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Jüdische Wochenschau · 1963-01-01 · 1993 (1.1.1963) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
1993 (1.1.1963)
Date
1963-01-01
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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I Vfenw, 4 de Enet« de 1963 JÜDISCHE WOCHENSCHAU AÂe XXIV, — No, 1993 fiei Niemand wollte es glauben (Schluss von Serte 1) Je, was geschah, dass man nach vorn und nicht nach rückwärts sehen dürfe, dass man nicht stehen bleiben kann, sind Bemerkungen, die nicht unrichtig sind, aber in diesem Zusammenhang auch nur Ausflüchte, die über ein« innere seelische und geistige Leere hin wegtäuschen. Denn niemand. der sich erinnert und der in die Vergangenheit blickt, muss deswegen die Zukunft vernachlässigen. Meistens sind nur diejenigen die Erbauer einer besseren Zukunft für ihr Volk und ihre Kinder, die fest in der Vergangenheit verankert sind. dass sie zu viele Einzelneiten von dem allem erfahren. aber etwas, wenigstens etwas sollten sie hierüber von ihren Eltern hören Schliesslich gibt es noch einen weiteren, sehr ernsten Grund, dass wir uns ein ,venig ausführlicher mit den Begebenheiten beschäftigen, die sich vor 30 Jahren abge- .spielt haben. Die wenigsten haben die Zeit aufgebracht oder den Mut gehabt, mit ihren eigenen Kindern über jene Epoche zu sprechen. Es ist interessant, dass weniger als 30 Jahre genügten. um so vieles zu vergessen. was einmal die ganze Welt erfüllt hat. Auch die Kinder wissen, von dem, was das grosse Erleben ihrer Eltern war. nichts. Sie kennen den Namen Hitlers, mit dem sie unklare Vorstellungen verbinden. Andere Namen, wie die Görings* Goebbels’, Streichers, Leys, Himmlers usw., die einmal A^gst, Schrecken und Ekel auslöste», sind ihnen unbekannt. Vielleicht ist es überflüssig, Dr. FREY ABOGADO Verreist bis 20. Januar PUEVEREDON 2190; 1' izq. ♦ nachm. 16—19 Uhr T. E. 83 2613 REAL P Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Wenn unsere Kinder schon nicht die Namen der Fei», de kennen, was haben sie von der einstigen Giesse des deutschen Judentums erfahren? Das Erbe des deutschen Judentums, so heisst es in Proklamationen, will man wahren. Aber die eigenen Kinder verstehen nichts davon, weil sie niemals hierüber belehrt worden sind. Führwahr, es ist schwer, eine Generation des Ueberganges zu sein. Aber wir sind nicht die erste, die in dieser Lage ist. Warum haben wir es n’cht verstanden, die Brücke zwischen unserem Gestern und dem Heute unserer Kinder zu schlagen? Warum klagen wir nur die anderen, unsere Feinde, und nicht auch uns an? Hätten wir aus der Geschichte des deutschen Judentums etwas gelernt, dann hätten wir verstanden, welche Kräfte in dieser Gemeinschaft noch in ihrem Untergang oder gerade in dieser Zeit der Gefahr, der Vernichtung, der Auflösung geschlummert haben. Hier soll nun von dieser Zeit berichtet werden, aber nicht nur deshalb, um uns selbst zu erinnern, sondern um den schweren Versuch zu machen, der nächsten Generation, die schon nicht mehr in Mizrajim gewesen ist, die Leiden ihrer Väter zu Lehren fürs eigene Leben zu machen. — Jaime Liebling: S. A. t SPERRHOELZER J H O E L Z E R; DIAZ VELEZ 5224 : Tel.: 89-9349. 