Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 1995 (18.1.1963)
- Date
- 1963-01-18
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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2 — Viernes, 18 «c Enero de J%;{ JÜDISCHE WOCHENSCHAU Die Republik im Sterben Aß« XXIV. — No. 1995 j í? (Schluss von Seite 1) ier in Berlin depeschierte an; seine Regierung nach dem; Wahlerfolg der Nazis im Juli 1932: „Hitler scheint jetzt seine Reserven erschöpft zu haben. Die kleinen bürgerliehen Parteien der Mitte und der Rechten hat er geschluckt, und es sieht nicht so aus, als ob er in der Lage sei, eine Bresche in das Zentrum, in die Kommunistische und in die Sozialdemokratische Partei zu schlagen .. Alle anderen Partei, «n sind natürlich befriedigt darüber, dass es Hitler nicht gelungen ist, bei dieser Ge legenheit so etwas wie eine Mehrheit zu erreichen, insbesondere weil sie über- »eugt sind, dass er jetzt seinen Höhepunkt überschritten habe.“ — f Hitler hätte damals .bereits an die Macht kom: men können, sodass eigentlich keine Veranlassung vorhanden war. sich in Sicherheit zu wiegen. Denn er war der Führer der weitaus stärksten Partei. Die beiden Rechtsparteien. Deutschnationale und Volkspartei, allerdings konnten ihm aliein die erwünschte Mehrheit im Reichstag nicht bringen; denn sie hatten zusammen nur 44 der 608 Mandate erhalten. Andererseits war es klar, dass eine Regierung überhaupt nicht zustande kommen konnte, wenn man die hfazis nicht berücksichtigt, denn sie hatten allein 230 Stimmen, zu denen im Falle der Opposition die 89 Stimmen der Kommuni- FREY ABOGADO i 4 Verreist bis 2$, Januar J PUEYRREDON 2196 4 1* U4. * 4 aaehm. 16—19 Uhr J T. E. 83 2613 1 REAL PEN. Füllhalter ♦ REPARATUREN l Spezialgeschäft * CORRIENTES 569 I T. E. 49-5850 $ > ♦ ♦ ♦ ♦♦ * I Jaime Liebling; S. A. \ 4 SPERRHOELZER * H O E L Z E RI DIAZ VELEZ 5224 J I Tel.: 89-9349, 33-9305* PROPIEDADES FRANKENBERG berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN Manuela Pedraza 2330 pl. b. Dp. B T. E. 70-7244 | sten hinzugerechnet werden j mussten. Das ergab mehr i als 50 Prozent, um jede Re-! gierungsbildung zu verhinj dem. Die Nazipartei und die SA drängten zur Macht. Hitler 1 aber fühlte sich stark genug, um noch zu warten, da er sich in keine Koalition zwängen lassen wollte. Er traf sich heimlich mit Schleicher, dem grossen Drahtzieher dieser Jahre, und stellte seine Forderungen: das Reichskanzleramt für ihn selbst; die preussische Ministerpräsidentschaft, die beiden Innenministerien <im Reich und in Preusseni, das Reichsjustizministerium und ein neu zu schaffendes Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda, für das Goebbels vorgesehen war sollten von Nazis besetzt werden. Aber die Verhandlungen führten zu keinem. Ergebnis. Es wurde eine Bekanntmachung veröffentlicht, dass Hindenburg sich geweigert habe, Hitler zum Reichskanzler zu ernennen, weil dieser beabsichtige, von der Macht einseitig Gebrauch zu machen. Dann kam die letzte Reiehstagswahl des Jahres 1932 mit dem erstmaligen Stimmenverlust der NSDAP: sie verloren 4 Prozent der Gesamtstimmen: ihr Anteil sank von 37,3 auf 33.1 Prozent ab. Fapen, gestützt auf das für ihn günstige Ergebnis der Reichstagswahl, bot Hitler die Vizekanzlerschaft an. Hitler wich aus, Am 