Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2002 (8.3.1963)
- Date
- 1963-03-08
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 8 de Marzo de 1963 SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2002 Wahrheiten der Esther-Rolle Bädauer in der Wüste Wahrend die Bücher, die vom ruhmvollen Kampfe der Makkabäer künden, nicht in die Reihe der biblischen Schriften aufgenommen wurden, hat die Esther- Rolle ihren Platz in der Bibel sowie die stärkste Beachtung durch unsere alten Lehrer gefunden. Selbst in den messianischen Zeiten, so äusserte man sich, werde Megillat - Esther nicht verdrängt, niemals aufgehoben werden. Unsere Verwunderung über die Hochstellung dieses Büchleins, das nicht einmal den Gottesnamen enthält, findet jedoch eine befriedigende \ntwort, wenn wir zu begre-fen suchen, was Purim vergangenen jüdischen Generationen bedeutete, und weiche Lehren zu allen Zeiten aus der Estherrolle entnommen wurden. Mit Purim verbindet sich der Begriff des Wunders, d. h.. des Eingreifens der Vorsehung dort, wo menschliche Kraft nicht ausreicht, um ein böses Verhängnis abzuwenden. In den zweitausend Jahren der Zerstreuung über so viele Länder, in ewiger Verteidigung gegen feindliche Beschuldigungen, Angriffs und vor allem Verfolgungen, hat sich die volkstümlich - geschriebene Megilla ganz besonders bewährt. Freund und Feind. Kampf und Sieg, Treue und Verrat werden dem jüdischen Volke vor Augen geführt, und es wird darüber belehrt, dass sich im Grunde nicht viel geändert hat, dass die immer wiederkehrenden Argumente, der Zeit entsprechend äusserlich abgewandelt, gegen uns Juden benutzt werden. Nach jüdischer Ueberlieferung reicht der Stammbaum unseres Erzfeindes Haman in unsere älteste Nation algeschichte hinauf bis zu Amalek, ja sogar zu Esau und Laban. Dieser Mensch muss ein Emporkömmling gewesen sein, denn es wird erwähnt, dass der König von Persien ihn nicht nur zur PURIM - GEDANKEN Reichswürde erhoben, sondern ihn gross gemacht habe. Auf stolzer Höhe angelangt, zeigt sich Haman sehr empfindlich für die kleinste Missachtung und unersättlich in seinem Ehrgeiz. Jedermann muss vor ihm das Knie beugen, und nur ein einzelner unter Hunderttausenden versagt ihm diese Ehre: Mordechai. der Jude. Sofort wird Haman von unbändiger Wut erfasst, weil er ein Mensch ist. der ständig fürchten muss, dass die Welt eich daran erinnern könnte, wie unbedeutend er einmal gewesen ist. Listig beginnt er seine Aktion gegen die jüdischen Bürger des Landes, und unsere Weisen bemerken, dass er ein ..Künstler der vieldeutigen Rede“ gewesen 6ei. „Da ist ein Volk“, so spricht er zum König. ,,das sich zwischen den Nationen bewegt, in allen Provinzen anzutreffen ist. mit eigentümlichen Gesetzen; aber diejenigen des Königs beobachtet es nient.“ Man wird versucht, zwischen den Zeilen zu lesen: „Zerstreut“ soll doch heissen. dass es kein Interesse am Boden des Vaterlandes habe; das» man die Juden ..in allen Provinzen anträfe“, muss vom König so verstanden werden, dass sie sich überall in allzu grosser Wichtigkeit hervortun würden und schliesslich ,,die eigentümlichen Gesetze“. Was liegt näher, als dass man man durch die eigenen Lehren die Landesgesetze verdrängen und sich gegebenenfalls der militärischen Verteidigung entziehen will? Immer wieder, bis in unsere Zeit, waren es diese Beschuldigungen, da und dort ein wenig umgeschrieben, die gegen uns vorge bracht worden sind, und schon hiermit ist die Lebensechtheit der Estherrolle erwiesen. Diesem grundschlechten ir OLAMENU rr TEL AVIV POB 3002 ISRAEL NEUERSCHEINUNGEN DES VERLAGES Prof. Dr. H. Sternberg : Zur Geschichte der Juden in Czernowitz Reich illustriert Prof. Kamilo Landmann: Israel und die Juden der Welt SUBSKRIPTIONS-EINLADUNG: Kart. 3 — Kart. GESCHICHTE DER JUDEN IN WIEN Herausgegeben von HUGO GOLD Gewidmet dem Andenken von Prof. Dr. Zwi Perez Choies Unter Mitarbeit dei hervorragendsten Kenner der I j Geschichte der Wiener Juden. * ERMAESS1GTER SUBSKRIPTIONSPREIS: ♦ VOR Erscheinen Nach Erscheinen $ 15- 20.