Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2002 (8.3.1963)
- Date
- 1963-03-08
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 8 íe Marzo do SEMANA ISRAELITA Año XXIV. No. — 2002 — 3 Vergangenheit und Gegenwart Bonn. — Ein neuer Sturm über die nazistische Vergangenheit Deutschlands erhob sich, als die Bemerkung des hessischen Staatsanwalt.'. Dr. Fritz Bauer bekannt wurde, die dieser in einem Interview gemacht hatte Bauer hatte wie berichtet, gesagt: „Wenn Hitler wiederkäme, so würde es ein Leichtes für ihn sein, wieder das deutsche Volk für sich zu gewinnen.“ Dr.; Interview gelangte in der dänischen Zei tung „Copenhagues Berlingske Tidende“ zur Veröffentlichung. Dr. Bauer wandte ein. man habe seine Aeusserung falsch wiedergegaben In einer Erklärung, die er in Frankfurt abgab sagte er auf die Frage des kopenha gener Journalisten, ob er glaube, dass Hitler Chancen beim deutschen Volk hätte, habe er entgegnet, c.s sei „auffallend“. dass jeder Deutsche, den man dies frage, erst nachdenken müsse, bevor er antwortet. Bauer soll auch geäussert haben, dass es „heute' in Deutschland unter der Oberfläche einen brennenden Antisemitismus gibt“, doch antisemi tische Kundgebungen heute in Deutschland in der Oeffentlichkeit wohl kaum mehr vorkämen, weil die jüdische Frage gänzlich „tabu“ sei. Bauer behauptet, er habe zu 1 dem Reporter geäussert, dci.s wenn Deutsche heute i „Dich hat man zu vergasen ‘ vergessen“ sagen, so sei! dies eine allgemeine Redens-! art und beziehe sich nicht gerade auf die Juden. | Die Christlichen Demokra ten, die Oppositionspartei in Hessen, haben die Suspendierung Bauers verlangt. Das westdeutsche Kabinett untersucht den Fall formell und kündigte an, dass die Bundesregierung mit Empörung“ die in dem Interview j geäussertsn Ansichten ab; lehne. | Das Bunde.s-Justizmimste i rium hat Auftrag erhalten.; für eine schnelle Lösung! Sorge zu tragen. Ein Spre- | eher der Bundesregierung : verwies auf im Jahre 1951 | veröffentlichte Untersuchunj gen, die keine Anzeichen er 1 geben hätten, dass sich das [ deutsche Volk irgendwie! vom Antisemitismus angezogen fühlt“. Allerdings hat Dr. Heinz Galinski. der Präsident der Jüdischen Gemeinde von Berlin, in einem Interview der „Frankfurter Abendpost“ erklärt, er gehe im MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäf te mit der grössten Auswahl. SARMIENTO H47 T. E. 35 - 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten. Zahlungserleichterüngen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. allgemeinen mit Dr. Bauer einig. Dem fügte er hinzu, heute gab? es weniger soziale Kontakte zwischen Juden und Nichtjuden als in der Zeit vor Hitler, doch könne man diese Erscheinung in gewissem Masse auf di? „beiderseits vorhan dene Empfindlichkeit“ zurückführen. Seiner Meinung nach, so hob er hervor habe die „Masse des Volkes“ in Deutschland ihre Ein«tel- | lung nicht ehrlich geändert, i Hätte sie dies getan, so be- 1 tonte er, würden schon viel | früher Proteste gegen „ge j wisse Vorfälle“ laut geworden sein, denn „wenn wir unsere Demokratie rein erhalten wollen, so müssen wir feststellen, was die Bevölkerung tun sollte, wenn die Behörden ehemalige Nazis in hohe Aemter berufen, womit sie d?n politischen Par teien ein schlechtes Beispiel geben“. Er bedauerte, dass man „in der Bundesrepublik diesem .peinlichen' Problem wenig Aufm« rksamkeit schenke und die Politiker Stimmenverluste befürchten, wenn sie es tun würden.