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Jüdische Wochenschau · 1963-01-25 · 1996 (25.1.1963) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
1996 (25.1.1963)
Date
1963-01-25
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Ereignisse der Woche Bet EL gibt Pressekonferenz Der provisorische Vorstand einer neuen Synagogen-Gemeinde, die den Namen Bet El trägt, hatte die jüdische Presse zu einer Presse-Konferenz gebeten, um über die Aufgaben und Ziele dieser neuen Gemeinschaft zu berichten. Der provisorische Präsident, Ing. Schoen, er klärte die selbst gestellten Aufgaben. Die neue Gemeinde wolle keiner anderen Konkurrenz machen; sie setze sich im wesentlichen auch aus solchen Familien zusammen. die bisher keiner jüdischen Gemeinde angehört haben. Das Wesentliche sei, der Jugend ein Heim zu gelien, neue Jugend her anzuziehen und für die Inhalte und Aufgaben des Judentums zu interessieren. Aschkenasim und Sefaradim gehören zu den Gemeindemitgliedern. Jegliche Unterscheidung dieser oder anderer Arten werde ebenso wie die Bevorzugung besser bemittelter Mitglieder abgelehnt. Die Gemeinde sei bereits am 14. Kislew gegründet worden, erklärte Herr Ing Schoen. das war im Dezember des vergangenen Jahres. Im März werde die Ge meinde ihre Arbeit aufnehmen. Die Gemeinde solle ein Zentrum des jüdischen Lebens werden. Sie werde eine neue Ideologie aufstellen und neue Wege beschreiten. durch welche die Gemeinde wieder in den Mit telpunkt des jüdischen Lebens treten werde. In Buenos Aires leben etwa 400.000 Juden, aber nur ein kleiner Teil, vielleicht 20.000 seien durch Synagogengemeinden erfasst. Die neue Gemeinde ist dem Weltrat der Synagogen (United Sinagogues) in New York angeschlossen, dessen Zentrale in Kürze nach Israel verlegt werden wird. Die Gemeinde setzt die Tradition der früheren konservativen Gemeinden in Deutschland fort. Sie betrachte sich mit dem Staat Israel solidarisch. Die Leitung habe Rabbiner Marshail Meyer übernommen, der seine Rückkehr nach den USA verlegt hat. um sich der neuen Gemeinde zu widmen. Rabbi Meyer sei von den United Sinagogues damit betraut worden, für die Verbreitung und Erneuerung des jüdischen Lebens zu wirken. — Rabbi Meyer Rabbiner Marshall Meyer ergänzte die Ausführungen des provisorischen Vorsitzenden der neuen Gemeinde. Die jüdische Jugend habe den Wunsch, sich wieder dem Judentum zu nähern. Sie bedürfe jedoch einer starken Führung. Das jüdi sehe Leben solle nicht bei Aeusserlichkeiten stehen bleiben, sondern in starker und aktiver Mitarbeit bei der Gemeinde-Arbeit mitwirken. Seit der babylonischen Galut sei die Gemeinde der Hauptversammlungsort gewesen. Von hier seien alle Impulse ausgegangen. Das jüdische Lebe^, müsse modernisiert und der heutigen Zeit angepasst werden. Ein neuer Siddur der United Sinagogues sei bereits herausgegeben worden. Unsere Jugend mit unserer uralten Kultur zu verbinden, sei unsere Aufgabe. Andere Bücher werden ebenfalls er scheinen, um einen lebendigen Zusammenhang zwischen dem Alten und einer netten Zeit herzustellen. Auch Herr Rabbi Meyer versicherte, dass die neue Gemeinde keiner der bestehenden Konkurrenz machen wolle. Wir müssen uns gegenseitig helfen und zusam menarbeiten. Das neue Gemeindehaus wird in Belgrano errichtet werden, weil es im Zentrum der Stadt keinen geeigneten Platz gäbe, der nieht zu teuer wäre. — Vermehrung durch Spaltung Auf dem für bonaerenser Verhältnisse üblichen Wege ist die jüdische Qeffentlichkeit um eine Gemeinde rei eher geworden. In der Con gregaeión Israelita de la República Argentina kam es zu Meinungsverschiedenheiten, die zu einem Exodus einer grösseren Anzahl von Mitgliedern geführt hat. Natürlich sind nicht alle aus der Congregación ausgetreten, aber sie hielten es doch für erforderlich, sich zu rückzuziehen, um nun eine neue Gemeinde zu gründen, die ohne innere Reibungen arbeiten wird, bis dann wieder einmal ein neuer HOTEL LAGO "TS AUF WUNSCH DIAET S RIO CE8ALL0S Casilla Carrea 34 SIERRAS DE CORDOBA itttttntmnma* .schwerwiegender' Grund