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Jüdische Wochenschau · 1962-12-21 · 1991 (21.12.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1991 (21.12.1962)
Date
1962-12-21
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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Vieww, 21 tit Diciembre de 1962 S E M i K A f $ t 1 I LI T A Aäc XXlIf. — Nr. 1991 Die Juden Ostusiens Chanukka m unserer Fear] S. Buck, die eben siebzigjährige Nobelpreistiägerin. Humanistin, einzigartige Kennerin des chinesischen Menschen, seiner Lebensweise, seiner Sprache — hat in ihrer Biographie: ,,My several Worids“ auch einiges über Juden mitgeteilt, was hier übersetzt folgt: ,,China und Indien sind sieb sg unähnlich wie nur zwei Länder sein können. Die Lebensphilosophie der zwei Volker ist verschieden trotz der Tatsache, dass sie beide gemeinsam eine uni versale Haltung der Menschheit gegenüber haben. Beide ■Völker sind friedliebend aber aus verschiedenen Gründen, die Inder deswegen, weil ihre Religion sie lehrt, dass Leben heilig ist und nie zerstört werden darf, und die Chinesen aus ihrem ererbten angeborenen superben gesunden Menschenverstand heraus, dass Krieg eine Dummheit ist und dass ein weiser Mensch von Weisheit geleitet wird Deswegen hat China voll und ganz alle Eindringlinge aufgesogen, soweit die Eindringlinge es zuliessen. Ein Beispiel dafür sind die Juden, die Jahrhunderte hindurch Zuflucht in China gesucht haben, die auf der. alten Handelsstrassen von Asia Minor über Indien hereinkamen und sich im ln nern der Provinzen Honan. aber hauptsächlich in K'aifeng-fu festgesetzt haben. In China ist es unmöglich von den Juden als einer separaten Volksgemeinschaft zu sprechen, es ist kein Zei chen dafür mehr da. Die Chinesen haben sie niemals verfolgt, statt dessen sie durch echte Freundlichkeit und aktive gegenseitige Handelsbeziehungen assimi liert, und sie haben gut daran getan. Oft wenn ich in China einem Künstler von ungewöhnlichem Talent oder auch einem Studenten mit auffallend lebhaftem Geist begegnete, war zu vermuten. dass jüdisches Blut in ihm war. Die Juden bilden ein schöpferisches Element. | Ich erinnere mich an eine i Sendung aus Peking an das | ,,Asia Magazine'“ in New i York mit Zeichnungen ver- [ schiedener Künstler. Der i Editor wählte zur Veröffent- | lichung diejenigen aus. die! er für die besten hielt. Späj ter entdeckte er. dass alle; Zeichnungen ausser einer ] von demselben Künstler | stammten, einem jungen ' chinesischen Juden. Aber die Geschichte der Juden in China habe ich schon in meinem Roman ..Peony“ (in England betitelt „The Bondmaid“) erzählt. In Indien sind die Juden nicht resorbiert worden. Es ist nicht der Weg Indiens zu resorbieren. Statt dessen erlaubt Indien den Völkern, das zu bleiben, was sie sind, als Teil Indiens. Im Süden Indiens gibt es schwarze Juden. dunkel gebrannt durch die Sonne Indiens, die Chanukka. Erinnerung an i die Tempelweihe, das jung ' ste Fest der jüdischen Geschichte, das eigentlich kein ..Fest“ im überlieferten Sinne, sondern nur ein froher Hafbfeiertag ist. erfreut sich zunehmender Popularität in weitesten Kreisen, vielleicht deshalb, weil wir Juden ,!on heute uns in vieler Hinsicht DOKUMENTE-URKUNDEN CHRONIKEN BILDER über die Geschichte des ehemaligen deutschen Judentums sammelt das LEO BAECK-INSTITUT PUBLIKATIONEN DES / LEO BAECK INSTITUTES SCHRIFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNG*« ' DES LEO BAECK INSTITUTES \ C. I. MO HK (PAUL SIEBECK) TÜBBING*« YEAR BOOK VM IS6Q — VOM L.B.