“ (ITA) State Department entschuldigt sich Washington. — Der republikanische Senator Hugh Scott für Pennsyvanien teilte mit, die Jewish Telegraphie Agency habe vom State Department ein Schreiben erhalten, in dem sich das Ministerium für den Ausschluss des Berichterstatters Milton Friedman aus einer Pressekonferenz entschuldigte. Scott erklärte im Senat: „Hierauf sollten unsere zahlreichen offiziellen Nachrichten-Agenturen aufmerksam gemacht werden, die häufig geheime Konferenzen für ausgewählte Mitglieder der Presse a’bhalten.“ Der Senator *fügte hinzu: „Dies sollte dazu dienen, unserem Volk in Erinnerung zu rufen, dass es ein Recht darauf hat zu wissen, was seine Regierung tut und dass die willkürliche Auswahl von Reportern bei JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKI’UPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FÜER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigene Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichterüngen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus Calle ANDONAEGUI 2083 4 Quader vor Station Urquiza AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 Pressekonferenzen sehr oft zu ähnlichen Missbräuchen führt.“ „Ich hatte gegen diesen Zwischenfall protestiert", fuhr Scott fort, „einmal weil er das Prestige eines ausgezeichneten Korrespondenten schädigte und weil er ferner einen weiteren Versuch zur Beschränkung der Pressefreiheit und zur Lenkung des Nachrichtendienstes darstellte. Ich bin erfreut, dass das State Department die Verantwortung für den Zwischenfall übernommen und versichert hat. dass sich Derartiges nicht wiederholen wirl.“ Inzwischen gab das Aussenministerium dem Präsidenten des Comités für Pressefreiheit d?ß Journalistenverbandes James V. Mathis, eine Erklärung und Entschuldigungen ab. Auch das Comité der Kriegsveteronen hatte Protest eingelegt. Der demokratische Abgeordnete für Kalifornien, John E. Moss, hatte in seiner Eigenschaft als Präsident der parlamentarischen Subkommission für den staatlichen Informationsdienst direkt beim State Department Einspruch erhoben und im Wege seiner Kommission eine Untersuchung über die Einzelheiten des Vorfalls angeordnet. (ITA) ...Immer anziehend angezogen mit Carlton-Kleidung MASSKLEIDUNG — FERTIGKLEIDUNG Anfertigung aus mitgebrachten Stoffen Ernst Koppel Herrenbekleidung Maipü 484 I. TE. 31-7845 Herrenausstattung Maipü 982 TE. 31-0357 Israels Diplomaten Jerusalem. — Israel unterhält diplomatir-che Beziehungen mit 84 Ländern, mit 52 hiervon auf dem Niveau von Botschaften. Die übrigen sind Legationen, wie das Aussenministerium mitteilte. Golda Meir gab vor der Knesset eine Erklärung über das Budget ihres Ministeriums ab, das oich auf 40.500.000 IL beläuft. Sie teilte mit, dass es ausser 17 Konsuln noch 16 ehrenamtliche Konsuln in kleineren Ländern gibt, in denen die diplomatischen Beziehungen durch nicht dort lebende Gesandte aufrecht erhalten werden. Im Jahre 1983 sind 6 neue Konsulate eröffnet worden. (ITA) LA SEMANA ISRAELITA BISE MAN ARIO INDEPENDIENTE 8*. Air*« — PUEYRREDON 2190, 1* nq. - 1. E. 83.261s 12. Adar 5723 8. März 1963 Tagung der Claims Conference Die letzten Juden in Algier Paris. — In Algerien wird auf die dortgebliebenen Juden ein Druck ausgeübt, damit sie die algerische Bür gerschaft annehmen. Für diesen FaR wird ihnen die volle Gleichberechtigung versprochen. In der Stadt Algier wohnen 5.000 Juden, in Oran efoensoviele und etwa 1.000 in Constanfine, Blido und Bone. Die Nachricht, dass aus Kairo 1.000 Lehrer nach Algier kommen, hat die jüdische Bevölkerung sehr beunruhigt. Grossziigige Spende New York. — Die Versteigerung eines Bildes von Renoir, die Gabe eines anonymen Spenders, hat 30 000 Dollar für die Vereinigte Kampagne für Israel ergebes. Das