí. I RLl men die Menschen vergen- : sen lässt, dass ähnliche Si- . tuationen bereits viele Male j — kontrollierbar durch die i Vergangenheit — zu diesem! oder jenem geführt haben, das man, hätte man es rechtzeitig überblickt, gern | vermieden hätte. Deshalb f sollen wir ja lernen aus der [ Vergangenheit und niemals vergessen! j Viel Jubel herrschte damals auf der wiener Ring : strasse. als Hitler und seine! Gesellen eindrückten. Man i hätte glauben können, das ganze Volk winke dem Mann zu, der für Hunderttausende zum Henker wurde. Aber j viele Tränen wurden abseits! von der Via Triumphalis : vergossen von denjenigen, i die das Schicksal erkann.; ten. Die Freiheit Oest-er- 1 reichs lag zerbrochen unter; den SS Stiefeln, die Banner-! träger der Freiheit wurden vernichtet. Wir müssen hier keine Einzelheiten mehr bringen, keine Ziffern mehr j aufzählen, wieviele Zehntau. : sende Juden, die mindestens! ,30 gute Oesterreicher waren j wie andere Oesterreicher, in 1 den Gaskammern und Konzentrationslagern des Drit ten Reiches ermordet wurden. Wir brauchen auch nicht zu wiederholen, wieviele österreichische Juden mittellos in die Emigration getrieben wurden und das Land verlassen mussten, in dem sie und ihre Eltern geboren worden waren. Wir wissen das alles. Diese Leiden können keine Tränen löschen. Vielmehr wollen wir daran erinnern, wieviele Hunderttausende, von denen wahr scheinlich viele für „Führer, Volk und Vaterland“ begeistert waren, an den j Fronten des Zweiten WelL j krieges, den Hitler entfessell te, ihr Leben verloren. Ihr Tod war oft bitter — erstickt in den Sümpfen von Dnje propetrowsk, erfroren in den Eisfeldern von Stalingrad und verdorrt in der Wüste von El Alamein. Schwerstverwundete, die mit dem nackten Leben davonkamen, sind heute noch unter uns: Verstümmelte ohne Beine oder Hände und Blinde. Unzählige Tausende mussten ihr Leben unter den Bomben jener Flugzeuge lassen, von denen einmal ein Her mann Göring sagte, sie würden nie über „Grossdeutschland“ erscheinen. Auch aus dieser Zeit leben viele Verkrüppelte unter uns, deren Leiden in direkter Folge dem Hitlerkrieg zuzuschrei j ben cind. Unzählige Existenzen wurden vernichtet, unzählbare Häuser und andere Sachwerte zerstört.! Wir haben mit Absicht al- , les klar ausgesprochen und! keinen „verschönernden Mantel“ um Tod und Ver nichtung gehängt. Denn gerade nach einer so langen Zeitspanne, wie es ein Vier teljahrhundert ist, da vergeben gern die Menschen. Eine neue Generation wächst heran, die in Gefahr ist — wieder mit einem „Mäntelchen des Idealismus“ umge ben — gleich harte Tatsachen, wie eben Mord und Vernichtung sind, zu schaffen. Wir hatten vielmals Gelegenheit nach 1945 mit Menschen zu sprechen, die im Jahre 1938 sehr junge Leute waren. Sie wollten immer für die Gecchehnisse der sieben Jahre und eventuell auch für ihre eigenen Taten um Verständnis durch die Erklärung werben, sie „sei en doch damals so jung gewesen“ und sie hätten „mit wirklichem Idealismusan das Gute geglaubt“ und man miisGe doch einsehen, dass . und so weiter. Auch heute hören wir Ansichten vieler junger Menschen, die einmal, wenn es wieder zu spät sein sollte, ihre Schuldlosigkeit mit „Jugend, Idealismus und Eir,:e hen“ beweisen werden wollen. Sie sollen aber heute schon hören, heute, da sie wirklich noch jung sind, da sie noch