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Jüdische Wochenschau · 1963-02-01 · 1997 (1.2.1963) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
1997 (1.2.1963)
Date
1963-02-01
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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SEMANA ISRAELI Año XXIV. — No. 1997 Das neue Staatsbudget für das Finanzjahr 1963, 64 wurde erstmals nicht nur nach rein fiskalischen Gesicntspunkten aufgestellt, wie das hier bisher üblich war. sondrern bewusst auf die Bedürfnisse der Wirtschaft ausgerichtet und zum Instrument der Durchführung der neuen Wirtschaftspolitik der Regierung, der Stabilisierung der Wirtschaft ge macht. Sah das Jahr 1962 die Schaffung einer neuen, gesünderen Basis für unsere Wirtschaft durch die Abwertung des Israel-Pfundes, so soll dieses Jahr das Jahr der Stabilisierung der Preise und Löhne werden. Dieses Budget, so meinte der Generaldirektor des Finanzministeriums Dr. Arnon. ist •weder ein inflationäres noch ein deflationäres, sondern ein ausgeglichenes, ausgerichtet auf Stabilisierung des Preisniveaus. DAS BUDGET WEITER GESTIEGEN Wenn das Budget doch um rund 17 Prozent, oder 415 Millionen IL auf einen Gesamtbetrag von rund 2,8 Milliarden IL gestiegen ist, so ist diesmal nicht die Administration schuld. Eine beträchtliche Ausweitung des Sicherheitsbudgets Hess sich eben bei den; gegebenen politischen Ver-; hältnissen nicht vermeiden, j Wir dürfen weder die stän- I digen Drohungen der Araber ebenso wenig auf die leichte Achsel nehmen, wie die massive Aufrüstung der Araber dank der grossen Lieferungen modernster Waffen durch die USSR. Gerade weil wir rein zahlenmässig mit den Arabern nicht konkurrieren können, müssen wir ausriistungsmässig auf der höchstmöglichen Stufe stehen — und leider kosten die neuen Waffen und dazugehörigen technischen Einrichtungen sehr, sehr grosse Summen. VERMEHRTE AUSGABEN FI ER DAS SCHULWESEN Sehr beträchtlich erhöht sind auch die Ausgaben für das Schulwesen, wo durch zusätzliche rund 75 Millionen IL die vorgesehenen Ausgaben auf 200 Millionen IL gebracht wurden Israel gehört damit zu den fünf Ländern der Welt mit dem höchsten Prozentsatz für den Bildungsetat. Durch besondere Hilfs klassen und Ergänzungskurse sollen insbesondere die Kinder der Einwanderungswelle aus den afrikanischen und asiatischen Ländern so weit gefördert werden, dass sie mit den hier geborenen Kindern, den Kindern aus von Dr. KURT OTTENSOOSER (Israel; bereits ansässigen Familien Schritt halten können. Ein weiteres Ziel ist es hier auch, allen Kindern, die eine entsprechende Begabung zeigen, die Mittelschulen und . besonders die auf diesem Niveau stehen den Berufsschulen zu öffnen. Daneben mussten auch erhöhte Gelder aufgewandt werden für den Gesundheitsdienst und die Sozialhilfe. DIE STABILISIERUNG DER WIRTSCHAFT Die Regierung hat die Industrie und die Wirtschaft im allgemeinen gezwungen, die kommende Lohn Teuerungszulage selbst zu tragen, ohne sie durch Preiserhöhungen auf den Konsumenten abzuwälzen. Sie hat aber auch dje Gewerkschaften verpflichtet, in diesem Jahre auf Erhö hung der Grundlöhne zu verzichten. Um dies zu erreichen und auch ihrerseits einen Beitrag zur Wirtschaftspolitik zu leisten, hat die Regierung auf die Erhöhung der bestehenden direkten und indirekten Steuern Verzicht gelei stet, wenn sie auch dank der gestiegenen Verdienste und Umsätze grössere Einnahmen aus den schon bestehenden Steuern erwartet. Auch die Munizipalitäten und Ortsverwaltungen werden gezwungen. diesen ,,Steuer-Stop“ mitzumachen. Ergänzt werden Verbrauchs an Lebensmitteln anzeigt, wo der Mehrverbrauch an Fleisch 15 % betrug; an Obst 28 Prozent und auch der Verbrauch an Zucker, Fetten und alkoholischen Getränken sehr beträchtlich zunahm. Niemand will den Lebensstandard unserer Bevölke rung herabdrücken aber er sollte doch mindestens nicht weiter erhöht werden, denn er ist schon über das hinausgegangen, was wir uns eigentlich erlauben dürften. DIE WEITERE ENTWICKLUNG I Man rechnet auch weiter , mit einer schnellen und j kräftigen Entwicklung, aber diese soll nun weniger vom | Staat geführt werden, son. | dern mit Hilfe der privaten : Initiative weitergetrieben! werden .wobei mit Befriedi- , gung auf die steigenden j Auslandsinvestitionen ver- I wiesen wird. I Aber der Staat hält sich! diesmal in seiner eigenen! Entwicklungstätigkeit