Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 1997 (1.2.1963)
- Date
- 1963-02-01
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes, B de Febrero de 1903 SEMANA ISRAELITA •fe» Afie XXIV. — Ne. l¡m Regenfaelta Tel Aviv. — Die ersten reichhaltigen Regenfälle sind in Israel während der vergangenen Woche niedergegangen. Dem Re gen ging ein schweres Gewitter voran, durch welches Sachschaden auf dem flachen Lande sowohl an Häusern wie in Orangenhainen angerichtet wurde. Der starke Regen hielt mehrere Tage an. Jerusalem. — Das Kabinett hat Ackerbaumini ster Molche Dajan er sucht, einen Bericht über die Ueberschwemmungen vorzubereiten. welche durch die letzten starker Regenfälle verursacht wurden, von denen besonders die Kolonien Sde Nehemia und Amir im Landesnorden betroffen wurden. In der nächsten Kabinetts - Sitzung soll über eine Entschädigung für diese beiden Kolonien beraten werden. Die er littenen Schäden werden mit mehreren hunderttausend IL beziffert. — Die Mosaikkunst in Israel Die zahlreichen antiken Mosaiken, die in letzter Zeit in Israel geiunden wurden und von denen einige hohen Kunstwort besitzen, haben den im Lance wirkenden Künstlern viele Inspirationen gegeben. Viele von ih- , nen wandten sich diesem! neuen Kunstfach zu und erj füllten es mit modernen i Ideen. Dazu kommen die in I den letzten Jahren gemach! ten Funde der verschiecensten Arten von AJarmorVorkommen sowohl in Galiläa als auch im Negew und anderen Landesteilen. Tatsächlich werden die farbigen Steine in steigendem Masse sowohl in der Architektur als auch im Knnstgewerbe verwandt — angefangen von den Mauern, Friesen und Torumrandungen bei den Bauten in Etat, dis auf diese Weise einen interes santen, speziiisehen Zug erhalten. bis zu Lampenständern Buchstützen Leuch- Yon HANNAH PETOR tern und Teetischen. flie mit ] gegenständlichen wie auch abstrakten Mosaikmotiven verziert werden. Wenn die Israelis nun wieder zum Mosaik als Kunst form zurückkehren und wir sie mit den früher in den Ländern rund um das Mittelmeer geschaffenen Werken vergleichen, erkennen wir darin eine ganz andere Auffassung. Die Mosaikkunst der hellenistischen und römischen Welt war realistisch; sie erzielte eine dreidimensionale Wirkung, und die verschiedenen Steinschattierungen dienten dazu. eine Geschichte zu verbildlichen oder ein Thema zu illustrieren. Damals stellten die Künstler die Gottheiten des klassischen Zeitalters oder einheimische, uralte heidnische Allegorien dar. oder sie schufen wun dervolle Wiedergaben der Flora und Fauna dieser Gegend. Allmählich in den Das Leo Baeek - Institut sucht DOKUMENTE-URKUNDEN CHRONIKEN BILDER über die Geschichte des ehemaligen deutschen Judentums sammelt das LEO BAECK-INSTITUT PUBLIKATIONEN DES LEO BAECK INSTITUTES SCHIUFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHAJ'CDLUNGJEN j DES LEO BAECK INSTITUTES J. C. B. MOHR (PAUL S1EBECK) TUEBINGEN 1 1H HOOK 11 [960 — VOM L.B.-INSTITUT HERAUSGEGEBEN: BY THE ' EAST AND WEST LIBRARY, LONDON mit einer Fülle hervorragender Beitrage in englischer und deutscher Sprache, (416 Seiten) WERDE AUCH DU MITGLIED des Leo Baeck-Instituts Anmeldungen bei Herrn CURT WILR, Moreno 2256. und im Büro der IUEDISCHEN WOCHENSCHAU. Pueyrredon 2190, I. izq. (83/2613) MUSIK IN BUENOS AIRES Zeiten des Talmuds, gingen sie wegen des Verbots. Menschen darzustellen, zu reichen ornamentalen Dekorationen von teppichartiger Wirkung über und entwar fen abstrakte Musterungen, in die sie Gegenstände des jüdischen Gottesdienstes hineinarbeiteten, wie Bi'der des Schofar, des Dulaw und Etrog oder des siebenarmigen Leuchters. Das moderne Mosaik hat einen ganz anderen Charakter. Während viele Künstler sich noch stark an den antiken Stil anlehnen, indem sie flach, meistens quadratisch geschnittene Steine verwenden. symbolische