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Jüdische Wochenschau · 1963-01-25 · 1996 (25.1.1963) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
1996 (25.1.1963)
Date
1963-01-25
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes, 25 de Enero de 1965 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXIV. — No. I!** Das geschah vor 30 Jahren £ (Schluss von Seite 1) i gensätzen, sondern nur durch Klärung der Situation erfolgen. Hierüber sind sich auch alle Deutschen einig, jedenfalls diejenigen, die ernsthaft die belastete Vergangenheit überwinden wollen, glücklicherweise vor allem die Jugend. Die Atmosphäre ist heute keineswegs bereinigt. Die Kette der Ueberraschungen reisst nicht ab. Immer wieder werden hohe bundesdeutsche Beamte als früher sehr aktive Nazis entlarvt, die an schrecklichen Verbre eben beteiligt gewesen sind. Die überwiegende Mehrheit dieser Ehemaligen ist in der Justiz oder bei der Polizei untergetaueht. Hohe Staatsanwälte. die Bluturteile im nazistischen Unrechtsstaat verlangt haben, sind heute berufen, die Republik zu verteidigen. Derartige Fehlentwicklungen müssen gerade in dem Augenblick besonders alarmierend wirken, wo wir noch einmal die Erinnerung an den Beginn der nazistischen Schreckensherr Schaft wachrufen. — Zu den hitleristischen Propaganda - Parolen gehörte auch die Verdammnis der republikanischen Epoche als der 13 oder 14 Jahre der Schmach. Für die Weimarer Republik und ihre Männer haben sich später wenige Verteidiger gefunden. Auch das dürfte ein bedenkliches Zeichen für die geistige Einstellung in der Bundesrepublik sein. Mit dieser Republik. die vergeblich den Na- Dr. FREY j ABOGADO; « « PUETRREDON 2190 * 1* izq. « nachm. 16—19 Uhr J T. E. S3 2613 * 4 REAL PEN! Füllhalter ♦ REPARATUREN ♦ Spezialgeschäft « CORRIENTES 569 t T. E. 49-5850 ♦ » W 9 V V V-T T V w V w ▼ ▼ ▼ ~ ~ * Jaime Liebling*;; S. A. 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Januar 1933 zog ein unübersehbarer Zug der Anhänger Hitlers, mit Fackeln in der Hand, durch die Wilhelm strasse. Von seinem Fenster schaute Generalfeldmarschall von Hindenburg. Präsident der Deutschen Repu blik. fassungslos auf die vorüberziehenden Massen, die ihn pflichtschuldig grüssten. Halb verzaubert, halb verwundert sieht Hindenburg auf diese Menschen, die ihm mit ihren wilden Manieren völlig fremd sind. Nur die Militärmärsche, zu deren Klängen sie marschi?- ren, erwecken in ihm ein Echo. So schildert ein Histoi riker die Geschehnisse dieses Abends. Die Militärmusik sollte immer lauter werden. bis sie von Donnern der Geschütze, von Rattern der Motore und vom unheimlichen Lärm der auf Deutschland fallenden Bomben übertönt werden sollte. Wäre diese Entwicklung aufzuhalten gewesen? Diese Frage tauchte bald nach dem 30. Januar 1933 auf; sie ist bis heute nicht verstummt. Die Antworten sind verschieden ausgefallen, was nicht andters zu erwarten war. Aber hat es denn ei nen Sinn, heute wie damals, nachdem nun einmal das lange erwartete und doch überraschende Ereignis der nazistischen Machtübernahme Wirklichkeit geworden war, diese Frage uns vorzulegen? Für denkende Menschen wird es immer sinnvoll sein, nach den Ursachen einer so tiefgreifenden Umwälzung zu forschen. Sind doch solche Erkenntnisse selbst heute noch von Bedeutung, können sie doch zur Meinungsbildung nicht nur über die Vergangenheit, sondern über Werdendes beitragen, wenn man nur den Sinn und die Lehre verstehen will, die uns allen mit einer ungeheuren Wucht und Eindringlichkeit erteilt worden ist. JUDITH J SCHENK0LEWSK! \ \ KULTUSSTICKEREIEN ¡| | Schabbosdecken - Tallis- ¡« i beute] - Käppchen - Maz- 1 zot-Taschen Hand- und«, | Maschinensticker« von ¡« i Bett- und Tischwäsche j Dr. P. I. RIVERA 2585 i (fr. Bebedero) \ T. E. 73-9155 ‘f Mit dem Geschehen um den 30. Januar 1933 haben sich viele Historiker beschäftigt, und ihre Forschungen haben auch reiches Material zum Verständnis und zur Erkenntnis der Zusammenhänge in dieser Zeit geliefert. Wir wissen, dass diese Untersuchungen auch heute noch keinesfalls abgeschlossen sind, dass weiteres Material noch überprüft und manche wichtigen Dokumente noch nicht wieder aufgefunden worden sind. Immerhin dürfte bereits nahezu sicher sein, dass