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Jüdische Wochenschau · 1963-03-29 · 2005 (29.3.1963) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2005 (29.3.1963)
Date
1963-03-29
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes, 29 de Marzo de 1963 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXIV. — No. 2005 Ja-Sagen zum Judentum! (Schluss von Seite 1> in Berlin miterlebt, die Strassen durchzogen, die jüdischen Geschäfte beobachtet und besucht, soweit dies möglich war, mit der Bevölkerung gesprochen und dön Juden Mut und Zuversicht in den bescheidenen Grenzen gegeben, die für jüdische Studenten und junge Akademiker damals gezogen waren. Gewiss haben die Nazis trotz aller Vorbereitungen manche jüdischen Geschäfte vergeben und nichtjüdische boykottiert, die heftig protestierten. Aber die Strassen waren von der SA beherrscht, die jeden Kauflustigen davon abhalten wollte, in die boykottierten Geschäfte einzutreten. Damals gab es — jedenfalls in Berlins Arbeitervierteln — noch Taueende, die den Mut besassen, gegen diese nazistischen Schandmassnahmen einfach dadurch zu demonstrieren, dass sie darauf be j standen, in die jüdischen Geschäfte hineingelassen zu werden, dass sie jüdische Aerzte gerade an diesem Tage konsultierten oder einfach ganz offen ihren Unwillen über dieses schändliche Treiben zum Ausdruck brachten. Damit niemand mehr sich irgendwelchen Illusionen hingeben könne, schrieb der „Völkische Beobachter“ am 3. April 1933: „Der Boykott von Sonnabend ist lediglich als Generalprobe für eine Reihe von Massnahmen zu betrachten, die. wenn sich die Meinung der Welt, die im Augenblick gegen uns ist, nicht endgültig ändert, Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1* Izo. nachm. 16—19 Uhr T. E. 83 2613 REAL PEN! ♦ Füllhalter ♦ REPARATUREN ♦ Spezialgeschäft J CORRIENTES 569 t T. E. 49-5850 Í s. a. : SPERRHOELZER ♦ HOELZER; DIAZ VELEZ 5224 : Tel.: 89-9349, 33-9305: PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. berät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN BAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 durchgeführt werden.“ Auch das war keine leere Dro-. hung. Im übrigen ist diese Mitteilung deo V. B. auch deswegen vom historischen Standpunkt interessant, weil ganz offensichtlich und oh ne jeden Rückhalt die deutschen Juden für Entwicklungen, Tatsachen und Begebenheiten verantwortlich gemacht wurden, auf die sie — wie allen bekannt — keinen Einfluss hatten. Denn die gegen das Dritte Reich gerichtete Weltmeinung wurde nicht von Juden hervorgerufen. sondern von den Nazin selbst, die der Welt vor und nach der Machtergreifung gezeigt hatten, zu welchen Verbrechen sie und nur sie allein fähig sind. — Der 1. April 1933 war aber noch in einer ganz anderen Hinsicht ein für das jüdische Schicksal in Deutschland bedeutungsvoller Tag. Während bis zu diesem Zeitim Obrrh+es auf die Juden nicht, denen er in ihrer Verzweiflung Sicherheit, Selbstvertrauen und Hoffnung verlieh. Wenigstens einige Stellen müssen hier wiederholt werden: „Der 1. April 1933 wird ein wichtiger Tag in der Geischichte der deutschen Juden, ja’, in der Geschichte des ganzen jüdischen Volkes bleiben. Die Ereignisse dieses Tages haben nicht nur eine politische und eine wirtschaftliche, sondern auch eine moralische und seelische Seite. Ueber die politischen und wirtschaftlichen Zusam. menhänge ist in den Zeitungen viel gesprochen worden, wobei freilich häufig agitatorische Bedürfnisse die sachliche Erkenntnis verdunkeln. Ueber die moralische Seite zu sprechen, ißt unsere Sache. Denn so viel auch die Judenfrage jetzt auch erörtert wird, was in JÜDISCHE RUNDSCHAU Tragi ihn mii Stolz, den gelben Fleck! punkt das deutsche Juden tum und ¿seine — damals noch nicht einheitliche — Führung, (.die Reichsvertretung der deutschen Juden wurde erst im Herbst 1933 geschaffen), unsicher, man darf sagen, schlecht oder garnicht orientiert den Ereignissen mehr oder weniger fassungslos gegenüberstand, erschien am 4 April 1933 in der „Jüdischen Rundschau“, dem Zentral organ der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, ein Artikel mit dem Titel: „Tragt ihn mit Stolz, den gelben Fleck!’’