oder realistische Wirkungen erzielen, erreichen wiederum andere die vollständige Abstraktion. In der Tat, die Slilarten gehen von einer geschliffenen, aus sorgsam gehauenen Steinen zu Kompositionen von machtvoller und rauher Wirkung, wie die israelische Landschaft selbst. Da gibt es kühne Experimente mit den verschiedensten Rohmateriaiien, wie unbehauene und unpolierte Steine, gebrannte Tonstücke, ja Fragmente von antiken Keramiken, Glas und glasierten Kacheln, wie sie bei den Ausgrabungen antiker Stätten gefunden werden. Wo Glasstüeke im byzantinischen Stil zur Verwendung kommen, müssen diese aus Italien importiert werden, da man sie bisher noch nicht in Israel produziert. Die modernen israelischen Künstler bedienen sich der uns aus der Antike her bekannten Technik. Sie benutzen entweder die hellenistische Methode, wobei die Komposition von der Rückseite her gearbeitet wird; doch während der antike Künstler die Mosaiksteine mit einer Mischung von Sand, gepulvertem Glas und Kalk befestigte, nimmt der moderne Künstler Beton, und die rechte Seite wird später poliert oder auch nicht. Die byzantinische Methode besteht darin, die einzelnen Steine von der rechten Seite aus je nach der Bildzeichnung in feuchtes Beton zu setzen. Der Boden Israels bietet zwanzig verschiedene Marmorarten, darunter einige feine Nuancen von Violet, auch Grün aus den Kupferminen von Timna, wie sie in keinem anderen der Marmor produzierenden Länder gefunden werden. Diese neue Kunstform hat in Israel eine grosse Zukunft. Die Künstler im Lande haben bereits verschiedene wichtige Aufträge, auch aus dem Ausland, erhalten. Architekten wie auch mit Aufträgen betraute Regierungsstellen haben die Idee des Mosaikbildes als wirkungsvolle Dekoration von Wänden. Decken und Fussböden für öffentliche Gebäude aufgenommen. Tatsächlich hat das Mosaik ausser seinem künstlerischen Wert funktionelle und wirtschaftliche Vorzüge: es behält seine Schönheit für unbegrenzte Zeit, viel länger als z. B. eine Freske; es ist keinen klimatischen Einflüssen unterworfen und kann leicht gereinigt und restauriert werden. Johnson rurückgetreten Washington. — Dr. Joseph Johnson trat von seinem Amt als Sonderemissär im Mittelosten der Schlichtungskommission für Palästina zurück, wie aus Kreisen des State Department verlautete. (ITA) PHILHARMONISCHES ORCHESTER: ERSTES SOMMERKONZERT Das Teatro Colón eröffnete im Saal „Martín Coronado" des luftgekühlten Tea tro Municipal Gral. San Martin seine Sommerkonzert-Saison. Das Philharmonische Orchester zeigte ei nen erfreulich positiven Wandel von seiner kürzlich kri tisierten Ballett-Schlamperei zu einem ordentlich spie lenden, wenn auch nichts Ausserge wohnliches offenbarenden Konzertensemble. Es wurde bei dieser Gelegenheit von Antonio Tauriello dirigiert, der sowohl als Komponist als auch am Pult eine positive Rolle in unserem Musikleben spielt. Der Orchesterleiter kennt die Defekte und schwachen Punkte dieser Instrumentalvereinigung zu gut. um sich an rasche, oder auch nur in der Partitur verzeiebnete Tempi halten zu wollen. Tauriello hat hörbar minutiös mit dem Philharmonischen Orchester geprobt; offenbar ist er zum Entschluss gekommen, alle Passagen (siehe besonders Beethovens Leonore Nr. 3) extrem sauber spielen zu lassen. Auch bei dem auf tonaler Basis fussendem ..Concierto Campestre“ (1946)“ von Washington Castro und ganz besonders in der 2. Suite von „Daphnis et Clöe“ von Maurice Ravel, jener Vollendung impressionistischer Schreibweise, opferte er zu wiederholten Malen vorgesehene Zeitmasse, um zu wenn auch nicht partiturgetreuen, so doch transparenten Resultaten zu gelangen. Das Fazit: Pedantische Gewissenhaftigkeit mit of. lenbarem Hang zur Behäbigkeit besiegte Temperament und die grosse Linie, die Zeitlupe analysierte auf Kosten