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Jüdische Wochenschau · 1963-03-08 · 2002 (8.3.1963) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2002 (8.3.1963)
Date
1963-03-08
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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f*v 2 — Viernes, 8 de Marzo de 1963 I--- J tfdische wochenscbaU~ Afio XXIV. — No. 2002 Immer noch Unklarheiten? 1 (Schluss von Seite 1) brennenden Reichstag erklärt, dase dies der Anfang des kommunistischen Aufstandes sei. Hitler habe getobt, dass es nun kein Erbarmen mehr gäbe. Das deutsche Volk habe für Mitleid kein Verständnis. „Jeder kommunistische Funktionär wird erschossen, so habe nach Diels Hitler geschrien, wo er auch immer angetroffen wird. Die kommunistischen Abgeordneten müssen noch in dieser Nacht aufgehängt werden, Alles ist festzusetzen, was mit den Kommunisten im Bunde steht. Auch gegen Sozialdemokraten und Reichsbanner gibt es jetzt keine Schonung mehr“. Soweit Hitler nach Diels. Der enete Gestapo-Chef kommt nach langen Darlegungen des Ablaufs der Ereignisse zunächst zu der Ueberzeugung, es seien die Na zis selbst gewesen, die den Reichstag angesteckt haben. Dann folgt ein lapidarer Satz: „Ich glaube es heute nicht mehr.“ Es wirft ein eigenartiges Licht auf diesen Mann, dass er es nicht wissen will, wer es gewesen ist. Während der Nazizeit glaubte er an die nazistische Täterschaft, — was soll eigentlich „glauben“ in diesem Zusammenhang bedeuten?, entweder er weiss es oder er weiss es nicht. Heute aber „glaubt er es nicht mehr“... IX. ’ Goebbels machte damale folgende Eintragung in sein Tagebuch, die in seinem tt-e ♦ ♦ » ♦ ♦ ♦♦ » < : Dr. FREY;; ABOGADO PUEYRREDON 2196 1* ÍZ4. ■achat. 16—19 Uhr T. E. 83-2613 Í REAL PEN: Füllhalter? REPARATUREN X Spezialgeschäft ¿ I CORRIENTES 569 t T. E. 49-5850 ♦ Jaime Liebling! S. A.? SPERRHOELZER 1 HOELZER; DIAZ VELEZ 5224; Tel.: 89-9349. 33-9305? PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. berät Sie kostenlos und anverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN BAECSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 Buch „Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei“ wiedergegeben wird: „Abends sitze ich zuhause. Um 9 Uhr kommt der Führer zum Abendesen. Wir machen Musik und erzählen. Plötzlich ein Anruf von Hanfstaengl „Der Reichstag brennt“. Sofort stürmen wir nach dem Reichstag. Es besteht kein Zweifel, dass die Kommune hier den letzten Versuch unternimmt, durch Brand und Terror Verwirrung anzustiffen, um in der Panik die Macht an sich zu reissen. Sofort verbietet Göring die ganze kommunistische und sozialistische Presse. Die kommunistischen Funktionäre werden in der Nacht dingfest gemacht. Wenn Widerstand geleistet wird, dann Strasse frei für die SA. Nun wird die rote Pest mit Stumpf und Stiel ausgerottet. Widerstand zeigt sich nirgendwo.“ — Hitler sagte zu Papen, als dieser im brennenden Reichstag eintrifft: „Das ist ein von Gott gegebenes Zeichen. Niemand wird uns daran hindern können, die Kommunisten mit eiserner Faust zu vernichten.“ Niemand ist später auf die Frage eingegangen, aus welchen Gründen die Kommunisten, wenn sie den Reichstag wirklich angezündet haben würden, dann nicht losgeschlagen haben. Stattdessen Verhaftete man die Kommunistenführer in dieser Nacht aus ihren Betten heraus, was unstrittig ist. Wohl aber gab Göring im Nürnberger Prozess auf die Frage des Richters Jackson zu, dass die Listen der kommunistischen Funktionäre, die verhaftet werden sollten, längst fertig gewesen seien. Man habe nur die Verhaftungen wegen des Brandes vorzeitiger vorgenommen, als dies ursprünglich beab sichtigt gewesen wäre... Den Kommunisten waren die Pläne der Nazis nicht bekannt. Sie wussten, dass Göring und Goebbels einen schweren Schlag gegen sie vorbereiteten. Es ist eine Tatsache, dass der Kommunistenführer Wilhelm Pieck auf einer Massenversammlung am 16. Februar 1933 im Rahmen der Wahlkampagne im Berliner Sportpalast hierüber Mitteilung machte. Es hätte dieser