Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 1993 (1.1.1963)
- Date
- 1963-01-01
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Vienes, 4 de Eoero de 1903 SEMANA ISRAELITA An« XXIV. — No. IMS — 5 Verbrechen gegen die Menschlichkeit Wien. — Der Bundesverband der Israelitischen Kul tusgemeinden Oesterreichs wandte sich vor kurzem an das Bundesministerium tür Justiz mit dem Ersuchen, dass die einschlägigen Bestimmungen des österreichischen Strafgesetzes in der Weise geändert werden, dass Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die in der Zeit der Verfolgung von 1938 bis 1945 begangen worden sind, nicht vor dem 1. Juni 1965 verjähren. In der Eingabe wurde u. a. ausgefiihrt: „Auf Grund der in der Bundesrepublik Deutschland geltenden strafgesetzlichen Bestimmungen beginnt die Verjährung von Verbrechen, die im Zuge der politischen, rassischen und religiösen Verfolgung in der Aera der nationalsozialistischen Herrschaft begangen wurden, mit dem 8. Juni 1945, d. h. dem Zeitpunkt, zu dem die Gerichte der Bundesrepublik Deutschland Strafverfahren wegen solcher Verbrechen einleiten konnten. In Oesterreich hingegen ist aufgrund des Paragr. 227 St.G. der Beginn der Verjährung in den Zeitpunkt der begangenen strafbaren Handlung verlegt. Es können deshalb in Oesterreich Verbrechen der angeführten Art nach Par. 134 ff, 167 ff St.G., die zwanzig Jahre vor dem gegenwärtigen Zeitpunkt verübt wurden, nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden, während dies in der Bundesrepublik Deuttschland noch bis 8. Juni 1965 möglich ist. Die Zentrale Ermittlungsstelle der Landesjustizver. waltungen zur Aufklärung von NS:Verbrechen in Ludwigsburg arbeitet systematisch an der Erfassung der eingangs angeführten Ver brechen und ist hierbei nicht durch den Ablauf der Verjährungszeit vor dem 8. Juni 1965 behindert. Die genannte Zentrale Ermittlungsstelle sichtet derzeit Karteien, die 160.000 Namen erfassen, wobei bis her nicht ausgewertete Ar. chive herangezogen werden. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass sich unter den ermittelten NS-Verbrechern auch Oesterreicher befinden, gegen welche öster'eichische Gerichte wegen eingetretener Verjährung ein Strafverfahren nicht werden einleiten können. Wenn z. B. heute eine bisher unbekannte Liste eines Erschiessungs - Kommandos aus dem Jahre 1941 auf gefunden wird, in der zehn bisher der deutschen und österreichischen Justiz unbekannte Namen von Tätern enthalten sind, können die in der Liste aufscheinenden Täter deutscher Staatsangehörigkeit von den deutschen Justizbehörden verfolgt wer den. Gegen die Oesterreicher kann die österreichische Justiz nicht Vorgehen, da die Tat bereits verjährt ist. Den Deutschen, die verfolgt werden sollten, ist die Rechtslage bekannt, und sie ziehen es vor, anstatt in Deutschland verhaftet und vor Gericht gestellt zu werden, zu flüchten, darunter wahrscheinlich auch nach ♦♦♦•♦♦♦♦♦♦♦«••♦♦♦♦♦♦♦A HOTEL LAGO It» AUF WUNSCH DIAET RIO CEBALLOS Casilla Correo 34 SIERRAS DE CORDOBA ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Pension Familiar | M. FLAMM I <> <► \ unter Aufsicht s. Ehrw., Robb. Dr. J. Oppenheimer '1 CHASCOMUS — T. E. 2910 — Cordoba 38 j ALLE ZIMMER MIT PRIVATBAD Ü Telef. Auskünfte in Bs. Aires: 76.2312 u. 70.5805 FLUGKATASTROPHE VERHUETET Paris. — Die Geschicklichkeit und Geistesgegenwart des Chefpiloten eines El Al-Flugzeuges wurde als entscheidender Faktor für die wunderbare Verhütung einer Katastrophe bezeichnet, der 63 Passagiere und 7 Mann Besatzung einer Boeing 707 bei dem Aufstieg im Flughafen Orly auf dem Wtge nach New York entgingen. Das Flugzeug fuhr mit seinen vollen Benzintanks auf der Abflugpiste, als aus einer seiner Motoren Flammen schlugen. Kapitän Marcel Bensimon, aer schon 15.000 Flugstunden absolviert hat. sass am