Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1963-03-08 · 2002 (8.3.1963) · p. [Seite 1]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2002 (8.3.1963)
Date
1963-03-08
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/9616703-9613667-9613767--2646-9613768
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions (1 not found in this text)

PUEYRREDON 2190 — 1’ »<»• J&, J&nxiJtdjbxxielUa T. E. 83-2613 ASíO XXIV BUENOS AIRES, VIERNES 8 DE MARZO DE 1963 No. 2002 Die Todeswagen in Kulmhof Im folgenden soll nur ein Tatsachenbericht wiedergegeben werden. Jeder Kommentar ist überflüssig und kann nur den schrecklichen Eindruck der Verbrechen verwiechen. „Als die Tür des Gaswagens geöffnet wurde, sah ich darin meine Frau und meine beiden Kinder tot liegen.“ Diese erschütternde Aussage hat am Montag der 55 Jahre alte Israeli Michael Podchelnik vor dem Bonner Schwurgericht gemacht, wo sich seit Mitte November zwölf ehemalige Angehörige der SS-Mannschaft der, Konzentrationslagers Kulmhof wegen, des Verdachts der Beihilfe zum Mord verantworten müssen. Podchelnik war nur elf Tage im Vernichtungslager Kulmhof. in dem über 180.000 Juden mit Gas ermordet worden sind. Als Angehöriger eines jüdischen Arbeitekommandos musste er die Leichen seiner Leidensgenossen in die zwölf Meter breiten und sieben Meter tiefen Massengräber legen. Er ist der vierte Ueberlebende, der den Gaswagen von Kulmhof entgangen ist zwei ehemalige Häftlinge leben wie er in Israel, ein vierter Ueherlebender wohnt in den Vereinigten Staaten. Podchelnik konnte damals fliehen; nach einer unbeschreiblichen Odyssee fanden ihn 1944 die vorrückenden sowjetischen Soldaten bei einem polnischen Eisenbahner, der den jüdischen Landsmann unter Lebensgefahr versteckt gehalten hatte. Der Zeuge sprach ein mit jiddischem Wortschatz durchsetztes Deutsch. Das Gericht hatte es aus prozessualen Gründen für richtig gehalten, einen Dolmetscher zu 'bestellen, den bisherigen Kantor der Bonner Synago gengemeinde, Dr; Charles Horowitz, der 70jährig, vor wenigen Wochen für die Uebersetzung eines Abschnitts des palästinensischen Talmuds au« dem Aramäischen ins Deutsche mit dem Dr. phil. ausgezeichnet worden war. Schon nach den ersten Schilderungen Podchelniks musste Horowitz bei der Uebertragung der Aussagen vor Erschütterung innehalten. Er entschuldigte sich mit dem Hinwei« darauf, dass seine eigene Frau in - Auschwitz vergast worden sei. In seinem fast dreistündigen Bericht schilderte Podchelnik, dass das Arbeitskommando die Leichen der vergasten Mitbürger zur Raumersparnis auf den ge ringst-en Platz in das Massengrab habe betten müs. sen. Ukrainer hätten den Getöteten die letzte Habe abgenommen, die Goldzähne herausgebrochen und — wenn sich beim Abziehen der Ringe Schwierigkeiten ergeben hätten — den Teten die Finger abgeschnitten. Als er seine eigenen Angehörigen ermordet im geöff neten Gaswagen habe liegen sehen, hätte er einen der dabeistehenden SS-Männer gebeten, ihn zu erschiessen. .,Du bist kräftig, du kann.it arbeiten“, sei die Antwort gewesen. Was die SS für die Ergreifung eines geflohenen Jhden bot. konnte Podchelnik bald erfahren: 25.000 Mark sowie Zucker und Schnaps. Von den 29.000 Juden der Stadt Sechow, seien 280 iibrigge blieben. Alle anderen hälfen den Weg nach Auschwitz, von JAKOB KATZ-R0GASEN