-INSTITUT HERAUSGEGEBEN: BY THE EAST AND WEST LIBRARY, LONDON mit einer Fülle hervorragender Beitrage in englischer und deutscher Sprache. (416 Seiten) WERDE AUCH DU MITGLIED des Leo Baeck-Instituts Anmeldungen bei Herrn CURT WJLK, Moreno 2256. und im Büro der IUEDISCHEN WOCHENSCHAU. Pueyrredon 2190. 1. izq. (83/2613) durch viele Generationen hindurch auf sie schien, so. dass sie ihre ursprüngliche Farbe verloren haben.“ Die Biographie als solche ist etwas enttäuschend. Wohl teilt Pearl S. Buck einige Daten ihres Lebens mit, aber sie beschreibt, wie in ihren Romanen, mehr das. was sie sah. als das. wer es sah. Sie seihst, Tochter von amerikanisenen Missionaren, so frei, so mutig gestaltet, schliesst >üch keusch aus: man erfährt von ihr selbst wenig, dafür aber um so mehr von ihrer Umgebung. In ihrem Roman ..Peony“ schilderte sie die Juden in einer kleinen chinesischen Stadt. Die Juden dort waren jüdisch nicht gelehrt, kleideten sich chinesisch, aber sie assen kein Schweinefleisch. hielten den Schabbai und die Feste und lebten monogam. Sie vermischten sich unmerklich durch Ehen mit dem freundlichen chinesischen Volk. Sie schildert die jüdische Frau als die Herrscherin der Familie, deren Wort allein massgebend ist. Sie verlegt dabei die Geschichte einer geset' zestreuen jüdischen Familie hundert Jahre zurück. Besonders schildert sie Öen Charakter des erwachsenen Sohnes, der im Gegensatz zu den Chinesen seine chinesische Ehe monogam führt. Er widersteht der Heldin Peony. die nach einer Hungersnot als kleines Kind an die jüdische Familie verkauft worden war und später seine geistreiche und schöne Beraterin wurde, die aber, aus der ihm eingeborenen Sexual-Ethik von ihm als Frau nicht er hört wurde. Ein besonderes Kaoitel nimmt der vergebliche Kampf der Mutter ein in das Land der Väter au=zuwandern. wobei ihr religiöser Fanatismus und ihr gewaltiger Lebensernst in Gegensatz zu ihrem Mann tritt, der als geachteter und erfolgreicher Kaufmann heiter den chinesischen Sit ten ausserhalb des Hauses folgt. Aus der Biographie ..My several Worlds“ geht leider nicht hervor, welche Erfahrungen sie zu diesem durchaus judenfreundlichen Buch angeregt haben und woher sie ihre Kenntnisse der jüdischen Psyche genommen hat. Aber die Entwicklungsgeschichte der jüdischen Fa milie. ihre isolierte Stellung und ihre allmähliche völlige Assimilation in einem kleinen chinesischen Städtchen versteht sie ausserordentlich einprägsam und stark zu gestalten. der Familie der Makkabäer so sehr verbunden fühlen. Und immer wieder darf und soll gefragt werden: Worin lag das Grosse und Einmalige ihres Wirkens? Nach drei Jahren blutigen Ringens waren die staraen und kriegstüchtigen Trup pen des Syrerkönigs Antiochus Epiphanes vernichtend geschlagen worden von jener ..Befreiungsarmee“, die Juda Makkabi mit seinen Brüdern Jonatan und Simon geführt hatte. Dieser glänzende Sieg verschaffte den unterdrückten Juden eine Friedenspause, in der die politische wie die wirtschaftliche Lage stabilisiert werden konnten. Abermals fiat, te sich gezeigt, dass keine Macht von aussen her so stark ist, um Judentum und Judesein aufheben zu können. Die Existenz, das Ue belieben und Ueberdauern, erwiesen sich als der Wunder grösstes, noch grösser als das schöne Wunder vom Oellämpchen. das länger leuchtete, als man voraussehen konnte, weil die Oelquelle nicht versiegte. Die Makkabäer standen und siegten im Glanze eines einzigartigen Wunders deshalb. weil Juda Makkabi und seine Waffengefährten zwar ganz Krieger, ganz Soldaten, sein konnten, doch aus religiösen und geistigen Motiven heraus, und die Schlachten, die sie schlagen mussten, geschahen im letzten Sinne zum Ruhme Gottes und der alten jüdisenen Kultur. Sie entrollten die Fahne der Rebellion aus edelsten jüdischen und