. Der Artikel stammte aus der Feder des Leitartiklers Dr. Robert Weltsch und brachte die Auffassung der zionistischen Führung zum Ausdruck, die sich auf diesem Wege an die deutschen Juden mit dem Aufruf zur Selbstbesinnung wandte. Der Artikel ist ein historisches Dokument ersten Ranges. Er ist mit einem grossen Mut und einem echten Stolz geschrieben. Er verfehlte seine Wirkung | Eisschrank- und f Waschmaschineni Reparaturen I nach bester euro- [paeischer Ausführung]; ¡ :: 4» Â. Schuster T. E. 73-7834 '«WWUmUMMMWt der Seele der deutschen Juden vorgeht, was vom jüdischen Standpunkt zu den Vorgängen zu sagen ist, kann niemand aussprechen als wir selbst. Die Juden können heute nicht anders als als Juden sprechen. Alles andere ist völlig sinnlos“... „Der 1. April 1933 kann ein Tag des jüdischen Erwachens und der jüdischen Wiedergeburt sein. Wenn die Juden wollen. V/enn die Juden reif sind und die innere Grösse besitzen. Wenn die Juden nicht so sind, wie sie von ihren Gegnern dargestellt werden“. .. In seinen weiteren Ausführungen nimmt der Artikel gegen unqualifizierte Angriffe auf Herzl Stellung und unterstreicht, dass gerade Herz} der erste Jude gewesen ist, der unbefangen genug gewesen ist, den Antisemitismus im Zusammenhang mit der Judenfrage zu betrachten. „Weil der Jude sein Judentum nicht stolz zur Schau trug, weil er eich um die Judenfrage herumdrücken wollte, hat er sich mitschuldig gemacht an der Erniedrigung des Juden- JUDITH i SCHENKOLEWSKI 5 KULTUSSTICKEREIEN 5 Schabbosdecken Tallis- < beute) Käppchen - Maz- J zot-Taschen Hand- und / Masi hinensticker-; von % Bett und Tischwäsche \ Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 M0HEL N. PLAKSIN ij Superi 2719!: I. E. 76-6784 u. 76-2312 Ï JACOB LAPIDUS ■1 diplr Möbel? NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037, íj. 8.« 46-1716 and 48-2124 State Department ist besorgt Washington. — Dis antisemitischen Ereignisse in der Sowjetunion werden gegenwärtig „mit höchster Vordringliehkeit aufmerksam von den Experten in Sowjetfragen im State Department verfolgt und die Besorgnis der USA ist den „höchsten Regierungsstellen der USSR“ zur Kenntnis gebracht worden“, wie das State Department vor einigen Tagen enthüllte. In einem an den Kommandanten des Nationalverbandes der jüdischen Kriegsveteranen gerichteten Brief, der auf Anweisung von Staatssekretär Dean Rusk geschrieben worden ist, teilt der Leiter der öffentlichen Dienste diese,3 Ministeriums, Edward Kar. nacki. mit, dass das State Department „die Missbilligung unserer Regierung angesichts der Unterdrükkungsmasßnahmen der Scwjetregierang gegen die Juden und andere Glaubensbekenntnisse nicht mit noch grösserer Deutlichkeit ausdrücken kann.“ An anderer Stelle heisst es: „Im Fall der Juden ist der Druck so stark, dass er die normale Aufrechterhaltung und Entwicklung des jüdischen religiösen und kulturellen Lebens hindert.“ (ITA) tums“, schrieb damals Robert Weltsch. Dann wendet er sich gegen die Verräter in den eigenen Reihen. Jetzt sei die Zeit des Bekennene gekommen. Die Boykottleitung habe angeordnet, an die boykottierten Geschäfte Schilder „mit gel'bem Fleck auf schwarzen Grund“ zu heften. Das ser ein gewaltiges Symbol. Viele Juden hätten an jenem Tag ein schweres Erlebnis gehabt. Dann heisst es wörtlich: „Nicht au,3 innerem Bekenntnis, nieht aus Stolz auf eine grosartige Vergangenheit und Menschheitsleistung, sondern durch den Aufdruck des roten Zettels und des gelben Flecks stan den sie plötzlich als Juden da... Neben anderen Z?icben und Inschriften sah man auf den Scheiben der Schaufenster vielfach einen grossen Magen David, den Schild König Davids. Dies sollte eine Entehrung sein. Juden, nehmt ihn auf, den Davidsschild, und tragt ihn mit Ehren!