Kulmhof oder Belzec angetreten. Während der wenigen Tage seines Aufenthalts hätten er und die übrigen Mitglieder des Arbeitßkommandos von der hinterlassenen Verpflegung ihrer er mordeten Landsleute gelebt. Er habe aber off nicht mehr als ein Stück Zucker herunterbekommen können. Zweimal sei ein Transport mit Zigeunern eingetroffen; man habe sie im Waldlager mit Maschinengewehren erschossen. Nach Podchelnik» Bericht wurden in Kulmhof täglich dreizehn bis vierzehn Wagen, bis auf den letzten Platz gefüllt, unter Gas ge setzt, das heisst, im Durchschnitt wurden täglich neunhundert Menschen ermordet. Zwischen Weihnachten und Neujahr 1941/42 habe man nur am Neujahrstag eine Pause gemacht. Die meisten der Getöteten seien Frauen und Kinder gewesen. Die Frauen hätten ihre Kinder mitgebracht, weil man ihnen versichert habe, sie würden zur Arbeit eingeteilt. Die Verzweifelten seien in die bereitstehenden Gaswagen mit den Worten getrieben worden: „Schneller, schneller zum Badezimmer, draussen ist es kalt.“ Wenige Minuten später hätte man sie schreien und beten gehört. In einem Falle sei irrtümlich ein unifor mierter Deutscher mitver gast worden. Er habe sich im Gaswagen aufgehalten, während die Türen verriegelt worden seien. Er habe bei den Opfern nach Wertsachen und Schmuck gesucht. Podchelnik hatte seinerzeit schon im Eichmann- Prozess in Jerusalem ausgesagt. Seine Gesundheit ist so angegriffen, dass er nur mit, Unterstützung seiner Frau nach Bonn reisen konnte. Sie hat ein ähnliches Schicksal erlitten wie ihr Mann, musste sie doch einmal an dem bekannten Todesmarseh von Auschwitz nach Buchenwald teilnehmen. Einer der drei Ueberlebenden aus Israel, der Mechaniker Simon Srebrnik, hat in der Nachmittagsver. handlung den 59 Jahre alten Leutnant der Schutzpolizei i. R. und einen der Hauptangeklagten in diesem Verfahren, Alois Häfele aus Karlsruhe, schwer belastet. Sr'ebrnik sagte, die Angehörigen des Untersuchungskommandos seien von dem brutalen und wie ein Tiger starken Häfele darauf hingewiesen worden, dass jeder erschossen werde, der auch nur das Geringste von den zurückgelassenen Gegenständen der Vergasten iür sich behalten habe. Hälele sei ihm — Srebrnik — gegenüber. dem mit dreizehn 'Jahren jüngsten Juden, oft gut gewesen. Um so brutaler aber habe er ihn in an deren Situationen kennengelernt. So sei eines Tages ein Mitglied des jüdischen Arbeitskommandos zu Häfele gekommen und habe erklärt, sein Bruder könne nicht arbeiten. Häfele habe daraufhin diesem Juden gesagt, dann möge er auch im Lager bleiben. Kurz darauf habe er beide erschossen. An “einem Sonntag habe Häfele zu seinem persönlichen Vergnügen vier Mitglieder des jüdischen Arbeitekommanj de« so lange Kniebeugen ma , chen lassen, bis sie nicht; mehr hätten aufstehen kön. i nen. Er habe sie dann alle; vier erschossen. Die Verhandlung musute unterbrochen werden, als Srebrnik darüber berichtete, wie er unter der Hinterlassenschaft der vergasten Opfer die Handtasche seiner Mutter gefunden habe. Er habe die Tasche daran erkannt, weil er darin Fotografien von sich entdeckt habe... WIE ICH ES SEHE1 Immer noch Unklarheiten? von JEHUDA GQTTHEIMER Die folgenden Ausfüh rungen stellen die Fortsetzung de« in der vorigen Woche erschie nenen Artikels „Der Reichstag brennt“ dar. VH. Es war schon unmittelbar nach dem Verbrechen allgemeine Auffassung, dass ee die Nazis selbst gewesen seien, die das Reichstagsgebäude in Brand gesteckt haben, um einen geeigneten Vorwand für da« Verbot der verhassten Linksparteien, zum mindesten aber der KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) zu haben, welches dann auch unmit telbar nach der Tat ausgesprochen wurde. Der im September 1933 durchgeführte Prozess gegen die vermeintlichen Brandstifter war eine Weltsensation. Den Höhepunkt bildete die „Zeugenaussage“ Görings und sein heftiger Wortwechsel mit dem Angeklagten Dimitroff, dem späteren bulgari sehen Ministerpräsidenten. Die von Dimitroff an Göring gerichteten Fragen hatten diesen ausser Fassung gebracht. Wir folgen dem Stenogramm der Kontroverse zwischen den beiden Gegenspielern, dessen ersten Teil wir unter VI. des Artikels I „Der Reichstag brennt“ ver- I üffentlichten. Dimitroff hat te Göring gefragt, ob ihm bekannt sei, da?« der 6. Teil der Erde von’der von ihm als verbrecherisch bezeichneten kommunistischen Weltanschauung regiert werde, nämlich von der Sowjetunion. ' Göring: „Es Ist mir zunächst einmal bzkannt, dass die Russen in Wechseln bezahlen, und es wäre mir noch lieber, wenn mir bekannt wäre, dass die Wechsel auch eingelöst werden.“ Diese ebenso unsachliche \ wie verblüffende Antwort hatte ein diplomatisches Nachspiel. Schon am darauf folgenden Tage wurde die folgende amtliche Verlautbarung durch die deutsche Presse verbreitet: „Im Zusammenhang mit falschen Berichten und tendenziösen Entstellungen zu der Aussage des Ministerpräsidenten Göring im Reichstagsbrand - Prozess wird mitgeteilt, da«s die Sowjetregierung bis zum heutigen, Tage ihren Verpflichtungen in Deutschland pünktlich nachgekommen j ist“...! Dimitroff antwortete auf Görings Entgleisung: „Diese politische Ueberzeugung regiert die Sowjetunion; das grösste und beste Land der Welt, mit dem Deutschland in wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen steht und durch dessen Bestellungen Hunderttausende deutsche Arbeiter Arbeit bekommen haben. Ist das be kannt?“ — Göring: „Ich will Ihnen sagen, was im deutschen Volk bekannt ist. Bekannt ist dem deutlichen Volk, dass Sie sich hier unverschämt benehmen, dass Sie hierher gelaufen sind, um den Reichstag anzustecken. Sie sind in meinen Augen ein Gauner, der direkt an den Galgen gehört“. — Senatspräsfdent Bünger: „Dimitroff, ich habe Ihnen bereit« gesagt, dass Sie hier Schliessung einer Synagoge New York. — Wie aus glaubwürdigen Nachrichten hervorgeht, ist in der ukrainischen Stadt Tschernowitz, in der zwischen 40.000 und 50.000 Juden ieben, noch eine einzige Synagoge offen. Allerdings haben die Kommunisten eine flammende Propaganda entfesselt, um auch das letzte jüdische Gotteshaus zu schliessen. Berichte über diesen Fall erschienen schon in der vergangenen Woche in der Presse. Sie wurden von einer Monatsschrift des Atheisten-Verbandes in Umlauf gesetzt. Dort hiess es, dass die letzte Synago. ge in Tschernowitz „auf Ersuchen von 3.000 Atheisten, einschliesslich Juden“, geschlossen w'urde. Die letzten Informationen besagen, dass die Be hörden von Tschernowitz in Wirklichkeit „noch keinen Be.ichluss gefasst haben.“ Die Grosse Synagoge dieser Stadt ist im Jahre 1959 geschlossen worden. Eine zweite in der Russky Strasse gelegene Synagoge wurde 1961 geschlossen und später al« Volksschule benutzt. Hiesige sachverständige Beobachter glauben, die falsche Nachricht, die von den Atheisten lanz'ert wurde, sei der Auftakt zur Schliessung dieser letzten Synagoge. Der gleichen Taktik bedienten «ich die Kommunisten, als sie im vergangenen November die Schliessung der letzten Synagoge von Lemberg ver- Die Maertyrer aas Belgien Zwischen d)m 4. August 1942 und dem 31. Juli 1944 wurden in 26 Transporten aus dem belgischen SammeL Lager von Mecheln 25.4-10 Juden in die hitlerdeutschen Todeslager des Ostens deportiert. Von diesen 25.440 Opfern waren 10.832 Männer, 9.9->7 Frauen und 4.363 Kinder. Von 25.440 Deportierten «ind 1.196, also knapp 4 Prozent, zurückgekommen. Was die unschuldigsten der Unschuldigen anging, die Kinder, so kamen nur 39 zurück, d. h. weniger als 1 Prozent... Diesen unvergessenen Opfern der Nazi-Barbarei wird im brüsseler Stadtteil Anderiecht, der am dichtesten von Juden besiedelt war, ein nationales Erinnerungumal errichtet werden, das im April 1964 feierlich eingeweiht werden soll. Die Initiative zu diesem nationalen Erinnerungsmal geht von der „Union der jüdischen Deportierten“ in Beigien aus. ¡ Diese „Union“ vereinigt die wenigen Ueberlebendeu, j die dem schaurigen Gemetzel entronnen sind. Eine Kam-! pagne wird 1963 in ganz Belgien unternommen, um die! gesamte Judenheit des Lande« mi tdem Bau dieses Er.! innerungsmals zu verbinden, das späteren Geschlechtern eine ewige Mahnung sein soll. Das vorbereitende Comité erklärt, dass die Erinnerung an die Märtyrer wach gehalten werden müsee, nicht aus Gründen des Hasses und der Rache, sondern vor allem, um an die stete Wachsamkeit der Menschen zu appellieren, um zur rechten Zeit den ersten Symptomen eines aufkommenden Regimes entgegen zu treten, „die ein Volk und seinen Staat in ein irrsinniges Monster verwandeln.“ Das Erinnerungiimal wird eine riesige Pergamentrolle enthalten, auf der die Namen der 25.440 Verschollenen eingraviert sein werden. Eine Urne mit der Asche der Heimgeführten von Auschwitz wird in das Memorial eingemauert werden. Das Comité der Förderer des Erinnerungsmals hat an seiner Spitze die Königin Eiisabeth von Belgien und zählt unter seinen Mitgliedern die prominentesten Namen der belgischen Politik, Wissenschaft und Kirche. Neben dem Primat von Belgien, dem Kardinal Suenens, Bischof von Mecheln, dem Präsidenten der Föderation der protestantischen Kirchen in Belgien, Nahieu, und dem Präsidenten des israelitiiichen Konsistoriums in Belgien, Philippson, gehören u. a. der Senatspräsident Struye, Israels Gesandter Najar, der Erziehungsminister Larock, die ehemaligen Minister Basyn, Vanaudenhove und Terfve. Staatßminister Rolin, der ehemalige Premierminister Eyskens, die Präsidenten der Nationalen Konföderation der belgischen politischen Gefangenen und der. Nationalen Föderation der ehemaligen belgischen Frontkämpfer, sowie der Rektor der Universität von Gent, Bouckaert, dem Comité an. General-Leutnant Yvan Gérard, einer der Chefs der belgischen Resistance, i«t ebenfalls Mitglied. Der bedeutende Bildhauer Nat Neujean aus Antwerpen arbeitet bereits seit zweieinhalb Jahren an den iebensgrossen Figurengruppen, die das Erinnerungsmal schmücken werden und die die unaussprechlichen Leiden des Todesgangs der 25.440 Opfer versinnbildlichen, sollen. Er hat bereits mehr als 30 Projekte ausgearbeitet. „Dies Werk“, so hat er jüngst erklärt, „beschäftigt mich-seit vielen Jahren, genauer gesagt, seit dem Ende des Krieges. Ich will nichts Theatralisches schaffen, kein Melodrama. Ich will Gefühle ausdrücken, die in ihrer schauerlichen Vision die normalen menschlichen Begriffe übersteigen.