nicht nur aus diesem Grunde zurück. Wir haben einen Punkt erreicht, wo es praktisch keine Arbeitslosigkeit mehr gibt. Die Einwanderung konnte voll in den Wirt. Schaftsprozess eingegliedert werden. Eine intensive Entwicklungstätigkeit des Staates müsste also zu einer Ueberhitzung führen, die man gerade auch im Interesse der erstrebten Wirtschaftsstabilität vermeiden will Natürlich aber werden die grossen Projekte, die begonnen wurden und für die auch internationale Anleihen bereit gestellt wurden, wie den Ausbau der Toten- Meer-Werke, die Hafen- und Wegbauten fortsetzt. Von grösster Bedeutung sind auch die weiteren Verhandlungen mit der EWG (Europäische Wirtschafts- Gemeinschaft), wo erreicht werden muss, dass Israel in seinem Export nach den eu. ropäischen Ländern, die dieser Gemeinschaft angehören. nicht zurückgesetzt wird. Wird dies, wie wir hoffen, erreicht, dann sind die Chancen Israels für das neue Jahr weiter gute. Die amerikanischen Juden Geringere Hilfe für Israel Washington. — David E. Bell ist der neue Direktor der nordamerikanischen Auslandshilfe der erst vor kurzem vom Präsidenten Kennedy auf‘diesen Posten berufen wurde. Er gab über die künftigen Pläne dieses Fonds Auskunft und erklärte u. ä., dass Israel nicht mehr im gleichen Masse wie bisher berücksichtigt zu werden brauche. Vor der Senatskommission für Auswärtige Angelegenheiten führte Bell aus. dass die Auslandshilfe für Israel ebenso wie für Libyen und Thailand verringert werden würde, da die Wirtschaften dieser Länder sich erheblich gebessert hätten. Es würde ein allmählicher Abbau der Hilfsmittel vorgenommen werden, bis diese dann ganz eingestellt werden könnten. Bell meinte, es würde möglich werden, die Hilfszahlungen in Kredite umzuwandeln, die in Dollar zurückgezahlt werden müssen. Auch der Zinsfuss werde erhöht werden, so\yeit bisher überhaupt Zinsen in Anrechnung gebracht worden seien. Diese Massnahme gelte jedoch nicht nur für Israel, sondern für alle Staaten, deren Wirtschaftslage sich in den letzten Jahren erheblich gebessert hat. Es stehe ausser Zweifel, so sagte Bell, dass Israel zu den Ländern gerechnet werden kann, deren wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung in schnellem Tempo vor sich geht. (ITA) Fremdenverkehr in Etat New York. — Die grosse Frage, von der die nord amerikanischen Juden im Jahre 1963 sprechen, ist das Problem, ob eine zentrale Organisation mit voller Autorität geschaffen werden soll, die verbindliche Entdiese j Scheidungen für alle Ge- Massnahmen durch solche j auf monetärem Gebiet, wo I durch Krediteinschränkun- | gen und Erhöhung der Lii quiditätsquote der Banken | überschüssige Kaufkraft abj geschöpft werden soll. DER KONSUM STEIGT NOCH IMMER i i Wenn auch die Produktion I im Jahre 1962 um rund 15 | Prozent gestiegen ist, das Gross - Nationalprodukt gegenüber dem Vorjahre tauf stabilen Preisen gerechnet) um 11 Prozent und bei Berücksichtigung der um 4’z Prozent gestiegenen Zahl der Bevölkerung um 7 bis 8 Prozent pro Kopf der Bevölkerung, so ist der Konsum noch schneller gewachsen. Er stieg um 9D Prozent und hat damit mehr als die Produktionssteigerung aufgezehrt, wie sich dies auch in einer weiteren Erhöhung des Defizits in unserer Han desbilanz ausdrückt. An dieser Konsumsteigerung sind alle Kräfte beteiligt, wie dies auch die beträchtliche Steigerung des | HOTEL DAPHNE t IHR HOTEL IN \ HAIFA - Israel 1 VORHERIGE BESTELLUNGEN RATSAM ♦ HAIFA. Hadar Hakarmel, Nordaustr. -♦444444 t ► 4"4 4-4-4--4 ♦ ♦♦ 4 <► Dr. MAX FLFSCH Berater für Investitionen und Finanzgeschaefte in Israt\ — Lang- und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art TEL AVIV. Israel limwwwwvnvwvwwww 18. George Elliot Str. vvwwwwwvwww ’ meinschaffen des nordamerikanischen Judentums tref fen kann. Dr. Nachum Goldmann ist ein unbedingter Verteidiger der Idee zur Zentralisierung des jüdischen Gemeindelebens in Nordamerika. Hierdurch, so meinte er, könne die Doppelarbeit auf organisatorischem Gebiet ausgesc-hlos sen werden, und ausserdem würde gleichzeitig auch das gesamte Gemeindeleben eine innere Festigung erfahren. Die Federation für das Jüdische Wohlfahrtswesan begünstigt die Idee einer zentralen Leitung in allen Gemeinde - Angelegenheiten, um das bereits bestehende Durcheinander auszuschalten. Die Haltung des American Jewish Committee ist eine andere. Diese