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Jüdische Wochenschau · 1963-02-22 · 2000 (22.2.1963) · p. [Seite 7]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2000 (22.2.1963)
Date
1963-02-22
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Viernes, 22 de Febrero de 1963 SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2000 — 7 Ereignisse der Woche Dem Andenken Lord Herbert Samuels Einladung nach Deutschland Von der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Buenos Aires wurde dem Herausgeber der Jüdischen Wochenschau, Herrn Dr. - Hardi Swarsensky, eine Einladung des Presse und In, lormationsamtes in Bonn im Aufträge der Bundesregierung zu einer Besuchs- und Studienreise nach Deutschland übermittelt. Im Rahmen dieser Studienreise wird Dr. Swarsensky, der bekanntlich auch der Exekutive des Jüdischen Weltkongresses angehört, sich insbesondere mit denjenigen Fragen beschäftigen, die sich auf die Stellung der Bundesrepublik zu Israel, die Lage der Juden in Deutschland, die Probleme der Wiedergutmachung und die Kriegsverbrecher-Prozesse beziehen. Die Reise soll Anfang März angetreten werden. Neue Attentate In den letzten Wochen wurde eine Reihe von jüdischen Schulen und anderen Institutionen in verschiedenen Provinzen der Republik Opfer von Attentaten, die offensichtlich von Mitgliedern der Tacuara ausgeführt worden sind. In Ra mos Mejia wurde eine jüdische Institution, das Centro Cullural y Deportivo Israelita „Ramos Mejia“, von Angehörigen der Tacuara angegriffen, die einen Ueberfall mit Teer bomben und Steinen durchführten, bei dem bedauerlicherweise einige der Mitglieder dieser jüdischen Organisation verletzt wurden. Der Präsident der Vereinigung wurde verschiedentlich telefonisch bedroht. Der Vorstand der Institution erstattete Anzeizeige von diesem Vorfall bei dem zuständigen Polizeikommissariat. Waffenlager gefunden Wie mitgeteilt wurde, ist vor wenigen Tagen in einem Hause der Ortschaft San Martin ein umfangreiches Waffenlager von der Polizei entdeckt worden, die einen 30jährigen Medizinstudenten verhaftete. Der „Student“ erklärte, er sei der Führer der Tacuara-Milizen. Die ge fundenen Waffen würden der Tacuara gehören. Es kst schon an der Zeit, Trauerfeier des Jad Waschern Jerusalem. — Der Jad Waschern veranstaltete eine Gedenkfeier für die 2. Weltkrieg um gekommenen ungarischen Juden. Der Veranstaltung wohnten tausend Menschen bei, zumeist ehemalige ungarische Juden. Dr. Otto Komlus, Professor der Bar Ilan-Univensität, und Salomon Mihau, ehemals Präsident der ungarischen Zionistischen Organisation, hielten Ansprachen, in denen sie die ungarischen Behörden aufforderten, aus humanitären Gründen den Ueberlebenden zu gestatten, sich mit ihren Familien in Israel zu vereinigen. Den Vonsitz bei dieser Trauerfeier führte der frühere Israel-Botschafter in Argentinien. Dr. Arie L. Kubovy, der heutig« Präsident des Jad Waschern. (ITA) dass energische Massnahmen gegen diese Bürgerkriegsorganisation getroffen werden, deren Treiben immer unangenehmere Formen annimmt. L. I. F. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich keine neue jüdische Organisation, sondern der Name bedeutet „Liga Israelita de Football“, in der alle Gemeinden und Vereine, die Sport betreiben, organisiert sind. Durch den Erfolg der beiden vorjährigen Fusstoall- Turniere ermutigt und auf Wunsch weitester Kreise — die über die Grenzen unseres Sektors hinausgehen — kam es zur Gründung dieser Liga, welche sich zwei grosse Ziele gesteckt hat: 1) Die Erfassung der jüdischen Jugend von Buenos Aires durch den Sport, was wohl in der Welt, in der wir leben, mehr als eine Notwendigkeit darßteilt; 2) Die Schaffung eines jüdischen Sportplatzes. Bisher wurden die Vorarbeiten — auf eigene Initiative — von einer Handvoll begeisterter Sport-Enthusiasten geleistet, die äuch im Vorjahr die erfolgreichen Fussball - Turniere durchführten; aber noch ist viel zu tun und so ergeht heute der Aufruf an alle Kreise, ißebesondere die früheren Sportler, aktiv an der Erreichung der genannlen Ziele mitzuarbeiten. LIF sucht auch 1.000 “socios protectores“, die