33-9305J Das sind die Gründe, die uns veranlassen, durch die Eltern den Kindern einen Einblick in das Werden ihrer eigenen Existenz zu gestatten. Bevor wir jedoch auf Einzelheiten eingehen, müssen wir uns mit einem eigenartigen Phänomen beschäftigen, das vielleicht nicht typisch für uns allein ist. sondern eine menschliche Eigenschaft oder Eigenart widerspiegelt, die unabhängig von Zeit und Ort .st: „Niemand wollte es g’auben‘. Man kann doch nicht sagen, dass nur diese Menschengruppe, Juden in Deutschland, von einer er staunlichen und beinahe nicht zu erklärenden Blindheit gegenüber den Ereignissen ihrer Umwelt geschlagen war. Wollte man sich mit dieser Formel abfinden, dann macht man sich die Sache zu leicht. Es waren ja keineswegs nur die Ju- | den, die mit einer uns heute unverständlichen Ruhe ihrem Unglück entgegensteuerten. Das selbe kann man von vielen weiteren Schichten und Gruppen der Bevölkerung sagen. Dennoch gibt es einen erheblichen Unterschied zwischen ihnen und den-Juden, weil die Juden seit Jahren das Objekt unqualifizierba- PR0PIEDADES FRANKENBERG berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN Manuela Pedraza 2330 pl. b. Dp. B T. E. 70-7244 .W.V.SVAWASWJ JUDITH SCHENK0LEWSK!! KULTUSSTICKEREIEN J Schabbosdecken - Tallisbeutel - Käppchen - Maz-; zot-Taschec Hand- und Maschinensticker« von Bett- und Tischwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 jj Confitería NIZA 73-1049 Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, eeq. CONDE; 78-0286 rer Angriffe waren, die in Inhalt und Form alles überstiegen. was man sich in einem politischen Kampf vorstellen kann. Selbst wenn man sich auf den Stand Punkt stellen wollte, dass nichts so heiss gegessen werde, wie es gekocht wird, dass eine Opposition viel von ihren Forderungen aufgibt, sobald sie erst einmal an der Macht ist, sind die Reaktionen oder — besser gesagt — die völlig ungeeigneten, absolut wirkungslosen Versuche von jüdischer Seite, das Ungiück abzuwenden, soweit sie überhaupt unternommen worden sind, nicht recht zu verstehen. Aber nicht nur die deutschen Antinazis, die im Jahre 1932 immerhin noch über 50 Prozent der Wiihierraassen darstellten — und die Nazis haben niemals in freien W’ahlen die Hälfte der Wählerschaft für sich gewinnen können, — nicht nur die deutschen Sozialisten und nicht allein die deutschen Juden haben nicht ge glaubt, was kommen wird, obwohl die Nazis keinen Augenblick lang den geringsten Zweifel an ihren Vorhaben Hessen. Sie haben Jahre hindurch in Schrift und Wort hinausposaunt, welche Schritte, Massnahmen und Verbrechen geplant * seien. Vielleicht haben sich alle ihre Gegner gerade deshalb in Sicherheit gewiegt, weil sie nicht für möglich hielten, was ihnen fremd, unheimlich und völlig ausserhalb des Normalen zu liegen schien. Auch die Nachbarvölker warteten so lauge, bis sie an der Reihe waren. Diese Haltung, diese verblendete Politik der kleinen wie der grossen Nationen, den Realitäten aus dem Wege zu gehen, nicht zu glau ben, was sich anbahnte, waren die Voraussetzungen für den schnellen Zusammenbruch der angegriffenen Länder, die sich einzeln zur Schlachtbank führen Hessen. So gingen sie zugrunde, einer nach dem anderen: zunächst Oesterreich, dann die CSR, dann Polen, dann die westlichen Länder: Frankreich, Holland. Belgien, Luxemburg. Wie weit sie sich alle in Sicherheit wiegten und anzunehmen bereit waren, dass doch nicht sie, sondern die ande ren gemeint waren, gegen die jeweils ein hemmungsloses Kesseltreiben geführt worden ist, zeigt das englische Beispiel. Heute weiss die ganze Welt, dass Grossbritannien völlig unzureichend gerüstet war, um sich mit einiger Aussicht auf Erfolg verteidigen zu können, falls es angegriffen worden wäre.. . Und die Juden der anderen Länder? Warum fühlten sie sich so sicher, dass man sie „überraschen“ konnte? Sie wussten doch, was ihnen WOHEL N. PLAKSIN 2 Superi 2719 4* 4* <► 4* 1. E. 76-6784 ti. 76-2S12 <; i JACOB LAPIDUS dipl. Mehel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037. G. 46-1716 und 48-2124 Empcerung über Antisemiten Rom. — Allgemeine Empörung verursachte unter den Teilnehmern am Oekumenischen Konzil eine wild antisemitische Schrift, die allen Delegationen zugestellt wurde. Das rund 600 Seiten starke Buch, das von der neonazistischen Organisation „Neue Ordnung“ herausgegeben wurde, ist ein hochwertiges Druckerzeugnis und in 4.000 Exemplaren verlegt worden. Sämtliche Delegierte erhielten es kostenlos. Da das Buch nicht zum öffentlichen Verkauf gelangt, obwohl die Herausgeber schätzungsweise 18.000 Dollar hierfür aufgewandt haben, nimmt man an, dass sie vor strafrechtlicher Verfolgung durch die römischen Behörden immun sind. Das Buch, dessen Titel „Die Verschwörung gegen die Kirche“ lautet, enthält eine Sammlung aller antisemitischen Verleumdungen, die seit Jahrhunderten gegen die Juden erhoben worden sind, einschliesslich ausführlicher Auszüge aus den „Protokollen der Weisen von Zion“. Aber es bringt auch etwas Neues, nämlich die Theorie von der „Jüdischen Fünften Kolonne“ unter dem katholischen Klerus. (ITA) M SEMAIM ISRAELITA BIsemanario — aparece .os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. V irantwortlicb: Dr. Hardi Swarsensky PueyrredAn 2190. 1? izq T. E. 83-2613 80-6930 Abono- Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausland 9 600 — jährl. bevorsteht. Sie hatten doch de fielen und für die Endlö. zur Genüge Zeit, sich darüber zu informieren, in welcher Weise die Nazis die Juden ausplünderten, verfolgten und verjagten. -Voer die österreichischen Juden glaubten nicht, dass auch sie an die Reihe kommen konnten. Selbst der österreichische Baron von Rothschild, der doch gewiss über alle Einzelheiten des Geschehens und der sich anbahnenden Ereignisse unterrichtet gewesen ist, sass plötzlich in der Falle. Dann waren als nächste die tschechischen Juden die Opfer der Nazis und ihrer mangelnden Voraussicht. Selbst die polnischen Juden Hessen sich überraschen, trotzdem sie in einem Lande lebten, das sie recht stiefmütterlich behandelte. Der polnische Aussenminister Beck hatte we rge Jahre zuvor erklärt, dass es in Polen eine Millionn Juden zu viel gäbe. W’eizmann hatte ihn öffentlich gefragt: Warum eine Millionen Juden? Oberst Beek hat diese Frage niemals beantwortet. Vielleicht hätte man diese MiUionen unter den damals ungünstigen Auspizien der britischen Mandats - Herrschaft über Palästina nicht retten können; aber viele Tausende wären aus der Hölle entflohen, wenn sie es nur rechtzeitig gewollt hätten. Riesige jüdische Vermören sind den Nazis in die Hände gefallen, mit deren Hilfe sie den Krieg vorbereitet und vorwärts getrieben, mit deren Hilfe sie aber auch die furchtbaren Verbrechen finanziert haben, deren Opfer dann die Juden geworden sind. Viele Millionen lagen auf frarzösisehen Banken, die von den Nazis beschlagnahmt worden sind. Wer kann es rechtfertigen, dass diese Gelier, zur Rettung von Juden bestimmt, in nazistische Han- Dr. J. P. Krell Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt. Frei. 15-20 Uhr 3 de Febrer« 2030 76 0266 Privat 52-7734 Dr. B. Schwanz 52-8214 ♦ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG >>ÉêèêèMMM* » BERNARDO STERN Ausfuehrung saemtlicber MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 sung der Judenfrage verwandt werden konnten? Wenn wir uns mit unserer eigenen erlebten Vergangenheit beschäftigen, dann müssen wir noch eine weitere, nicht angenehme Fra ge zu beantworten versuchen, die von unserer Jugend, vor allem in Israel, so häufig stellt worden ist: Wie war es nur möglich, dass sechs Millionen sich widerstandslos abschlachten Hessen? — Wie war es nur möglich, dass das grosse, starke, organisiertr europäische Judentum tatenlos dem Ansturm der Barbaren begegnete? Der Hinweis auf den heldenmütigen Kampf der hoffnungslos verlorenen Juden im Ghetto von Warschau oder in anderen Ghetti genügt doch nicht, um d;ese Frage der heutigen Generation zu klären. Der Vergleich mit dem Einfall der Hunnen in eine zivilisierte Welt, die ihnen beinahe kampflos zufiel, trifft doch nicht unsere Situation, zumal lange Jahre vorhanden waren, um einen Gegenstoss zu führen oder wenigstens eine teilweise Rettungsaktion in die Wege zu leiten. Die Betrachtung dieser Jahre hat keinesfalls nur einen theoretischen Wert. Von den Fragen und ihren Antworten, die wir zu geben vermögen, von der Erkenntnis, zu der wir gelangen, und von der Haltung, die wir in Zukunft einnehmen werden, ist nicht nur die politische und internationale Orientierung abhängig, die wir finden, sondern in gleichem Umfang die Erziehung der nächsten Generation und der Weg, den sie in eine hoffentlich bessere Zukunft einschlagen w;rd. Nichts darf dem blinden Zufall überlassen werden. Noch sind wir gerufen, unsere Stimme zu erheben und unsere Verantwortung würdig zu erweisen. Das ist die Pflicht derjenigen, die jene gewaltige Katastrophe überlebt haben. Ermittlungen in Erbschaffs- und Entschaedigungs- Angelegenheiten JAMES HIRSCH Berlin-Wilmersdorf Frager Platz 6, Telefor: 87 58 14 Üliil! SSS111 gSiSl31SIIIS3ISIISS£S5ïfStill iSiSSIiSSESI i Dr. BERNARDO GOLDSTEIN 5 MEDICO m s Cardiología — Hospital Fernández S Radio X — Durchleuehtung — Electrocardiogramme m I CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 VERREIST VOM 20. DEZEMBER BIS 6. JANUAR ■KÏS BiSSS’-ïïsBSwcjeSMkli» Sitis ililfllSHPill "l£!S*îï3MâlSifSStlSiï5!i£ï*i=i*i3ï*’H3 ïîifïïrrïEfïîJâïâi VARICES-ULCERAS DE U PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY S Sarmiento 3 i 16 T. E. 87-1362 4S»3Sat9SBaMBëMS3SSSiSMfiisgStiSiî^SSSfSs^SISSmS£SSSfSggiBlifSli JHMWMHBBaiBEHHIAlIlHHHHUmilBHIJHlIlHBïg S Dr. BENJAMIN LIPNIZKYS | ZAHNARZT | 5 ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN - BE- § S HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU- 5 » LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG | S Sprechstunden: Dienatag — Donnerstag — Sonnabend | « nach vorheriger Vereinbarung. m 3 JOSE HERN ANDEZ 2518 T. E. 76-8673 und 73-8566 a 7sBSK*ssssa»ieaiS5Sss«3ssi*si*sss£BS*iseHaasss3saaM*Hsa»*i Dr. L. KLEIN - Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag. Dienstag. Mittwoch u. Freitag von 15-19 Uht; [; Ke wird gebeten, such vorher telefonisch anaomelden ,, SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542 » « 4 4 * «♦*♦+++ '4 wmit densi und nun? von tiona sch« eine dem neu Jiidis einer pa?n< und Mitt derei Bese zum dam Entt ent? discl Jahi die Meh: halb siedii an und zun?< Ert me Cai ze dui Für Sühi PR i V

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