— Haman-Charakter steht der Gegenspieler Mordechai gegenüber. „Ein jüdischer Mann“ lebt in der Hauptstadt Schuschan, vom Königsgeschiecht Sauls abstammend, also kein Emporkömmling wie Haman, der seine Pflegetochter Esther jüdisch erzog. Dieser Mann entdeckt einen hochverräterischen Anschlag gegen König und Dynastie und meldet seine Entdekkung bescheiden der inzwischen zur Königin erhobenen Esther, welche die Meldung im Namen Mordecnais weiterleitet. „Wahrlich“, so sagen unsere Weisen, „wer so ehrlich ist wie Esther, sich kein fremdes Verdienst zuschreibt und keine fremden Ideen im eigenen Namen vorträgt, um irgendeine Vergünstigung damit zu erzielen, ein solcher Mensch arbeitet an der Befreiung der Menschheit.“ Durch eine wunderbare Schicksalsfügung wird Mordechai der Retter der Juden, „der Zweite nach dem König und der Erste unter den Juden“. Doch im Glanze des Ruhmes vergisst er nicht seines Volkes; „er ist beliebt bei der Mehrheit seiner Brüder“, so berichtet die Esther-Rolle. Und dies ist die zweite gi'osse Wahrheit dieser Schrift: Alle Verteidigungsreden für unsere Sache müssen erfolglos bleiben, wenn sie nicht von Juden wie Mordechai gehalten werden. Die Megilla versucht nicht, einen Haman zu widerlegen, denn nur die Charaktere einer Esther usd eines Mordechai stellen die einzig-wirksame Widerlegung dar. Aber auch bis auf den heutigen Tag könnten unsere besten Repräsentanten die judenfeindlichen Anschuldigungen nicht ganz entkräften, wenn nicht ein jüdisches Volk da wäre, dessen Handlungen und Leistungen selbst eine Widerlegung der feindlichen Angrif fe bilden. Medinat Israel ist ein solcher lebandiger Gegenbeweis der antisemitischen Behauptungen. Am Ablauf der Ereignisse unserer Purimgeschichte kann nichts Uebernatürlic-hes wahrgenommee werden; kein unmittelbares göttliches Eingreifen wird erkennbar wie etwa bei der Befreiung aus Mizrajim, aber gerade die Natürlichkeit des Geschehens verleiht der Estherrolle ihren besonderen Platz in der Bibel. Es ist, also ob gezeigt werden sollte, dass andere Zeiten andere Wege der göttlchen Hilfe erheischen, dass in der geschichtlichen Entwicklung die Rettung ruhen, im natürlichen Verlauf der Begebenheiten die schützende Hand Gottes sich offenbaren wird. Der gestörte nächtliche Schlaf des Königs wurde zum Ausgangspunkt der Errettung, und unsere Alten machten die feine Bemerkung, „dass auch der König der Könige“, menschlich gesprochen. „in jener Nacht nicht zu schlafen vermochte“ angesichts des Seinem Volke drohenden Unheils. Das Wunder von Purim — und das ist die dritte von drei grossen Wahrheiten — liegt im Willen zur Selbsierhaltung; die jüdische Existenz ist der sichtbarste Beweis vom Vorhandensein der göttlichen Wunderkraft. „Wer Wunder will, der stärke seinen Glauben“, sagt der Dichter. Esther und Mordechai waren entschlossene Menschen, deren Taten von echtem jüdischen Geiste durchdrungen wurden, und deshalb konnten sie über den grimmigsten Feind triumphieren. CURT WILK In der steinigen Wüste des Mittleren Negew. in der aus der Ferne der Krater des Ramön-Berges emporragf, sind 12 Bildhauer aus sieben Ländern damit beschäftigt, abstrakte Skulpturen zu schaffen. Diese Statuen sollen nach ihrer Fertigstellung in Abständen längs der Strasse nach Elat, dem südlichsten Hafen Israels am Roten Meer, Aufstellung finden. Die Bildhauer, die aus den Vereinigten Staaten, Kuba, Japan, Jugoslawien, Oesterreich und dar Schweiz _y-_>a . 