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Jüdische Wochenschau · 1963-02-01 · 1997 (1.2.1963) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
1997 (1.2.1963)
Date
1963-02-01
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 1997 — 5 Viernes, 1? de Febrero de 1963 Ereignisse der Woche Rabb. Dr. Schlesinger 60 Jahre C. W.: — Am 7. Februar ( vollendet der Rabbiner der j „Congregación Israelita de la República Argentina“, Dr. Guillermo Schlesinger, das 60. Lebensjahr. Dr. Schlesinger stammt aus einer Rabbinerfamilie; sein Vater war der langjährige Rabbiner der Gemeinde St. Gallen (Schweiz). Der Sohn besuchte das „Jüdische Theologische Seminar“ zu Breslau, das ihm die Rabbiner - Autorisation verlieh, sowie die Breslauer Universität. Im Geiste des Mannes, welcher der erste Rektor jener hochangesehenen Rabbinerhochschule gewesen war, des wahrhaftfrommen und gelehrten Rab biners Secharja Frankel, übt Dr. Schlesinger sein Amt in Buenos Aires seit fast nunmehr 26 Jahren aus. Bei Amtsübernahme in der „Congregación“, 1937, fand der Rabbiner, dessen Amtssitz fünf Jahre lang verwaist gewesen war. keine starke jüdische Aktivität vor; aus dem Nichts heraus musste vieles geschaffen werden. Das gesamte Schulwesen, Kulturarbeit und soziale Aufgaben bedurften der Erneuerung und Vertiefung. Keine Frage, dass die grosse Einwanderungswelle zentraleuropäischer Juden jene Epoche zwischen 1937 und 1939 der neuen Tätigkeit seitens der „Congregación“ zugute kam; eine nicht unbeträchtliche Zahl dieser mitteleuropäischen Juden wurden ständige Gottes dienstbesucher des „Liber- Rabbiner Dr. Guillermo Schlesinger wurde soeben als einziger Jude zum Mitglied des neu geschaffenen Nationalen Rates für Soziale Hilfe (Consejo Nacional de Asistencia Social) von der Regierung des Landes ernannt. Zu den besonderen Aufgaben dieser neuen Institution gehören Forschungen über soziale Probleme, die Ausarbeitung von Plä nen und die Koordination aller Bemühungen auf diesem Gebiet. Zum Vorsitzenden wurde Dr. Nestor Escasany zu Mitgliedern ausser dem Rabbiner Schlesinger noch tad-Tempels“, und einige von ihnen auch Gemeindemitglieder. Die 100 Jahrfeier der „Congregación“ im vergangenen Winter machte abermals deutlich, welchen bedeutenden Anteil Rabb. Dr. Schlesinger an der Entwicklung des vergangenen Vierteljahrhunderts hatte. Der Gottesdienst des „Libertad - Tempels“, auf der historisch-traditionellen, gemässigt - konservativen Grundlage entspricht dem Wunsche der Mehrheit der deutschsprechenden, aber auch vieler anderer Juden, die nicht auf orthodoxem Boden stehen. Hier findet Rabb. Dr. Schlesinger, — der auch die mitteleuropäische Gewohnheit durchführt, zwei Mal im Monat an den Sabbaten sowie an allen Festen zu predigen —, die ungefähre Verwirklichung sei nes Breslauer Erziehungs- Ideals. Daneben liegt ihm eine umfangreiche seelsorgerische Tätigkeit ob, der Kontakt mit den Gemeinde mitgliedern und ihren Familien sowie die Aufrechterhaltung der Verbindung mit den Amtskollegen und deren Gemeinden des zentraleuropäischen sowie aller anderen Sektoren. Und von nicht zu unterschätzendem Wert ist die repräsentative Rolle Rabb. Dr. Schlesingers in der grossen Oeffentlichkeit Argentiniens, seine Bemühungen, für die Verständigung zwischen jüdischen und christlichen Geistlichen zu wirken, W'erden allgemein