der Beschwingtheit. Taurielio war Nilda Hofmann mit seinen Untergebenen ein aufmerksamer Begleiter in drei Mozart-Arien „11 Re Pastore“ und die Arie der Donna Elvira aus „Don Giovanni“: „Mi tradi quell’ alma ingrata“ liegen in der Stimmlage der in unserem Konzertleben und besonders als Kennerin des Mozarlstils bekannten Sopranistin, der eine erfolgreiche Interpret ation gelang. Dagegen begab sie sich mit der Arie der „Donna Anna“ aus der gleichen Oper auf unbekanntes Gebiet. Diese Partie ist eine einmalige Kombination in der gesamten Opernliteratur zwischen Boehdramatik und Koloratur und machte daher Nilda Hofmann wiederholt zu schaffen. Das zahlreiche Auditorium belohnte Dirigenten, Solistin und Orchester jedesmal mit freundlichem Applaus. c-n NEUE BUECHER Percy Ernst Schramm: Hitler als militärischer Führer. Athenäum - Verlag, Frankfurt und Bonn, 1962. Schramm ist heute Professor für Mittlere und Neue Geschichte an der Universität Göttingen. Von 1943 bis Kriegsende führte er das Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht. In seinem Buch, das eine gedrängte Uebersieht über viele Aspekte des Problems des nazistischen Krieges und des finsteren Phänomens Hitler gibt, 'bringt der Autor im wesentlichen Dokumentenmaterial, das besonders wertvoll ist. Die Darstellungen über die letzten Kampfhandlungen im „Raum Berlin“ sind von dramatischer Spannung. — (B.) —:o: — Richard Frye: Persien, bis zum Einbruch des Islam, erschienen im Kindler- Yerlag, Zürich, 1962. — Dieses Buch, vom Verlag als populär wissenschaftliche Literatur bezeichnet, dürfte ohne weiteres als ein besonders schönes und interessantes Buch bezeichnet werden. Die äussere Aufmachung ist bereits selten ansprechend und erleichtert die Lektüre eines Themas, mit dem sich für den Laien neue Perspektiven der menschlichen Frühkultur er Öffnen. Die wunderbar reproduzierten Illustrationen machen die Lektüre lebendig und erleichtern das Verstehen. Das Buch spricht in seinen wesentlichen Teilen von jenem Persien, das uns in unserer Jugend auf Gymnasien und Lyzeen reidhlich beschäftigte, das mit den Griechen in einem Kampf um die Vorherrschaft der damaligen Welt trat und von dem wir hörten und lernten, als wären jene „alten“ Perser Barbaren gewesen. Dass sie Träger einer hochentwickelten und schönen Kultur waren, erfahren wir aus diesem Buch, das mit Sorgfalt und Liebe für ein Volk und sein Schaffen geschrieben wurde. Grossartige Kulturleistungen wurden von den Persern volbracht, die auch heute nur Bewunderung hervorrufen können. Schliesslich sei daran erinnert. dass es ein Perserkönig, nämlich Kyros, war, der die Juden aus dem Babylonischen Exil befreite und ihnen die Rückkehr in ihre Heimat gestattet hat. Doch dies sei hier nur nebenbei bemerkt. — Anmerkungen, Register verschiedener Art und Zeittafeln erleichtern die Lektüre und belehren über manche Einzelheiten. Die wunderbaren Abbildungen seien nochmals erwähnt. — (Dr. S.) LUACH (KALENDER) Freitag, den 1. Februar 7- Schwat Sonnabend» den 2. Februar 8. Schwat Parschat BO 2. B. M. X I — XIII 16 Haftara Yirmeyahu XLVI 13 — 28 Sonntag, den 3. Februar Montag, den 4. Februar Dienstag, den 5. Februar Mittwoch, den 6. Februar Donnerstag, den 7. Februar Freitag, den 8. Februar Sonnabend, den 9. Februar Parschat BESCHALACH 2. B. M. XIII 17 Haftara Richter IV 4 — V 31 TU BISCHWAT — NEUJAHRSFEST DER BAEUME 9. Schwat 10. Schwat 11. Schwat 12. Schwat 13. Schwat 14 Schwat 15. Schwat — XVII 16 Sonntag, den 10. Februar Montag, den 11. Februar Dienstag, den 12. Februar Mittwoch, den 13. Februar Donnerstag, den 14. Februar Freitag, den 15. Februar Sonnabend den 16. Februar Parschat VITRO 2. B. M. XVIII Haflara Yeshayahu VI 1 — VII 16. Schwat 17. Schwat 18. Schwat 19. Schwat 20. Schwai 21. Schwat 22. Schwat — XX 23 IX 5—6 ...St’-ifipi