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Jüdische Wochenschau · 1963-03-01 · 2001 (1.3.1963) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2001 (1.3.1963)
Date
1963-03-01
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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1 ».4 K UN n Legendenbildung äSei> enthüllt , Arl»it VM dichocoemheiiig. ^UScllUJigfjj 1 Md Mist )en Verspro. m die Nazis lieferten Ju. D der deut- >ht besetzten verschiebe. ¡Dteillej um 1 so leichter gen zu Midie phartaabenteuernungen wie iger. Aus- Heimschafrzugsjuden, erikajudei, isfinajuden. ingebofsju-!h wertvol- ^pelstaatler in. Fast alrdet, aber e getäuscht, Hingen ge- 1 iander verigt und der erbliebenen Solidarität, aus den folbs und •öffentlichklar entrgende ist trt, Menen, so klar zeigt worbruar 1M> in Bergen » aus den ¡tiationslasich ihn«” alliierten ytas nicht ie dazuf rg und die Mitte), w" undnieistens bereits todkranken Menschen unterzubringen. Als die Briten am 15. April das Lager übernahmen, lan den sie allerdings Berge von Rote-Kreuz-Paketsn, Medikamenten und Deeken in wohlverschlossenen Lagerräumen. KEINE REHABILITIERUNG Kolb ist mit grosser Genauigkeit der Frage nachgegangen, wer die Verantwortung für die Zustände in Bergen Belsen trägt, an denen vom Januar bis zum 15. April 36.000 bis 37.000 Menschen zugrunde gegangen sind, und an deren Nachwirkungen auch unter dem Regiment der Engländer bi« Ende Juni noch weitere 14.000 starben. Er kommt dabei zu dem Schluss, dass nicht den Lagerkommandanten Kramer allein die Schuld trifft, obwohl er viele Taufende Menschen hätte retten können, deren Tod keineswegs „geplant“ war. „ _ (KALENDER) 5. Adar 6. Adar 2- XXV 1 — XXVII 18 L'MA.^v 26 , Konf* März März M«rz VI — 13 7. 8. Rester März ). März 1 Adar Adar 9. Adar 10. Adar 11. Adar 12. Adar 13. Adar B M XXVII 20 — XXX 10 5. B. M. XXV. 17—19 XV 2 — 34 lara März M m SCHI'* o Mär* 3 ,14. tf*0 PURIM 14. Adar 15. Adar 16. Adar 17. Adar 18. Adar Entscheidend ist die völlige Desorganisation in der obersten Leitung der Konzentrationslager, die im Wirtschaftsverwaitungs - Hauptamt der SS in Oranienburg unter dem SS-Obergruppen führer Pohl (1951 hingerichtet) und dem SS-Gruppenfübrer Glücks (1945 verschwunden) sowie seinem Stellvertreter SS-Standartenführer Maurer herrschte. Damit soll, wie er betont, nicht nachträglich der Lagerkommandant Kramer rehabilitiert werden, aber „trotzdem ist der Versuch einer Klärung dieses Problem-Komplexes notwendig, um einer Legendenbildung entgegenzutreten (zu der im Prozess gegen das Wirtschaftsverwaltungs - Hauptamt der SS der Ansatz geschaffen wurde), und um zu verhindern, dass die Frage nach der historischen Verantwortung für die Durchführung der Evakuierungstransporte stillschweigend zu den Akten gelegt wird. OFFIZIELLE COLON-SAISON' 1963 Spät, aber doch liegt nun endlich der Winterspielplan für dieses Jahr vor. Begriissenswerterweise haben sich die Eintrittspreise gegenüber der vergangenen Saison nicht verteuert, trotzdem sich inzwischen der Peso um 50 Prozent entwertet hat. Im April besucht uns auf zwei Wochen das „Badet du 20ième Siècle“ aus Brüssel. Die offizielle SpieLeit wird mit der Erstaufführung in katalanischer Sprache von „La Atlantida“ von Manuel de Falla (posthum) am 3. Mai eröffnet. Insgesamt 16 Programme werden genannt. Verdi ist mit „Otello“, „Troubadour“, „Falstaff“ und dem Requiem vertreten Puccini mit ,>Boheme“ und dem Triptychon („Gianni Schichi“, „II Tabarro“ und „Suor Angelica”). In der französischen Saison ist „Carmen“ und „Samson et Dalila“ programmiert. Die beiden Staatsfeiertage — 25 de Mayo ui>3 9 de Julio) — werden mit dem Ballett „Schwanensee“ von Tschaikowsky (in der vollständigen. 