auftritt, der zu weiterer Vermehrung führt. Natürlich kann jeder machen. was er will, wir haben weder eine Diktatur im jüdischen Leben noch die Macht, einen Juden zu zwin gen. das zu tun. was die Mehrheit für richtig erachtet. Wir sprechen zwar viel von Demokratie, aber zwischen der Bekundung von Sympathien und der Eincrdordnung in ein demokratr sches Leben ist selbst bei uns ein sehr weiter Weg. So kam es also, dass die hundertjährige. angesehene Congregación, die mit einer grossen Würde repräsentativ wirkte, unmittelbar nach den erhebenden Festlichkei (en ihres einhundertjährigen Bestehens zum Schauplatz unerfreulicher Diskussionen geworden ist, die schliesslich zur Spaltung führten. Mit einem gewissen Mitleid blickten die grossen Herren der Congregación auf ihre unbemittelten Brüder. die aus Zentraleuropa kamen, eine etwas difieren te jüdische Linie einnahmen und neue Gemeinden schufen. Selbst noch vor einigen Monaten, als das Rabbinerseminar geschaffen wurde, war der Daehverband aller zentraleuropäischen Juden in Lateinamerika, die Centra. sozusagen nur das dritte Rad am Wagen. Jetzt aber kommen die Spalter in die Gehege unserer Gemeinden und dringen bis nach Belgrano vor. Die Spalter der Congregación haben sozusagen Belgrano entdeckt Wir stellen eines fest: In dem Konflikt, der in den Reihen der Congregación ausgebroeben ist, nehmen wir keine Stellung. Wir sagen nicht, die einen oder die anderen hätten Recht. Dagegen sagen wir. ist ein schweres und nicht zu verantwortendes Unrecht, eine Gemeinde nach 100 Jah ren zu spalten, nur weil es angeblich nicht zu einer Ver. ständigung in Fragen gekommen war. die bei freundschaftlichem Verhalten der beiden Parteien zu einer Lösung geführt werden können. Nicht Spaltung, Einigkeit tut not! Dass nicht Spaltung in diesem Augenblick wesentlich sein kann, sondern Einigkeit. ist nicht nur ein Ge bot der politischen Vernunft, sondern ein Erfordernis der Lage auf allen Gebieten des jüdischen Lebens. Wir haben in Belgrano bereits vier Ge. meinden auf einem territorial äusserst begrenzten Raum. Wir können nicht erkennen. dass die Eröffnung einer fünften eine Notwendigkeit sei. Was wir brauchen. ist der Zusammen- KANTOR Für unsere EmheiUgemeinde, die aus 1409 Familien besteht suchen wir erstklassigen KANTOR, der auch moeqhchst Baal Kaure ist. Ausführliche Bewerbungen mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften und Gehaltsansprüchen werden per Luftpost erbeten an S. C. I. „B’tte Jisrtel“ C««üb 2487 — Santiago 4« Chile MHvummmvviHvwuHHt'tvvviv Angriffe auf jüdische Gesthaefie Rio de Janeiro. — Eine bekannte brasilianische Zeitung verurteilte energisch die kürzlich erfolgten Angriffe gegen verschiedene jüdische Geschäfte und gegen ein Gemeindehaus in Salvador, der Hauptstadt der Provinz Bahia. Der Leitartikler der Zeitung „O Journal" in Rio de Janeiro verlangt «ine umfassende Polizeiaktion, um diese Angriffe zu unterbinden, die die erste antisemitische Aktion in dieser Provinz darstellen. Wi? die Polizei vermutet, handelt es sich um eine organisierte Grupps von antisemitischen Terroristen. die für diese Zwischenfälle verantwortlich ist, bei denen auf jüdische Geschäfte aus Schrottlinten geschossen wurde. In Salvador leben etwa 500 jüdische Familien. Es wird darauf hingewiesen, dass ähnliche Vorfälle in anderen Städten durch schnelle polizeiliche Intervention sofort unterdrückt wurden. Auch die öffentliche Meinung hat sich gegen diese Ueberfälle ausgesprochen. Die Zeitung verlangt schliesslich wirksame Methoden von Seiten der Polizei gegen die Verantwortlichen in Salvador. (ITAi Schluss der Gemeinden, die Zusammenfassung der Kräfte und nicht eine neue Zersplitterung. Wenn wir von den Gemeinden in Belgrano spre eben, dann haben wir nur die unseres Sektors in Betracht gezogen. Es gibt aber auch eine Reihe von Gemeinden und Organisationen der anderen Sektoren. Vielleicht sind Juden noch nicht erfasst. Aber dann gibt es wohl Möglichkeiten, sie zu organisieren. Dass hierzu ein« n«ue Gemeinde erforderlich