Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 1996 (25.1.1963)
- Date
- 1963-01-25
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Viernes, 25 de K ner» de lOSt-S SEMANA ISRAEL ITA Ail» XXIV. — N». 199« — S von CHARLES R0E5MER Karriere Es gibt einen erstaunlichen. fast einzigartigen Fall im politischen Leben unserer Tage: Der aktive Mini ster der Opfer des Krieges einer von den meisten ziv; lisierten Staaten anerkannten Regierung, der Regierung des unabhängigen neuen Algerien, unter Präsi dentschaft von Ahmed Ben Bella ist Said Mohammedi 50 Jahre alt, ehemaliger | Unteroffizier der französischen Armee. Dieser Mini, ster ist ein authentischer Kriegsverbrecher und arbeitete während des Krieges sowohl für die deutsche Ab wehr als auch für die Ge stapo. Mit einem Spionageauftrag hitlerdeutscher Stellen in Algerien eingeschleust, wurde er noch während des Krieges verhaftet und zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. 1952 wurde Said Mohammedi begnadigt. Seine Be. strafung und auch seine Verbrechen haben nichts mit der Rebellion der algerischen Nationalisten zu tun. Ihnen schloss sich Said Mo JE WAERMER DIE TAGE, DESTO LEICH¬ TER DIE KLEIDUNG Carltou bietet Ihnen die ganze Linie federleichter Kleidung in bester Konfektion stabiloformverarbeitet. Und wenn Sie Masskkidung wünschen, erst recht zu uns? Für „Ihn“, und die Herren Söhne praktische Geschenke zu den Feiertagen. Hemden, ^Strümpfe, Kravat ten, Taschentücher. Schlafanzüge, Morgenröcke etc. PRAKTISCH DENKEN. VON CARLTON SCHENKEN! Ernst Koppel Herrenbekleidung Maipú 484 I. TE. 31-7845 Herrenausstattung Maipú 982 TE. 31-0357 h am medi erst später an. — Der Fall ist interessant genug, um ein wenig im Detail behandelt zu weiden Said Mohammedi stand in Frankreich im Dienst, als der Krieg ausbrach. Demo, bilisiert nach dem Zusammenbruch Frankreichs im Juni 1940 nahm er Kontakt mit den französischen Fa schisten auf. Leidenschaftlicher Antisemit, der er war, zog ihn die Propaganda der Extremisten an, und er engagierte sich in einet Truppe. die Abscheu und Sehrekken zugleich aller französi sehen Demokraten war — in der berüchtigten „Legion der Freiwilligen gegen den Bolschewismus“ (L.V.F.i. In dieser vom Nazi-Regime aktiv unterstützten und auch grossziigig subventio nierten Formation der französischen SS, die später an der Ostfront gemeinsam mit den Hitlertruppen kämpfte, hatte sich wirklich der Ab schäum des französischen Rechtsradikalismus zusammengefunden. Soweit die Truppe in Frankreich eingesetzt war, machte sie. in engstem Kontakt mit Gestapo und Sicherheitspolizei. •Jagd auf Widerstandskämpfer und Juden. Alle Berich fe stimmen darin überein, dass die Männer dieser Legion grausamer als die Gestapo gewütet haben und ihnen bei ihrem bestialischen Treiben in einigen Fällen sogar die abgehärteten und nicht gerade sentimentalen Gestapo-Leute in den Arm gefallen sind, um sie zu massigen. An der Ostfront wurde diese Legion trainierter Mörder vor allem gegen Partisanen und auch zur „Reinigung der Etappe“ herangezogen, was sich vor allem in Ausrottungsaktionen gegen Juden auswirkte. Die L.V.F.