Ankündigung nicht bedurft. Jeder wusste. dass die Nazis ihre „Nacht der langen Messer“ demnächst in Szene setzen würden. In der Brandnacht wurden dann in Berlin rund 1.500 Personen verhaftet und gefoltert. Im Reich betrug die Anzahl der Verhafteten mehr als zehntausend, ln dieser ersten Nacht des uneingeschränkten SA Terrors wurden einige hundert kommunistische und sozialdemokratische Funktionäre umgebracht. Dass die Kommunisten im Bund mit den Sozialdemokarten den Brand entfacht haben sollten, wurde sogar von der „Deutschen Allgemeinen Zeitung“, die der Schwerindustrie und den Grossbanken nahestand, in einem Artikel vom 2. März 1933 bezweifelt: „Politisch! ist an dem Brand des Reichstages nur eines völlig unbegreiflich, dass ein Kommunist gefunden werden konnte, das Verbrechen zu begehen. Von einer kommunistisch - sozialdemokratischen Einheitsfront haben wir ausser in einigen Reden, Zeitungsartikeln und Anträgen bisher wenig gemerkt. Dass jene Einheitsfront sich ausgerechnet zum Zwecke einer Brandstiftung im Deutschen Reichstag gebildet haben sollte, ist ausserordentlich unwahrscheinlich. Wir fürchten, dass eine genaue Nachprüfung der Voraussetzungen jener bekannten Bemerkungen des Reichskommissars für Inneres Göring die Unhaltbarkeit dieses Vorwurfes beweisen wird. Wenn das der Fall ist, so wäre es besser gewesen, ihn garnicht erst zu erheben.“ Diese Stellungnahme ist mutig gewesen und lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. X. Die Debatte über die Hintergründe des Reichstagsbrandes erfuhr eine ungeahnte Wiederauffrischung, als die bekannte Zeitschrift „Der Spiegel“ vor etwa drei Jahren eine lange Artikelserie unter dem sensationellen Titel „Stehen Sie auf, Marinus van der Lubbe“ veröffentlichte. Der Spiegel stützte sich hierbei auf private Forschungen, die der damalige Oberregierungsrat Fritz Tobias vom niedersächsischen Innen - Ministerium, selbst ein Verfolgter, gemacht hatte. Tobias hatte anfangs die Absicht, die noch offenen Fragen des Reichstagsbrandes aufzuklären, um. hierdurch die , Schuld der Nazis unzweideu. tig zu erhärten. Er gelangte J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Bitte. MITRE 430 V. Of. 550 T.EL: 30-1474 Audienz beim Keenig von Marokko Casablanca. — König Hassan empfing Vertreter der marokkanischen Judenheit, die dem Herrscher anlässlich der Beendigung des Fasten- Monats Ramadan ihre Glückwünsche ausspraehen. Der Delegation ge hörte u. a. der Oberrabbiner Saul Danan an. Der König empfing ebenfalls die Delegierten des Marokkanischen Jüdischen Comites, die ihn der Treue der marokkanischen Juden zum Königshaus versicherten. (ITA) im Laufe seiner Forschungen und Untersuchungen zum entgegengesetzten Ergebnis. Rudolf Augstein, der Herausgeber des Spiegel, schrieb einleitend zu diesen Veröffentlichungen seiner Zeitschrift: „Ueber den Reichstagsbrand wird nach dieser Spiegel-Serie nicht mehr gestritten werden. Es bleibt nicht der Schatten eines Beleges, um den Glaüben an die Mittäterschaft der Nazi-Führer! lebendig zu erhalten.“ — j Augstein irrte sich. Die i Ergebnisse, zu denen Tobias i und Der Spiegel gelangten, riefen eine vehemente Debatte hervor. Die Schlussfolgerungen, die Tobias zog, wurden in ihrer Richtigkeit von anderen Forschern, Historikern und Journalisten bestritten und als unrichtig oder imzutreffend bezeichnet. Vor allem hat sich auch Dr. Eugen Kogon, Verfasser des Werkes „Der SS- Staat“, katholischer Politiker und Mitherausgeber der „Frankfurter Hefte“, in seiner wissenschaftlich-gründlichen Art mit der Artikelserie des Spiegel befasst und eine Fülle von Argumenten und Material gebracht, durch welche die Version des Tobias-Spiegel schwer erschüttert wird. Auch die bekannte Zeitschrift „Der Monat“ beschäftigte sich im vergangenen Jahr mit der Veröffentlichung von Fritz Tobias, die inzwischen als Buch „Der Reichstagsbrand — Legende und Wirklichkeit“ erschienen war. Der in England le bende Journalist Heinrich Fraenkel wandte sich gegen die Thesen von Tobias, gegen die er gewichtige Argumente