2. Dezember musste Papen zurücktreten. Kanzler wurde der General Schleicher, der Mann, durch dessen Intrigen Brüning und schliesslich Papen gestürzt worden waren. Tatsächlich unternahm Schleicher eine vielversprechende Aktion, die ein guter Schachzug hätte werden können. Er rief nicht Hitler, sondern Gregor Strasser. den ..Reiehs- ©rganisationsleiter“ der NS DAP. einen der engsten Mitarbeiter Hitlers. Strasser galt als der Repräsentant des linken Flügels der NSDAP, der es mit der Idee ienes spezifisch .deutschen' Sozialismus ernstnabm. General Schleicher hoffte. Strasser für seinen Plan : zu gewinnen, eine Koalition vom linken Flügel der NS¬ DAP bis in die Kreise der SPD zu bilden. Er bot ihm. und nicht Hitler, die Vizekanzlerschaft an. Strasser begann über das Angebot nachzudenken. Strasser glaubte nach den Ergebnissen der letzten Wahlen zum Reichstag Grund dafür zu haben, von Hitlers Forderung nach totaler Macht abzurücken. Hinzukamen die für die Nazis deprimierenden Wahlergebnisse in Thüringen, das schon lägngst vor 1933 unter nazistischer Herrschaft i JUDITH $ :: SCHENKOLEWSKI >!; KULTUSSTICKEREIEN i* Schabbosdecken * Tallis- •' beutej - Käppchen - Maz- *, ¡» zot-Tascben Hand- und % «I Maschinenstickerei von / S Bett- und Tischwäsche % >, Dr. P. I. RIVERA 2585 ¡1 (fr. Bebedero) i T. E. 73-9155 < (Confitería NIZA \ Servicios de lunch de categoría | SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE; 76-0286 73-1049 stand. Dort hatten die Nazis nicht weniger als 40 Pro zent ihrer Stimmen in einer Landtagswahl am 5. Dezember 1932 verloren Alle hofften, die Gefahr Hitler gehe vorüber. In der Besprechung der nazistischen Führer über das Angebot Schleichers gelang es Göring und Goebbels, Hitler auf ihre Seite zu ziehen. Strasser wurde des Verrats bezichtigt. Er trat zurück. (Strasser wurde dann auch auf Befehl Hit lers im Juni 1934 ermordet). Schleicher hatte eine grosse Chance verspielt. Denn wäre Strasser hart geblieben, hätte es tatsächlich gelingen können, sozusagen eine Minute vor Zwölf, die Partei zu spalten. Aber die Linie der Scharfmacher Hit ier, Goebbels und Gör-ng, hatte triumphiert-. Trotzdem war die nazistische Parteileitung von den Niederlagen des Jahres 1932 niedergeschmettert. Goebbels schrieb in sein Tagebuch: ..Das Jahr 1932 war eine ewige Pechsträhne... Die Vergangenheit war schwer, und di« Zukunft dunkel und trübe; alle Aussichten und Hoff nungen vollends verschwunden.“ In diesem Augenblick kam von Papen den Nazis zu Hille, vielleicht noch nicht einmal in der Absicht, ihnen die Macht in die Hände zu spielen. Von Papen ging es darum, seinen Widersacher Schleicher zu stürzen und auf diese reichlich primiti ve Weise sieh für die Politik Schleichers zu revanchieren, durch die er zu Fall gebracht worden war Jedenfalls brachte es von Papen zustande, eine geheime Zusammenkunft mit Hitler im Hause des Kölner Ban kiers von Schröder zu organisieren. Man besprach wie man das Kabinett Schleicher stürzen könne. Von Papen schlug eine Koalition j zwischen Deutschnationalen und Nazis vor. Hitler sollte mit ihm gemeinsam die Kanzlerschaft übernehmen. Hitler winkte zunächst ab. Er sagte, „dass er. "wenn er Kanzler werden würde, der alleinige Regierungschef sein müsse. Aber Papens Anhänger könnten Ministerposten erhalten, sofern sie willens seien, eine Politik mitzumachen, die viele Din ge ändern würde. Unter den Aenderungen. die er andeutete, waren die Entfernung aller Sozialdemokraten, Kommunisten und Juden aus führenden Steilungen und die Wiederherstellung der Ordnung im öffentlichen Leben.