Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1991 (21.12.1962)
- Date
- 1962-12-21
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9616703-9612947-9613639--2522-9613644- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Viernes, 21 de Diciembre de 1962 SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1991 — 5 Ereignisse der Woche Schulen geschlossen Wie aus der aligemeicen Tagespresse bekannt ist, wurden eine Reihe von jüdischen Organisationen, insbesondere kulturellen Charakters, eine Reihe jüdischer Schulen und das Teatro IFT aufgrund eines Dekrets der Nationalregierung vor einigen Tagen geschlossen. Die I-iste der von dieser Massnahme betroffenen Organisationen und Institutionen ist ebenfalls von der Tagespresse bekanntgegeben worden. Hier sei nur vermerkt, dass die grosse Scholem Alechem-SchuLe nicht identisch ist mit der von der Massnahme betroffenen Organisation des gleichen Namens. Wie von zuständiger Seite versichert wurde, würde es sich nicht um eine Massnahme handeln, die sich gegen Juden richtet, vielmehr wurde sie in Anwendung des zitierten Dekrets gegen Organisationen ergriffen, welche einen kommunistischen Charakter tragen oder eine kommunistische Arbeit leisten würden. Man erfährt hierzu weiter, dass bereits vorher eine ganze Reibe anderer, nichtjüdischer Organisationen geschlossen worden sei, weil sie ebenfalls unter dieses Dekret fallen. Keineswegs, so wurde versichert, würde es sich um eine Massnahme antisemitischen Charakters handeln. Uns fällt auf, dass trotz dieser Versicherung die Oeffentlichkeit von der Schliessung anderer, nichtjadischer Organisationen nicht informiert worden ist. Ausserdem musste es alarmierend wirken, dass die betreffenden Organisationen, die s'ämtlich den Zusatz ,,israelita“ oder einen ähnlichen Zusatz in ihrem Namen tragen, von der zuständigen staatlichen Stelle en bloc geschlossen worden sind, und dass die entspre- INDUSTRIAS YUVENA S. A Fábrica de calzado y zapatillas ANDON AEG UI 1270 Buenos Aires T. E: 51 - 4810 VWWmHHUHVVUvvvw\vwiwvv; i Pension Familiar IJ*'* : M. FLAMM :: ]! Aufsicht s. Ehrw., Rabb. Dr. J. Oppenheimsr ¡ > CHASCOMUS — T. E« 29(0 — Córdoba 38;¡ <« ALLE ZIMMER MIT PRIVATBAD;; j Telef. Auskünfte in Bs. Aires: 76.2312 u. 70-5805 i * I>HWWWWVWWVWWWWWWWW»VW»WVWW JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 13-1148 BLANCO ENCALADA (646 chends Information der Oeffentliciikeit nur solche Vereinigungen enthält, die eben jüdisch sind. Hierdurch musste der Eindruck entstehen, dass eine ausserordentliche Zahl von Juden Kommunisten seien, also an Bestrebungen beteiligt wären, die als staatsfeindlich anzusehen sind. Die Mitteilung, dass es sich nicht um eine antisemitische Massnahme handeln würde, mag beruhigend wirken, wenn sie auch die hier vorgetragenen Bedenken nicht eliminieren kann. Die von den Behörden geschlossenen Vereinigungen gehören seif Jahren nicht mehr der DAIA an. Im Zusammenhang mit. dem Slansky-Prozess in Prag, der einer der grossen kommunistischen Schauprozesse mit antisemitischem Charakter war, haben sich diese Organisationen von der DAIA getrennt bzw. wurden aus der DAIA ausgeschlossen, weil sie eine Protest-Deklaration gegen die Machenschaften zu unterschreiben ablehnten, die damals von den kommunistischen Stellen gegen das jüdische Volk und gegen Israel lanciert worden sind. Das kann aber für uns keine Beruhigung sein, eine solche Massnahme einfach hinzunehmen, da die Tatsache nicht übersehen werden kann, dass in diesem Falle nur jüdische Organisationen als kommunistisch der Oeffentlichkeit bekanntgegeben wurden. Wäre die gesamte Liste der von den Massnahmen betroffenen Organisationen veröffentlicht worden. einschliesslich der jüdischen Schulen etc., hätten Bedenken von unserer Seite nicht geltend gemacht werden müssen. Gleichzeitig mit dieser Veröffentlichung wurde bekanntgegeben, dass die drei Jugendlichen, die auf jüdische Kinder in Florida geschossen haben, gegen eine reichlich niedrige Kaution freigelassen