dankbar anerkannt. die folgenden Persönlichkeiten ernannt: Frau Hercilia Casares de Blaquisr, Frau Ines Anchorena de Acevedo, der Bischof von Carpi und Sekretär des Erzbischofs von Argentinien, Mons. Ernesto Segura, Pastor Adam F. Sosa und die Herren Roger Balet, Clemente Lococo, Dr. Juan Carlos Lando, Ing. Carlos Llorente. Generalleutnant i. R. Manuel J. Garcia Mansilla und Horacio Esbel Fleurquin. der Generalirispektor der Bundespolizei. Der Minister für Soziale Hilfe und Volksgesundheit, Dr. Tiburcio Padilla, eroffnete die Tätigkeit dieses neuen Nationalrates in Anwesenheit zahlreicher Gäste; unter anderen waren die Mi nister für Aeussei-es und Kultus, Arbeit und Soziale Sicherheit sowie Erziehung und Justiz neben bekannten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens eingeladen. — Von der Kehilla Die AMIA, die Kehilla von Buenos Aires, sah sich vor Notwendigkeit gestellt, das Friedhofsgelände zu vergrössern. Aus diesem Grunde wurde bereits vor einiger Zeit ein Grundstück von beinahe 10 Hektar in Tablada gekauft, dessen Kaufpreis ca. 30 Millionen Pesos be trägt. Trotz der grossen Schwierigkeiten finanzieller Art, mit denen die Kehilla zu kämpfen hat, sah man sich zum Ankauf dieses Geländes gezw’ungen. Die erforderlichen Verträge und Genehmigungen der Stadtverwaltung sind jetzt erteilt worden. Auch die Provinzregierung hat die notwendigen Erklärungen und Verträge abgeschlossen, aufgrund deren die Kehilla berechtigt wird, auf diesem Gelände Beerdigungen vorzunehmen. Das entsprechende Dekret ist Ende des vergangenen Jahres erschienen und vom Interventor der Provinz unterzeichnet werden. Mit dieser Regelung ist ein schweres Problem gelöst worden. Auf Jahre hinaus wird dieser Platz für die Beerdigungen durch die Kehilla ausreichen. — Ausbildungslager ausgehoben Wie die Tagespresse am vergangenen Wochenende meldete, W'urde ein Ausbildungslager der Extremisten gruppe Tacuara in der Ortschaft Angel Gallardo, einige Kilometer nördlich der Stadt Santa Fe ausgehoben. Hier erhielten junge Leute dieser Gruppe eine militärische Ausbildung. Die Polizei hatte hiervon Kenntnis erhalten, umstellte eines frühen Morgens das Lager und konnte ohne Widerstand die Mitglieder dieser Organisation verhaften bzw. vernehmen. Es wurden automatische Waffen verschiedener Kaliber und Explosivstoffe gefunden und beschlagnahmt. Unter den Verhafteten befanden sieh ein Kasimir Wylsikinski. der Pole ist und in Buenos Aires lebt, sowie ein Juan Collins, aus Santa Fe, die offensichtlich die Führer dieses Ausbildungslagers waren. Ein seit sarrves Detail wurde noch mitgeteilr: „Während die Jugendlichen (zwischen 16 und 19 Jahren) zur Vernehmung und Identifizierung abgeführt wurden, grössten |i Pension Familiar 1^3! M. FLAMM ¡•unter Aufsicht s. Ehrw., Rabb. Dr. I. Oppenheim?r \ CHASC0MUS — T, Ei 2910 — Cordoba 38 S | Telef. Auskünfte in Bs. Aires; 76-2312 u. 70.5805 J «/AS Df 0* IA FORESTA LA FORESTA IMMtfMM Nationalrat für soziale Hilfe Erklaerttng der DAIA Zur 30; Wiederkehr des Tages, an dem Hitler am 30. Januar 1933 in Deutschland die Macht übernahm und die systematische Vernichtung der kultureilen Werte Europas von den Nazis eingeleitet wurde, sah die DAIA sich veranlasst, eine Erklärung abzugeben, in der sie den Verlauf der Ereignisse wieder ins Gedächtnis zurückruft, die die Welt in ein Meer