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Jüdische Wochenschau · 1963-01-01 · 1993 (1.1.1963) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
1993 (1.1.1963)
Date
1963-01-01
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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8 — Viernes. 4 de Enero de 1963 SE MANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 1993 Beginn der Stabilisierung Das Jahr 1962 begann mit der Abwertung des Isruelpfundes von 1.80 auf 3 IL pro Dollar und mit der Verkündung der ..Neuen Wirtschaftspolitik“ der Regierung. Es wurden sowohl die Sonderabgaben auf Importwaren aufgehoben, als auch die bisherigen Prämien «uf Exporte; an die Stelle der vielen Devisenkurse trat wieder ein einheitlicher Kurs, der allen Auslandsgeschäften zu Grunde gelegt wurde. Das weitere Ziel der NVVP (Neue Wirtschafts - Politik) der Regierung war es, auf der einen Seite zu einer Stabilisierung der Wirtschaft zu gelangen und auf der anderen das Preisniveau des Landes dem der Weltmärkte wieder anzupassen, um es der Industrie des Landes, wie der Landwirtschaft zu ermöglichen, erfolgreich an den ausländischen Märkten konkurrieren zu können. EINE ZWISCHENBILANZ ' Es ist schwer, genau festzustellen, ob und bis zu welchem Grade es'der Regierung bereits geglückt ist. den Zielen, die sie sich mit ihrer NWP gestellt hatte, näher zu kommen. Finanzminister Levi Eshkol in seinem steten Optimismus versuchte vor kurzem in der Knesset den Nachweis zu erbringen, dass die Wirtschaft des Landes Im Jahre 1962 grosse Fortschritte machen konnte und auf dem Wege der Gesundung ist. Die Kreise um die Bank Israel sind dagegen wesentlich skeptischer, wie dies ein vor kurzem veröffentlichter Bericht der Bank (Nr. 18, November 1962) ervon Dr. KURT 0TTENS00SER (Israel) kennen lässt. Hier wird besonders darauf hingewieseu, dass der Inflation noch keiu Halt geboten werden konnte und die Preise im Laufe des vergangenen Jahres doch beträchtlich angezogen haben. Dies kann natürlich nicht geleugnet werden, aber dem steht auf der anderen Seite ein weiteres beträchtliches Anwachsen des Realprodukts der Wirtschaft um 10 bis 11 Prozent gegenüber, während die Arbeitsarmee nur um 5 Prozent verstärkt werden musste. Das heisst also, dass die Produktions- Leistung pro Arbeiter gestiegen ist, wenn man dabei auch unterstellen müssen wird, dass ein Tei dieser erhöhten Produktion Leistung dem Einsatz moderner und arbeitssparender Maschinen zu verdanken ist. Auf jeden Fall aber konnte die neue ’ starke Einwandcrungswclle I dadurch leicht in den Pro- I duktions-Prozess eingeordi net werden, ohne dass eine [ Erhöhung der Arbeitslosigkeit ausgelöst worden wäre.! Die Arbeitslosigkeit befindet sich weiter auf einem sehr niedrigen Stand und umfasst überwiegend solche Arbeitslose, die als nicht einordnungsfähig angesehen werden müssen. KONSUM WEITER AUF HOHEM STAND Der Konsum hält sich weiter auf einem sehr hohen — wahrscheinlich auf einem zu hohen — Stand und macht besonders den Wirtschaftlern der Bank Israel Sorge. So stellten diese fest, dass der Konsum ebenfalls um 10 bis 11 Prozent anzog, im HOTEL ARMONI ♦ ISRAELS SCHOENES TOURISTENHOTEL ♦ Die beste Küche J Angenehmer Aufenthalt♦ Tel Aviv, Jarkonstr. 90 Tel. 2371 1 (Vorherige Zimmerbestellung ist unbedingt erforderlich) HOTEL DAPHNE IHR HOTEL IN HAIFA - Israel VORHERIGE BESTELLUNGEN RATSAM HAIFA. Hadar Hakarmel, Nordaustr. ■ ♦ ♦ ♦ » ♦-»-+ ♦ ♦ ♦ Dr. MAX FLESCH Berater für Investitionen und Finanzgeschaefte in Israe 1 — Lang- und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art TEL AVIV, Israel — 18, George Elliot Str. gleichen Verhältnis also, wie die Produktions-Steigerung. Mit anderen Worten, die Mehrproduktion führte nicht zu einer Stärkung der in Cer Wirtschaft eingesetzten Mittel und der Reserven, sondern wurde voll und ganz dem Verbrauch zugeführt. Hierfür gibt es eine Reihe von interessanten Daten, oie beweisen, dass diese Konsumausweitung allen Kreisen der Bevölkerung zugute kam und nicht etwa nur einer kleinen Schicht von Privilegierten. Ein weiteres