Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 1993 (1.1.1963)
- Date
- 1963-01-01
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Vifnw», 4 di Rn«« de 1963 SEMANA ISRAELITA ABo XXIV. — No. 1993 — 3 DIAGNOSE UND THERAPIE Wer geglaubt hat. dass mit der Errichtung des <udenstaates die inhumane und kulturwidrige Erscheinung des Antisemitismus von der Bildfläche internationalen Geschehens verschwinden wird, erlebt jetzt eine herbe Enttäuschung. In dein gerade zuendegegangenen Jahr 1962 rüstet der Jüdische Weltkongress zu einer umfassenden Kampagne gegen den Judennass und da und dort werden Mittel und Wege erörtert, deren Anwendung zu einer Beseitigung der Seuche oder zumindest zu deren Eindämmung führen soll. Den Enttäuschten muss man entgegenhalten, dass dejüdische Staat kaum fünfzehn Jahre existiert, und dass die weitaus überwiegende Mehrheit der Juden ausser halb Israels lebt. Die Umsiedlung ganzer Völker ist an soziale, wirtschaftliche und politische Voraussetzungen geknüpft für deren Erfüllung längere Zeiträume erforderlich aind. Diese JE WAERMER DIE TAGE, DESTO LEICH¬ TER DIE KLEIDUNG Carlton bietet Ihnen die ganze Linie federleichter Kleidung in bester Konfektion stabiloform verarbeitet. Und wenn Sie Masskleidung wünschen, erst von Dr. E. Weinstein (Tel Aviv) eherne Realität zwingt uns zu erhöhter Wachsamkeit um das Schicksal unserer Volksgenossen in der weiten Welt. Bei einem von der Sektion Israel des Jüdischen Weltkongresses jüngst in Tel Aviv diesem Thema gewidmeten Symposion be trin aufgebaute sowjetische Staatsform antisemitische Instinkte bei den Massen mit gutem Erfolg zu nähren versteht. Diese Diskussion vermit telte uns wieder einmal eine anschauliche Lektion über die Begriffswandlung recht zu uns Für ,,Ihn“, und die Herren Söhne praktische Geschenke zu den Feiertagen. Hemden, Strümpfe, Kravat ten. Taschentücher. Schlafanzüge, Morgenröcke etc. PRAKTISCH DENKEN. VON CARLTON SCHENKEN! Ernst Koppel Herrenbekleidung Maípú 484 I. TE. 31-7845 Herrenausstattung Maípú 982 TE. 31-0357 Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ Krutschew richtete einen unerwartet senarfen Angriff gegen den deutschen Bundeskanzler, den er als aen internationalen Störenfried hinstellte. Präsident Kenr.edy wies die Kritik Krutschews als unberechtigt zurück, Krutschew ist allerdings nicht der einzige, der die Aufriistungspolitik Westdeutschlands mit grosser Skepsis betrachtet. — Im Alter von 58 Jahren starb David Reiser in Mos kau, der in den letzten Jahren Minister der Sowjetunion gewesen ist und auch andere hohe Posten bekleidet hat Reiser ist einer langen Krankheit erlegen. In einem Nachruf, der von Krutschew und dem Obersten Sowjet unterschrieben wurde, wird Reiser als einer der bedeutendsten Erbauer der Nation bezeichnet In den letzJen Jahren hat kaum ein Jude in der Sowjetunion ministeriellen Rang erreicht. Reiser war der einzige jüdische Minister, nachdem Lazar Kaganovicz in Ungnade gefallen war. — Im Sicherheitsrat der UN sind mit dem Jahreswechsel einige wichtige Aenderungen eingetreten, die insbe sondere für Israel von Interesse sind. Ägypten, das sich als Vereinigte Arabische Republik betitelt, scheidet aus, Marokko, ein verhältnismässig junges UN-Mitglied, tritt an dessen Stelle. Bei aller Israel-Gegnerschaft Marokkos kann die Haltung dieses Landes nicht mit der Nasser« verglichen werden. Ausser der VAR scheiden Rumänien, Chile und Irland aus, an deren Stelle neben Marokko die folgenden Länder treten: Brasilien, Norwegen und Phillippinen, die alle in freundschaftlichen Beziehungen zu Israel stehen. — Auf den tunesischen Präsidenten Chabib Burguiba sollte ein Attentat verübt werden. Das Komplott wurde rechtzeitig entdeckt, da ein Beteiligter die Pläne ver riet. Burguiba hat bisher die Versprechen den Juden gegenüber gewahrt, die er bei Amtsübernahme abgege- ] ben hatte, und die Rechte der jüdischen Bürger nicht angetastet. Der von den Amerikanern lanzierte MARINER II., ein unbemanntes Weltraumschiff, ausgerüstet mit zahlreichen Messgeräten, befindet sich auf dem Wege zur Venus. Damit kommt die Menschheit einem alten Traum näher, die beiden „Nachbarplaneten“, Venus und Mars, zu besuchen. Nach den bisherigen Feststellungen des Mariner II. besteht eine Möglichkeit, dass es auch auf der Venus Lebewesen gibt. Ganz sicher sind sich die Ge. lehrten noch nicht. Dennoch ist der Fortschritt in Wis senschaft und Technik ausserordentlich beeindruckend.