Gemälde „La Fete de Pan“ wurde auf der Auktion von der Gattin eines Textilindustriellen RoDert Gurney, erworben. Der Spender verfügte die Aufteilung des Kaufpreises zwischen der Israel Kampagne, dem Fonds für frische Luft der New York Herald Tribüne und den Ferienkolonien, einer schweizer Agentur für minderpri vilegierte Kinder. (ITA) New York. — Die Konferenz für jüdische Ansprüche gegen Deutschland appellierte direkt an die Regierung und das Parlament der Bundesrepublik, die vielen Tausenden von Nazioplern zugefügten Ungerechtigkeiten wiedergutzumachen und die Veröffentlichung des Schlussgesetzes zu beschleunigen, Diese Massnahme wurde in der Eröffnungssitzung der zweitägigen Tagung der Claims Conference getroffen, di? hier stattgefunden hat und an der über 40 jüdische Führer aus Nord- und Südamerika. Europa, Israel, Australien und Südafrika in Vertretung von 23 nationalen und internationalen Mitgliederorganisatio n?n teilnahmen, um über die Verteilung der Fonds zu beschliessen. Dr, Nachum Goldmann berichtete über die Gespräche, die er am 26. und 27. Februar mit dem deutschen Bundeskanzler Adenauer und Finanzminister Dahl grün führte. Er teilte mit, dass noch über 600.000 Wiedergutmachungsanträge unentschieden seien. Die Ersuchen um eine Erweiterung der jetzigen Wiedergutmachungs - Gesetzgebung seien gestellt worden, so be tonte er, um die Abwicklung der Ansprüche zu beschleunigen und bisher von der Entschädigung ausgeschlossene Gruppen von Naziopfern in den Genuss von Wiedergutmachungen zu setzen. Hierbei verwies er im besonderen auf zwei Gruppen, nämlich jene Antragsteller, die Gesundheitsschä den reklamieren, und jene, die daran gehindert waren, ihre Ansprüche fristgemäss anzumelden, weil sie vor dem 1. Oktober 1953 nicht aus Osteuropa flieh?n konn. ten. Moses A. Leavitt, der Schatzmeister der Claims Conference, berichtete über di? Verteilung der Fonds an Organisationen, die die Naziverfolgten unterstützen. Er bezog sich auf das Anwachsen der jüd schen Gemeinde in Frankreich während des Jahre 1962 und das dort geschaffene Hilfswerk. Das Programm der Konferenz umschliesst auch die Rehabilitierung verschiedener jüdischer Gemeinden und der | Institute, die sich mit jii-; dischen Studien lind jüdischer Literatur befassen. — (ITA) Ben Gisrion in Ferien Jerusalem. — Ministerpr -ident David Ben Gull i trat vor einigen Tag. i seine 14tägigen Fe r : i an, die, wie er erklärte, dem Studium und der Ruhe gewidmet sein werden. Vor dem Verlassen der Hauptstadt erledigte er noch verschiedene parlamentarische Anfragen. Ben Gurion hatte erst 10 Tage vor Antritt seines Erholungsurlaubs einen vierwöchigen Krank heitsurlaub beendet.' — (ITA) Entschaedigungen in Oesterreich Wien. — Die hiesige Jüdische Gemeinde unterbreitete dem Justiz- und Finanzminister ein Gesuch um verschiedene Abänderungen der heute geltenden Entschädigungsgesetze für Naziopfer. Eine der wichtigsten Aenderungen würde die Erhöhung der Mindestrente auf 1000 Schilling monatlich sein. (ITA) ■tiîtiiiiiiiiiîil [ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL I I Dr. Hardi Swarsensky » j ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE r ♦♦ <•* Vom 4. Maerz bis 22. Maerz IN DER BUNDESREPUBLIK ¡ ' * 1 » v:!: BUER0STUNDEN: :! u sechste Woche: Dienstag, Mittwoch und Freitag von 16—18 Uhr % :: H II > . s :: * a 5| j Dr. Günter Frey I ASUNTOS argentinos y sudamericanos I II Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaliun I! l( fcjen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. h :t - 5t ♦♦ ti H *;¡ || PUEYRRED0N 2190 esq Av. LAS HEftAS - T. E. 83-2613 “ « ♦♦ *♦ «