Charakteristikum ist es, dass ein grosser Teil des Konsums zur Beschaffung langlebiger Gebrauchsartikel. wie Autos, elektrische Kühlschrärijce, Waschmaschinen, Gasherde, Mixer etc. verwendet wurde. Es ist auch bezeichnend, dass der Brot und Mehlkonsum zurückging, aber der an Fleisch. Fetten und Zukker stieg. Die Tnuva, aie grösste Vermarktungs - Gesellschaft landwirtschaftlicher Produkte, meldete eine Umsatzsteigerung von rund 19 Prozent im verflossenen Jahr, die aber weniger auf die konsumierte Menge zurückzuführen ist als auf den Absatz hochwertigerer und besserer Produkte. Wundert man sich Uber diesen hohen Konsum bei verhältnismässig niedrigem Durchschnitts - Einkommen, so darf man nicht übersehen, dass es heute in sehr vielen Familien oft zwei und drei Verdiener gibt und dass in gewissen Kreisen der Neueinwanderung die Ausgaben für kulturelle Zwekke noch sehr beschränkt sind. LOCH IN DER HANDELSBILANZ Der Export stieg auch im Jahre 1962 um rund 18 Prozent gegenüber dem Vorjahre, eine Leistung, die den Erwartungen entsprach und an sich als befriedigend angesehen werden müsste, wenn nicht auch die Importe sehr beträchtlich aazogen, sodass die grosse Liikke in der Handelsbilanz nicht nur nicht geschlossen werden konnte, sondern sich vergrösserte. Die Importe sind in ihrem realen Wert gegenüber dem Vorjahr um rund 13 Prozent gestiegen, die Exporte um rund 18 Prozent. Praktisch bleibt damit das grosse Handelsdefizit von über 400 Millionen Dollar unverändert. Gewiss, es darf festgesteilt werden, dass Fertigprodukte und Rohstoffe für Konsumartikel weniger stiegen Als Kapitalgüter für Investitionen und die dafür bestimmten Rohstoffe. Da aber die Investitions-Tätigkeit nicht nur weitergeht, sondern sogar in einem verstärkten Umfang anhält, wird Israels Handelsbilanz auch weiterhin stark passiv sein müssen. Es wird immer eine Zeit vergehen, bis die vorgeuommenen Investitionen sich praktisch durch eine erhöh te Produktion auswirken, d. h. bis eine Fabrik gebaut ist und die Produktion aufnehmen kann. Trotzdem aber konnte die Bank Israel ihre Reserven in Gold und Devisen auch im letzten Jahr sehr stark vermehren und zwar tim rund 105 Millionen Dollar gegenüber einer Zunahme von nur 60 Millionen Doüar im Vorjahre was dank des Einfliessens von Kapital zur Anlage in Israel und dank der persönlichen Entschädigungen aus Deutschland möglich war. STEIGERUNG DER PREISE Anlässlich der Abwertung des Pfundes hatten die zuständigen Vertreter des Finanzministeriums und des Handels- und Industrieministeriums die optimistische Erwartung ausgesprochen, dass sich trotz der Abwertung um rund 64 Pi-ozent nur eine Preiserhöhung von durchschnittlich 6 bis 8 Prozent ergeben werde, weil einerseits ein grosser Teil der Warenpreise sich bereits vorher dem erhöhten Währungsniveau angepasst hatte und andererseits eine! Reihe von fiskalischen Ausgleichs-Belastungen mit der Währungs - Umstellung in Fortfall kamen. Diese Hoffnung erwies sich als etwas zu optimistisch. denn tatsächlich ergab sich im Jahre 1962 eine Preissteigerung von rund 12 Indexpunkten, oder eine Steigerung um rund 10 Prozent. Die Bank Israel macht dafür die stark gestiegene Zahl der Umlaufsmittel verantwortlich und bekämpft diese Erscheinung durch Einschränkungen der Bankkredite und Erhöhung der Liquiditätssätze bei den Banken. KAMPF UM STABILITAET Die Regierung hat jetzt mit.allen Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen, den Kampf um die Stabilität der Wirtschaft, um die Stabilität des Preisniveaus aufgenommen und kann sich dabei auch auf die Mitarbeit von Industrie und Handel stützen. So haben sich diese Kreise der Regierung gegenüber bereits verpflichtet, die kommende Teuerungszulage für die Arbeiter entsprechend dem gestiegenen Lebenshaltungsindex auf sich selbst zu nehmen* ohne zu einer Erhöhung der Preise zu schreiten. Die Histadrut (Gewerkschaftsverband) hat sich nun ebenfalls auf Drängen Israels neue Zitrus-Ernte London. — Israel wird trachten, 150.000 Kisten Zitrusfrüchte im Tag nach London und anderen europäischen Märkten