“ Es kam zu einer »Verständigung“; die beiden einigten sich in vielen Punkten grundsätzlich. Trotz aller Geheimhaltung meldeten die Berliner Zeitungen Einzelheiten über diese Begegnung. Zunächst Antisemitismus in Russland Washington. — Kommandant Morton London, Chef der nordamerikanischen jüdischen Kriegsveteranen, teilte mit, seine Organisation sei der Auffassung, dass nicht genügend geschehe, um gegen den wachsenden Antisemitismus in der Sowjetunion Front zu machen. Kommandant London verlangte eine energische Kampagne seitens der Behörden. Man müsse gegen die neuen antisemitischen Vorfälle in Russland mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln ankämp fen. Auf diese Weise könne man gegen die sowjetischen Exzesse Front machen. Man habe im Falle Kuba gesehen, was man mit einer offenen und und energischen Aktion erreichen könne. Morton London wies auf die Schliessung der Synagogen in Lemberg sowie auf die persönlichen Verfolgungen in Russland hin, deren Opfer Juden sind. Ausserdem werde das kulturelle und das religiöse jüdische Leben in der Sowjetunion vollkommen abgedrosselt. Man solle schon Schluss machen, so sagte er. gegen die wachsende Herausforderung gegen die Juden in der Sowjetunion. Russische Opposition U SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece .os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. V irantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky PueyrredAn 2190, 1? ízq. T. E. 83-2613 80-6930 Abono-Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausland $ 600 — jährl herrschte Verlegenheit. Aber die Dinge nahmen trotzdem ihren Lauf. In den Wahlen Vereinte Nationen. — In einem Bericht der Vereinten Nationen wird das Recht jedes Menschen auf Freizügig, keit bestätigt, d. h. das Recht, sich dort ans'ässig zu machen, wo er will, und auch jedes Land zu verlassen, das er zu verlassen wünscht. Dieser Bericht der UN wurde mit ausserordentlicher Schärfe von dem Vertreter der Sowjetunion auf der Sitzung der Subkommission gegen Diskriminierung und für den Schutz der Minderheiten angegriffen. Der Bericht wurde von Jose D. Ingles, dem Delegierten der Philippinen und Spezialberichterstatter über diesen Punkt erstattet. Der sowjetische Delegierte, Boris Ivanov. bezeiehnete die Informationen, auf denen der Berieht aufgebaut ist, für falsch und sagte, dass diese Informationen aus jüdischen Quellen stammen würden. Tatsächlich haben die jüdischen Organisationen Einzelheiten über das Leben der Juden in der Sowjetunion der Kommissi- Ivanov behauptete, es sei bekannt, dass die jüdischen Organisationen besondere politische Interessen hätten, um derartige Mitteilungen weiterzugeben. Man könne nicht allen Personen das Recht zusprechen, ihre Wohnländer zu verlassen, weil dadurch eine Massenauswanderung aus bestimmten Ländern hervorgerufen werden würde. Dies aber müsse nach Meinung des sowjetischen Delegierten verhindert werden. Antisemitismus ausser Mode Detroit. — Der katholische