“ Ein UCberlebender von Auschwitz, eine« von den damaligen 39 Kindern, die zurückgekommen «ind, sagte: „Dieses Monument wird für uns, die Waisen, das Grab unserer Eltern sein...“ KURT KAISER-BLUETH i keine kommunistischen Propaganda zu betreiben haben. Sie dürfen sich dann nicht wunc|ern, wenn der Zeuge derartig aufbraust. Ich untersage Ihnen diese Propaganda aufs strengste. Sie haben rein sachliche Fragen zu stellen.“ — Dimitroff: „Ich bin sehr zufrieden mit der Antwort des Herrn Ministerpräsidenten.“ — Göring: „Hinaus, Sie Strolch! Hinaus!“ Dimitroff: „Sie haben wohl Angst vor meinen Fragen, Herr Ministerpräsident?“ Göring: „Hinaus mit Ihnen, Sie Gauner!“ Dimitroff (während er von den Beamten unter grossem Tumult herausgezerrt wird); „Sie haben wohl Angst, Herr Ministerpräsident? ... Sie haben wohl Anget?... Haben Sie Angst, Herr Ministerpräsident?... “ — VIII. Wenige Monate später ergeht das Urteil. Lubbe wird zum Tode verurteilt, als einer der Täter, wie es ausdrücklich heisst. Die anderen Angeklagten werden freigesprochen. Wer die anderen Täter sind, konnte da« Gericht nicht feststellen. Lubbe wird hingerichtet; er hat über seine Mittäter oder Auftraggeber nicht gesprochen. Aber die Frage nach den Hintermännern des Reichstagsbrandes ist bis heute nicht verstummt. Es i«t sogar interessant, dass man nicht müde geworden ist, die vielen Zweifelsfragen zu untersuchen, die mit dieser ersten grossen Nazi- Affäre Zusammenhängen. Im Grunde genommen sind in den Jahren der nazistischen Herrschaft unzählige, weit schwerere Verbrechen begangen worden ai« die Brandlegung am deutschen Reichstag. Dennoch hat keines, selbst nicht die schrecklichen Massenmorde, den späteren Historikern so viele Rätsel aufgegeben. Die Nazis selbst haben alles getan, den tiefen Schleier immer durchsichtiger zu machen. Sie haben alle, die irgendwie mit diesem Verbrechen im Zusammenhang standen, liquidiert. Hierüber äussert sich Gisevius sehr ausführlich, der in der entscheidenden Zeit jurietischer Referent der Gestapo war und als deren Beobachter am Reichstagsbrandprozess in Leipzig teilgenommen hatte. Für Gisevius jedenfalls besteht kein Zweifel. das« es die Nazis selbst gewesen sind, die dieses Verbrechen verübten. — Auch der erste Chef der Gestapo, Rudolf Diels, hat die Nazizeit überlebt und ein Buch „Lucifer ante portas“ geschrieben, in weL ehern er Uber alle die Vorgänge berichtet, die sich im Jahre 1933 abgespielt haben, in dem er zugleich «eine eigene Position verteidigt. Es ist Tatsache, dass er schliesslich selbst ein Gefangener der Gestapo war. die ihn verhaftete und in einem Keller des Ge,it apo-Gebäu~ des in der Prinz Albrecht- Strasse zu Berlin gefangen setzte, in welchem er 11 Jahre zuvor seine Laufbahn begonnen hatte. Beim Reichstagsbrand war er ebenfalls dabei. Seine langatmigen Schilderungen gestatten auch kein klares Bild. Göring habe ihm im (Schluss auf Seite 21 » W » fc . V“.“- H , ► t .

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.