Schaltbrett. Der Apparat hatte eine Geschwindigkeit von über 300 Std./km erreicht, sich aber noch nicht in die Luft erhoben, als der Motor zu brenr.en anfiug. Es gelang dem Piloten, das schwere Flugzeug durch eine Wendung auf das freie Feld herumzurei ssen und zum Stehen zu bringen. Die an ihren Sitzen mit Sicherheitsgürteln angeschnallten Passagiere wurden nach vorn -geschleudert, doch niemand trug eine Verletzung davon. Bensimon stürzte in die Kabine und umarmte seine Frau und seinen neun Monate alten Sohn, die als Passagiere mitflogen, und rief: „Wir sind gerettet“. In diesem Augenblick erst erfuhren die anderen Reisenden, dass sie einem Unglück entronnen waren. Sie waren erst zwei Stunden zuvor aus Tel Aviv kommend in Paris gelandet und konnten mit einem anderen Jetflugzeug nach New York weiterfliegen (ITA) Neue Israel - Brief marken: Am 26. Dezember erschien eine Gedenkmarke, die anlässlich des 25jährigen Bestehens der „Einheitsknmpaghe für Israel' herau-gefc****<k *•**:♦* •.* Oesterreich. Auch wenn sie in Oesterreich verhaltet werden, können sie nach Deutschland nicht ausgeliefert werden. weil nach österreichischen Gesetz die Tat verjährt ist. Eine grosse Zahl der Naziverbre eben der eingangs äuge führten Art ist im Herbst 1942 und im Frühjahr 1943 verübt worden. Es ist daher zu gewärtigen, dass die Täter solcher Verbrechen im nächsten Jahr vieleicht nach Oesterreich flüchten, damit ihnen die Verjährung ihrer Verbrechen nach österreichischem Recht zugute kommt.“ (IPN) Wieder ein Friedbof geschaendet Celle. — Der jüdische Friedhof in Celle wurde unlängst von noch unbekannten Tätern geschändet. Die Friedhofsmauer wurde in einer Länge von rund 37 Metern mit Hakenkreuzen und den Worten „Ins KZ — Juden müssen sterben“ sowie „Juden ins KZ“ beschmiert. Die Schriftzeichen sind etwa 60 bis 70 Zentimeter hoch und drei Zentimeter dick. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen sofort auf genommen. (AWZ) - v.0*. S * * i T- $*9:.. geben wurde. Yiiliam Rosenwald. Dr. Jona Wise, Edward Warburg und Rabbi Abba Hillel Silver, die Führer der nordamerikanischen Judenheit, waren die Grün der dieser Institution. Während des zweiten Weltkrieges konnte die Je.vish Agency mit Hilfe der gesammelten Geldbeträge viele tausende Familien vom Tode in den Nazilagern retten und. trotz der enormen Schwierigkeiten, viele tau sende Juden in das damalige Palästina bringen. Nach der Gründung des Staates Israel, kam das weltbewegende grosse Werk der Eingliederung der Emigranten. Eine halbe Million jüdischer Auswanderer wurde in das Wirtschaftlehen des neuen Staates eingegiiedert. Ganze Bevölkerungsgruppsn aus Jemen, Irak und anderen muselmanischen Ländern wurden mit Flugzeugen nach Israel gebracht, um ihr Leben zu retten. Diese Aktion besteht! noch immer und ist nur [ durch die Arbeit der Em- | heitskampagne für Israel; möglich.! Am gleichen Tag. eti-etii falls am 26. Dezember eri schien die Gedenkbriefmarj ke anlässlich des 20jährigen j Todestages des Philantliroj pen und Pädagogen Dr. Jai rnisz Korczag. Das von 'hm { * :: *áir -. * s ♦«‘it i'tt&p'f V* V/ Y'i '«T .; ñ -..yY >y- ¡AtitnZ Kfc&CMK' r. /i'U: in Wä .-schau gegründete Waisenhaus war vielleicht das erste in der Welt, in. welchem die elterlosen Kinder in einer Atmosphäre von Freiheit und Achtung aufwuohsen. Die Memoiren Adolf Eichmanns Nur 1500 Juden in Ostdeutschland JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 Unter den 17 Millionen Einwohnern Ostdeutschlands gibt es nur noch 1.500 Juden, die sich auf acht Gemeinden verteilen. Die stärkste Gemeinde ist Ostberlin .mit 8000. gefolgt von Leipzig mit 140. Magdeburg, Erfurt und Dresden mit je 100, Halle und Schwerin-Rosteck mit je 50 Marxstadt (früher Chemnitz) und Zwickau haben zusammen 30—40 jüdische Einwohner, in verschiedenen anderen Orten