Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2003 (15.3.1963)
- Date
- 1963-03-15
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Vien»«*, 15 de Marx« de 1963 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXIV. — N«. 2003 Die braune Weltanschauung (Schluss von Seite 1 hepunkt mit dem Reichstagsbrand; in dieser Phase der Auseinandersetzung ging es um die physische Vernichtung der führenden Persönlichkeiten anderer Par teien, die eliminert werden sollten. Wenige Wochen später entzündeten die Nazis ein anderes gewaltiges Feuer. dessen Flammen bald vergessen wurden, obwohl sie vielleicht die stärksten Fanale gewesen sind, um das wahre Geeicht der Na-! der nur hören, 6ehen und begreifen wollte, verstehen, welche Stunde geschlagen hat. Alles was dazwischen lag, wurde durch diese Flammen in den Schatten gestellt: der Reichstagsbrand und der Boykott gegen die Juden, die Aus schreitungen und die Verfolgung der feindlichen Politiker. Hier war ein weiteres Attentat gegen die Gesetze der Kultur, der Menschl-ch keit und gegen den mensch liehen Geist unternommen worden, und dies . . 1 vvuiuui, uiiu uica u: einex zis zu erkennen und ihrem I feierliche,, Zeremonie von Treiben nicht nur Einhalt j jenen jungen Menschen, die zu bieten, sondern es zu ver.; dazu bestimmt waren, Trähmdern 1 ger der Zukunft zu sein. Abend 10- “f1 I Hier hatten die Nazis 1933 an dieser Stelle n,cht simple Bauernsöhne muss die chronologische j 0(jer ein durch Arbeitslcsiglpr Ereigsisee! keit und Not verzweifeltes Darstellung der unterbrochen werden, um den systematischen Zusam menhang des Geschehens besser zu verstehen, — an diesem Abend also veranstalteten Studenten in Berlin einen Fackelzug zur Friedrich Wilhelm Universität, i die""Schätze' die im Jahre 1810 in der Stein Hardenbergseben Aera gegründet war. um eine Stätte der freien Pflege der Wissenschaften zu sein. Als der merkwürdige Fackelzug vor der Universität eintraf, war bereits auf dem Platz ein grosser Bücherhaufen aufgestapelt. Jetzt legten die Studenten mit ihren Fak- Proletariat fanatisiert, sondern die sogenannt« Elite des Volkes, die akademische Jugend, die bereits in den Höheren Schulen die Werte | der Weltliteratur aufgenom 1 men haben sollte, die in i des menschlichen Geistes, des kulturel len Schaffens, des wissenschaftlichen Denkens und der schöpferischen Kunst eingeführt war. Man bedenke, dass diese Bücherverbrennung im Mai 1933 gewesen äst, also zu einer Zeit, in der die Nazis erst wenige Monate an der Regie rung waren. Ihre Erziehung kein Feuer an. Die Bücherj hatten die Studenten nicht Verbrennung hatte begon- |Unter dem nazifaschistkschen nen-! Lehrprogramm mit zurecht So etwas hatte es seit den j geschriebenen Büchern, die Zeiten des finstersten Mit | der Nazi-Ideologie entspratelalters nicht in Deutschland und nicht in Europa gegeben. Jetzt konnte jeder, Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1* »O. nachm. 16—19 Uhr T. E. 83-2613 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Jaime Liebling: S. A. SPERRHOELZER H O E L Z E R DIAZ VELEZ 5224 : Tel.: 89-9349, 33-9305J PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 chen, erhalten, sondern in der Weimarer Republik, auf deren höheren Schulen zwar seit Jahren bereits mit starker national-chauvinistischer Färbung gelehrt wurde, die Jugendlichen aber ohne Zweifel die Blüten des menschlichen Geistes und der Weltliteratur kennen lernten. Dieses entsetzliche Schauspiel, das sich .vor der Ber. liner Universität abspielte, ereignete sich nach vorher festgelegtem Programm in anderen Städten. In Berlin wurden beinahe 20.000 Bü eher ein Opfer der Flammen, meist Werke jüdischer oder bekannt freiheitlich und rechtlich gesonnener Autoren, beinahe alle Kulturträger ersten Ranges, Menschen, die eine Zierde Eisschrank- und Waschmaschinen- Reparaturen nach bester euro- Jpaeischer Ausführung!;! A. Schuster T. E. 73-7834 £ VWV\WWWWWWA AVI t JUDITH } SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken Tallisbeutel Käppchen - Maz-«| zot-Taschen Hand- und Ji Maschinensticker« von ,j Bett und Tischwäsche % Dr. P. I. RIVEBA 2585!; 1 (fr. Bebedero) •[ I T. E. 73-9155 der Menschheit, ihrer