-I^ute, von denen selbst einmal Philippe Pe tain sagte, dass sie „Fanatiker im Blutrausch“ seien, wurden während des Krieges im Osten in insgesamt 4L Fällen zur „Ausräucherung jüdischer Rattennester“ eingesetzt, wie es im internen Kampfblatt der Legion, „Le cri du peuple“ einmal in plastischer Bildhaftigkeit hiess. Mindestens an vier sol eben Reinigungsaktionen ist Said Mohammedi im „kommandierten Dienst“ beteiligt gewesen. — Aber der algerische „Freiwillige gegen den Bolschewismus“, Said Mohammedi, begnügte sich nichf mit ,, militärischen“ Leistungen im Dienst des Hitlerschen „Ausrottungs - Programms rassisch und politisch Min derwertiger“, er stellte sich auch der „Abwehr“, dem offiziellen deutschen Spionagedienst also, zur Verfügung und arbeitete später als rühriger und geschätzter Agent der Gestapo. In der Gestapo hatte Said Mohammedi die Nummer „3174a‘‘ und war unter dem Namen „Nie Ali“ eingetragen. In seiner Akte in den Gestapo Archiven von München stand folgender Vermerk: „Sehr intelligent, fanatisch der Sache des Führers ergeben, geschulter und rassisch instinktsicherer Antisemit, beim Ausheben jü discher Zellen sowohl in Galizien wie in der Ukraine einer unserer erfolgreichsten und zielsichersten Agenten. — Für grössere, selbständige Operationen zu empfehlen.“ Selbständige Operationen hat Said Mohammedi dann später mehrfach durchge führt. So gelang es ihm im Sommer 1943 in Minsk, eine jüdische Widerstandsgruppe auszuheben. Said Mohammedi hatte sie, als Jude getarnt, bespitzeln können. Bei diesen „Verhören“ haben drei der Widerstandskämpfer durch „technischen Unfall“, wie es im Bericht der zuständigen Gestapostel le hiess, ihr Leben eingebiisst; aber gesprochen hat von diesen jüdischen Märtyrern niemand. Gestapo-Agent und „Abwehr“-Mann Said Mohammedi wurde später in Frankreich eingesetzt und hat in Lille und in Maubeuge gearbeitet. In Lille war er zweimal an Strafexpeditionen ge gen Mitglieder des Widerstands beteiligt. Einmal sollte er auch einen rumänischen Rabbiner ausheben, der in der Umgebung von Lille, nahe der belgischen Grenze, versteckt war. Der Rabbiner entkam jedoch in letzter Minute wie durch ein Wunder. Er hatte sich im Um die Flüchtlinge Jerusalem. — Die Verei rügten Staaten haben eine initiative ergriffen, um das Problem der arabischen Flüchtlinge einer Lösung näher zu bringen. Es fand eine Besprechung in Jerusa lern über diese Frage im Aussenministerium statt, an der der israelische Botschafter in Washington, Abraham Harman, und der ständige israelische Delegierte vor den UN, Michael Comay, teilgenommen hallen. An den Beratungen be teiligte sich auch längere Zeit hindurch Ministerpräsident Ben Gurion. Ueber das Ergebnis dieser Besprechung wurde nichts verlautbart — (ITA) MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschiit t« mit der grössten Auswahl. SARMIENTO 1147 T. 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In Ermangelung des Juden ergriff man sich einen Bauern, der dem Rah biner aus Menschlichkeit geholfen und ihm sein Ver steck gesichert hatte. Der Unglückliche wurde tüsiliert. Dann erreichte Said Mohatnmedi, der während des Krieges mit einem Spionage-Auftrag heimlich in Algerien eingereist war. endlich sein Schicksal. Er wurde verhaftet und zu lebenslänglichem Zuchthaus ver urteilt. Aber 1952 war er wieder in Freiheit. Die algerischen Nationalisten störte seine Vergangenheit nicht, und sie nahmen ihn in ihre Reihen auf. Man weiss, dass der Unteroffizier a. D. und späterer faschistischer Legionär der „nationalen (französischen) Revolution“ Karriere in der F.L.N. machte, hohe mititä rische Kommandoposten io der revolutionären Bewegung einnahm und schliesslich der Intimus Ban Bellas wurde. Keiner weiss, wie der einstige Judenjäger und Mörder französischer Patrioten, die gegen die nazistischen Eindringlinge kämpften, heu te denkt. Vielleicht haf er sich ehrlich gewandelt. Aber die, die das Grauen der unerbittlichen Kriegs- und Verfolgungsjahre erlitten haben, sind empört, einen Menschen mit dieser Ver gangenheit als Minister einer Regierung zu finden, die das erste FiihrungS-Gremium der unabhängigen Republik Algeriens darstellt. LA SEMANA ISRAELITA BISEMANaRIO INDEPENDIENTE S». Aire* - PUEYRREDON 2190. 