Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 1997 (1.2.1963)
- Date
- 1963-02-01
- Page
- [Seite 9] (sequence 9)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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- Martin Buber 4× ep/1009258
- Berthold Feiwel 1× ep/1020654
- Buenos Aires 1× ep/1047860
- Chaim Weizmann 1× ep/1009290
- David Ben-Gurion 1× ep/1009256
- Franz Rosenzweig 1× ep/1004530
- Johann Wolfgang von Goethe 1× ep/1025045
- Montevideo 1× ep/1045213
- Naftali Herz Tur-Sinai 1× ep/1008250
- Safed 1× ep/1046078
- Salomon Buber 1× ep/1000030
- Sderot 1× ep/1047579
- Tiberias 1× ep/1048138
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Viernes, 1* de Febrere àr 19*3 WOCHENSCHAU Añr XXIV. — No. 1997 — 9 GELEHRTER, DICHTER UND (Bern 85jaehrigen Martin Buber) Der bevorstehende 85. Geburtstag von Prof. Dr. Mar Ijn Buber am kommenden 8 Februar sollte Veranlassung geben, Persönlichkeit und Gesamtwerk eines der hervorragendsten Juden unserer Epoche, eines grossen | Humanisten und Welt'bör- ( gers, der jüdischen Welt gegenüber erneut darzustelien. Ist doch dieser Mann nicht nur einer unserer bedeutendsten Religions-Philosophen, sondern auch eine der repräsentativsten Erscheinungen im geisteswissenschaftlichen Leben überhaupt, über den Kreis des Judentums hinaus, einer der unermüdlichen Künder des Ideals vom künftigen Weltfrieden und der Völkerversöhnung, dessen schöpferische Lebensleistung auch von der nicht jüdischen Menschheit anerkannt wird. Der äussere Ablauf dieses Lebens ist allzu bekannt, als dass es nötig sein dürfte, :bn in allen Einzelheiten zu wiederholen. Wir kennen das Elternhaus zu Wien, die fromme Familie des Grossvaters Salomon Buber in Lemberg, in deren einzigar tigern Milieu der junge Mensch entscheidende Jahre zubrachte. Nach absolvierten Universitäts - Studien übernimmt der 23-Jährige die Redaktion der zionistischen „Welt“, ist Wortführer der „demokratischen Fraktion“ auf dem 5. Zionistenkongress von 1901 zu Basel und tritt für die Schaffung einer künftigen Hebräischen Universität ein (zusammen mit Berthold Feiwel und Chaim Weizmann), an der er selbst ein mal lehren sollte. Wir denken an sein geistiges und reges kulturelles Wirken im Deutschland vor 1914, sein — damals etwas ungewöhnliches — Verlangen nach praktischer Palästinaarbeit, seine sich immer mehr ausdehnenden Studien über den Chassidismus, von dem er einst im grosselterlichen Hause beeindruckt worden ■war. Keine Frage. Bubers Begegnung mit der Bewe gung des Chassidismus (1905) und seine zwei Jahrzehnte (1925) danach erfolgte Begegnung mit der Bibel, diese beiden grossen Erlebnisse, waren die Fundamente seines gesamten Ldbenswerkes, das dann, tief im Judentum wurzelnd, eines Tages ins Allgemein- Menschliche einmünden sollte. Martin Buber hat die Zeit des 1. Weltkrieges in Prag verbracht; dort hielt er seine geistvollen „Reden über das Judentum“, und in der Zeitschrift „Der Jude“ hatte er, seit 1917, seine tiefen und schönen Gedanken über den „Sozialismus des Juden tums“ zum Ausdruck gebracht, seinen „zionistischen Sozialismus“, der die jüdische Jugend von damals so tief erregte und aufwühlte. Doch dann stellte ihn ein neper Lebensabschnitt vor fine neue Aufgabe: Nun ist es' der 40-Jährige, der im stillen Heppenheim an der Bergstrasse zu wirken be ginnt, zugleich die Leitung des „jüdischen Lehrhauses“ im nahen Frankfurt übernimmt, auch die „Mittelstelle für jüdische Erwachse nenbildung, und. 1923, zum Professor für „Jüdische Re. ligionswissenschaft“ an der Frankfurter „Johann Wolfgang Goethe - Universität“ ernannt wird. Dieser erste jüdische Lehrstuhl in Deutschland ist die Erfüllung einer Sehnsucht, ln dieser Epoche voller neuer, weitreichender Aufgaben ging der Gelehrte an seine Bibelübersetzung ins Deutsche heran, gemeinsam mit dem unvergesslichen Freun de Franz Rosenzweig, an ein monumentales Werk, das er nach des Freundes frühem Tode allein weiterführte. Dieses Werk ist von Treue und Ursprünglichkeit getragen, ohne etwa in einen Konkurrenzkampf mit der