Epoche und ihres Volkes waren, unter ihnen: Thomas'Mann und Heinrich Mann, Jakob Wassermann, Lion Feucht, wanger, Stefan Zweig, Erich Maria Remarque, Arnold Zweig, Rathenau, Einstein, Kerr, Jack London, Upton Sinclair, H. G. Wells, Emile Zola, Freud. André Gide und viele andere. Während die Bücher ver brannten, hielt Goebbels eine Rede zur deutschen Jugend: „Die deutsche Volksseele kann nun wieder selbst zum Ausdruck kommen. Diese Flammen werfen ihr Licht nicht allein auf das Ende einer vergangenen Ae ra, sondern auch auf den Beginn einer neuen“ Diese Worte des diabolischen Propagandaministers, dessen redegewandte Stimme beinahe täglich nazistisches Gift in die Masse spritzte, haben eine grosse Berechtigung gehabt, wenn auch in einem ganz änderen Sinne, aks Goebbels es gemeint hat. Was die durch Bücherverbrennung befreite deutsche Volksseele nach Goebbels sehen Rezepten und den Verordnungen seiner Reichskulturkammer geschaffen hat, war auch auf kulturellem Gebiet ein Rückfall, denn nur in freier Entfaltung kann kultureller Fortschritt wachsen. Die reglamentierte Kunst und Wissenschaft kann keine bleibenden Leistungen hervorbringen. Die von Goebbels und seinen Genossen bejubelte neue Aaera sollte den völligen Verfall und das Chacs — und dies nicht nur auf dem Gebiet der Politik, der Wirtschaft und des tagtäglichen Lebens — bringen, sondern auch zur Zerstörung der Kultur führen, die erst langsam nach dem Kriege zu neuer Entwicklung gelangte. Diese Bücherverbrennung war aber für die Nazis nicht allein eine Abrechnung mit einer von ihnen gehassten Vergangenheit, sondern zugleich eine Warnung für alle schaffenden Künstler und geistigen Arbeiter, innerhalb der vom Regime gesetzten Grenzen ihre Tätigkeit zu entfalten. Die Bücherverbrennung war eine Bedro hung, eine klare Kampfansage, sich innerhalb des reglamentierten Denkens zu halten. Die Bücherverbrennung war das weithin sichtbare Zeichen dafür, dass nur diejenigen Druck- oder Kunsterzeugnisse geduldet werden, die den Richtlinien der Machthaber entsprechen. Hier war der Ausschliesslichkeitsanspruch der braunen Diktatur aufs Geistige übertragen erkennbar: cuius regio, eius religio, was frei übersetzt bedeutet: wer im Nazideutschland leben will, muss auch den Glauben und das Denken der Machthaber sich zu eigen machen. Dieses Prinzip fand dann Auslieferung ehemaliger Nazis New York. — Der Jüdische Weltkongress forder te alle Länder auf, in denen Nazis Unterschlupf gefunden haben, diese Kriegsverbrecher den zuständigen Gerichten zur Aburteilung zu übergeben. Dr. Nachum Goldmann, der Präsident des JWK, betonte in der Sitzung des Verwaltungscomites, dass die Organisation mit den westdeutschen und österreichischen Gerichten zvsammengearbeitet habe, um ca. 1000 Zeugen für eine gleich hohe Zahl von Fällen aufzufinden, in die rund 5.000 Nazis verwickelt sind, welche der Teilnahme an der Massenausrottung der europäischen Juden angeklagt werden. Dr. Goldmann unterstrich die Dringlichkeit, diese Delinquenten ihrer Bestrafung zuzuführen, denn im Jahre 1965 trete die Verjährung in Kraft. Als hauptsächliche Schwierigkeiten, auf die die Behörden stossen, bezeichnete er den Mangel an Dokumenten, da die Nazis selbst alle Beweise vorsätzlich vernichtet haben, sowie die Suche nach Zeugen, weil die wenigen Ueberlebenden der nazistischen Mordtaten heute über die ganze Welt verstreut sind. Die Führer des Weltkongresses wenden sich an alle Regierungen mit dem Ersuchen, den Behörden in Westdeutschland, Oesterreich und anderen Ländern Hilfe zu leisten, damit die bis 'jetzt noch nicht zur Verantwortung gezogenen Naziverbrecher die verdiente Strafe erhalten. (ITA) in den Regeln für die Reichsschrifttums Kammer und die anderen entsprechenden Organismen seinen Niederschlag, die meist nur eingetragene Parteimitglieder aufnahmen. Man konnte es auf allen Gebieten der Kunst und der Wissenschaft beobachten. Alles wurde „ausgerottet“, was nicht dem nazistischetn Ge schmack entsprach oder seinen Machthabern missfiel. Dieser systematische Feldzug entsprach der nazistischen „Weltanschauung“, die mithilfe der Bücherverbrennung durchgesetzt werden sollte. Diese Tendenz wurde unterstrichen, indem