— Der Generalsekretär der UN, U Thant, hat auf die Entspannung der allgemeinen politischen Lage zum Jahresende hingewiesen und die Behandlung der Abriistungsfrage als die dringliche Aufgabe fiir 1963 bezeichnet. — Se des Sozialismus verkörpernde Kommunismus hat die Gestalt jener Diktatur und Reaktion angenommen, gegen die die rote Ideologie vor einem halben Jahrhundert mit Feuer und Schwert zu Felde zog. Der Vorsitzende der israelischen Sektion des J idischen Weltkongresses, Prof. Tartakower. sprach bei der Eröffnung des erwähnten Symposion von der Notwendigkeit der Ermittlung Jer richtigen Diagnose bei der Bekämpfung des Antisemitismus, der dann eine entsprechende Therapie folgen müsste. Dieser an sich richtige Leitgedanke kann -ich in der Praxis nur dann als heilsam erweisen, wenn die grundlegende Tatsache berücksichtigt wird. dass schon die Existenz des jüdischen Staates die antisemitische Propaganda und c,eren Auswirkung auf die Massen wesentlich schwächt. Vor allem: Jene massgebenden Politiker auf iem europäischen Kontinent, die von Hitler zur :rrigen Annahme verleitet wurden, oas Judenvernichtungs - Rezept würde den von der ..Achse“ erfassten Ländern einen Aufschwung und eine Sicherung ihres Bestandes bringen, haben katastrophalen Schiffbruch erlitten. Der Ausgang des Zweiten Weltkrieges hat sie zu Satleliten Moskaus degradiert und die Führer dieser Staaten von der Illusion gründlich befreit, der Antisemitismus würde eine die soziale i.nd politische Entwicklung einer Gemeinschaft fördernde Idee darstellen. Im Gegenteil: der Judenhass hat sieh als ein Gift erwiesen, dessen verheerende Wirkung sich die Erfinder und Verbreiter desselben nicht entziehen konnten. Diese Realität muss heute in Rechnung gestellt werden, wenn man daran geht, die von Tartakower geforderte Diagnose bei der Bekämpfung des Antisemitismus zu erforschen. Dazu kommt der völlige Banicrott des Sriilagwortes von der parasitären Rolle des Juden LA SEMANA ISRAELITA BIS EM AH ARIO INDEPENDIENTE Ss. Air*« — PUEYRREDON 2190, 1* isq. - T. E. 83-2SI 4. Januar 1963 8. Tewet 5723 in der Wirtschaft, der von der spekulativen Auswertung der produktiven Arbeit anderer lebt. Es mag richtig sein, dass der in die Wirk lichkeit umgesetzte Judenstaat nach kaum fünfzehnjährigem Bestand die Judenfrage als Weltproblem noch nicht zur Gänze zu lösen vermochte. Aber diese fünfzehn Jahre haben wohl ausgereicht, um die Einstei lung der internationalen Oeffentlichkeit diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs zum Juden und zum Judentum radikal zu ändern. Die Entwicklung von Landwirtschaft Industrie und Handel sowie der Ausbau kultureller Institutio nen im kleinen Israel dienen nicht allein den jungen Staaten Afrikas als Vorbild, sie finden auch Anerkennung bei den demokratischen Gross machten, die ihre Hilfe an das jüdische Gemeinwesen als nutzbringende Investition ansehen. Diese Diagnose muss r'eh tunggebend sein für die Therapie, die bei der Bekämpfung der antisemitischen Hydra anzuwei.den wäre. Kann sein, dass da und dort physischer Widerstand gegen judenfeindliche Exzesse angebracht ist — in der Hauptsache wird sich wohl eine zweckdienliche Aufklärung der Oeffentlichkeit im Kampfe gegen ras Wiederaufleben der neoaazi stischen Strömung als wirksam erweisen. Auf jüdischer Seite wird man dazu noch Todesurteile fiir Kollaborateure Wien. — Das oberste Kriminalgericht der Sowje’republik Litauen verurteilte nach einwöchiger Verhandlung in Kaunas (Kow-io) acht Litauer wegen Zusammenarbeit mit den deutschen Besatzungstruppen während des zweiten Weltkrieges und wegen Kriegsverbreehen zum Tode durch Erschlossen. Die Angeklagten wurden beschuldigt, sogenannte /ergeltungsbatailloue geb-idefc zu haben, di; damals aer SS unterstanden, und u. a. in der Festung Kowno „Tausende von unschuldigen Bürgern“ erschossen und zu Tode gequält haben. Einige Angeklagte hielten sich in den Nachkriegsjahren unter falschem Namen verborgen. T'Verurteilten sollen Kr 'sverbrechen auch in Weissrussland begangen naben. Einige Verurteilte, die als geschworene Feinde des Sowjetsystems bezeieauet wurden, waren erst in der Hauptverhandlung geständig. als sie von Zeugen überführt wurden. (AWZ) ein sehr wesentliches Moment scharf ins Auge fassen müssen: die finanzielle Förderung und die numerische Stärkung Israels durch eine Alijah die sieh auch auf die freien Länder erstreckt. > ♦ ♦-* ♦ ♦ » ♦ *- * * ♦ »y J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Bme. MITRE 430 V. Of, 550 T.E.: 3 0-1474 ♦-♦♦♦♦♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦♦ ♦ < ♦ ♦ ♦ ♦ ♦-* ♦ ♦ ♦ * ♦ zeichnete ein Redner den Faschismus und die Reaktion als die Herde ju denfeindlicher Strömungen, während ein zweiter Referent an Hand von Dokumenten darlegte, dass die auf der kommunistischen Dok- Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKruPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eig*n« Fabrikation — Unverbindlich* Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichternngen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. 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