Priester Charles E. Cougblin. der vor dem zweiten Weltkrieg als notorischer Antisemit bekannt war. erklärte, dieses „Vorurteil sei nicht mehr modern“ und beschränke sich heutzutage auf die professionellen Antisemiten. Diese Auffassung äusserte er in dem ersten Interview, zu dem er sich nach 20 Jahren bereitfand, als er von Harold Schächtern, dem Redakteur für religiöse Fragen der „Detroit News“ über seine heutige_ Einstellung befragt wurde, ..Meiner Ansicht nach“, führte Ooughlin aus, „sind die Katholiken voller Vorurteile gewesen, aber wir haben diese arrogante Vorein. genommenheit abgelegt, eine Entwicklung, die sich natürlicherweise mit zunehmender Reife vollzieht.'* (ITA)! ZAHNARZT HUGO STRAUSS TUCUMAN 1625 I.A — T. E. 40-8442 Sprechstunden ab 15. I. 63 nach vorheriger Anmeldung * M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 ivwwvvwwvvwwwvwvo JACOB LAPIDUS dipt. Mohel ADRESSE on unterbreitet, aus denen sich ergibt, dass zahlreiche Juden Russland verlassen wollen, aber nicht das Recht zur Auswanderung erhalten, von Lippe-Detmold, wo insgesamt 90.000 Wahlberechtigte abstimmten, errangen die Nazis einen überrasehenden Sieg. Sie erhielten 39,6 Prozent aller Stimmen. „Die Partei marschiert wieder“, war das Schlagwort, das Goebbels ausgab. Und während alle Nazigegner sich noch immer in einer falschen Sicherheit wiegten, trat das umwälzende Ereignis bereits im Januar 1933 ein. Hitler wurde Kanzler. Das war die Machtübernahme. .. Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt. Frei. 15-20 Uhr 3 de Febrer« 2036 76 0266 Privat 52-7734 Dr. 1 B. Schwartz NEUE VIAMONTE 2037, 4j. ß. < 5 46-1716 und 48-211.4 [. 4 ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52 8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausfuehrung saemtTicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 ¿¡W*MSa*3*SS3SÍ3ÍSinSSlSS3SSXS*SSB3SSÍSlí3*Mti3S*3ga3SIÜíBgí* I Pr. BERNARDO GOLDSTEIN j 3 MEDICO S H* U «9 we i Cardiología — Hospital Fernández § 3 Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogram me 3 I CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 1 «a 2 « g * Consultas: Montag bis Fteitaq: 15—18 Ubr g f Sonnabend: 14—16 Uhr § S «■.ai3SWSSS3fSS*S3SS5SSSiSSiSIS33**3B5*SStSP»*3M»MBS3*S33SS3ii3 'H»B»»Bt«SSBBMS335*-£3S3iM£lSS3M!li33:!,*3**S3SSSS**Sa»«Sl»8S:g| I VARICES-ULCERAS I I DE U PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS |! Dr. SAUL UMANSKY I I Sarmi.nl. 31 IS T. E. 87-1362 3 m m m m ^SS33l8llfaHIHiifiSlliÍ9SSIiHI!i8^£S»lUZ3KSS3»33ISS3j¿IEi? *H3*HRKWNHHiUM£fBU»h»»»&EaffS»£BS33a£lS3£53HHZ£-33££2jj| §Dr. BENJAMIN LIPNIZKY§ S ZAHNARZT | 5 ROENTGENSTR AHLEN - ZAHN ZIEHER — BE- 3 g HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU- ¡2 S L1ERUNG DER ZAHNSTELLUNG 3 3 Sprechstunden; Dienstag — Donnerstag — Sonnabend 3 g nach vorheriger Vereinbarung. g » JOSE HERN ANDEZ 2518 T. E 78 8673 und 73-0500 3 KituisniiK!(ni3nH»!iiuii$iaH!SfS!n;:m9iH9nHKt< Dr. L. KLEIN - Médico Magen, und Darinkrankheiten Röntgen-Unterseichungen SPRECHSTUNDEN: ■ Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr; Es wird gebeten, »eh vorher telefonisch ansuroelden SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-15421 c++ « ♦ + »-++ ♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦«♦♦«»»♦♦»-+