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Jüdische Wochenschau · 1963-03-08 · 2002 (8.3.1963) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2002 (8.3.1963)
Date
1963-03-08
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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I*WWWV%ff Viernes, 8 de Marzo de 1963 SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2002 — 5 Norman Bentwich 80Jahre von Dr. E. G. LOWENTHAL Seine „77 Jahre“ (,,My 77 Years“ — Verlag Routledge & Kegan Paul, London 1962) erschienen, als er gerade die 79 vollendet hatte: ein „Bericht“, wie Norman Bentwich diesen seinen zweiten autobiographischen Essay nennt, von seinem ungewöhnlich aktiven Leben und der dramatisch, oft tragisch dramatisch bewegten Zeit von 1883 bis 1960. Und wan ist inzwischen hinzugekommen, wird geneigt sein zu fragen, wer Bentwich, diesen so selbstlos Tätigen, ein wenig kennt und beobachtet und, dazu noch, im stillen verehrt. Kein weiteres Buch — jedenfalls soweit bekannt. Bei einem so fruchtbaren und vielseitigen Autor kann man nie wissen; denn meist finden seine Reisen, Aufenthalte und Begegnungen, seine Erlebnisse, Entdeckngen und Eindrücke mit erstaunlicher Schnelligkeit ihren schriftstellerischen Niederschlag, durchweg zunächst in London, der Stadt, aus der er stammt und in der er wohnt, in der englischen jüdischen Presse, aber auch anderwärts. Da steht das alte Worms neben neueren archäologischen Funden in Israel, ein Aspekt der Geschichte der englischen Judenheit des ausgehenden 19. Jahrhunderts neben einer Dr. Siegfried Moses (zum 75.) gewidmeten Abhandlung über die URO, wie sie gerade vor kurzem in der Siegfried-Moses - Festschrift „In zwei Welten“ (Tel Aviv 1962) herausgekommen ist. Auch sonst legt Bentwich, um einen Begriff aus dem Sportleben zu gebrauchen, nach wie vor ein Tempo vor, mit dem Schritt zu halten. nicht immer leicht fällt. Bei einer Sitzung in Frankfurt zum Beispiel, wo er als Präsident der URO ex officio zuweilen in Erscheinung tritt, allein bleibt es nicht. In den Tag muss weit mehr hineingepackt werden: eine Unterhaltung mit einem Stadtarchivar, der sich mit zeitgeschichtlichen Fragen befasst, ein Gespräch mit einem Profeßsor der Universität, eine Fahrt zum alten Wormser Friedhof. Und in Berlin, Brennpunkt politischen Geschehens, ist es nicht viel anders. In Hannover liegt Hildesheim nur so vor der Tür .. Die Hebräische Universi tät, deren Kuratoriumsmitglied in Jerusalem und deren Förderer-Kreis - Vorsitzender in England Bentwich seit langem ist, wird über all dem Reise- und Wandertrubel nicht vergessen. Selbst in der Mittagspause wimmelt es nur so von Fragen; sie gelten dem akuten und aktuellen Vorgang genau so wie der Erinnerung an eine Episode aus den 25, 30 Jahren, in denen die Rettung jüdischer Verfolgter aus Deutschland und Mitteleuropa und, später, die materielle und moralische Hilfe für die Ueberlebenden der Judenkatastrophe auf Bentwichs persönlicher Tages- und Wochenordnung immer im Vordergrund standen. Daneben kommen die Jewish Historical Society of England, deren (turnusmässig wechselndes) Präsidium er bis zum Vorjahr innehatte, und andere Ehrenämter nie zu kurz. Natürlich ist von solchen inneren Pflichten und äusseren Verpflichtungen in Bentwichs ,,My 77 Yeare“ die Rede, mehr sachlich darstellend, von einer emotionellen Note immer dann getragen oder begleitet, wenn es um Recht und Menschlichkeit geht, die es wiederherzustellen gilt. Erst gegen Ende seines Lebensberichts gibt er seine Beobachtungen im Naehkriegßdeutschland kurz wider, das er von 1945 an Jahr für Jahr besucht und kreuz und quer bereist hat, in erster Reihe um sich vom Ergehen der überlebenden Juden zu überzeugen, in DP-Lagern wie in Städten. Hier geht er, wieder unter Einfügung mancher typischer Episoden, auf die Entstehung und die Wirksamkeit aller der Organisationen und Einrichtungen ein, die der Rehabilitierung der Verfolgten dienen. Es ist gut, dass Normen Bentwich von seinen fast acht ersten Lebensjahrzehnten berichtet hat. Er hat das nicht zum ersten Mal getan; denn „Wanderer zwischen zwei Welten“ (1941) war das erste Unternehmen dieser Art. Er erzählt, wahrscheinlich nicht nur gestützt auf sein erstaunliches