1* i«q. — T. E. 83.261 ' 25. Januar 1963 29. Tewet 5723 vm HAROLD SGHWARCZ Der Krieg um Katanga stand in den letzten Mon a (en oftmals irn Mittelpunkt des politischen Geschehens. Der Reindl Mois*-« Tsrhonihe wollte sich weder der Zentralmacht noch den UN beugen. Mehrfach gelang ihm die Flucht. Im Augenblick soll er zur Kapitulation bereit sein. — Die Frage des Eintritts Gross'britanniens in dieEuro. päische Wirtschaftsgemeinschaft hat trotz monatelanger Verhandlungen bisher keine zufriedenstellende Beantwortung gefunden. Ueber den israelischen Antrag auf Aufnahme in die EWG ist bisher nicht weiter verhandelt worden. — Auf einem internationalen kommunistischen Treffen in Berlin besuchte Krutsehew die Mauer und suchte eine direkte Begegnung mit dem Westen. Bürgermeister Brand wollte sich mit Krutschew treffen. Die Koalitionspartner verhinderten diese Begegnung. In verschiedenen lateinamerikanischen Ländern erregten die seit langem vorhandenen Tendenzen zur Aufteilung der Latifundien die Aufmerksamkeit der Oeffent- Iichkeit. Zu irgendwelchen Entscheidungen kam es vorerst nicht, da die verschiedenen sozialen Kräfte einen Ausgleich verhindern. — Frankreichs Präsident Charles de Gaulle lehnte amerikanische Waffenpläne ab, um seine völlige Unabhängigkeit zu bewahren. De Gaulle bat den Ehrgeiz, Frankreich wieder zum. alten Glanz zurückzuführen und glaubt offensichtlich, dass die Wiederherstellung der .grande armée’ eine Voraussetzung hierfür ist. — in der jungen afrikanischen Republik Togo wurde deren erster Präsident Sylvanus Olympia ermordet. Nikolaus Grunitsky, ein Schwager des Ermordeten, der im Exil leben musste, kehrte nach Togo zurück und übernahm die Ministerpräsidentsohaft. — In London verstarb Morgan Philipps, der hohe Positionen im Staat und in der La'bourparty eingenommen hatle. Jahre hindurch war Philipps Präsident der Sozialistischen Internationale. — Durch den Tod von Hugh Gaiiskell hat nicht nur die britische Arbeiterpartei, sondern die demokratische Welt einen ihrer hervorragendsten Männer verloren. — Kriegsjahren an manches gewöhnen müssen — aber ein notorischer NS-Kriegs- Verbrecher als Minister in einer Regierung — das ist immerhin selbst für unsere überreichen Erfahrungen auf diesem Gebiet eine schmerzliche Neuheit. Dr. Daniel Auster, der erste Bürgermeister des israelischen Jerusalem, ist vor wenigen Togen gestorben. — Zwischen Tunis und Algier ist es zu einem schweren Konflikt gekommen, weil Algier den vermeintlichen Attentätern gegen das Lehen des tunesischen Priisidente» Bourguiba Vorschub geleistet haben soll, — Wirtschaftsverhandungen zwischen Brasilien und der Sowjetunion haben in einer „ausgezeichneten Atmosphäre“ stattgefunden, wie die brasilianische Presse meldete. Der Warenaustausch zwischen diesen beiden Ländern soll zumindest verdoppelt werden .. — ¡ESTUDIO «ttmmmmmmmtnmmttmmmttt ¿ i Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS ★ ★ BI1ESI0STUNDE9I: î'waœüa und! Fraitag van IS—13 UHir Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS i: 4- > ♦ Erbschaftssachen - Vsrlrosge — V©rwaltun li gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. í PUEYRRED0N 2190 esq Av. LAS HERAS — T. E. 83-2613 I «mœrowroœœmî: