Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 1998 (8.2.1963)
- Date
- 1963-02-08
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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von MESR F À ER BE R Wien, die Stadt der Ringstrasse und der Paläste, der Oper», der Theater und der Er innei ungen an die Zeit vor den Weltkriegen, da sie das Herz einer europäischen Grcssmacht war hat heute nicht nur ihre grosse Vergangenheit, die noch überall und in allem nachwirkt, sondern sie betont jetzt auch (bereits ihre Gegenwart und blickt als neutrale Brücke zwischen West und Ost und als internationale Konfe arenzstadt hoffnungsvoll in die Zukunft. Das ist der Eindruck, den man bei einem Besuch der Stadt gewinnt. deren Einwohnerzahl sich mit etwas über eineinhalb Millionen zwar zu stabilisieren scheint die sich aber baulich ausdehnt und erneuert. (Insgesamt hat Oesterreich etwa 7,5 Millio nen Einwohner.) Bei Mbdiing entsteht eine von Prof Roland Rainer »ach modernsten Städtebauprinzipien geplante Satellitenstadt: dem zunehmenden Verkehr wird die Autobahn als zentrale Verkehrsader gerecht: als nach 1955 der Flugverkehr intensiviert werden konnte, wurde in Schwechat binnen zweier Jahre ein prächtiger Flugplatz gebaut, der auch für die modernsten Düsenflugzeuge geeignet ist und einen mustergültigen Eindruck macht; vor ungefähr drei Jahren wurde die grosse Oefraffinerie in Betrieb genommen; kürzlich wurde der Atomreaktor für den Lehrbetrieb der Universität offiziell eröffnet, wo auch viele Ausländer darunter auch Israelis, studieren: in Aussenb?zirken der Stadt entstehen prächtige Wohnhausaniagen. deren Wohnungen zu günstigen Bedingungen abgegeben werden (wie e B. am Eisensladt platz); ein neues städtisches Somrnerbad (Laaerberg' wurde 1957—59 gebaut und schliesst sieh würdig einer grossen Reihe bereits länger bestehender öffentlicher und Freilicht-Bäder an usw. Selbst im Bau von Kirchen ist der moderne Zug, der sich nicht nur im Zweck baustil zeigt, zu bemerken. sondern auch in der funktionalen Planung. Sc bat der Sakoianer Orden die kürzlich nach Plänen von Arch. Kramreither errichtete Don Boscc-Kircbe mit einer Jugendherberge und mit mehreren Anlagen für Jugendbetreuung. Pflege verwahrloster Jugendlicher und ei nem Jugendheim verbunden. Nebenbei bemerkt umfasst die Schulpflicht in Oesterreich bisher nur acht Jahre (in Israel sind es jetzt bereits neun Jahre nämlich ein Jahr Kindergarten und acht Jahre Volksschule), aber man bereitet dort jetzt die Erweiterung auf das neunte Schuljahr vor. Als beispielgebend kann die Kövperbehinderten-Sehu Je im 18. Bezirk gelten, eine Sonderhaupt - Schule, von Überschuh at Wimmer ausgezeichnet geführt, in der die schwierigsten Erziehungsprobleme mit modernsten Methoden und ausserordentlich hingebungsvoller, geduldiger Arbeit überwunden werden. Das Leo Baeck - Institut sucht DOKUMENTE-URKUNDEN CHRONIKEN BILDER über die Geschichte des ehemaligen deutschen Judentums sammelt das LEO BAECK-INSTITUT PUBLIKATIONEN DES I KO BAECK INSTITUTES SCHRIFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J. C. ». MOHR (PAUL SIEBECK) TU EBING EN * YEAR BOOK VM I960 — VOM L.B.