Gedächtnis für Begebenheiten und Menschen, sondern auch auf die kleinen Notizzettel, die er benutzt. Wieviel davon bisher wohl nicht veröffentlicht ist, fragt man sich und denkt, dass ein so reichen Leben im Dienst der Gemeinschaft in seiner Ganzheit festgehalten zu werden verdient. Was aber N. B. selbst davon meint? JPas habe noch gute Weile, mag er einwenden, sich seiner Wissbegier, seiner Eile, seines Tempos bewusst, und, zu manchen weit Jüngeren gewandt, zu denen er sich zum Gespräch, zur Diskussion oft und gern hingezogen fühlt, leicht lächelnd, informell sagen: 80 — daß ist doch garnichts. Ich habe noch manches vor, noch viele Jahre zu nutzen. Er verkörpert das horazische Wort vom „Carpe diem!“, wenn auch in einem ausschliesslich ernsten Sinn, im Dienst am Menschlichen. Von dieser Maxime hat er sich sein ganzen Leben leiten lassen, als hoher Beamter der britischen Mandatsverwaltung in Palästina, als akademischer Lehrer, als Mitarbeiter der Völkerbunds - FIüchtlings-Kommißsion und, erst recht, in den ersten 15 Jahren seines unausgesetzt bewegten — Ruhestandes. Wir freuen uns mit ihm, dass das so ist, aufrichtig dankbar, aber mischen unseren herzlichen Wünschen zum „runden“ Geburtstag ein kleines „Take it easy, professor!“ bei. Russische Verleumdungen London. — Das offizielle sowjetische Blatt „Prawda“ unternahm den Versuch, die gegen russische Juden in den Prozessen wegen Wirtschafts-Verbrechen verhängten Todesurteile zu verteidigen, und beschuldigte den Generalstaatsanwalt der USA. Robert F. Keimedy, „boshafter Entstellungen“, wie hier verlautete. Die „Prawda“ bezog sich auf eine kürzliche Rede Kennedys in New York, in der er sagte, dass die Sowjetunion die Bürgerrechte missachtet. Der Artikelschreiber, ein gewisser Vladimirow, führt aus, „Kenne dy vergiesse Tränen über das grausame Schicksal der Menschen in Russland, die nicht von ehrlicher Arbeit leben wollen sondern vom Raub am Volkseigentum und Betrügereien die sich bestechen lassen und Devisenschiebungen verüben.“ Vladimirow „enthüllt“, dass Kennedy in Wirklichkeit seine Behauptungen aufstelle, weil der „Imperialismus über das Vordringen des Kommunismus erschreckt sei und den Aufstand der rassischen Minderheiten gegen die Unterdrückung fürchte“. Aus diesem Grunde nehme Kennedy die Be handlung der Juden in der Sowjetunion zum Vorwand, um von den wahren Tatbeständen abzulenken. (ITA) INDUSTRIAS YUVENA S. A Fábrica de calzado y zapatillas U ANDONAEGül 1270 T. E.: 51 Buenos Aires 4810 AA WIEDJ5RVERKAEUFER — ALLE NEUAUSGA BEM ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 550, I/B — Butao, Aireit, R*p Argentina Casilla Correo 34 Bekannt durch seine Küche und aufmerksame Bedienung — Anmeldung erbeten Pessachfeiertage im HOTEL LAGO Verbringen Sie die Charakter-Skizzen aas Israel PINCHAS LAVON Während des „Interregnums“ vor einem Jahrzehnt, als sich Ben Gurion nach Sde Boker zurückgezogen hatte, war Pinchas Lavon Sicherheitsminister. Zu jener Zeit ereignete sich eine verwickelte Affäre mit einer undurchsichtigen Aktion in Aegypten, für die Ben Gurion einige Jahre später Lavon verantwortlich machte, der sich seinerneits damit verteidigte, dass nicht er den Auftrag gegeben habe und dass ihn innerhalb des Sicherheits-Ministeriums gewisse Ben Gurion nahestehende Funktionäre über ih re Maßsnahmen nicht informiert, geschweige denn um seine Meinung befragt hätten. 1954—55 war Lavon Mi nister ohne Portefeuille, 1950—51 war er Landwirtschaftsminister gewesen und später Generalsekretär der Allgemeinen Arbeitergewerkschaft. In dieser Stellung widmete er sich besondere der Festigung der Histadrut, wobei er einerseits mit den verantwortlichen Männern ihres Wirtschaftssektors, der Chawrat Owdim, die er reorganisierte, in Konflikt geriet und andererseite auch mit seinen Parteigenossen im Kabinett, als es um die Abgrenzung der Kompetenzen zwischen der Regierung und der Arbeitergewerkschaft ging. Lavon war selbst einmal Vorsitzender des Direktionsrateß der Solei Bone Ltd. Ben Gurion gelang es nach einer schweren inneren Auseinandersetzung in der Mapai unter Einsetzung seines grossen Prestiges, Lavon in einer Kampfatßtimmung aus seiner Position in der Hisiadrut zu verdrängen, was