“... „Man weiss, wer Jude ißt. Ein Ausweichen oder Verstecken gibt es nicht mehr. Die jüdische Antwort ist klar. Es ist der kurze Satz, den der Prophet Jona sprach: Iwri anochi. Ja, Jude. Zum Jude-Sein Ja sa gen. Das ist der moralische Sinn des gegenwärtigen Geschehen«. .. Aber wir Juden — unsere Ehre können wir verteidigen. Wir gedenken aller derer, die seit fünftausend Jahren Juden genannt, als Juden stigmatisiert wur Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN n. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt. Frei. 15-20 Uhr 3 de Febrero 2030 76-0266 Privat 52-7734 Dr. B. Schwanz : ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52 8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG i Confitería NIZA ï Gasheizungen — Installationen IN BEQUEMEN MONATSRATEN SOWIE REPARATUREN VON EADEOEFEN UND KUECHEN ALLER MARKEN 52-7438 Don Julio Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-104$ BERNARDO STERN Ausfaehrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 den. Man erinnert uns, dass wir Juden sind. Wir sagen Ja, und tragen es mit Stolz.“ — Daß waren männliche Worte im rechten Augenblick. Von dieser Stunde an erlebte das deutsche Judentum eine Art Regeneration. Von dieser Stunde an sagten die deutschen Juden wirklich Ja zu ihrem Judesein und zu ihrem Judentum, zu ihrem Volke und seinen eigenen Aufgaben. Der grosse Beitrag, der von den deutschen Juden beim Aufbau Israel geleistet worden ist, zeugt hiervon ebenso-wie der unbeugsame Willen aller derer , die in anderen, neuen Ländern ein neues jüdisches Leben aufgebaut haben. Die schweren Schicksals Schläge, die mit dem 1. April 1933 ihren ersten traurigen Höhepunkt erreichten, mögen zwar mitunter von einzelnen vergeßsen worden sein. Auch sie zu rufen, ist unsere Aufgabe. Dieses Ja- Sagen zum Judesein ist der Lebensinhalt einer neuen Generation geworden. So IA SEMANA ISRAELITA Bísemanarío — aparece os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda V .¡rantwortlich: Dr. Hardi Swa.sensky Pueyrrednn 2190. P izq T. E. 83-26¡3 80 6930 Abono- Preise: Argentinien. $ 1001— pro Quartal Ausland i 600 — jährl Hobe Strafen für Kollaborateure Wien. — Das Distriktsgericht in der tschechoslowakischen Stadt Banska Bystrica hat gegen 14 angeklagte techeehoslowakische Kollaborateure aus dem zweiten Weltkrieg hohe Strafen verhängt. Gegen den Hauptangeklagten, den 1948 in die Bundesrepublik geflüchteten, jetzt in München bei Radio Freies Europa beschäftigten Ladislav Niznasky wurde die Todesstra. fe ausgesprochen. Die übrigen früheren Angehörigen der Sondereinheit „Edelweis“ der Division „Brandenburg“ erhielten Zuchthaus,strafen zwischen acht und fünfzehn Jahren. wuchs auf Trümmern neues Leben, das zu einem untrennbaren Bestandteil de« Lebens unseres jüdischen Volkes geworden ist. ZUR BETREUUNG AELTERER DAME von 15—19 Uhr (in Belgrano) wird passende Frau GESUCHT.. T. E. 47-5932 oder 73-0636 ^SSSSliS2SlSSBHlIlIIlSISlSSSSa3S:§S£10S~S0SSISHi33ISS: issiiia a I Dr. BERNARDO GOLDSTEIN M § MEDICO m i Cardiología — Hospital Fernández u S Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme M i CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 M m B Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr S Sonnabend: 14—16 Uhr m M 5g*íS”35íSUSSSH»SiBStS'SSíSíSliiSiSSSSIIiSSiSSSS*Ii*íSS*5II VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK Sprechstunden nach telef. Vereinbarung * » jss**iEiasisiiif6iHSS*ssHS*isia«ssga*aiss*iBssaissi*iB=i*i5« sDr. BENJAMIN LIPNIZKY| 5 ZAHNARZT S 3 ROEMTGENSTR AHLEN — ZAHNZIEHEN — BE- 5 5 HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU- - LIERÜNG DER ZAHNSTELLUNG S B Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend - nach vorheriger Vereinbarung. 5 JOSE HERNANDEZ 2518 T. E. 76-8473 und 73-0500 jf 4igti;5ISg£5gllItgSllIIH»»»SKKtg4H5gH£5~»H^ssaBg£ Dr. L. KLEIN - Medico Magen, und Darinkrankheiten Röntgen-Untersiachungen SPRNCMTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 18 J1*“ E» wird gebeten, sieh vorher telefonisch ansumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44*1542 4 + ♦♦♦»♦♦ > ♦♦♦♦♦«♦♦ ♦ t ♦ ♦ ♦♦♦♦♦.♦ * * * * * **‘

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