4aktigen Version) und Juan José Castros Oper „La Zapatera Prodigiosa“ begangen. Die deutsche Spielzeit, in deren Leitung sich die Dirigenten Hans Schmidt Isserstedt und Ferdinand Leitner und die Walter Z. Laqueur: Jugendbewegung. — ln einem ausführlichen Artikel, erschienen in AJRlnformation in London von Dezember 1962 nimmt Menachem Gerson Stellung zu einem neuen Buch von Walter Z. Laqueur: Young Germany, Routledge & Kegan Paul, London 1962. Zur Personalfrage: Menachem Gerson ist vielen früheren Angehörigen der deutsch-jüdischen Jugendbewegung als Hermann Gerson, führend in den „Kameraden“ und „Werkleuten“, wohl bekannt; er lebt heut« im Kibbuz Hasorea, nicht allzu weit von Haifa. Durch eigene Erfahrung und Sonderstudium ist er zweifellos Fachmann für die in dem Büchlein von Laqueur behandelten Fragen. Der Autor selbst stammt ebenfalls aus dem deutsch-jüdischen Kreis und brachte ebenfalls mehrere Jahre in einem Kibbuz zu. Beide haben also Anspruch auf unsere Aufmerksamkeit. Ueber die Jugendbewegung zu schreiben, ist kei. nesfalls einfach, weil es ausserordentlich wenig Mate rial darüber gibt; das Verdienst Laqueurs liegt zunächst unbestreitbar in der Tatsache, dass hier die erste Geschichte der deutschen Jugendbewegung in englischer Sprache vorliegt. Die meisten Berichte über die Bewegung, ihre Motive. ' Geschichte und Ziele, sind aus Eigenerfahrung subjek tiv gefärbt; Laqueur befleissigt sich einer vorbildlichen Unparteilichkeit. Gerson sagt: „Die Geschichte des Wandervogels NEUE BUECHER wird in genauer und ausführlicher Weise wiederge geben, auf dem Hintergrund einer gesättigten deutschen Bourgeoisie, die ihren Söhnen und Töchtern wenig Führung angedeihen lassen konnte. Der Wandervogel war keine politische Bewegung. Er suchte einen Wechsel in der menschlichen Beziehung, und es gibt keinen Grund dafür anzunehmen, dass dieser durch einen Wechsel des politischen ©der sozialen Systems hätte er reicht werden können... Der Wandervogel zeigt die andere Form des Protestes gegen die Gesellschaft: Romantik“. Nun wissen wir sehr wohl, dass Romantik, so weltfremd und weitabgewendet sie sich gebärdet, des öfte ren Konsequenzen in durchaus aktuell politischen Fragen haben kann. Im allgemeinen pflegt man gerade jene literarisch - künstlerische Bewegung der ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts, die man in Deutschland „Romantik“ nennt, als den geistigen Nährboden des späteren Nationalismus und Militarismus Preussens zu bezeichnen. Durch Heldenverehrung. Verklärung früherer Zeiten und den Wunsch einer grundlegenden Reform aller Dinge kann Romantik diese spezifischen Folgen haben. Wir erinnern uns noch gut eines „jugendbeweglen“ Liedes mit den Zeilen: „Die ganze Welt muss neugeboren werden, neugebor’n