eine gewaltige Erschütterung im Lager der Arbeiterparteien mit sich brachte. Der Kampf zwischen Ben Gurion und Lavon und ihren Anhängern, der mitunter hohe Wellen schlug, momentan aber latent ist. und von dem niemand weiss, wann er wieder akut werden wird, hat keineswegß nur persönlichen Charakter. Lavon befürwortet in mancher Beziehung die politische Konzeption Mosche Sharetts. vertritt aber auch sonst Auffassungen, die Ben Gurions Linie widersprechen. So ist er für Revision der Innenpolitik und hält die Zeit für gekommen, daos die Mapai mit der Cherut kooperieren könnte; er fordert die beschleunigte Judaisierung Galiläas, also Gründung jüdischer Siedlun gen in den arabischen Bevölkerungsgebieten, um diese nicht dem arabischen Einfluss zu überlassen, und tritt gleichzeitig aber auch für Aufhebung dcß Militärregimes in den arabißchen Bevölkerungsdistrikten ein. Nachdem er seine Stellung als Generalsekretär der Histadrut verloren hatte und auch nicht mehr in die Knesset-Liste der Mapai aufgenommen wurde, gründete Lavon zusammen mit einigegen Anhängern die Zeitschrift „Min Hajeßsod“ (Von Grund auf), deren Name an sein Buch über den sozialistischen Zionismus „Yessodoth“ (Grundlagen) anklingt, und die politischkritischen Artikel dieser Zeitschrift bilden erregten Gecprächsstoff für die ideologischen Auseinandersetzungen innerhalb der Mapai. Die Oeffentlichkeit hat den Eindruck, dass Lavon Unrecht zugefügt worden sei, was auch von einem aus sieben Ministern bestehenden Regierungsauseehuss, dessen Analyse und Empfehlunj gen Ben Gurion schärfstens | abgelehnt hat, bestätigt wur- | de. Wo aber das Volk Un-! recht wittert, da sympathij siert es mit dem Opfer des Unrechtß, und daher war Lavon nie so populär wie kurz nach seinem Ausschluss aus der Histadrut- Führung. Pinchas Lavon ist 1904 in Polen geboren. Er studierte in Lemberg (Lwow) Jus, kam 1929 ins Land, siedelte sich als Chaluz der Gordonia in Haida an und zwar 1935—37 Sekretär der Mapai. Lavon hat in Wort und Schrift einen flüssigen und Interesse — auch Widerspruch — erregenden Stil. Das Erdbebon in Libyen New Jersey. — Ein jüdischer Arzt, Kapitän Barry N. Shaklan auß Hillside in New Jersey, steht an der Spitze des ersten medizinischen Hilfskorps, das in Al Marj. der libyschen Stadt eintraf, in welcher kürzlich 250 Menschen bei einem Erdbeben den Tod fanden. Kapitän Shaklan und vier Aerzte vom Luftstützpunkt Wheelus, von dem aus erste Hilfe geleistet und Medikamente für die Verwundeten geschickt wurden, halfen bei der Suche nach Opfern unter den Trümmern und leisteten bei der Evakuierung von Verletzten in ein nahes libysches Militärhospital Befetand. (ITA) Er besitzt in der Kibbuzbe. wegung. aber auch unter der Industrie-Arbeiterschaft i und in sozialistischen Intel- - ligenzkreisen nicht wenige treue Anhänger. Es ist da-; her durchaus möglich, dass; er in der politischen Arena : noch eine Rolle spielen wird, . wenn er auch augenblicklich i von Ben Gurion kaltgestellt; worden ist. t j M. F.! Personalnachricht Der praktische Arzt Dr. Pedro Haberfeld hat eine Studienreiße unternommen. Wir machen auf den Fonds zur Abgeltung gewisser Ansprüche nach dem Siebenten Rückstellungsge setz aufmerksam, der in Wien seine Tätigkeit am 29, XII. 1962 aufgenommen hat. Anmeldungen bei dienern Fonds (Wien I., Kleeblattgasse 4) können von jenen Verfolgten aus Oesterreich überreicht werden, welche als Verfolgte des Naziregimes in Oesterreich a) durch vorzeitige Auflösung eines privatrechtlichen Dienstverhältnisses einen Vermögensverlust erlitten haben, b) eine Wiedergutmachung dieses Verlustes deshalb nicht erreichen konnten, weil ihr seinerzeitiger Dienstgeber nicht mehr existiert und c) keine Zuwendungen aus dem Hilfefonds erhalten haben oder erhalten können. Anmeldungen müssen bis zum 29. Juni 1963 beim Fonds zur Abgeltung gewisser Ansprüche nach dem Siebenten Rückstellungsgesetz, Wien I. Kleeblattgasse 4, einlangen MARAVILLOSAS EXCURSIONES A ISRAEL PESAJ , I0M HAATZMAUÏ vime's bittermann CORRIENTES 2063 . T. E. 45-4957 / 7607 y 49-0433/1229/3491 BUENOS AIRES ANTICIPO V IO , CUOTAS DE u$s 90- SIN INTERESES I c>V LA FORESTA ^%WAI DE -9-9-9 9 ♦ i

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