Organisation tritt dafür ein, dass das jüdische Gemeindeleben der gegebenen Natur der jüdischen Gesellschaft und der nordamerikanischen Tradi tion entsprechen müsse. Hiermit will das Jewish Committee sagen, dass der Gedanke der Freiwilligkeit vorherrschen müsse. Lediglich solche Gruppen — seien sie nun religiös oder ethnisch — die eine starke Verbindung zwischen Staat und Kirche haben, besitzen einen kooperativen Status und eine zentrale Autorität. Als Beispiel wird auf die Angelegenheiten unseres religiösen Lebens verwiesen. Hätten wir, so sagt das American Jewish Committee, eine zentrale Organisation mit Autorität gehabt, der alle angeschlossenen Gemeinden in strenger Disziplin unterstehen. dann würde es, nach der Meinung dieses Committees, heute kein Jüdisch Theologisches Seminar und keine Jeschiwa-Universität geben. Es würde nur das Hebrew Union College geben, das als erstes gegrün det worden ist. Die Zentralinstanz hätte die Schaffung Höherer Lehranstalten verhindert, jedenfalls nach der Meinung des American Jewish Committee. Eine Zentrale würde stets die freie Entwicklung verhindern und die Initiativen im jüdischen Leben unterdrücken. Sollte es wirklich zu einer Bildung einer zentralen Organisation im amerikanischen jüdischen Leben kommen, so müsste diese Organisation — nach der Auffassung des American Jewish Committees — schmiegsam und sehr vielseitig sein. Schliesslich vertritt das American Jewish Committee den Standpunkt, man solle keine Zentrale schaffen, sondern lediglich ein Koordinations Comité, das vor allen Dingen auch darauf bedacht sein muss, den freien Gedankenaustausch und die besseren Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden in Nordamerika zu fördern. Religiöse oder sonstige Unterscheidungen innerhalb des jüdischen Lebens müssten überwunden werden. Man braucht nicht zu vergessen, wie das Jewish Committee meint, dass innerhalb der katholischen Gruppen eine geringere Einheitlichkeit bestünde, als im jüdischen Leben. Gerade weil alle diese Gruppen selbständig seien, haben sie sich auch frei entfalten kön nen. Unter den hundert Diözesen in Nordamerika gäbe es beinahe über alle Themen verschiedene Auffassungen. Jedenfalls sei eine Differenz unter den katholischen Gruppen grösser als unter den Juden. BORIS SMOLAR Tel Avi. — In Elat, der im äussersten Süden Israels am Roten Meer gelegenen Stadt, wurde vor kurzem mit der Durchführung eines Programms begonnen, das den ausländischen Touristen begünstigen wird. Eine Gruppe von Hotels und Reisegesellschaften hat sich zusammengeschlossen, um gemeinsam für den Besuch dieses südlichen Teils des Landes zu werben, dessen Reiz nicht nur in seiner historischen Vergangenheit, sondern auch in seinen Naturschönheiten liegt. Ausser der Anziehungskraft durch das Rote Meer und die die Stadt umgebenden Hügel, ist das, insbesondere im Winter milde Klima nicht zu vergessen. So gibt es ab 1. Dezember einen Plan, durch welchen dem Touristen bei einem Aufenthalt von fünf Tagen ein besonderer Preisnachlass auf den Flug von Tel Aviv gewährt wird. Im israelischen Winter kann man in Elat schwim men. denn in den ,,kaPen“ Monaten beträgt die Temperatur am Roten Meer 22 Grad. Die bewölkten oder sonnenlosen Tage sind in Elat zu zählen, sodass der Besucher für Sonnenbäder, Wasser- und Schwimmsport sowie für Spaziergänge und Fahrten ein ideales Klima vorfindet. — Prof, Houssay in Israel Rechowot. — Der weltbekannte argentinische Forscher und Nobelpreisträger Prof. Bernardo Houssay hielt im Wix- Auditorium des Weiz mann-Instituts einen wissenschaftlichen Vortrag. Er bediente sich der englischen Sprache. In einer feierlichen Zeremonie wurde ihm eine Urkunde überreicht, in der ihm die Ehrenmitgliedschaft in diesem Institut verliehen wird. Abba E-ban, der Präsident des Wissenschaftlichen Weizmann Instituts veranstaltete ein Bankett zu Ehren des Gastes aus Argentinien (ITA) i hotel ARMON ISRAELS SCHOENES TOURISTENHOTEL i e _ beste Küche X Angenehmer Aufenthalt \ Tel Aviv, Jarkonstr, 90 Tel. 2371 1 (Vorherige Zimmerbestellung ist unbedingt erforderlich) INDUSTRIAL & COMMERCIAL BANK (ISRAEL - LATIN AMERICA) LTD. NCOBA INVESTMENT & TRUST. Co. Lid. ASOCIADO CON BANK HAPOALIM TEL AVIV — ISRAEL ENCOBA INVESTMENT & TRUST Cia. (GALERIA DEL OBELISCO) Av. CORRIENTES 1145 T. E. 35-8586 1»

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