die Antwort auf die schicksalhafte Frage, ob das tragische Ereignis, durch das der Weg zum Untergang gebahnt worden ist, nicht hätte aufgehalten werden können, mit einem Ja beantwortet werden muss. Die verantwortlichen Menschen und Kreise haben nicht die Möglichkeit, sich hinter einem Fatum zu verstecken, das unabwendbar seinen schicksalhaften Lauf genommen haben würde. Sie können auch nicht sagen, dass die Umstände stärker waren als sie selbst. Im September 1933 erklärte Hitler, der es doch am besten wissen musste: ,,Wir wollen an diesem Tage aber auch besonders unserer Armee gedenken, denn wir alle wissen genau, wenn das Heer nicht in den Tagen unserer Revolution auf unserer Seite gestanden hätte, denn stünden wir beute nicht hier.“ Diese Worte finden sich in einer Rede, die der damalige „Führer und Reichskanzler“ in aller Oeffentliehkeit gehalten hat. Aus diesen Worten spricht der noch irische Eindruck des Geschehens. Es waren nur einige Monate vergangen, seit die Nazis an die Macht gekommen waren. Hitler bekennt in dieser Rede. dass die Nazis allein es nicht geschafft haben würden, die unbeschränkte Macht an sich zu reissen, wenn sie nicht des Schutzes und der ..Treue“ der Armee sicher gewesen wären. Aber war dies Treue? Wem ei gentlich hatte die Armee die Treue geschworen? Der Eid der Soldaten war auf die Republik geleistet worden, deren Totengräber von ihnen auf diese eigenartige Weise geschützt worden sind. Hier beginnt bereits die Untersuchung über die Schuldfrage und nicht etwa erst mit der späteren A.usrottungspolitik gegen andere Völker. Ohne die Voraussetzungen, die im Jahre 1933 unter den Augen und mit dem Wissen der Armee geschaffen worden sind, hätte Hitler niemals über die Macht verfügt, das Recht zu brechen und einen perfekten Unrechtsstaat aufzurichten. In diesen Worten Hitlers liegt aber noch ein weiteres j| M0HEL N. PLAKSIN i Superi 2719 Î Confitería NIZA :f Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, eeq. CONDE! 76-0286 73-1049 T. E. 76-6784 u. 76-231! Î JACOB LAPIDUS j! J dipl. Mohel!; i NEUE ADRESSE í VIAMONTE 2037, 4j. B. \ S 46-1716 und 48-2124 \ Wwv. Israel und die EWG Paris. — Walter Eytan, der israelische Botschafter in Frankreich, erbat die französische Hilfe bei den Verhandlungen um Eintritt Israels in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Bekanntlich sind die Verhandlungen zwischen Israel und der EWG im Augenblick suspendiert. Zugeständnis; ohne den Schutz und die zumindest wohlwollende Duldung der Armee hätte er seine ersten Zwangs- und Gewaltmassnahrrien nicht durchführen können. Denn im Zeitpunkt der zitierten Rede, am 23. September 1933 musste er diese lobende Bemerkung über die Armee machen, weil er auch noch weiterhin auf deren „Treue“ angewiesen war. Zwischen dem Januar und dem September 1933 lagen einige schwerwiegende Begebenheiten, die keinen Zweifel mehr an der Entschlossenheit der hitleristischen Regierung zuliessen, das verkündete Programm der Entrechtung und der Versklavung der Massen, des Bruchs der Grundgesetze der Weimarer Verfassung und die Errichtung eines Einparteien - Staates durchzuführen, der auf den Bajonetten der hitleristischen Bürgerkriegsarmeen aufgebaut wurde. All diesen Ereignissen hatte die Wehrmacht ruhig und anteilnahmslos zugesehen. Konzentrationslager waren eingerichtet worden, was das Volk wusste. Warum sollte es den immer sehr gut unterrichteten Wehrmachtsoffizieren unbekannt geblieben sein?, die über einen eigenen Geheimdienst verfügten. Die Gestapo hatte ihr blutiges Handwerk aufgenommen. Die Parteien waren praktisch bereits ausgeschaltet. Der Reichstagsbrand war inszeniert worden. Die ersten schweren Verfolgungs- und Entrechtungsmassnahmen gegen die deutschen Juden waren lange in Kraft. Mit dem Boykott-Tag des 1. April wurde der Welt das erste traurige Schauspiel einer hemmungslos gegen die Juden organi sierten Aktion vor Augen geführt. Zweifelhafte Personen waren überall in leitende Posten aufgeriiekt. Aber die Reichswehr war ruhig geblieben. Sie hatte nichts gegen diese Verbrechen unternommen. obwohl sie damals noch die Macht hierzu gehabt haben, was ihr zu allem Ueberfluss von Hitler selbst bestätigt worden ist. Auch das Ausland reagierte nicht