gleichzeitig erscheinenden Bibelübertragung von Harry Torczyner treten zu wollen. Bubers Uebersetzung ist durch die edle Sprache sowie dichterische Kraft ausgezeichnet. Sie gehört zu den überragendsten Leistungen unserer Zeit. Das Jahr 1933 zwang Buber, zunächst nach Berlin zu übersiedeln. Die folgenden etwa vier Jahre bis zu seiner Uebersiedlung nach Erez Israel waren ausgefüllt von der Mitwirkung an jenem intensiven Kulturle ben, das die Nazis den Juden mit all den hemmenden Einschränkungen iiberliessen. Dann kam für ihn die Stunde der Erlösung. Buber erhielt die Professur an der Hebräischen Universität, die, wenn es auch nach Lage der Dinge kein theologischer Lehrstuhl sein konnte. sondern nur ein solcher für Sozialphilosophie, zusammen mit den Forschungsarbeiten am „Judaistischen Institut“ dem Denker und Forscher neue Möglichkeiten bot. Nach der Staatsgründung begann eine neue Epoche in Israel, mit den beiden wuchtigen und grundlegenden ¡Schöpfungen „Königtum Gottes“ und „Torath Haneviim“ („Die Lehre der Propheten“); ihnen folgte das w'eise Moses- Buch, das den Versuch macht, eine Deutung des Wesens des grössten Men- Fussball-Spiel Tel Aviv. — Vor 38.000 Zuschauern kam die türkische Fussball-Nationalelf in Tel Aviv durch zwei Treffer ihres Mittelstürmers Senol zu einem 2:0 f2:0)-Erfolg über die kampfstarke Elf von Israel. JUEDISCHE WOCHENSCHAU in Montevideo/Uruguay Einzelnummer 10 Centesimos Jahresabono 45.— $ urug. LUFTPOST VERSAND DURCH „PLUNA" ANZEIGER-ANNAHME Librería Neulaender RIO BRANCO 1231 Tel. 83887 ABONOS — COBRANZA Sra. L. Loeblowilz PARAGUAY 1164, piso 2, apt, 9 Distribuidor: KIOSK TUREK CONSTITUYENTES 1757 Tel. 42 640 sehen aller Zeiten zu geben. Einige Jahre danach macht es die Befreiung vom Amt nach Erreichung der Altersgrenze dem Gelehrten mög lieh, die Stimme der Humanität und der Völkerversöhnung in die W’elt hinauszutragen. Reisen nach Europa und Amerika. Vorträge vor Juden und Nichtjuden, schaf fen neue Kontakt und Verbindungen von Mensch zu Mensch, von Volk zu Volk. Von dem Gedanken ausgehend, dass „Misstrauen die schwerste Weltkrankheit“ sei, hat Martin Buber im letzten Jahrzehnt „echte Gespräche“ wie er sie nennt, angebahnt. Er tat dies im Jahre 1953, als man ihm in der Frankfurter Paulskirche den „Friedenspreis des deutschen Buchhandels“ über reichte; er begann seine damalige grosse Rede damit zu sagen, dass er „ein Erzjude“ gew'iss niemals Auschwitz und Treblinka vergessen könne und w'erde, und dass er sich nicht an all diejenigen wenden könne, die das schreckliche Unheil angerichtet bezw. nicht verhütet hätten; aber er richte seine Worte an die ehrlich gebliebenen, vor allem an die jungen Menschen der Bundesrepublik, die einen Weg des Friedens und der Menschlichkeit suchen w’iirden. Dass „Völker in ein echtes Gespräch miteinander“ kämen, darin erblicke er den Sinn seines Wirkens in dieser Zeit und in seinen Jahren des Alters und der Rückschau. Im Vorwort zu einer seiner schönsten Schriften, „Stationen des Glaubens“, 1956, hat Martin Buber zum „jüdischen Glauben” ein besonders schönes Wort geprägt: „In Israel bedeutet „Glaube“ — „Vertrauen“, Vertrauen im unbedingten Sinn, quer durch Unheil und Verderben, nicht „blindes“, vielmehr, sehendes, einsehendes Vertrauen, nicht “ergebenes“, vielmehr kühnes, ringendes, mitwirkendes, scheint mir das höchste Gut zu sein, das im menschlichen Dasein erlangt werden kann. Das hat Israel auf seinem Glaubensweg zu erfahren bekommen.“ In der westlichen Welt, der nichljüdischen auch, liest man heute die vielen chassidisehen Bücher Bubers „Der grosse Maggid“, Ben Gurion erkrankt Jerusalem. — Ministerpräsident David Ben Gurion hat sich eine leichte Erkältung zugezogen und liegt mit Fieber im Bett, wie bekannt gege ben wurde. Er konnte der letzten Kabinettssitzung nicht beiwohnen und hat alle Verpflichtungen absagen müssen. (ITA) Steigender Tourismus Tel Aviv. — Im Jahre 1962 war die Anzahl der Touristen, die Israel besucht haben, um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahre gestiegen. Die Touristenziffer betrug über 180.000. Im Durchschnitt verblieb jeder Tourist etwa 12 Tage im Lande. Wie bekannt, wmrden im vergangenen Jahr zwei neue Büros für israelischen Tourismus eröffnet, das eine in Buenos Aires, das andere in Montreal. Wie aus einem Bericht der Zentralstelle für Tourismus hervorgeht, ist insbesondere der Besuch aus Südamerika, vor allem aus Argentinien, erheblich angestiegen. Mau nimmt an, dass in diesem Jahr der Strom der Touristen noch grösser sein wird. [ „Das verborgene Licht“,! „Im Garten des Chassidismus“ u.s.l. Wird der Weg, den der Humanist zeigt. klarwerden? Wird sich „der Mensch zum Menschen finden“? Im Schlusswort zu „Gog und Magog“ sagt er: Ich habe keine „Lehre“; ich habe nur die Funktion, auf Wirklichkeiten hinzuweisen. Es ist in dieser W’iistennacht kein Weg zu zeigen; es ist zu helfen, mit bereiter Seele zu beharren, bis der Morgen dämmert und ein Weg sichtbar wird, wo niemand ihn ahnte.“ CURT WILK Ratifizierung eines Vertrages Jerusalem. — Das israelische Kabinett ratifizierte in seiner letzten Sitzung den kürzlich in Washington vom nordamerikanischen Staatssekretär Rusk und dem Israel-Botschafter Abraham Harman Unterzeichneten Auslieferungsvert.rag. Nach den Bestimmungen dieses Abkommens werden dreissig der Auslieferung würdige Vergehen angeiührt. Da Israel die Todesstrafe ausser für Kriegsverbrecher wie z. B. Eichmann abgeschafft hat, können die israelischen Behörden es ablehnen, einen Menschen auszuliefern, der der Todesstrafe gewärtig sein könnte, falls Israel nicht die Sichreheit erhält, dass die amerikanischen Gerichte nicht die „Höchststrale“ verhängen werden. Ebenso sind Personen von der Auslieierung ausgeschlossen, die politischer Vergehen angeklagt sind, jedoch beweisen können, dass ihr Verbrechen „nicht wirklich politisch ist“. Israel besitzt ähnliche Verträge mit Italien. Belgien. Grossbritannien. Frankreich. Luxemburg, Holland, Südafrika und der Schweiz. 'ITA) Das schoene ilÄSlilll mWM #V 1 AUSFLUG EINER SCHULKLASSE IM NEGEW Wingate-Feiern Jerusalem. — Im Bet Schaan wurden Feiern zur Erinnerung an Orde Wingate, in Anwesenheit seines Sohnes Jonathan, abgehalten. Frühere Mitglieder der Nachtbrigade, die unter Wingate arabische Plünderer bekämpft haben, und führende Militärs nahmen an dem Treffen am Fusse des Berges Gil'boa teil, wo seinerzeit das Trainingszentrum für die Kräfte unter Wingate lag. Thalidomide in Israel Jerusalem. — Eine Sonderkommission von Wissenschaftlern wurde vom Gesundheits - Ministerium er nannt, um die Wirkungen des Thalidomide bei der Behandlung von Krebskranken in Israel zu untersuchen. Das Thalidomide ist ein Beruhigungsmittel, das in Deutschland entdeckt wurde, und von dem man auf grund verschiedener Fälle in Europa und Amerika glaubt, es sei für die verschiedentlich gemeldeten Missgeburten verantwortlich. wenn es schwangere Frauen einnehmen. Der erste hier untersuchte Fall betraf eine alte Frau in Sichrem Jaakow, der von dem Arzt des Ortes dieses Medikament verschrieben wurde. Wie es heisst, geht es der Patientin besser. Wie gemeldet wurde .sind in Israel verschiedene andere Fälle bekannt, in denen die Anwendung von Thalidomide eine Besserung bei Krebsleidenden henbeiführte. Das Medikament wird in Israel nur unter Kontrolle des Gesundheitsministeriums zu Forschungszwekken verwandt. (ITA) Entwicklungsstaedte Tel Aviv. — In Israel gibt es zur 'Zeit 24 Entwicklungsstädte und zwar; Elat, Ol'akim, Aschkelon. Aschdot Jam. Or Akiba, Beth Schemesch. Beerscheba, Dimona, Beth Schean, Chazor, Tiberias. Javne, Jerueham, Migdal Haemek, Oberstadt Nazareth, Netivot, Maalot, Afule, Safed, Kiriat Gat, Kiriat Malaehi, Kiriat Schmoneh, Sderot und Schiomi. Die Gesamteinwohnerzahl dieser Städte beträgt 206.403. ♦♦♦♦♦««444««« * ♦•««♦♦♦♦♦♦♦J' n ¡ HOTEL LAGO Tr I U AUF WUNSCH DIAET i* :: RIG CEBALL0S Casilla Correo 34 H SIERRAS DE CORDOBA ♦♦ V:îîiSSîîïî5SîSî«5i;i3;;*î*i;.}J;5i;..;î;s.;î;j.îjî. «***♦*♦4«**♦*♦«♦♦**♦«* JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1(48 3LAKSQ ENSALADA Í6SS 4967