mittels eines finanziellen Beitrages sich das Recht sichern, das kom mende Fussball - Turnier (Beginn; 17. März) unentgeltlich besuchen zu können Einstweilen haben sich 16 Mannschaften eingeschrieben und so verspricht diese erste jüdische Meisterschaft sehr interessant zu werden. Schon die Teilnahme so vie ler Mannschaften ,aus allen Sektoren, stellt einen Erfolg der Organisatoren dar, die andererseits hoffen, auch die weitgehendste Unterstützung des jüdischen Publikums zu finden. Als Auftakt der Saison findet am 3. März ein „torneo cuadrangular“ zwischen ACIBA, Bet Israel, CIB und NCI statt. Weitere Einzelheiten werden an dieser Stelle fortlau fend berichtet werden; inzwischen können Anfragen und Teilnahme-Erklärungen an die Adresse der LIF, Amenabar 2972 gerichtet werden. Lord Herbert Samuel ¡-oder, wie er sich seit einer i Reihe von Jahren nennen ’ durfte, „Viscount of Samuj el“, der im 93. Jahre seines arbeitsreichen Lebens dahingegangen ist, konnte auf eine sehr lange politische Karriere zurückbiicken. Schon früh war er für die damals bedeutende Liberale Partei Grossbritanniens ins Unterhaus und zu hohem Ansehen im parlamentarischen Leben gelangt. Dem liberalen Kriegskabinett von David Lloyd George gehörte er in den Jahren 1916 und 1917als Innenminister an, und in dieoer Eigenschaft nahm er günstigen Einfluss auf die Verhandlungen jener Epoche zwischen der Regierung und der von Weizmann und Sokolow geführten zionistischen Leitung um die künftige Gestaltung von Erez Is rael, die bekanntlich zur historischen „Balfour-Deklaration“ vom 2. November 1917 führten. Kein Geringerer als Weizmann lobt in seinen Erinnerungen Sir Herberts be tont jüd'ßche Haltung und sein tiefes Interesse am jüdischen Palästinaaufbau. England hatte die zionistische Anregung, Herbert Samuel zum ersten „High Commissioner“ zu ernennen, wohlwollend aufgenommen und ihn damit betraut, am 1. Juli 1920 die Zivilverwaltung im Heiligen Land zu übernehmen. Diese Aufgabe war zweifellos 6ehr schwierig; galt es doch, die politische Führung in einem Lande auszuüben, das nur eine kleine jüdische Minderheit besass. auf dessen Boden jedoch ein „Jüdiseheß Nationalheim“ errichtet werden sollte, welches zwei Jahre später dem Völkerbund unterstellt wurde. Mit Enthusiasmus begrüsste die gesamte jüdische storische Wahrheit darf nicht unausgesprochen bleiben — die praktische Durchführung der „Gleichgewichts-Politik“ in den meisten Fällen der jüdischen Sache zum Nachteil. Der von den edelsten Motiven geleitete „Hohe Kommissar“ liees häufig die Araber allzudeutlich fühlen, dass die Regierung Seiner | Herbert Samuel war Jude genug, um die Wichtigkeit ' oder Einmaligkeit ßeiner Position zu verstehen, wobei er darauf bedacht war. Grossbritanniens Prestige zu wah ren. Er selbst litt darunter, dass er in gewissen Augenblicken die jüdischen Interessen hinter englische Staatsir.teressen zurückstellen zu Majestät um sie werbe, und dass sich die jüdische Einwanderung im bescheidenen Rahmen halten und am Gesamtcharakter des Landes kaum etwas ändern würde. In der Aera Samuel nahm die späterhin so verhängnisvoll gewordene britische Paj lästinapolitik ihren Anfang.! Der erste harte Schlag gej gen die Juden war die von ie aie gesamte juaisen» I nac*1 <^liL?ra')ischen Welt den jüdisch-britischen : Unruhen von 1921 verfugte müssen glaubte. Der Jij schuw von Erez Israel, trotz | mancher bitteren Enttäu-; j schung, verehrte ihn, der i j sofort nach Regierungsan-;! tritt die Sabbatruhe für die! Administration einführte und! selbst an allen jüdischen; Festen den einstündigen I Weg zur Altstadt von Jeru-! salem in eine Synagoge zu I Fuss zurücklegte, um die Tradition zu respektieren und dem Volke ein Beispiel zu geben. Auch nach seinem Rücktritt widmete er weiterhin viel Interesse der nationalen Sache ßeines Volkes; er besuchte das Land wiederholt und nahm im Jahre 1929 an der Gründungsversammlung der „Erweiterten Jewish Agency“ in Zürich teil. Im Jahre 1926 war Sir Herbert Staatskommissar für den Ausgleich im englischen Bergarbeiterstreik, 1931 abermals Innenminister. Der zum „Lord“ Erhobene