vorbrachte. In einem späteren Heft des Monat polemisierten die beiden Antipoden, nicht immer sachlich. Immerhin veröffentlichte Fraenkel wichtiges Material, das gegen die These von Tobias, van der Lubbe sei der Alleintäter gewesen, von Interesse ist. — Gegenüber diesen Auseinandersetzungen hat auch ein Historiker Stellung genommen, der die wesentlichen Gesichtspunkte herausgearbeitet hat. Martin Broszat schreibt in den Vierteljahresheften für Zeitgeschichte (1960, 5. Heft), dass der Grundsachverhalt von niemandem bestritten wird, auch nicht von Tobias: die Reichstagsbrand - Verordnung, die „erst eigentlich die nationalsozialistische Revolution einleitete und 12 Jahre lang der Polizei und der SS im Dritten Reich als Grundvollmacht für ihre der Justizaufsicht entzogenen Gewaltmassnahmen gegen Gegner und Missliebige des Regimes diente, wurde unter bewusst falschen Anschuldigungen und Begründungen erlassen. Sie war nicht Abwehr einer wirklich durch den Reichstagsbrand entstandenen oder offenbar gewordenen Gefahr, sondern Vorsätzlich, zur Legitimation schon vorher geplanter (und zunächst primär gegen die Kommunisten gerichteter) Gewaltmassnahmen erlassen, wozu der Reichstagsbrand nur den (laut Hitler) geeigneten „psychologischen Moment“ lieferte... Nicht in erster Linie die Brandstiftung als solche und ihre Urheberschaft machen den Reichstagsbrand zu einem Ereignis von historischen Äusmassen, sondern die künstlich und unter konj JUDITH j SCHENK0LEWSK! KULTUSSTICKEREIEN S Schabbosdecken - Tallisj i beutel - Käppchen - Maz-1 J zot-Taschen Hand- und j { Maschinensticker« von *5 Bett und Tischwäsche < Dr. P. L RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 i' l Confitería NIZA Eisschrank- und | Waschmaschineni: Reparaturen •; ■ nach bester euro- «paeischer Ausführung I j! \ A. Sckaster <; I T. E. 73-7834 Dr. J. P. Krell Bieber INNERE MEDIZIN a. „ RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt. Frei. 15-20 Uhr 3 de Febrero 2030 76-0266 Privat 52-7734 Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214* RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG LA SEMANA ISRAELITA BIsemanario — «parece ,os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. V-irantwortlleh: Dr. Hardl Swaisensky PaeyrredAn 2190, l9 izq. T. E. 83-2613 80-6930 Abono- Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausland $ 600 — jährl Die Einheitskampagne in USA Miami. — Bei Eröffnung der 25. Jahreskampagne des United Jewish Appeal <UJA) beliefen sich die ersten Zeichnungen auf 17.625 000 Dollar. In dieser Ziffer sind auch die Beiträge von Einzelpersonen und Sammlungen bei verschiedenen Versammlungen in anderen Städten des Landes einbeg-riffen. Der UJA feierte bei dieser Gelegenheit sein 25jähciges Bestehen, Verschiedene Redner, u. a. Senator Keating von New York und Israel- Botschafter Harman, würdigten das Werk dieser zentralen Institution des nordamerikanischen Judentums für die Rettung und Rehabilitierung der Juden in der ganzen Welt. (ITA) struierten Vorwänden herbeigeführten Zwangsmassnahmen, zu denen dieser Kriminalfall politisch herhalten musste.“ — Das allein interessiert den Historiker. Unter diesem Aspekt ist der Reichstagsbrand ein nazistisches Verbrechen, auch wenn die Frage der Hintermänner nicht mehr bis in letzte Einzelheiten aufgeklärt werden kann. | Dr. BERNARDO GOLDSTEIN! § MEDICO § S M s Cardiología — Hospital Fornández s S Radio X — Durchleuchtung — Eicctrocardiorramme B I CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 ¡ g s 5 Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr jj S Sonnabend: 14—16 Uhr § *5 S 4gHH58gllllilIlSliimi;S5ISlSBlIg|il.8ISia»«3SgS£SllSIS»^ I VARICES-ULCERAS i Í DE L» PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS ¡ í Dr. SAUL UMANSKY \ í Sarmi.nl. 3116 T. E. 87-1362 ¡ t Zur Zeit im Ausland auf Studienreise. { AM 16. MAERZ WIEDER ZURUECK \ M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 I. E. 76-6784 a. 76-2312 JACOB LAPIDUS j dipt. 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