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Jüdische Wochenschau · 1963-02-01 · 1997 (1.2.1963) · p. [Seite 7]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
1997 (1.2.1963)
Date
1963-02-01
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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V0!> E0IH LÜTH, -SSECHEF DESiAMBURGER SENATS ^»or“ sollte eine Burgervertretonj Parlament mit n Mehrheiten. hatte es gute ler Ablösung der 5t!en“ und ihres!n Rates, der 5lt wurde, son- Jrfh Zuwahl aus achtvollkommene- Wolffsons Ar- Was don Republikanern und Demokraten jedoch zu wenig schien, sahen die Traditionalisten bereits als ein Uebermass der Freiheiten an. So galt es, Vertrauen zu schaffen, ohne die berechtigten Zukunftshoffnungen zu ersticken. Versmann und Wolffson verstanden sehr wohl, diese ,,Situation des anhaltenden Uebergangs zu t muss unb«- meistern und dem neuen =en sein. Seine Hause, das behelfsweise im tspraxis wuchs Patriotischen Gebäude tafiziellen Legaü" gen musste, rasch institub]j‘c), tionelle Wurde zu geben und die Abgeordneten zu frucht- UKEIT barer Arbeit anzuregen... ES Riessers brillantes Parladie mentariertum gipfelnd in chätzte m sejner Kaiserrede vor der ines hat -,, Paulskirchen - Versammlalichen »■ lung. war zeitlich immer be. ^enn>oro' Srenzt: In Frankfurt war var.er if1 es so, in Erfurt und auch in politisch Hamburg. Wolffson wurde Jch a,sKan«. in jahrzehntelanger parlajn Recht- - mentarischer Tagesfron zu nervor - - einer Saude beider Häuser, ' Tatigk!ibr des Reichstags wir vor al- ]em der Hamburger Bürgerin Schaft. Mag man Riesser ungewhhnt^ als jjen sturmer und Dränit des ger, als den Pionier und als ssige Ge® den Winkelried bezeichnen, straffe An so trug Wolffson entsehei. ten ihn insia . dend dazu bei, die Ideen zu ichtungen . verwirklichen und auch in vereinigen Hamburg die neuen Metho- . ¿je Uehefs den biirgersehaftlicher Miti. 1859 "U Verantwortung und Staats-;h als Abge _ kontrolle ins Institutionelle amhufgef c zu erheben. Riesser hatte wählt. fdr Zulassung und Gleichbe- - nräsidehte® rechtigung des jüdischen VitfP „ p,-äsi- Bevölkerungsteils heiss gee"Hh VersmaT,E Rümpft und heftigste Wideranns von stände gebrochen. Wolffson, nun je] Rie selbstsicher in der eigenen t,e nn fach Kraft seiner Persönlichkeit ersma «jhrung ruhend, erhob diesen jüdi- ^funddS' st'hen Beitrag zum Staatswohl, unbekümmert um alle gelegentlich antisemitischen Exzesse, einfach zur Selbstverständlichkeit. Die Grösse, die sich darin ausdrückt, ist mit dem Mute von Barrikadenstürmern gewiss nicht zu vergleichen. Ohne solche Grösse und Festigkeit, wie er Sie lebte, wäre jedoch keine noch so notwendige politische WTandlung von Dauer... DIENST AM GEMEINWOHL ...Bei Riesser, dem kühnen Einzelgänger, ist die Unterscheidung zwischen Eigenem und Allgemeinem sehr viel leichter. Er war immer mehr der Exponent und Wegbereiter, Wolffson hingegen war fast immer Teil einer Gruppe, Glied einer Körperschaft, sein richtungweisender Rat.ging in die Gesamtmeinung der Institution ein. Dienst am Gemeinwohl und bescheidene Zurückhaltung in seiner Person waren für ihn, für sein Lebenswerk und damit auch für die Nachwirkung seines Werkes kennzeichnend. Auch das letzte ehrenvolle Amt, das Wolffson bis an sein Lebensende verwaltete, lässt sich mit dem letzten Amt, das Gabriel Riesser innehatte, in Parallele setzen. Riesser war