-INSTITUT HERAUSGEGEBEN: Bf THE EAST AND WEST LIBRARY, LONDON mit einer Fülle hervorragender Beiträge ln englischer und deutscher Sprache. <416 Seiten} WERDE AUCH DU MtTGEIED des Leo Baeck-Instituts Anmeldungen bei Herrn CURT W1LK, Moreno 2256, und bn Büro dec JUEDISCHEN WOCHENSCHAU, Pueyrred6n 2190, 1, ixq. (83/26190 DIE THEATER Natürlich sind Oper und Theater immer noch eine Haupt-Attraktion dej Donaustadt. ln der Staatscper hat te ich Gelegenheit, Wagners romantische Oper „Der Oie. gende Holländer“ in einer traditionell wirkenden Inszenierung von Adolf Rott zu hören. Andere Opern des jetzigen Spielplanes sind „Aida“, „Bajazzo“, „Cavalleria rusticana“, „Don Carlos“, „Elektra“, „Meistersinger“ „Rosenkava lier“, „Tosca“, TurandoF u. a. Im Burgtheater sah ich Calderons „Richter von Za. lamea“ in der Regie von Josef Gielen mit ausgezeichneter Besetzung, im Akademie Theater das exisienzialistische Stück „The Caretaker“ (Der Hausmeister) von dem englischen Dramatiker Harold Pinter, das zwar gut aufgefübrt wird, aber trotzdem enttäuscht. Dagegen hat eine Zusammenstellung von drei Einaktern „Jahrestage“ im Theater in der Josefstadt vollen Erfolg. In dieser Aufführung wird Arthur Schnitzler anlässlich seines 100. Geburtstages mit der Darstellung seines „Die letzten Masken“. Anton Wildgans anlässlich seines 30. Todestages durch die Aufführung seines „In Ewigkeit Amen' und Johann Nestroy anlässlich seines 100. Todestages durch seine Posse „Frühere Verhältnisse“ gefeiert. Im Volkstheater hatte ich Gelegenheit, Carl 4 Siernheims bürgerliches Lustspiel „Die Hose“ in ausgezeichneter Wiedergabe zu sehen. Das Burgtheater bereitet unter der bewährten Leitung von Ernst Häusermann für die Bregenzer Festspiele das Stück „Franziskus“ des Tel Aviver Autors Max Zweig vor und wird es dann in das Repertoire des Buigtheaters übernehmen. Erfreulich ist, dass eine Sammlung von Max Zweigs Theaterstücken kürzlich im Wiener Hans Deutsch Verlag in repräsentativer Ausstattung erschienen ist. Unter den Bühnenbildnern des Burgtheaters für die nächste Saison erscheint neben Oskar Kokoschka und Fritz Wotruba Jetzt auch der Name von Marc Chagall, doch ist der Vertrag mit ihm noch nicht fix abgeschlossen. DIE WIENER JUDEN Die Judenheit Wiens zählt bereits über zehntausend Seelen, Ist in einer wohlorjt»»isierlen Gemeinde eemmengefasst, die eine informative Monatsschrift „Die Gemeinde“ an alle ihr angeschlossenen Familien aussendet und auch sonst die verschiedenen traditio mellen Gemeinde-Institutionen wieder ausbaut und entwickelt. Während der Hohen Feiertage war die be kannte Synagoge in der Seitenstettengasse überfüllt und der Gottesdienst fand Mer wie in den anderen Betsälen in würdiger Form statt. Wie Oberrabbiner Dr. Elsenberg betont, nimmt in den letzten Jahren die Zahl Das Glasmuseum, das die Glassammiung des „Muse um Ha’aretz“ enthält, befindet sich in Ramat Aviv, einem modernen telaviver Wohnviertel, das an Te] Qasile grenzt, eine alte Hafenstadt. die von israelischen Archäologen entdeckt wurde. Das Museum selbst ist ein grünes Glashaus und liegt auf einem grünen Ra von NAOMI DOUDM' lung den Beitrag des östlichen Mittelmeergebiets zur Kunst der Glaserzeugung. Die Sammlung stellt die Lebensarbeit des verstorbener, Dr. Walter Moses, des Gründers des Museums Haaretz, dar, der nicht nur ein Kunstkenner und -Sammler Gebäuden, di« s? Sammlungen » und zusammen ei der alten Zivibs «steten Mittdfß bilden sollen. Abgesehen von < heit ®d Qualität d Jung zeichnet sich Die geblasenen „Gurgan- und senhiigel. Wie schon die äu. ssere Form und Lage anzeigen, enthält es in seinen Mauern eine Welt auserlesener Kostbarkeiten. Glaserzeugnisse aus vier Jahrtausenden sind in diesem Gebäude ausgestellt. Von pbönizisehen Perlen andern ersten Glas, das überhaupt hergestellt wurde, bis zu den bunten Vasen, die heute in Hebron geblasen werden, zeigt die Samm- ■Flaschen“ stammen aus 'dem 12.