wahren Idealismus haben, da auch wir ein Einsehen haben. Wir aber wollen und können nicht vergessen. Dazu sind wir ja hier, um der Jugend das vor Augen zu rücken! ★ Als Oesterreich im Jahre 1945 befreit wurde, da war es nur zu einer relativen Freiheit der vierfachen Besetzung. Zehn Jahre dauerte diese Zeit. In ihr wurde von Männern bewiesen, die ge meinsam ein hartes Schicksal unter dem Hitlerismus zu erdulden hatten, daSG nur die Einigkeit Erfolg bringen kann. In verschiedenen, offenbar sogar konträren Lagern stehend, haben Männer zusammengiarbeitet. Selbstverständlich gab es immer Differenzen in ideologischen und in praktischen Auffassungen. Es war auch ganz natürlich, dass jede Partei versuchte, durch Werbung ihren Wählerkreis zu erweitern und dadurch mit der anderen Partei Streitigkeiten hatte. Man stritt, ja, aber man „zerstritt“ sich nicht. Im Gegenteil, man hat sich immer „zusammengestritten“. Denn eines stand Uber allen Unterßchieden: die Frei heit, die Oesterreich im Jahre 1938 verloren hatte, die volle Freiheit, die es bis dahin hatte — die müsse wieder errungen werden. Ja, sogar eine noch bessere Freiheit, eine reine Freiheit, wie sie in den Jahren bis 1938 nicht existierte, eine Freiheit auf der Basis der ZuGammenarbeit aller demokratischen Kräfte, sollten sie auch untereinander Auffassungsunterschiede haben. Damals hat man aus den Lehren der Vergangenheit etwas immerhin gelernt gehabt. Einen Bürgerkrieg wie 1934, ein feindliches Gegenüberstehen verschiedener Bevölkerung»3schichten soll te es nicht mehr geben. Die Interessen der Gemeinsamkeit standen über den Einzelinteressen der Teile. So konnte auch in dieser gemeinsamen Arbeit das Ziel eines Staatsvertrages LA SEMANA ISRAELITA bisemanario independiente 3*. Aire« — PUEYRREDON 2190. 1* «q. - T. E. 83-261 4. Nissan 5723 29. März 1963 Judenfeind und Antichrist v«n BORIS SMOLAR Viele Bücher sind über Hitler und sein Regime erschienen. Aber der jüdische Leser dürfte besonders an der Geschichte Adolf Hitlers interessiert sein, wie sie Morris D. Waldman, Exmitglied der Exekutive des American Jewiuh Committee, in seinem neuen Werk „Sieg Heil“ darstellt. Waldman stand an der Spitze der genannten Institution während der Nazizeit und war schon einer der Führer im Kampf gegen die Nazis, bevor Hitler zur Macht gelangte. Seine leidenschaftslose Zerlegung der Naziära lässt vor uns das Bild Hitlers und eeines Volkes erstehen, das plötzlich „Sieg Heil“ zu brüllen an fing, als sein „Führer“ die Macht an sich riss und eich von der Moral der freien Menschen lossagte. Waldman unternimmt den Versuch, objektiv zu analysieren. was für eine Art Mensch Hitler war und warum er die Macht in Deutschland ergreifen konnte. Er widerlegt einige der früher angeführten Gründe, um den Antisemitismus Hitlers zu erklären, z. B. dass er eine unglückliche Liebe zu einem jüdischen Mädchen gehabt hätte. Er stellt die Hypothese auf, dass Hitler, hätte er sein Ziel erreicht, nicht nur die Juden sondern auch das Christentum vernichtet haben würde. Ueber die Rolle des deutschen Volkes, das Hitler zu jubelte, schreibt Waldman, es habe auch Deutsche gegeben. die keine Nazis waren, und einige der entschiedensten seiner Gegner hätten sich der Untergrundbewe gung angeschlosoen, während andere ins Ausland geflüchtet seien. Waldman stützt seine Beurteilung