sei, wird niemand im Ernst behaupten wollen. Und wenn er es tut, hat er nicht Recht. In Krisenzeiten ist es für Juden immer gut, auf der Wacht zu sein. Im vergangenen Jahr haben die argentinischen Juden wiederholt über ihre Lage hier nachdenken können. Krisenzeiten schaffen nach einem alten Gesetz der Galut immer Angriffsflächen gegen Minderheiten. Dieses Land macht davon keine Ausnahme. Also soll man seine Reihen durch Einigkeit und Geschlossenheit stärken, nicht aber bestehende, angesehe ne Organisationen schwächen. was zweifellos durch die Spaltung erreicht worden ist. tung liegen. Dies ist letztlieh überhaupt kein Weg zur Lösung der Probleme, da bei einer konsequent durchgeführten Spaltungs - Idee schliesslich jeder Mensch allein bleiben würde. Im übrigen ist es kein neuer Weg, denn gerade in unserem Sektor haben wir mit Spaltungen eigene Erfahrungen gemacht. Das Beschreiten neuer Wege, die angekündigt wurden. lässt deutlich das Programm der United Sinagogues erkennen, das keinesfalls den Vorstellungen unserer Kreis« entspricht. Die Kritik am argentinischen Judentum, die v«wa diesen Kreisen geübt wird, ist un berechtigt; denn Hiebt in Nordamerika haben wir ein lebendiges und volksbewusstes Judentum, sondern hier in Argentinien. In Nordamerika haben wir ein mit allen typischen nordamerikantschen Eigenschaften zersplittertes Geme.indeleben, in weichem eine Reihe reicher Leute mit ihren Rabbis oder einige Rabbis mit ihren reichen Leuten Separat-Organisationen aufzieben mit der Tendenz, den armen jüdischen Brüdern anderwärts das Heil ihrer Reformen und sonstigen Anschauungen zu bringen. Wir sagen es klar; Wir brauchen diese Reformen nieht. die nur dazu geschaffen worden sind, durch Aeu.- sserliehkeiten mitanderen Klubs konkurrieren zu können. Und dieses Wort „Konkurrieren“ wurde von den neuen Wortführern der neuen Gemeinde allzu oft gebraucht, als ob es eine Konkurrenz bei der Erfüllung gottesdienstlicher oder gemeindlicher Aufgaben überhaupt geben könnte. W'as wir bedauern, ist die Kritik an der Arbeit unserer Gemeinden, die zugleich eine Kritik an der Tätigkeit unserer Rabbiner ist. Mit welchem Recht aut diesem versteckten Wege diese Kritik geübt worden ist. wissen wir nicht. Um seine eigenen (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 8) MARAVILLOSAS EXCURSIONES A ISRAEL ANTICIPO Y ID CUOTAS DE «i* 90 SIN'INTERESES viajes PESAJ 10M - HAATZMAUT( BITTERMANN] Neue Wege Wie mau erfahren hat, will die Gemeinde neue Wege gehen. Das ist interessant und wichtig. Denn nie mand darf in seiner Entwicklung stehen bleiben, vor allem nicht eine jüdische Gemeinde. Der neue Weg kann aber nicht in der Spal- CORRIENTES 2063 - T. E. 45-4957/7607/ 49-0433/ 1229/3491 BUENOS AIRES vmvwvwvvwtmnmHiMwwwwwvwHVwW | ARGENTINISCHER ANWALT f $ der nach Israel iibersiedelt, übernimmt alle Arten vonf | Interessen-Vertretungen * « Treuhandschaften, Informationen, Beratungen. Man wende sich schriftl. an die Semana Israelita, S Pueyrredön 2190, 1. St. unter Anwalt. FONDS ZUR HILFELEISTUNG AN POLITISCH VERFOLGTE, DIE IHREN WOHNSITZ UND STAEND1GEN AUFENTHALT IM AUSLAND HABEN (HILFSFONDS), WIEN II, TABORSTR. 4/6 VERFOLGTE (5. 3. 1933 — 8. 5. 1945) welche am 13. März 1938 österreichische Staatsbürger waren oder vor diesem Tage 10 Jahre ununterbrochen im Gebiet der Republik Oesterreich ihren Wohnsitz und ständigen Aufenthalt hatten oder am 13. März 1938 deutsche Staatsbürger waren und aus Oesterreich auswanderten, können ZUWENDUNGEN FÜR BERUFSSCHAEDEN ODER SCHAEDEN DURCH UNTERBRECHUNG DER BERUFSAUSBILDUNG ODER DER VORBERUFLi- CHEN AUSBILDUNG erhalten, wenn sie die übrigen gesetzlichen und statutarische» Bedingungen erfüllen und ihre Anmeldung bis längstens zum 31. OKTOBER 1963 beim Hilfsfonds in Wien II, Taborstrasse 4—6 eintreffend überreichen. Antragsformulare, die auch die massgeblichen Vorschriften der Statuten enthalten, sind in Buenos Aires oder der zuständigen österreichischen Auslandsvertretung erhältlich.

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