worden sind. Wenn auch diese Massnah me im Rahmen der in Betracht kommenden Paragraphen gerechtfertigt sein mag, musste in der Oeffcntiichkeit der Eindruck entstehen, dass man im selben Augenblick jüdische Vereinigungen als kommunistisch schliesst und extremistische Attentäter frei laufen lässt. Dieser Eindruck Ist sehr bedauerlich. Wie wir erfahren soll der Prozess gegen di» Jugendlichen demnächst eröffnet werden. Semesterschluss im Rabbinerseminar W': ~Das este Schuljahr des ..Seminario Rabinico Latinoamericano“, das gemeinsam von der „Congregación Israelita“, dem „Consejo Mundial de Sinago- R Zensur in keiner Farm Jerusalem. — Das Oberste Gericht Israels verurteilte durch Mehrheitsbeschluss das von der israelischen Filmzensur verfügte teilweise Verbot einer Film vVo chenschau, in der gezwgt wird, wie die Polizei die Räumung von Eler.dswohnungen erzwingt. Oberrichter Mosche Landau, der den Entscheid verlas, erklärte, dass ein Regime, welches das Recht beansprucht zu entscheiden, was gut für seine Bürger zu wissen sei, damit enden könne, auch zu bestimmen, was seine Bür ger denken müssen.“ — (ITA) gas“ und der „Centra“ ins Leben gerufen worden war, konnte am 12. Dezember mit einer Feierstunde abgeschlossen werden, zu der die drei Begründer-Organisationen in die „Chaim Weizmann-Synagoge‘ der ..Nueva Coniunidad Israelita“ eingeladen hatten. Erfreulicherweise war eine Re:he Jugendlicher erschienen, während die älteren Mitglieder unserer Gemeinden und Organisationen ausserordentlich schwach vertreten waren; dies gilt auch fiir die Vorstände; dagegen waren die Herren Rabbiner anwesend, soweit sie zur „Centra“ gehören. In Gegenwart der Dozenten und Hörer des Seminars eröffnete Rabb. Hanns Harf den Abend mit herzlichen Begrüssungsworten. die zugleich den Dank an alle Mitarbeiter dieser historischen Aufgabe einschloss sowie den Appell, unbedingt dafür Sorge zu tragen, dass das grossartige sieh im Aufbau befindlich« Werk keineswegs durch einst bestehende Differenzen gefährdet werde. In einem sich hieran anschliessenden Rechenschaftsbericht sprach der Leiter der Studien. Raoino Marshall T. Meyer, von der Erfüllung eines Traumas, den die Verwirklichung des Seminars darstelle, für das die drei Partner harmonisch zusammengearbeitet hätten. Der Redner hob rühmend hervor, dass man eine Fülle wertvoller Buchgeschenke für die Seminarbibliothek bereits erhalten habe. u. a. komolette Talmudausgaben. wies ferner suf den I.erneifer der Studenten hin. die auch der Universität den unbedingt nötigen 7,eitraum widmen müssten, dankte dem Gastnrofessor des Instituts. Dr. Simon S,e gel. für seine zweimonatige Tätigkeit und gab der Hoffnung Ausdruck dass aI!--> finanziellen Schwierigkeiten bald überwunden sein würden. Einer der Studenten. David Algaze. hielt sodann ei ne eindrucksvolle Ansoracbe. die den Geist der Kameradschaft. der im Seminar vorherrscht, hervorbob sowie das hohe Niveau der Vorlesungen und Diskussionen. das nicht hinter dem ieni«en der Universität zuriiekbbebe. Ihm selbst, so sagte dehinge Mann, der aus rMigiös-traditioneBern H.au=o komme. s-°i religiöses Jud°ntum im Seminar z. R durch dt« Darstellung -’es Wesen* der Kaschrut. des SoheMt. des Gebetes, r-u erschlossen worden. Die harmonische Verbindung zwischen Individualismus und Kollektivismus w'ird i den Studenten erst jetef wirklieh klargeworden sein. Mit der sehönen Ausdeutung eines PrcnhetenwoHes wie dem Dank an d>e T.ehre r schlos* dieser Vertreter der Studenten seine Ausführungen. Anschliessend sprach einer der Dozenten. Professor Marcos Edery. der bemerk te, dass das Seminar bereits arm kämmt die Novelle?, Dr. W.: — Bei der Novelle, von der ich sprechen möchte, handelt es sieh nicht um ein erwartetes literarisches Werk, dessen Erscheinen vom Dichter oder seinem. Herausgeber angekiindigf worden wäre, sondern um eine ganz, prosaische Angelegenheit: um die Novelle zum Entschädigungsgesetz oder wie es im Juristendeutsch heisst: um das Bundesentschädigungsschlussgesetz. Eigentlich sollte dieses Gesetz bereits im Herbst des laufenden Jahres, also vor einigen Monaten, erscheinen. Aber es blieb bei diesen Versprechungen, die unter anderem dem Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, Herrn Or. Nachum Goldmann, gegeben worden sind. Jetzt hiess es, dass mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes im Frühjahr 1983 (März-April) zu rechnen sei, obwohl diese Mitteilung nicht ohne Vorbehalt gemacht worden ist, denn his-> her liegt noch nicht einmal ein Gesetzesentwurf vor. Möglicherweise hat die Herausgabe des Schlussge.