zu verschiffen, um das Ziel von 12 Millionen während der Saison 1962—63 nach Europa exportierten Kisten zu erreichen, wie Mosche Levin, der europäische Vertreter des israelischen Zitrus Ausschusses mitteilte. Levin fügte hinzu, dass 300.000 Kisten vor Weihnachten in London angekommen seien und dort im Innern Englands zu Preisen verkauft wurden, welche nur etwas geringer als die im Vorjahr erzielten waren. Nur 50.000 Kisten waren für das europäische Festland bestimmt, hauptsächlich für die skandinavischen Länder, und die Verkäufe seien zufriedenstellend gewesen. Das Verkaufsergebnis könnte allerdings besser werden, so meinte er, weil ein grosser Teil der Ap felsinenernte von Florida in Nordamerika durch oie aussergewöhnliche Kälte zu Anfang des Monats Dezember verloren ging. Obwohl es natürlich bedauerlich sei. dass die Obstpflanzer in Florida von diesem Schaden betroffen wurden, so dürfte der Zitrusabsatz Israels und anderer Exporteure nach Europa nach dieser Katastrophe eine Steigerung erfahren. (ITA) der Führer der Mapai entschlossen. sich für ein Einfrieren der Gehälter und Löhne einzusetzen, um auch von dieser Seite her die mühsam erreichte Stabilität nicht zu erschüttern. Auch die Regierung leistet ihren Beitrag hierzu, indem sie sich verpflichtete, im neuen Budget für das Finanzjahr 1963, 64 keine direkten und indirekten Steuererhöhungen vorzunehmen. So kann damit gerechnet werden, dass das Preisniveau gehalten wird, dies umsomehr, als der Staat einen sehr handfesten Prügel in der Hand hat, um aus der Reihe tanzende Unternehmungen zur Raison zu bringen. Nachdem eine weitgehende Liberalisierung der Importe im abgelaufenen Jahr durchgeführt wurde, kann die Regierung durch Herabsetzung der Schutzzollsätze Äuslandswaren hereinlassen, die dann leicht mit den zu hohen Inlandspreisen konkurrieren können. VERHANDLUNGEN MIT DER EWG Die kommende Entwicklung wird nicht unbeträchtlich auch davon beeinflusst werden, ob und zu welchen Abkommen Israel mit der Europäischen Wirtschaft-gemeinschaft gelangen wird. Die Verhandlungen har>en begonnen, aber niemand rechnet damit, dass sie schnell und leicht zu Erde geführt werden können. Wie aber aucTi immer, Israels Schicksal wird immer zuerst in seiner eigenen Hand liegen. Es gilt, die Produktivität der Wirtschaft weiter zu heben. Die Israelis müssen an den Auslandsmärkten konkurrenzfähig sein, sowohl was die Qualität ihrer Waren als auch den Preis angeht. Sie haben sich aber auch zu hüten, zuviel zu verbrauchen, und müssen spaten, Wirtschafts- Nachricht«) Gemeinschaftswerbung Die Türkei und Israel beschlossen durch Gemeinschaftswerbung und Zusammenarbeit auf touristischem Gebiet die Förderung des Fremdenverkehrs in diesen Ländern zu erweitern. Ein gemeinsamer Prospekt gibt über interessante, kombinierte Reisen nach der Türkei und Israel Auskunft. Internationale Buchmesse Die I. Internationale Buchmesse im Mittleren Osten wird im April 1963 in Jerusalem stattfinden. Der Besucher wird Gelegenheit haben, den vielfältigen hebräischen Buchmarkt und die auf hohem Niveau stehende Druckerei-Industrie Isiaels kennen zu lernen Informationen und Teilnahmeformulare sind bei der Internationalen Book Fair Co., Jaffa Street 70, in Jerusalem erhältlich. Als offizielle Agenten fungieren Argovtours Ltd., Ben Jehuda Str. 3, Jerusalem. MS „Flaminia" Auch in der Sommersaison 1963 (März—Oktober) wird die MS „Flaminia“ von der ZIM Israel Navigation Co. eingesetzt werden. Dieses Schiff eignet sich besonders für Gruppenreisen und für Passagiere, die sich mit bescheidenen Mitteln eine Israelreise leisten mochten. um die Kapitalbasis der Industrie zu verbreitern. Gelang es im Jahre 1962 die Wage auszubalanzieren, so gilt es nun, die Wage zu ihren Gunsten steigen zu lassen. Die Chancen sind gegeben. NCOBA INVESTMENT & TRUST. Co. Lid. ASOCIADO CON BANK HAPOALIM INDUSTRIAL & COMMERCIAL BANK (ISRAEL . LATIN AMERICA) LTD. TEL AVIV — ISRAEL NCOBA INVESTMENT & TRUST Cia. (GALERIA DEL OBELISCO) Av. CURHltNItS H4S _ T. E. 35-8586

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