man bekannte Schriftsteller und Dichter. Maler. Schau Spieler und Musiker zu Dienern des Kommunismus erklärte und so diesem ,Kul turkampf“ auch noch die Anzeichen einer echten Auseinandersetzung zu geben beabsichtigte, der aber in Wahrheit kein Kulturkampf war, sondern ein. blutiger Feldzug gegen jede Kultur und ihre Träger. Gleichzeitig versuchten die Nazis durch unqualifizierte Angriffe gegen die Religion ihre Weltanschauung zu .un terbauen*. Jüdische Probleme in Russland IA SEMABA ISIAEIITA Bisemanario — aparece os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda Virantwortlicü: Dr. Hardi Swaisensky Pueyrredon 2190. 1« ízq T. E. 83-26) 3 80-6930 Abono- Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausland * 600 — jährl Neonazis in Italien (wird fortgesetzt) Dr. L. BERNS TEIN-HAHN UROLOGE I Ex-Spezialist der Colum- ■ bia University, N. York . LIBERTAD 456 I T, E.: 35-3180 — 76-4039 : ♦ Sprechstunden: * Donnerstag 17—20 Uhr J London. — Sir Barnett Jänner, der Präsident des englischen Board of Jewish Deputies. appellierte an die sowjetischen Behörden, den russischen Juden die Erlaub nis zu geben, Mazzot in staatlichen Bäckereien zu backen und aus dem Ausland einzuführen. Er erinnerte,, daran, dass im vergangenen Jahr kurz vor Pessach mitgeteilt wurde, dass die russischen Juden keine" Mazzot bekommen würden. Er forderte die sowjetische Regierung auf, den Juden die staatlichen Bäckereien zu diesem Zweck zur Verfügung zu stellen, damit ein jeder Jude das Pessachfest feiern und zumindest einen der Gebräuche, die die Juden in der ganzen Welt verbinden, befolgen könne.“ Jauner stellte fest, dass Rom. — Aus gutunterrichteten Quellen verlautet, dass die italienische Neonazis einen Verleger suchen, der das antisemitische Buch „Verschwörung gegen die Kirche“ in 30.000 Exemplaren druckt. Wie man weiss, haben sie eine Vorauszahlung von 30.000 Dollar oder auch mehr hierfür angeboten. Diese Bücher beabsichtigen sie, während der kommenden Wahlkampagne im ganzen Lande zu verteilen. In den kompetenten jüdischen Kreisen wird bezweifelt, dass irgendein Verlag, der sich eines guten Rufes erfreut und über die technischen Möglichkeiten zur Herstellung einer so hohen Auflage verfügt, sich bereit finden dürfte, diese Offerte zu akzeptieren. (ITA) die Lage der russischen Juden aus der „praktischen Unmöglichkeit resultiere, ein gemeindliches, religiöses und kulturelles Leben zu führen, da verschiedene Massnahmen der zivilen Verwaltung dies verhindern, so dass die in den Identitätspapieren vermerkte jüdische Nationalität nur den Statistikern dient, während sie den Juden selbst nichts als Nachteile bringt.“ (ITA) ¿JSSSSSSSSSHSSiliSIiSSBiäälSSSSIiMgääSäSISiSälä »■iSlSSSMSSM* a Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogram me CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 5 Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr 5 m Sonnabend: 14—16 Ubr S %Æ81»fî3Ei3BSf mvwmwwwww i: M0HEL N. PLAKSIN!; Superi 2719 i! T. E. 76-6784 a. 76-231Î! V-*' J JACOB LAPIDUS \ dipL Mohel!? NEUE ADRESSE Dr. J. P. Krell Bieber INNERE MEDIZIN a. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt. Frei. 15-20 Uhr 3 de Febrero 2030 76-0266 Privat 52-7734 Confitería NIZA? 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Freitag Ton 15—19 Uhr J So wird gebeten, sch vorher telefonisch anaumelden. ¡SANTA FE 1391 T. EL 44 9498 u. 44-1542 RUSSISCHE GEISTIJCHE Denver. — trag» df, xen Kirche u sitz de» Archi fcodim tra^n schiedenen in toten Rabbi® denen sie ver sowjetischen i der Besorgnis rikanischen die Beschränk! sehen Glaube Russland Kenn lieber diese Zu der ersten die richtete Sah* Adelman, der 1 Rabbinischen - — Die Denver. lAUlTvi. - Geistlichen nal gte des nation: rates an der jä sebussitzung d ... i.ti t\a. n tioo teil. Der D Russland gehör der orthodoxen Georgien und h evangelischen 1 der lutheranisc von Lettland an. Die Rabbine die Russen un auf folgende merksam: Die MOEBEl WATERIf Das Hans der te mit der Ausws SARMiEf T. 1 CABILDi PAMPA fast Ecke Eigene We Zahlungserlt Zuvorkomn männische Pensi M, CHASCO! F Telei. Augj ^hhhv tí: HC Rio c w2g«ar TïppJCH£] F* Tu S^HiRE, V Ml 'etk»m Calk h* «