menschlichen Gründen. Ihr Schicksal widerlegte die Auffassung, dass der Schwächere unterliegen müsse, dass „Gott stets bei den stärkeren Bataillonen sei", wie ein frevelhaftes Wort der Weltgeschichte übermittelt. Juda Makkabi und die Sti nen sind ein Symbol dafür geworden, dass die Essenz des Judentums Lehre, Geist. Kultur bilden, dass aber diese Ideale auf Erden verwirklicht werden müssen, w;enn es nicht anders gebt, dann eben mit den prosaischen Mitteln des poiitischen und militärischen Kampfes, mit der bewussten Einstellung auf das Diesseits. Nicht, dass Juda Makkabi Feldherr war, macht ihn unsterblich, sondern, dass er sieh als im Dienste | der grossen national religiösen Idee des Judentums stehend fühlte. Der Jisehuw von Israel hat die Bedeutung von Chanukka voll erfasst; auch bei der Mehrheit, wo die religiöse Tradition nicht mehr streng beachtet wird, fühlt man, wie der nationale Befreiungskrieg und der Kampf um die Erhaltung jüdischer Kultur zusammenklingen. Daher feiert man in Israel die frohen Erinnerungstage von Chanukka in lebendiger Verbindung mit der Geschichte von einst, von 165 vor der übl. Zeitrechnung, und in Erinnerung an den heldenhaften Widerstand von 1946 bis 1948. Das Volk im Lande und ausserhalb Israels, wir Juden der Diaspora, sehen in Juda Makkabi eine der leuchtendsten Gestalten unserer Geschichte, einen Kämpfer für Freiheit, Wahrheit und Recht, ohne dessen glorreiche Taten die Geschichte wahrscheinlich einen anderen Verlauf genommen hätte. Den Makkabäern naehzueifern. wird das Ziel jeder neuen jüdischen Generation sein, die es ernst mii ihrem Jude«ein meint. Curl Wilk n" 2 Die Trauung unserer Kinder MAURiCIO und EVA findet am Montag, den 24. Dezember, um 21 Uhr in der Synagoge Moides 2449 statt, zu der wir alle Freunde und Bekannte einladen. JOSE und GERDA KUKURUTZ MATHILDE de ZAGRANIEZNY Zarraga 3437. A. Dem iieben Onkel JÜPP Josef Mohl) (früher Köln/Mühlheim 1 gratulieren recht herzlich zu seinem 80. GEBURTS¬ TAG und wünschen ihm noch viele gesunde Jahre. FELISA und RAULITO Buenos Aires, 29. Dezember 1962 ITALMAR Die Goldene Verdienstmedaille wurde dem Generaldirektor der Schiffahrts Gesellschaft ,,ITALIA" in Genua verliehen. Dr. Ali hat sich durch seine gründlichen Kenntnisse und seine Befähigung zur Leitung und technischen Organisation des Unternehmens verdient gemacht. Er wurde im Jahre 1956 nach 36 Jahren im Dienst des transatlantischen Verkehrs auf diesen leitenden Posten berufen. Sein seltenes Organisationstalent bat er durch den Wiederaufbau der im Kriege zerstörten Gesellschaft „Italia“ vollauf bewiesen. L U A C H (KALENDER) Freitag, den 21. Dezember 24. Kislew Entzünden des 1. Chanukka Lichtes Sonnabend, den 22. Dezember 25. Kislew 1. Schabbat Chanukka Schabbat WAYESCHEW I. B. M. XXXVII 1 — XL 23; 4. B. M. VII 1 — 12 — Haftara Secharya II 14 — IV 7 Neumondankündigung Tewet Entzünden des 2. Chanukka-Lichtes Sonntag, den 23. Dezember 26. Kislew Entzünden des 3. Chanukka-Lichtes Montag, den 24. Dezember 27. Kislew Entzünden des 4. Chanukka-Lichtes Dienstag, den 25. Dezember 28. Kislew Entzünden des 5. Chanukka-Lichtes Mittwoch den 26. Dezember 29. Kisiew Entzünden des 6. Chanukka Lichtes Donnerstag, den 27. Dezember 30. Kislew 1. Tag Rosch Chodesch Tewet Entzünden des 7. Chanukka-Lichtes Freitag, den 28. Dezember 1- Tewet Entzünden des 8. Chanukka-Lichtes Sot Chanukka 2. Tag Rosch Chodesch Sonnabend, den 29. Dezember 2. Tewet 2 Schabbat Chanukka Schabbat M1KETZ 1. B.M. XL1 1 — XL1V 17. 4. E. M. VII 54, 89 — Haftara 1. Könige ATI 40 — 50 Sonntag, den 30.Dezember 3. 'Tewet Montag, den 33. Dezember 4

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