-etzes durch die Spiegel-Affäre eine weitere Verzögerung erfahren, denn einer der wichtigsten Posten in jeder Regierung ist nach der Beendigung der Kabinettskrise neie und anders besetzt worden: der des Finanzministers. Was hat der Finanzminister mit der Wiedergutmachung zu tun?, wird der einfache, normal denkende Mensch sich fragen. Die Antwort lautet: Mehr als es den Geschädigten lieb ist. Denn der Finanzminister hat ein gewichtiges Wort darüber mitzureden, welche Beträge für Entschädigungszwecke zur Verfügung gestellt werden oder werden können. Man entschädigt durchaus nicht die Juden, die einen Schaden erlitten haben, sondern den Umfang der Schäden, den man bezahlen will, oder glaubt, bezahlen zu können. Soweit der Gesetzgeber die finanziellen Möglichkeiten berücksichtigt, obwohl dies natürlich nicht nur jedem Rechtsempfinden, sondern auch jeder Gerechtigkeit und jedem Rechtssystem widerspricht, kann man darüber noch debattieren, wenn man will. Denn heute diktie-- ren die Deutschen bereits allein, was sie zahlen wo’len, zumal für sie der eigentliche Zweck der Wiedergutmachung, ihre Rehabilitierung, erreicht worden ist. Aber auch einige Entschädigur.gsämter, vor allem Bayern, entschädigen nur nach finanziellen Gesichtspunkten und durch Finanzbeamte, wobei man für deren Vorgehen Paragraphen des Entschädigungsgesetzes vorschiebt. — Nun wird also ein neuer Finanzminister sich mit einer ihm bis dahin unter diesem Aspekt nicht vertrauten Materie beschäftigen müssen. Der unermüdliche Nachum Goldmann wird wieder einmal nach Bonn reisen und verhandeln. Man wird ihm versprechen, vielleicht auch etwas erfüllen. Aber wann? Wie lange sollen die Opfer des Krieges und der nationalsozialistischen Verfolgungen eigentlich noch wirten?. nur weil ein unzureichendes Entschädigungsgesetz sie benachteiligt hat und die gröbsten Ungerechtigkeiten immer noch nicht beseitigt wurden, die durch Fehler des Gesetzes, eine spitzfindige Rechtsprechung und eine eatschKdigungsfeindiiche Praxis mancher Aemter entstanden sind. Es ist nunmehr höchste Zeit, ein Versprechen, zu erfüllen, das mehr ist als ein Versprechen: handelt es sich doch um eine gewaltige Schuld, die das deutsche Volk endlich abtragen sollte. jetzt schon seine Lebensnotwendigkeit bewiesen habe. Dem kommenden Schuljahre würden zwölf weitere Schüler angehören, von denen einige das „Machon“ absolviert hätten, andere durch die ..Rama“ herangebildet worden seien. Einer der künftigen Studenten, der Sohn des Rabbiners Dr. Winter (Montevideo), kommen aus dem zentraleuropäischen'Sektor. Nachdem der frühere Gemeindepräsident der ..Congregación“, Don Adoinho Weil, noch einmal einen Kurzen Ucbcrblick über die Entwicklung des Seminars g-egegeben und di« Dringi."hkeit geeigneter Räume, n ich. im Zusammenhang mit einem künftigen Internat, erwähnt, des weiteren d:e Schaffung eines ,.C;rculo de amigos del Semniario“ gefordert hatte, wovon er sich (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 8) MARAVILLOSAS EXCURSIONES A ISRAEL v i a i HAATZMA ..BITTERMANN I CORRIENTES 2063 - T. E. <5-4957 /7607/ 49-0433 / 1229 / 3491 BUENOS AIRES ► ♦ ♦ ♦ ******* ** * * ♦ ****** ***** ♦♦♦*.- J. pj landsberg VERSICHERUNGEN JEDER ART Bme. MITRE 430 V. Of, 550 T.E.: 30-1 474 ♦ ♦ ♦ ♦ -4 ► ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ AUTO - REPAR ATUR - WERKSTATT „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 T E. 51 - 2205 (Eeke Monroe)