wechselte dann ins Oberhaus hinüber, behielt jedoch noch lange die Führung der immer mehr zusammenschmelzenden Liberalen Partei in seinen Händen. Sein Ansehen in Grossbritannien bei Juden und Niebtjuden war gross und seine jüdische Aktivität auf vielen Gebieten bedeutend. Gattin und Schwiegertochter waren bezw. ßind vorbildliche Beispiele für jüdischzionistische (WIZO) und jüdisch - humanitäre Arbeit. Lord Samuels Londoner Heim galt als Stätte gepflegter Geselligkeit und erlesener Kultur. Vielleicht verdankt die jüdische Welt diesem Manne j noch weit mehr als immer! erkennbar war. Es war ein j erfüllten Leben im Dienste! des Judentums und seines Geburtslandes; beiden gehörte seine ganze Liebe und Treue. Die zionistische Bewegung vor allem wird Lord Samuel nie vergessen, dass er an ßie geglaubt hat, in guten und bösen Tagen. CURT WILK Staatsmann, der für fünf Jahre im Regierungspalast auf dem Oelberg bei Jerusalem als die höchst» Autorität von Erez Israel zu wirken hatte. Mit Eifer wandte sich Sir Herbert jener „doppelten Verpflichtung“ zu, wie er dieß zu formulieren pflegte, einerseits, im Geiste der ,.Balfour - Deklaration“ die jüdisch-nationale Heimstätte zu fördern und andererseits die Rechte und Interessen der niehtjüdischen Bevölkerungsmehrheit zu schützen. Bei allem ehrlichen und treuen Bemühen, die jüdischen Hoffnungen mit den arabischen Wünschen in Uebereinstimmung zu bringen gereichte doch — diese hi- Einwanderungssperre, diunvereinbar mit den feierlichen Versprechungen geweßen ist. Dennoch sind in dem Jahrfünft seiner Regie-! rung, 1920—25, dis ersten I Grundlagen des künftigen | Judenstaates geschaffen, I sind kolonisatorische und verwaltungstechnische Massnahmen von Bedeutung getroffen worden. Am Sonntag, den 17. Februar, verschied unsere geliebte Mutter, Grossmutter, Schwiegermutter und Tante, Frau LEA MANDEL DE STERN Im Namen der trauernden Hinterbliebenen ABRAHAM STERN und Familie Buenos Airec, Rivadavia 3268 Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. JUDEN IN JEMEN Früher wohnten in Aden etwa 800 Juden. In den letz . ten Jahren hat sich ihre Zahl auf die Hälft« reduziert, und auch diese bereiten sich v«, nach England oder Israel zu fahren. Die reicheren Schichten sehen sich zufolge der wirtschaftlichen Depression nicht in der Lage, ihr Vermögen zu liquidieren, und die ärmeren Kreise sind der Auffassung, dans sie durch eine neue Verwaltung vielleicht Stellen bekommen könnten. In den letzten Jahren hat die jüngere Generation eine moderne Ausbildung genossen. Sie ist nicht mehr in die Berufe des Kleinhandels ihrer Väter gegangen. Sie ISRAEL - BRIEFMARKEN KM Vr1KIVEB VEHR AEPPKR — ALLE MEVAVSGA- BRR ZVM OFFIZIELLEM PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMORTE SW, I/B — Bm>, Ale««, Mp. JL:p«idM kann überall in der Welt ihr Auskommen finden. Die jüdische Schule hat die Hälfte der Schüler, die sie noch vor drei Jahren aufzuweisen hatte, verloren. In den gegenwärtigen Unruhen wurden Juden nicht belästigt, aber die früheren Erfahrungen waren bitter. In der neuen vorgeschlagenen Föderation gibt ee keine jüdischen Einwohner. Es ist allerdings fraglich, ob sie zustande kommt, da die Bevölkerung dagegen ist und der Vorschlag nur von der britischen Regierung unterstützt wird. Wenn es einmal in Aden zu Regierungswahlen kommen ßollte, so ist es sicher, dass keine Juden dort Piatz haben werden. Der Handel mit Israel ist beschränkt und nur durch Umgehungen möglich. Die Arbeiter und Angestellten weigern sich, israelische Produkte zu bearbeiten. In der jüdischen Gemeinde herrscht trotz aller Bedrohungen keine Einigkeit. Die Gemeinde hat keinen suveriäscigen Führer. Die Vereinigte Kampagne 1962 Campaña Unida pro Israel wird in wenigen Wochen abgeschlossen Wir biften alie Beisteuerer, fie bisher ihren Beitrag noch nicht geleistet haben, dies sofort zu tun. Ferner waeren wir dafür dankbar, wenn die Restzahlungen bis zum 10. Maerz geleistet werden würden. Zentra leuropaeisches Comité der Campaña Unida pro Israel Sarmiento 2376 3er p. T.E. 47-3820 5

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