Hitler« aul Material, welches nur wenigen Menschen während der Hitlerzeit zugänglich war. Die Einführung, die Dr. George Shuster zu diesem Buch geschrieben hat, zerstreut jeglichen Verdacht, dass das Buch „jüd ßche Propaganda“ sein könnte, denn Shu | ster ist ein gläubiger Katholik und eine Autorität für deutsche Geschichte. Shuster war Rektor der newyorker ] Hunter-Universität, Herausgeber der katholischen Zeit- | Schrift „Commonweal“ und nach dem Kriege nordame. | rikanischer Hochkommissär in Bayern; gegenwärtig be- I kleidet er den Poiten eines Delegierten vor der UNESCO. FhANt' ORO I Tagung der | Liberalen Wellunion | Tel Aviv. — Im Januar trafen sich führende europäische Liberale mit liberaj len Repräsentanten Asiens | und Afrikas zu einer Tagung ' über die Aussichten des Li- ' beralismus in den neuen : Staaten. | Israel wurde in Anerken nung seiner Bemühungen . um die Hilfe an die neuen afrikanischen und asiati-; sehen Staaten a's Tagungsland gewählt. und die volle Freiheit erreichf werden. Den Staahsvertrag hat weder eine ein zelne Partei noch eine einzelne Persönlichkeit den Oesterreichern gebracht. Der wurde in Gemeinsamkeit erarbeitet. Das war d:e Mah-; nung der gemeinsam v-erj brachten Vergangenheit j ★ j Sind die Lehren aus der Vergangenheit vergessen? Ton und Art der im vierten Monat sich dahinschleppenden Regierungs - Verhandlungen lassen da« befürchten. Es gibt doch in Oesterreich keinen vernünftigen Menschen, der glauben könn te, dass eine oder die andere der beiden grossen Parteien ohne die zweite den sozialen und politischen Frieden Oesterreichs eo garantieren könnte, wie er in den Jahren seit 1945 herschte. Im Gegenteil: sollte ein Mensch das anstreben, dann hat er nicht nur keine Vernunft, dann ist er sogar oüsartig und böswillig. Wir hätten nichts davon, wenn er d?G einmal bedauern wird — auch wir würden dann wieder vor Gräbern stehen oder andere vor unseren. Da wir die Freiheit gemeinsam erkämpft haben, dürfen wir sie doch nicht aneinander verlieren. Denken wir doch an die Iden des März 1938! Entnazifizierungsakien Wiesbaden. — In Iles-en werden die Spruchkammerakten, ähnlich wie in r'en Ländern Bremen und Niedersachsen, unbegrenzt aufbewahrt. In Baden-Württerrberg, Hamburg, Nordrhe n- Westfalen. Rheinland Pfalz, dem Saarland und S.h’e.- wig-Holstein bestehen dagegen keine Aufbewahrungsfristen. In Berlin werden die Entnazifizierungs-Akten 39 und in Bayern 50 Jahre aufbewahrt. (AWZ) Gedenkgottesdienst | Amsterdam. — In der aschkenasischen Synagoge in Amsterdam wurde kürz- . lieh von der aschkerasu! Gehen und der sefardischen | Gemeinde ein Gedenkgottesdienst für die verstorbene Prinzessin Wilhelmina durchgeführt. Oberrabbiner Schu-! ster rühmte die ehemalige : Königin und erwähnte auch '• ihre Haltung gegenüber den Juden. Obwohl es ihr nicht : gelang, die Naziflut einzudämmen, habe sie immer versucht, das Leben einzelner Juden zu retten. MOEBELHAUS Das Haus der 3 Geschäf te mit d»r grössten Auswahl. SARMIENTO 1147 T. E 35 1033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleiehterunaeo Zuvorkommende fachmännische Bedienung. JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 OFICINA PARA SUDAMERICA: DIAG. J. A. ROCA 550, ter PISO TEL. 30*3757/8316 BUENOS AIRES Teppichhaus - M. 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