wohnen noch vereinzelte Juden. Das jüdische religiöse und kulturelle Leben ist praktisch erlegen, die Synagogen sind fast leer und der Anteil der Kinder liegt weit unter dem der übrigen Bevölkerung. Offiziell gibt es keinen Antisemitismus in Ostdeutschland. wenngleich es Antisemiten gibt. Die Politik ist den Juden gegenüber gleichbleibend und frei von Diskriminierungen. Für die Erhaltung der bestehenden 20 jüdischen Friedhöfe stellt die Regierung Ostdeutschlands jährlich 450.000 Mark zur Verfügung, wovon e wa 150.000 allein der Gemeinde Ostberlin zufliessen und die restlichen 300.000 für die weiteren Gemeinden be stimmt sind. Es gibt sogar Veranstaltungen, bei denen von jüdischen Schriftstellern vorgelesen wird und man auch jüdische Platten spielt. NS-Geschaedigte in Frankreich Paris. — Die französischen Opfer des nationalsozialistischen Regimes erhal ten demnächst eine Entschädigung. Die vor einem Jahr von der Bundesrepublik Deutschland an die Regierung Frankreichs überwiesene erste Zahlung von 400 Millionen Mark soll demnächst verteilt werden Die Entschädigungen sollen möglichst nach einem Dnnglichkeits verfahren an die französischen Opfer in einmaligen Beträgen auigezahlt werden, obwohl die t Oberweisungen der Bundesrepublik auf drei Jante gestaffelt sind. Zunächst werden diejenigen Anspruchsberechtigten berück sichtigt. die älter als 65 Jahre sind. (AWZ) Jerusalem. — Ein B ind von mehreren hundert Seiten. die Adolf Eeichmann I während seiner Haft in Israel in seiner Zelle geschrie- ] ben hat. wurde auf Anweisung von Ministerpräsident I Ben Gurion in den isrneli-! sehen Staatsarchiven depo-! niert, wie jetzt -enthüllt worden ist. Bis zu diesem Zeit punkt befand sich das Manuskript in Händen der Gefängnisbehörden. Jad Waschern, das israelische Dokumentations-Zen trum der nazistischen Ausrottung. hatte das Manuskript für seine eigenen Archive beansprucht und an gefiinrt, dass es eine wich nicht nur seine Ermüdungen aufgezeichnet sondern, gleichzeitig versucht bat, sich als unschuldig an den Massenmorden hinzusteden. Eichmanns Verteidiger Dr. Robert Servatius bezog sich verschiedentlich im Berufungsverfahren auf dieses Manuskript und gab zu /erstehen. dass Eichmann darin seine wahre Auffassung enthüllte, wie man derartige Verbrechen in Zukunft verhüten könne. Dr. Servatius hatte versucht, das Manuskript ausgehöndigt zu erhalten, um durch seine Herausgabe das für die Dekkung der Verteidigung.-koston nötige Gold zu b'ktätige Quelle für die von ihm! m“n u,1.t* cl*e Eichmanns in den Genuss eines durchgeführte Untersuchungen darstellen würde. Ren Gurion jedoch vertrat den Standpunkt, der Prozess sei durch den Staat geführt worden und jedes für d»e Staatsanwaltschaft wichiige Dokument müsse im Staatsarchiv hinterlegt werden. Er gab diesen Beschluss bekannt.' nachdem der Justiz minister ihn ersucht hatte, die entsprechende Verfügung zu treffen. Obwohl nichts über den Inhalt der Memoiren verlautbart wurde, so versteht sich doch, dass Eichmann regelmässigen Einkommens zu setzen. Sein Ansuchen ist jedoch von den israelischen Behörden abgewiesen worden. (ITA) Alte Synagoge 1 gefunden Tel Aviv. — Bei Sar.'Ms in der westlichen Türke; is’ eine amerikanische ExnedL tion bei Ausgrabungsarreiten auf die Reste einer Synagoge aus dem dritten J; hrhundert christlicher Zeitrechnung gestossen. (IT.\) 11 LA F0**ö tnawflf wag vvw* mww\vu i «ael di ü Filialen: Zentrale 27/29 YEHUDA H ALEV Y St. — TEL AVIV Filíale: 511 FIFTH AVENUE — NEW YORK Asoz. Bank: DISCOUNT BANK (OVERSEAS) LIMITED 5, QUAI DE L'LLE — GINEBRA LONDRES — ZURICH — LAUSANNE MONTEVIDEO Angeschlossene Banken und Vertretungen in den bedeutendste, Flnanszentren der Welt. Die Aktiven der Gruppe umfassen tausend Millionen Israel Pfunde f Büros in Buenos Aires: CERRITO 83i T, E. »w»mvmvM»mwvvv\ivuvHvvHvt