20 Jahre Aufstand im Ghetto New York. — Der Jüdische Weltkongress kündigte an, dass er eine Sonderdelegation zu den am 21. April stattfindenden Feiern zum 20. Jahrestag des Aufstandes im Warschauer Ghetto nach W’arschau entsenden werde. An ihrer Spitze wird Israel M. Sieff, einer der Vizepräsidenten, und Dr. Gerhardt Riegner, Direktor für Koordinierung des JWK stehen. Dieser forderte die jüdischen Gemeinden und Organisationen in der Welt auf, „sich dieser frommen Pilgerfahrt zur Erinnerung an die Märtyrer“ anzuschliessen. um auf diese Weise das Andenken unserer Helden wachzuhalten. Dr. Riegner ersuchte auch um die Abhaltung der Gedenkfeiern in den Synagogen, Gemeindezentren und an den Monumenten für die Naziopfer, wobei besonderes Gewicht auf die Teilnahme der Jugend gelegt werden solle. Jerusalem. — Das israelische Kabinett ernannte eine Sonderkommission. welche im Namen der Regierung und Jewish Ageniy ein Programm für die Gedenkfeiern anlässlich des 20. Jahrestages des Aufstandes im Warschauer Ghetto, der auf den 21. April fällt, ausarbeiten soll. Golda Meir führt den Vorsitz in dieser Kommission. (ITA) Allen urseren Freunden geben wir bekannt, dass die BAR M1ZWA unseres Sohnes ALFRED0 JORGE s. G. w. 8 Uhr 30 am Sehabbat im Bet Israel, Para, den 16. ds. Mts., Conde 1345, stattfindet. um Alle Zuschriften u. Anfragen sind ausschliesslieh an den Verlag, Tel Aviv, P.O.B. 3ÜÜ2 (Israel/ richten. Pablo Platt und Frau Elli geb. Lipka MANUEL ERB EVA ERB geb. HEIDELBERG VERMAEHLTE 1! ZU Die Preise sind in U$A*Dollar angegeben. Córdoba 7. Maerz 1963 Isabel La Católica 809 Stammen, loi.gi.en co-r Aufforderung der Parkverwaltung und des Erziehungsministeriums Israels mit der gleichen Bege:oterung wie die drei israelischen Künstler, die an der gleichen Aufgabe arbeiten. Die ausländischen Bildhauer bekamen die Reisekosten und den Unterhalt im Lande bezahlt, doch ausserdem erhalten sie kein Honorar für ihre Arbeit. Sie haben ¿Vs&.-'.ttss.-A freie Hand für ihr Schaffen, und es werden ihnen so viele Steine, wie sie brauchen, zur Verfügung gestellt. Sie dürfen auch den Platz auswählen, an dem ihre Bildwerke aufgestellt werden sollen. Die Künstler wohnen in der Stadt Mizpe Ramón am Fuss des Kraters, und bei Einbruch der Nacht finden sie sich nach Beendigung ihrer Arbeit zu geselligem Beisammensein mit den Bewohnern des Ortes zusammen. Wenn die Skulpturen dieser ersten Künstlergruppe fertiggestellt sein werden, so werden die Künstler in ihre Heimatländer zurüekkehren. Es ist geplant, danach Bildhauer aus anderen Ländern einzuladen, um dieses künstlerische Gemeinschaftswerk fortzuführen. Wie liegen die Feiertage im Jahre 5722/5723 Sonntag den 10. März Montag, den 11. März Sonnabend, den o. April Montag, den 8. April Dienstag, den 9 April Mittwoch den 10. April Montag den 15. April Dienstag, den 16. April Sonntag, den 21. April Montag, den 29. April Dienstag, den 12 Mai Dienstag den 28. Mai Mittwoch den 29 Mai Donnerstag, den 30. Mat Montag, den 29. Juli Dienstag, den 39. Juli Mittwoch, den 18. September Purim Schuschan Purim Scbabbat hagadol Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach Gedenken des Aufstandes im Warschauer Ghetto Yom Ha'atzma’ut Lag Be’Omer Erew Schawuot 1. Tag Schawuot 2. Tag Schawuot Erew Tischa Be'Aw Tischa Be'Aw Erew Rosch flaschana 5724