die ganze Welt, dazu sind wir bestellt — Gioria!” So haben denn auch weite Kreise in der deutschen Jugendbewegung, von der die jüdische wenigstens teilwei se ein kaum zu trennendes Stück ist, einen Vorläufer der nazistischen Bewegung ln Deutschland sehen wollen. Es ist interessant festzusteilen, dass sowohl Gerson wie Laqueur nicht dieser Meinung sind. Gerson zitiert als stärkstes Argument dagegen die Tat Sache, dass die Nazis nichts Eiligeres zu tun hatten, als. die deutsche Jugendbewegung so schnell wie möglich zu liquidieren. Er leugnet nicht, dass weite Kreise der deutschen Jugendbewegung antisemitisch waren, aber er meint, ihr Einfluss sei irrelevant gewesen, da es niemals zwischen den einzelnen Bünden und Gemeinschaften eine einheitliche Ideologie gegeben habe. Laqueur sagt zu diesem Punkt: „Die. Jugendbewegung appellierte nicht an den Masseninstinkt oder entwickelte eine eigene Ideologie, weil sie die Aussichten für ein besseres Deutschland nicht im Rahmen politischer Aktionen sah. sondern als Folge der Erziehung einer neuen Elite aus den Reihen der Jugend selbst.“ An einer anderen Stelle heisst es: „Sie wirkte als starkes Gegenmittel gegen die Selbstsüchtigkeit; weder Elternhaus noch Schule konnten Jungen und Mädchen eines gewissen Alters die innere Disziplin und Kameradschaft geben, die die Jugendbewegung von jedem ihrer Mitglieder erwartete.“ In diesem Zusammenhang ist es interessant festzustellen, dass ein ehemaliger Führer der Jugendbewegung im Jahre 1954 zu diesem Thema folgendes äusserte: „Es ist völlig ausgeschlossen. sich jemand als Kommandant von Auschwitz oder einen GPU-Menschenjäger vorzustellen, der einmal auch nur das geringste vom Ethos der Jugendbewegung gespürt hat.“ Gerson . fasst die Bedeutung der Jugendbewegung in drei Punkten zusammen, die sich etwa so wiedergeben lassen; 1. ) Die Jugendbewegung entdeckte den Eigenwert einer entscheidenden Lefeensepoche, eben der Jugnd, nicht als Uebergangsstadium zum Erwacbsensein, sondern als „Der Menschheit ewige Chance zum Glück“ (Buber). In dieser Beziehung hatte sie grossen Einfluss auf die Reform der Erziehung und des Schulwesens (Wyneken). 2. ) Dies liess sieh nur auf Basis der Gruppenbildung mit jugendlichem Leiter durchführen. Diese Gruppenbildung (der wir heute noch nachstreben) ist das Hauptverdienst der Jugendbewegung. Sie brachte dem Jugendlichen Charakterbildung und intellektuelle Schulung, die ihm kein anderer Organismus geben konnte. 3. ) Selbstverständlich gibt es Schwierigkeiten auf sexuellem Gebiet, aber die grosse Entdeckung der Jugendbewegung bleibt beste hen: Jungen und Mädchen sind nicht nur sexuelle Partner, sondern können gute Kameradschaft halten. Vor 60 Jahren war dies eine revolutionäre Erkenntnis. Noch heute begreifen dies nicht al- Musik in Buenos Aires Regisseure Hane Hartleb und Ernst Poeitgen teilen — leizerer inszeniert ebenfalls „Otello“ und „Troubadour“ — bringt als argentinische Erstaufführung Mozarts „Idomeneo“, sowie „Don Giovanni“, „Tristan und Isolde“ (Wagner) und „Jenufa“ (Janacek). Am 12. November dirigiert Karl Richter die Bachsche „Matthäue-Passion“ und später ein Symphoniekonzert mit dem Colön-Orchester und dessen Chor unter Tullio Born, die (unter Direktion