von Blut und Tränen stürzten. Es wird daran erinnert, dass Hitler nicht nur die Juden in Europa ausrottete, sondern dass sein Hass auch der katholischen Kirche und der Demokratie galt. Wie die DAIA hervorhebt, erachtet sie es für ihre Pflicht, drei Jahrzehnte nach Ablauf dieser furcht baren Tragödie diese Zeit des Schreckens und der Greuel allen Argentiniern, gleich welchen Glaubens, Ursprungs oder Rasse wieder vor Augen zu halten, sehe Jugendliebe ihre Arme zum Hitlergruss erhoben haben. Das geschah unter den Augen der Polizei. Man kann einwenden, in den USA ist dieser Spuk auch geduldet. Rockwell und seine „nordamerikanische SA“ gebärden sich in ähnlicher Weise. Hier aber wirkt sich solches Treiben stärker aus. Im übrigen macht sieh die nordamerikanische Antisemiten-Bewegung bei weitem nicht so stark bemerkbar wie in Lateinamerika. j sie den Wylsikinski militäj Landes und die Sicherheit risch und verlangten seine! seiner Bürger wiederherzu- Befehle.“ — j stellen. Selbstverständlich weiss die Polizei über solche Lage gut Bescheid. Es ist hierüber auch zu wiederholten Malen von der gesamten Presse des Landes geschrieben worden. Die Hintermänner dieser „militärischen“ Ausbildungslager dürften auch bekannt sein. Sicherlich wird man mit den vielen Ueberfällen, Unruhestiftungen, lärmenden Demonstrationen, Schiessereien usw. erst Schluss machen können, wenn nicht allein gegen die verführten Jugendlichen, sondern ihre Befehlshaber und Finanzisten vorgegangen werden sollte. Bedenkliche Zeichen Vor einigen Tagen kam es in Buenos Aires zu Demonstrationen, deren einziger Zweck offensichtlich die Unruhestiftung war. Ein klar verfolgtes Ziel wurde nicht erkenntlich. Verschiedene Fensterscheiben klirrten, Molotow-Bomben platzten' ein unbeteiligter Mann, der im Colectivo fuhr, wurde verletzt. Bevor die Polizei erschien, waren alle Demonstranten verschwunden .. Nach einigen Tagen erschien eine Notiz in der Presse, keiner der Mitwirkenden an diesen Tumulten konnte gefasst werden . Man fragt sich; Warum eigentlich nicht? Es ist eine bekannte Tatsache, dass die argentinische Polizei zu den besten Nur nicht leisetreten Hintermaenner Sicher erscheint heute, dass die Organisierung der extremen Gruppen nach dem Vorbild europäischer Faschisten aller möglicher Schattierungen vorgenommen wird. In dem Ausbildungslager bei Santa Fe hat man zufällig einen solchen i „Europäer“ gefasst. Dass j nach dem Kriege die gei suchten, bekannten und I nicht bekannten Kriegesverj brecher in Südamerika Un-; terschlupf gefunden haben, , ist bekannt. Man hat ihnen von sehr einflussreichen Stellen aus geholfen, nicht nur in Lateinamerika selbst, sondern auch in Europa. Nun sind sie hier. Einige wollten ihre Schandtaten I und Sünden vergessen, an- | dere erblicken in ihrer I Landsknechtstätigkeit und in \ der Verhetzung der Jugend j ihre Aufgabe. j Wie weit die Identifizie- ( rung bereits geht, bedarf j keines weiteren Beweises.; Jeder weiss es. Wieder wird nach dem alten Rezept gearbeitet: man muss um seine eigene Tätigkeit einen Rauchschleier ziehen, dann kann man alles machen, was mau will. Das heisst mit anderen Worten, man behauptete zunächst eine an ^kommunistische Front zu bilden. Vielleicht sind auch die meisten dieser Elemente heute Antikommunisten, dass sie es immer waren Polizei Organisatio nen der Welt gehört, beson-! werden sie selbst nicht saei s die Kriminalpolizei. . gen, wenn sie ehrlich wä- .