Mitglied des hamburgischen Obergeriehtes geworden, nachdem kurz zuvor der Senat der Gewaltenteilung zugestimmt und seine Gerichtshoheit auf dieses Obergericht übertragen hatte, dem Riesser dann als erster Richter jüdischer Herkunft angehören sollte. Wolffson wurde nach Einführung der neuen Justizgesetze, die eine gemeinsame Anwaltskammer der drei freien Städte Hamburg. Lübeck und Bremen vorsahen, 1879 zum ersten Vorsitzenden dieser Kammer gewählt und hat bis zu 'seinem Tode dieses Amt ausgeübt... Die Erinnerung an Dr. Isaac Wolffson wird in den Archiven der Stadt Hamburg bewahrt. Eine der Säulen. in der Rathausdiele ist mit einem Relief des gro ssen Mannes geschmückt. Auch sein Bild wurde in der Zeit des Nationalsozialismus. wie das Mendelssohn- Bartholdys und Gabriel Rie ssers, zerschlagen, doch vom Senat wieder hergestellt. Auch der Name einer Strasse im Norden Hamburgs erinnert an ihn, der Wolffson weg. 1928 kam es zu einer weiteren Ehrung, die davon zeugt, wie hoch das Ansehen dieses hervorragenden Juden und Politikers auch noch viele Jahre nach seinem Tode geblieben war: Nach Vollendung des neuen Gebäudes unseres Hanseatischen Oberlandesgeriehts hatte Hamburg den ersten Präsidenten des Ober landesgerichts Dr Sieveking durch die Aufstellung einer Büste in der Halle des Hauses geehrt. Ein« zweite Nische dieser Halle war jedoch leer geblieben. Man GEDENKBUCH Für das Gedenkbuch des Council of Jews from Germany, 183 189, Finchley Road. London N. W. 3, das im Jahre 1963 erscheinen wird, werden noch Angaben über führende Persönlichkeiten des jüdischen Lebens in Deutschland, die ihr Ausharren mit dem Tode besiegeln mussten, benötigt. Diese Bitte bezieht sich insbesondere auf Vorsitzende ehemaliger grösserer jüdischer Gemeinden in Deutschland sowie auf Menschen, die in jüdischen Reichs- oder Landesorganisationen sowie in iiberlokalen massgebenden sozialen und kulturellen Institutionen tätig war.!W *U „J .» Notizen Forschungsinstitut in Sde Boker Das Nationale Comité für Arbeitsfrager hat für Israel 250.000 Dollar für die Errichtung eines Areals mit fast 70 Jahren kam er aus dero Gebiet der heutigen Tschechoslowakei nach den Wohnriuartieren, Sälen und Auienthaltsräumen ausgeselzt, das dem geplanten Erziehungs- und Forschungsinstitut in Sde Boker angegliedert werden soll. Bereits vor dieser Spende waren 100.000 Dollar durch ei nen anonymen Spender zur Verfügung gestellt worden. Das Gesamtprojekt des Kulturzentrums, das in Sde Boker den Erziehungszwekken für junge Siedler im Negew dienen soll, erfordert 2.500.000 Dollar. Studientagung in Rom Die Vereinten Nationen veranstalteten kürzlich in Frascati bei Rom eine eu ropäische Studienlagung, deren Thema die Bewertung der bei der Bekämpfung der Jugend-Kriminalität angewandten Methoden war und an der 72 Teilnehmer aus 21 Ländern mit wirkten. Aus Israel nahmen Yona Cohn, Direktor der Abteilung für Bewährungshilfe im Ministerium für Soziale Fürsor ge. und Simcha Glaser, Stellvertretender Kommissar für Heime, vom gleichen Ministerium, an der Studientagung teil. Die mit der Leitung der Tagung betrauten Sachverständigen zeigten grosses Interesse für die in Israel bereits durehgeführten oder geplanten Massnahmen zur Bekämpfung der Jugend- Kriminalität. Aus der Arbeit der ORT Eine vierte Gruppe von israelischen Agro - Mechanikern hat unter den Auspizien von ORT ihre Ausbildung in Fabriken in England und Schottland beendet und sich mit der Entwicklung der Landwirtschaftsmaschinen vertraut gemacht. Preisgekrönt Pamela Mclnikoff, eine englisch - jüdische Schriftstellerin. hat kürzlich den newyorker ..Golden - Pen- Preis“ erworben für ein Theaterstück für Kinder über ein jüdisches Thema. wollte sie einem würdigen Nachfolger Sievekings Vorbehalten. Den Gedanken, an diesem Platze eine Kriegerehrung vorzunehmen, liess man wieder fallen. Da kam die hamburgische Anwaltschaft auf die Idee, dem ersten Oberlandesgerichtspräsidenten das Bildnis eines wahrhaft Ebenbürtigen gegenüberzustellen und eine Büste des ersten Präsidenten der Hanseatischen Anwaltskammer aufzustellen, die Büste Wolffsons. Denn er war. wie Dr. Behn bei der Feierlichkeit zur Enthüllung der Wolffson-Biiste in der Halle des Oberlandesgerichts am 10. Oktober 1928 sagte, einer der zehn Reehtsgelehrten und unter ihnen der einzige Reehtsan walt (und, wie ich hinzufügen darf, der einzige jüdische Mitarbeiter dieses Kreises), die zur Schaffung des Bürgerlichen Deutschen Gesetzbuches berufen worden sind. Der Name Wolffson sollte in der hamburgischen An waltschaft auch durch seine Nachkommen weitergetragen werden, doch starb, wie Dr. Behn in seiner Gedenkrede sagte, der Sohn Albert viel zu früh als 67-Jähriger. Die Enkel Isaac Wolffsons. die bereits beim Vater in die Anwaltspraxis eingetreten waren, fielen dem er sten Weltkrieg zum Opfer. So wurde die EnthiiPung dieses Standbildes gjeichzei- 'JÈW* rvnnrn nsBn o?;) nrte:n na •sefoa ^ni i : t : ~ 4 : trna o1?? .dtt1?:? 60<rs .-rrzra,Dip>aa nt .nfco nresa rrcann nVaten m T»*?r) ninii - nisten cn min1’ t : t t : - * ."fix rnirr marnas vtb1? nn ütbh t t : ~ t v ** : iDia t t : t Vb'’ nt ,nnsj reaten1? t t : t t : - : -rb] rnin-’Tia'pa ~ mn1? -■»tibV? nns*? in sn rvr .ntronrrnN t : v *> : “ipö fn iss riNsa nmn* f : t T T TT 1 — î Tateon böi*? ’SN T t; “ “ttip •**? rn n*?nr.a .TiNxate ’bN .irrasn ,on ,¥»ite nnNte /baten nn ihb1? -nrbxn TTv; 4 : - : nan-oms te'aaa ttbü t “ 44 : - * : : T -nite nana .rrroif? ttt N3 ,‘pKîrrin Î?? b*7Nte ,"1 nnN rNö-bann1?; ~ T T “ 1 ” T . .iniN biN in nnn b:in- -- t “ t : "?naiD ■’aN nxnN nn-an tk3 ,p ,p" .oai n*ten“»3 na’?1? ps —'tev te’ np3n-nixnN3 oa nain vn /nb t : t 1 “ t ^te'nn ■te,,b irnnrrnianNa Dpöb ]N3 b nn tefi-pp1? na napten “p *?a .tenp ,)N3 nnnrn nxa ba n^nn ,nr,N nNb ,pna •ste ]N3 bipr' •a nnnnn N3 oiaioiNn ..; - : 4 : t t ,rrtf-nan nN -n-Nn pinn .npn^ npa pnn npi (ivoVir mas ¡na DRSina) * * * t * » I “ T i T ñatea b P1? mnan npnnna nbVn bnn n"ten “iteNnn DTp^nn nai LA JESHIVA MODERNA DIE MODERNE JESCHIWA (Coluimina derecha) Parado en lo ruta a Pardes Jamo esperé el ómnibus. Un muchacho —por lo visto un extranjero— se acercó a la parada. “¿De dónde viene?”; le pregunté. “Estudio en la Jeshiva, en la Mitfrashia Nohem.” “¿Pero Vd. es del extranjero —o talvez roe equivoco?'’. “Si, sx he venido al país para estudiar en la Midraehia Noham. También en los EE.UU. hay Jeshivot, pero une Jeshiva en EE.UU. no se parece a una en Eretz Israel. Pués acá se estudia materias profanas y también sagradas. Además influye sobre mi la estadía (en hebreo “iesshiva”) misma acá y, por io tanto, Vd. comprende, la palabra Ieshivr. adquiere aquí un doble sentido.” El muchacho me contó que en el año 5705, los primeros estudiantes empezaron sus c-ursos en la Midraehia Noham mien- (Columna izquierda) tras hoy aprenden en ella 600 alumnos. Todos viven en un internado en el mismo lugar. El programa es muy interesante, dando a cada estudiante tanta educación judia como general —‘Tosa simultáneamente con el modo de vivir”. Un egresado de la Midrashi? puede inscribirse en cualquier instituto de enseñanza superior, el puede continuai sus estudios sagrados y ser rabino o elegir materias prolanas en cualquier universidad. “¿Y Vd. encontró acá su lugar?“ continué preguntándole. “Ahora puedo decir que lo he encontrado. Al principio tuve dificultades — desde Juego— con el hebreo. Pero ahora, como io oye, logré aprender el idioma.” El ómnibus llegó y nos despedimos. Desde lejos vi la Micñashia totalmente (rodeada) de árboles verdes. 'Rechte Spalte) Ich stand an der Chaussee nach Pardes-Chana und wartete auf einen Autobus. Ein junger Mann, der wie ein Ausländer aussah, kam zur Haltestelle. ,,Von wo bist du?“ fragte ich ihn. „Ich lerne in der Jeschiwa, in der Midraschiya NO AM“. „Sie sind doch vom Ausland — oder irre ich mich?“ ,,Ja, ja. ich kam speziell ins Land, um in der Midraschiya zu lernen. Auch in den USA gibt cs Jeschiwot, aber eine Jeschiwa in USA ähnelt nicht einer in Erez Israel. Denn hier lernt man profanes und auch religiöses Wissen. Ausserdem beeinflusst mich auch der Aufenthalt (auf liebr. „Jeschiwa“) hier an sich selbst. Und so. verstehen Sie, bekommt das Wort .Jeschiwa' hier einen Doppelsinn.“ Der junge Mann erzählte mir. dass im Jahr 5705 die ersten Studenten in der Midraschiyat Noam zu lernen begannen, 'Linke Spalte) während heute 600 Studenten in ihr studieren: alle wohnen sie am Ort in einem Internat. Das Problem ist sehr interessant und vermittelt jedem Schüler sowohl jüdisches als auch allgemeines Wissen, „Thora und Lebensweise“. Ein Absolvent der Midraschiya kann in jeder akademischen Lehrstätte aufgenommen werden, er kann seine Torastudien fortsetzen und Rabbiner werden oder profane Wissenschaften an jeder Universität belegen. „Und Sie haben hier Ihren Platz gefunden?“ fragte ich weiter. „Jetzt kann ich sagen, ich habe ihn gefunden. Zuerst hatte ich natürlich Schwierigkeiten mit dem Hebräischer. Aher nun — wie Sie hören — habe ich er! -oigreteh hebräisch gelernt.“ Der Autobus kam. und wir verabschiedeten uns. Von weitem sah ich die Midraschiya vollkommen zwischen grünen Bäumen versteckt.. lig zu einer jüdischen Gefallenenehrung, da man über den Geehrten auch die auf dem Schlachtfeld gebliebenen Enkel nicht vergessen wollte. Dieses gro'sse Vergessen begann erst mit dem Jahre 1-933 .. Wir fühlen uns dazu ver pflichtet, das Zusammenwirken vieler positiver Kräfte anzuerkennen und auch den politischen Teil der Emanzipations-Bewegung zu würdigen. Hier sind Riesser und Wolffson unübersehbar. Sie waren wirkliche Humanisten und Wegbere.ter, durch welche die Stadt Hamburg, unsere Gesell schaff, unser Volk und unser Recht sieh veränderten. Dass die Deutschen selber mit ihrer Freiheit so wenig zu beginnen wussten und zeitweise j.reisgegeben und verloren haben, steht auf einem anderen Blatt. Um so grösser und wichtiger ist die Aufgabe unserer und auch der kommenden Generation in Zukunft die Freiheit besser zu schützet! und tapferer zu verteidigen, als wir" es in der Vergangenheit gewagt haben. Das Sind wir alle dem leuchtenden Vorbild auch Isaac Wolffson schuldig.

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