von. Fernando Previtaii) auch im Verdi Requiem mitwirken. Das Philharmonische Orchester absolviert einen Konzert-Zyklus (Juni - Juli) unter Istvan Kertesz und Rafael Fftihbeck de Burgos. Weitere Dirigenten sind: Andres Vandernoot, Roberto Kineky. Berislav Klobucar, Pierre Dervaux und Bruno Bartoletti; Regisseure ferner: Louis Erlo, Dino Yannopoulos. Namhafte Sänger, z. T. neu für das Cclön. treten auf: Victoria de los Angeles, Jon Vickers, Quilico, Lia Montoya, Biserka Cvejik, Fernandi. Mattieilo, Algorta. Feiler, Narke, Sofia Bandin, Cossutta. Oralia Dominguez, Mirtha Garbarini, Giuseppe Taddei, Sasooia, Amy Shuard, Rita Gorr. Ottolini, MacNeil, Ferruccio Mazzoli, Ilva Ligabüe, Mi- ]e. Dennoch war es der Beginn neuer Beziehungen der Geschlechter auf sozialem, kulturellem und erotischem Geniet. Ohne in Einzelheiten zu verfallen, dürfen wir sagen, dass sowohl das Buch von Laqueur wie die Rezension von Hermann Gerson ausserordentlich interessant und für Erzieher. Jugendlei. ter und Eltern eine Quelle der Reflexion auf die Erziehung unserer Kinder sind. i Günther Balliu Bibelfilm im Mittleren Osten Federico Fellini, der „La dolce vita“ gedreht hat, wird die Sintflut zum Vorwurf eines Films machen, den er in Rom. Transjordanien, Aegypten und Israel drehen wird. .rella Freni, Gerarid Evans, ’Eberhard Wächter. Luis Alva, Elisabeth Grümmer. Franz Crass, Vilma Lipp, Waldemar Kmentt, Gladys Kuchta, Grace Hoffman. Hans Beirer, Carlos Alexander, Jutta Meyfahrt u. a. Choreographen: Antony Tu dor und Jack Carter. Dazu kommt noch das bei dem Komponisten - Wettbewerb kürzlich preisgekrönte Ballett „El Porquerizo del Preisa ussch re iben Rey“ von Carlc.3 Enrique Veerhoif. das laut den vorgeschi iehenen Bedingungen noch im selben Jahr urauf- .ulühren ist. U. a. werden folgende Soosten und Instrumentalvereinigungen in Konzerten oder Rezitalen auftreten: Israelisches Kamnvtrorchester, Nicanor Zabaleta, Jaime Laredo, Alfred Brendel, Tila und John Montes, Alicia de Larocha, Ivonne Loriot, Rudolf Firkusny, Hen< ry Szerink, Salvatore Accardo, Trio de Trieste vow. c-n j Visite Israel” « Mmm. mm fsm * : ► ' * : * ilfpi&fllf /■*! Bfn ersten Preis in dem Wettbewerb „Visite Israel“, der während der gleichnamigen Woche unter dem Protektorat des staatlichen israelischen Büros für Tourismus in Mar del Plata veranstaltet wurde, ist von der Jury einem Plakat der VIAJES BIPI ERMANN erteilt worden. Die Ausstellung der zahlreichen eingesandten Arbeiten fand grosses Interesse beim Publikum. Das preisgekrönte Plakat stammt von dem bekannten Zeichner Jorge Rossi, der es im Auftrag des genannten Reisebüros ausführte. Das TI venia ist ein archäologisches Motiv und zeigt das Portal einer 25 Jahrhunderte alten Synagoge. ¡ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL i Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE Vom 4. Naerz bis 22. Maerc BUER0STUNDEN: B naechste Woche: Dienstag, Mittwoch und Freitag von 16—II Uhr Dr. Günter Brey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS jj Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltern gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. ★ PUEYRRED0N 2190 esq Av. LAS HERAS — T. E. 83-2613

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