—1( lahrtundert wurden vor allem in Persien bergestdlt. war, sondern auch einer der Gründer der bekannten Jugendbewegung Blau-Weiss in Deutschland. Di. Moses hat seine letzten zwölf Lebensjahre dem Aulbau einer Reihe von Kunst- und archäologischen Sammlungen gewidmet, unter denen er die Glassammlung ani höchsten schätzte. Das Glasmuseum, das schon zu Dr. Moses’ Lebzeiten geplant war, ist das erste von vierzehn mwam dmch Ausstellung aus sten Gegenstän« aus dei phöniz Ein erlesener Fonn eines pla ddkopfes und glasierte Perle; Auhnerksambej Ei scheint, da gewissen Zeitp der Brit Mila- und der Bar- Mizwa-Feiern -ständig zu, und die Gemeinde wächst weiter. Der Jüdische National- Fonds (KKL) hat sich zu einem Zentrum zionistischer und jüdischer Aktivität in der Stadt entwickelt, organisiert von Zeit zu Zeit repräsentative Veranstaltungen, zu denen auch viele Nichtjuden, darunter führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, kommen, und anlässlich des 100 Geburtstages von Theodor Herz] wurde mit einer grossen Festakademie in der Wiener Volksoper die Aktion der Pflanzung des österreichischen Jerusalem- Waldes feierlich eröffnet. Auch in anderen Orten wie z. B. in Salzburg fand eine Grossveranstaltung im Rah- L U A C H (KALENDER) Sonnabend, den 9. Februar Fersehat BESCHALACH 2. B. M. Haftara Richter IV 4 15. Schwat XIII 17 — XVII 16 — V 31 TO BISCHWAT — NEUJAHRSFEST DER BAEUME Sonntag, den 10. Februar Montag, den 11. Februar Dienstag, den 12. Februar Mittwoch, den 13. Februar Donnerstag, den 14. Februar Freit**, den 15. Februar Sonnabend den 16. Februar Psrscbat Y1TRO 2. B. M. Haftara Yeshayahu VI 1 Sonntag, den 17 Februar Montag, den 18. Februar Dienstag, den 19. Februar Mittwoch, den 20. Februar Donnerstag, den 21. Februar Freitag, den 22, Februar XVIII — VII 16. Schwat 17. Schwat 18. Schwat 19. Schwat 20. Schwat 21. Schwal 22. Schwat î — XX 23 6, IX 5—6 23. Schwat 24. Schwat 25. Schwat 26. Schwat 27. Schwat 28. Schwat men dieser Aktion statt, zu der auch die christliche Oeffentliehkeif, Stadtverwaltungen usw. grosszügig beitrugen. Dem Protektorat der Aktion für den österreichischen Jerusalemwald des KKL gehören Kardinal-Erzbischof DDr. F. König, Landesbischof Dr. Gerhard May. die Altbundeskanzler Ing. J. Raab und Ing. L. Figl, Bundeskanzler Dr A. Gorbach, Nationalratspräsident Dr. A. Maleta, Vize kanzler DDr. B. Pittermann und viele andere bedeutende Persönlichkeiten an. Eine ganze Reihe jüdischer Organisationen, Institutionen und Vereine konnten wiedererrichtet oder neu gegründet werden und geben dem jüdischen Zusammenleben in Wien immer wieder neue Impulse, darunter natürlich auch die Wizo. Dem Staate Israel wird allgemein grösste Sympathie entgegengebraebt, und kürzlich hat sich — zum ersten Mal — Kardinal Erzbischof DDr. F. König vom israelischen Botschafter Nathan Pelled besuchen lassen und ihm einen Gegenbesuch abgestattet. Auch Prof. Dr. Kurf Schubert, der Vorsitzende des kalholisehen Akademikerverbandes Oester reiehs, wurde von hoher kirchlicher Seite in seiner Aktivität für die christlichjüdische Verständigung wiederholt ermuntert und nimmt auch sonst an allen Bestrebungen zur Pflege der Beziehungen zwischen Oesterreich und Israel regen Anteil. . .. - - ■ - Eilige it-' Wuç £ bei 1 pariii hat Ss? SS