in der gehörigen Form. Ohne jeden Zweifel hatten die fremden Mächte Billige Scbiffsrttsen nach Israel Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredda 2190, 1’ izq. T. E. 83-2613 80-6930 Genf. — Zwei Schiffe, ,,Bi- _^ lu“ und „Ili“, die den Na-t¡ EstreUas Editorial Ltda men jüdischer Pioniere tra- “ gen, werden einen Fährdienst aufnehmen. Es handelt sich um ein neues Touristen Unternehmen, das den Zustrom von Reisenden nach Israel, deren Zahl heute 150.000 im Jahr beträgt, verdoppeln soll. Die ,,Bilu“ kann 3.500 Passagiere befördern und braucht für die Ueberfdhrt von Ancona nach Haifa 65 Stunden. Man glaubt, dass angesichts der Eröffnung zweier Tunnels zwischen der Schweiz. Frankreich und Italien eine grössere Zahl motorisierter Touristen nach Israel kommen dürfte. — (ITA) zu diesem Zeitpunkt noch die Möglichkeit einer erfolgreichen Intervention. Man machte sich das Leben leicht. Die Verfolgungen und sonstigen Gewaltmassnahmen wurden zu „innerdeutschen Angelegenheiten“ erklärt, in die sich niemand einzumischen habe. Das Ausland war besser als das Inland über das wirkliche Geschehen unterrichtet. Man braucht nur die Erinnerungen verschiedener Botschafter durchzulesen, um rieh über die damalige Situation zu unterrichten. Am 30. Januar 1933 hat Hitler die Macht ergriffen. Die Umstände, unter denen dies geschah, bedürfen einer weiteren Klarstellung.— U SEMAHA ISRAELITA Blsemanario — aparece »Os Martes y Viernes. Editado pot Abono-Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausland Í 600 — jährl. Die Rolle der Tradition Jerusalem. — Der immer noch nicht entschiedene Streit über die Rolle der jüdischen Tradition im öffentlichen Leben des Landes. kam erneut in der Knesset zum Ausdruck, in der ein Antrag auf Abhaltung einer Volldebatte über den „religiösen Zwang in Israel“ entschieden abgelehnt worden ist. Victor Shemtow von der Mapam verlangte u. a. die Ausdehnung der Aufsicht des Rabbinats auf die Reisen mit Schiff und Flugzeug. Religionsminister Zorach Wahrhaftig stellte die Absicht in Abrede, in der staatlichen Fluglinie El Al einen rituellen Ueberwachungsdienst einzuführen. Es handele sich nur darum, so setzte er auseinander, auf Kosten des Rabbinats die Aufsicht über den Einkauf von Nahrungsmitteln im Ausland' und das Geschirrwaschen in ausländischen Flughäfen auszuüben. Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN n. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt. Frei. 15-20 Uhr 3 de Febrero 2030 764)266 Privat 52-7734 B. Schwanz : ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214“; RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN ZAHNARZT HUGO STRAUSS TUCUMAN 1625 LA — T. E. 40-8442 Sprechstunden ab 15. I. 63 nach vorheriger Anmeldung Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 £SSSSSSlS2«EgSS*MSíMtISaSeSfS»S»*SSBaiS*5li51í»*Sa*ÍSIIM.íati^! Dr. BERNARDO GOLDSTEIN jj a MEDICO g M M | Cardiología — Hospital Fernández ¡jj S Radio X — Durchleuchtung — Elcctr(Kardiogramme 3 1 CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6917 ¡ s 3 g Consultos: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr 3 S Sonnabend: 14—16 Uhr g m M 5 «¡ 'líisesigísííiassíirsf'MKissssssassfsssssssisssiBísrssEKSíSíía ¡ VARICES-ULCERAS I a DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS jj I Dr. SAUL UMANSKY I 3 Sarmiento 3116 T. E, 87-1362 jjj u N Io3iSíai5ESSSÍBSSf«3*ISSie*«eeS!S*í»3SS5ií*SlíSSáS^ISÍi»SeV®EÍ i£6SIII!läiJ5nn5E5SlCMii!Blii3HMHSi:nSfaiiiHSilUB §Dr. BENJAMIN LIPNIZKYjj S ZAHNARZT ¡jj S ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE- S 3 HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGOg S LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG S g Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend - g nach vorheriger Vereinbarung. jjj | JOSE HERNANDEZ 2518 T. E. 7«-«*?3 und 73-»soo S aHgBSS»B«S51EI5£rttSOS£»£Kl:Ii8»ti«I»SB81S3II81MmSK-*tgag< i Dr. L. KLEIN - Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen-U ntersuchun gen SPRECHSTUNDEN: I Montag. Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15-1» Uhr ¡Es wird gebeten, »ch vorher telefonisch anaumelden... SANTA FE 1391 T.E. 44-9493 u. 44-1542!!

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