- pt s-e£ Leben ist politi- \ ren, aber sie sind es nicht, a.ff t> r .Wlr™ Slch auch i Di« Wahrheit ist, dass durch £° 'zei * Massnahmen dieses unverantwortliche M..H« v1 immerab€r sehr I Treiben, durch die ständige haufi kann man beobaeh- Schaffung von Unruhe im ten. dass die Reaktion der Polizei variiert, je nach dem Täter. Man erinnert sich vergangener Zeiten, als die preussisehe Polizei — ganz offensichtlich aus politischen Gründen — immer die Fat sehen verhaftete. Wenn man in Argentinien von Seiten der Behörden gegen Tacuara und andere Terroristen energisch vorzugehen entschlossen wäre, kann es sich nur um Stunden handeln um den inneren Frieden des öffentlichen Leben nur ein einziger politischer Faktor begünstigt wird: nämlich die Kommunisten, die man zu bekämpfen behauptet Jüngst fand ein Aufmarsch „aller kommunistischen Elemente und Gruppen“ statt. Auf die Einladung der Extremisten sind nur wenige hereingefallen. Aber es machte schon mehr als einen lächerlichen Eindruck, es war peinlich mitanzusehen, wie argentini Nach dem Zusammenstoss zwischen jüdischen Jugendlichen und den Terrorsoldaten der Tacuara in Miramar hörte man einige unserer Glaubensgenossen äussern, es sei auch nicht richtig, dass jüdische Jugendliche mit ihren Fähnchen und Wimpeln in der Oeffentlichkeit auftreten. Bei der „heutigen Situation“ müsse man „das“ vermeiden. ( Wenn wir schon in unserem eigenen Kreise derartig primitive Argumente dulden, schaffen wir eine Galut-Atmosphäre. in der freie Menschen nicht leben können. Die hier geborene Jugend hat genau so wie jeder andere Bürger, ob er nun Katholik, Jude oder der Angehörige irgendeiner anderen Glaubensgemeinschaft ist, das volle Recht. seinen Ueberzeugungen entsprechend zu leben. Niemand braucht seine religiöse oder politische Ueberzeugung verbergen. Unsere Jugend darf genau so wie jede andere Jugend ihre Embleme zeigen. Das war selbst im nazistischen Deutschland gestattet! Mit dem selben Recht könnte man sagen, wir sollten unsere Synagogen nicht offen zeigen oder Ansammlungen auf unseren Wochenendplätzen nicht dulden. Wenn man mit Leisetretereien anfängt, erniedrigt man sich selbst. Und unsere jüdische Jugend hat durchaus keine Veranlassung, leisezutreten. Mit Angstpsychosen ist nichts getan. Die Zeit, wo Juden Angst hatten, ist vorbei. Wer unter uns dies noch nicht weiss. mag es allmählich lernen. Ussere Gegner haben es inzwischen begriffen. — . Tod eines berühmten Dichters New York. — Der berühmteste jiddische Dichter Leiwiek Leiwick ist zwei Tage vor seinem 74. Geburtstag hier gestorben Als Leiwick Halpern im Jahre 1888 in, der russischen Stad* Lüsternen geboren, kam er 1913 in die Vereinigten Staaten, nachdem er aus dem Verbannung nach Sibirien geflüchtet war. (ITA) ISRAEL DISCOUNT Zentrale 27/29 YEHUDA HALEVY St. — TEL AVIV Filiale: 511 FIFTH AVENUE — NEW YORK Asoz. Bank; DISCOUNT BANK (OVERSEAS) LIMITED 5, QUAI DE L'LLE — GINEBRA Filialen; L0NDRES — ZÜRICH — LAUSANNE — MONTEVIDEO Angsschlossene Banken und Vertretungen in den bedeutendsten Finanzzentren der Welt. * Däe Oliven der Gruppe umfassen tausend Millionen Israel Pfunde Büros in Buenos Aires: CERRITO 836 T. E. 44-9282 - 44-9356 ¡

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